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Zurück in die 80er

Mit dem WoMo zurück in die 80er: gemütliche Übernachtung auf dem Campingplatz in Dormagen, dann ab nach Schalke zur großen Zeitreise mit Neon, Kult-Hits und jeder Menge Tanzalarm. Ein Kurztrip voller Nostalgie, Musik und guter Laune. Read more
  • Trip start
    July 24, 2026

    Startklar für die Zeitreise

    July 24 in Germany ⋅ ☀️ 21 °C

    Alle Systeme, Schränke und Ablagen waren gewissenhaft durchgecheckt. Die Kassetten lagen zurückgespult bereit, der Walkman war mit frischen Batterien gefüttert, und selbst für den Ghettoblaster hatte sich noch ein würdiger Platz im Laderaum gefunden. Man reist schließlich nicht einfach zurück in die 80er, ohne vorher technisch auf den Stand von 1985 aufzurüsten.

    Der Bordcomputer meldete keine offenen Klappen, keine rebellierenden Schubladen und auch sonst keinen Grund, den Start abzubrechen. Also erteilte er uns feierlich die Freigabe.

    Auf die Minute pünktlich verließen wir den heimischen Hangar. Allerdings weder im DeLorean noch zurück in die Zukunft. Wir nahmen das deutlich komfortablere Wolfsmobil und fuhren vorwärts – direkt hinein in die Vergangenheit.
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  • Zwischen Rheinufer und Satellitenzeitalter

    July 24 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C

    Bonn war unsere erste Etappe. Wir kamen so gut durch, wie man an einem Freitagmittag eben durchkommen kann – vorbei an Baustellenparaden, zähem Verkehr und einer gesperrten Rheinbrücke, die offenbar beschlossen hatte, sich an unserer Reise nicht zu beteiligen.

    Während die Mondwölfin einen wichtigen Termin wahrnahm, stellte ich das Wolfsmobil direkt am Rheinufer ab und eröffnete für die nächsten Stunden mein rollendes Büro. Der Rhein glitt gemächlich vorbei, das Internet kam aus dem All und der Strom direkt von der Sonne. Mehr mobiles Arbeiten geht eigentlich nur noch mit einem Butler und einem kleinen Orchester.

    In den 80ern sah die digitale Welt noch etwas überschaubarer aus. Damals schob ich Disketten in den C64, lauschte ehrfürchtig dem Laufwerk und hielt mich dabei für einen Pionier am äußersten Rand des technischen Fortschritts. Heute sitze ich im Wohnmobil, funke Daten über Satelliten und werde von der Sonne mit Energie versorgt.

    Die Zukunft ist schon eine erstaunliche Sache – besonders, wenn man gerade auf dem Weg zurück in die Vergangenheit ist.
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  • Ankunft ohne Fluxkompensator

    Jul 24–25 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Von Bonn aus folgten wir dem Rhein hinab bis nach Dormagen zum Campingplatz Strandterrasse. Das Navi lotste uns zuverlässig durch die Stadt, über die Autobahn und vorbei an allem, was einem Freitagnachmittag gewöhnlich so im Weg steht. Kurz vor dem Ziel hatte es allerdings noch eine kleine Zugabe für uns vorbereitet und wollte uns offenbar erst noch ausführlich die nähere Umgebung zeigen.

    Zum Glück sind wir noch in einer Zeit groß geworden, in der Stadtpläne eine Patentfaltung besaßen, die sich zwar mühelos öffnen, aber nur mit höherer Mathematik wieder schließen ließ. Deshalb achten wir trotz Navigation gelegentlich noch auf Schilder und unsere Umgebung. So entdeckten wir rechtzeitig den winzigen Wegweiser zum Campingplatz, widersetzten uns freundlich der digitalen Autorität und erreichten unser Ziel ganze zehn Minuten vor der berechneten Ankunftszeit.

    Das war schon beinahe eine Zeitreise – nur ohne DeLorean und Fluxkompensator.

    Der Empfang war herzlich. Lediglich unser bescheidener Wunsch nach einem Stellplatz mit Meerblick ließ sich nicht erfüllen. Stattdessen wurde dem Wolfsmobil ein prominenter Platz mitten im Geschehen zugewiesen. Für das Fahrzeug natürlich genau richtig: Endlich stand es dort, wo es sich selbst vermutlich ohnehin sieht – im Mittelpunkt. Die Mondwölfin und ich hätten dagegen auch mit einer etwas ruhigeren Nebenrolle gut leben können.

    Also absolvierten wir vor großem Publikum unsere mittlerweile erstaunlich souveräne Ankunftsshow: sauber einparken, Stromversorgung herstellen – obwohl wir unser eigenes kleines Kraftwerk mitführten –, Markise ausfahren, Teppich verlegen, Stühle und Tisch entfalten. Jeder Handgriff saß, nichts klemmte, niemand stritt und kein Hering wurde versehentlich in den Nachbarplatz geschlagen.

    Applaus gab es zwar keinen. Aber auch nichts zu lästern. Beim Camping ist das vermutlich bereits die höchste Form der Anerkennung.

    Nach dieser beeindruckenden Vorstellung folgte das wohlverdiente Sektchen. Prost auf die erfolgreiche Landung.

    Anschließend kümmerten wir uns arbeitsteilig um eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse: die Nahrungsaufnahme. Die Mondwölfin schnippelte den Salat, während der Wanderwolf die zuvor im Supermarkt erfolgreich erlegten Putensteaks auf den Grill legte. Jagderfolg und moderne Zivilisation gingen dabei eine ausgesprochen schmackhafte Verbindung ein.

    Selbst zubereitet schmeckt das Essen ohnehin doppelt gut – besonders draußen, nach einem Reisetag und mit einem Glas in Reichweite.

    Danach ließen wir den Abend langsam ausklingen. Um uns herum wurde es nach und nach stiller, die Gespräche verstummten, Türen fielen ins Schloss und der Campingplatz kam zur Ruhe. Das Wolfsmobil stand zufrieden in seiner Hauptrolle, während wir uns einfach darüber freuten, angekommen zu sein.
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  • Morgenstimmung am Rhein

    July 25 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Die Nacht verlief angenehm ruhig. Nur einmal wurde die Stille vom dumpfen Stampfen eines vorbeifahrenden Rheinkahns durchbrochen. Sein Schiffsdiesel grummelte so tief und gleichmäßig, als würde irgendwo in der Dunkelheit ein schlecht gelaunter Troll den Rhein entlangmarschieren – direkt auf uns zu, knapp am Wolfsmobil vorbei und dann weiter in Richtung Horizont.

    Am Morgen erwachte ich als einer der Ersten. Noch lag der Campingplatz friedlich da, als hätte jemand für einen Moment die Pausentaste gedrückt. Mit einem Latte macchiato setzte ich mich vor das Wolfsmobil und beobachtete, wie der neue Tag langsam die Bühne betrat.

    Irgendwo krähte ein Hahn und erinnerte zuverlässig daran, dass Wecker schon lange vor der Erfindung des Smartphones funktioniert haben. Ein Feldhase hoppelte gemächlich über den Platz, offenbar völlig unbeeindruckt von Wohnmobilen, Zeitreisen und Menschen mit Kaffeetassen.

    Währenddessen schob sich die Sonne langsam über den ruhig dahinfließenden Rhein und tauchte alles in warmes Morgenlicht. Kein Verkehr, keine Termine, kein hektisches Treiben. Nur Kaffee, Fluss, Hase und Hahn.

    Campingromantik pur – und für einen Augenblick fühlte es sich an, als hätte selbst die Zeit beschlossen, noch ein wenig liegen zu bleiben.
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  • Frühstück unter strenger Hühneraufsicht

    July 25 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Inzwischen herrschte rege Betriebsamkeit auf dem Campingplatz. Einige Camper eilten mit entschlossenem Schritt in Richtung Toilettenhaus – vermutlich getrieben von Geschäften, die an einem frühen Samstagmorgen keinerlei Aufschub duldeten. Andere bewegten sich deutlich entspannter, dafür mit nur notdürftig bedeckten entscheidenden Körperpartien, in Richtung Dusche. Camping ist eben auch die Kunst, mit erstaunlich wenig Stoff erstaunlich selbstverständlich über einen Platz zu spazieren.

    Hundebesitzer führten ihre Vierbeiner aus, Radfahrer machten sich auf den Weg zum nächsten Bäcker, und die platzeigenen Hühner inspizierten Vorzelte, Tische und Essbereiche mit der Gründlichkeit einer Lebensmittelkontrolle. Alles, was nicht fest verschlossen oder schnell genug verteidigt wurde, galt offenbar als potenzielle Beute.

    Zwischen all dem nutzten die Kinder jede freie Fläche als Abenteuerspielplatz. Für sie ist ein Campingplatz ohnehin keine Unterkunft, sondern eine Mischung aus Wildnis, Rennstrecke und großem sozialem Experiment.

    Schließlich kroch auch die Mondwölfin langsam aus ihrer Höhle. Gemeinsam streiften wir durch unser Revier und beobachteten ein wenig verträumt die vorbeiziehenden Schiffe. Der Rhein glitt ruhig dahin, als hätte er mit der allgemeinen Betriebsamkeit auf dem Platz überhaupt nichts zu tun.

    Dann tat der Mann, was ein Mann tun muss: Er zündete den Grill an.

    Statt Steaks und Würstchen landete diesmal Speck darauf. Dazu bereitete ich unter den sichtbar missbilligenden Blicken der Hühner Rührei zu. Ob sie um ihre Verwandtschaft trauerten oder lediglich ihren Anteil einforderten, blieb ungeklärt. Sicherheitshalber hielt ich etwas Abstand.

    Ergänzt wurde das Ganze durch Obst und Smoothies, damit unser ausgedehnter Samstagmorgen-Brunch wenigstens den Anschein ausgewogener Ernährung wahrte.

    So saßen wir schließlich vor dem Wolfsmobil, ließen es uns schmecken und beobachteten das bunte Treiben um uns herum. Kein Zeitdruck, keine Termine, kein Grund zur Eile.

    Camperleben kann herrlich entschleunigen – besonders mit Kaffee, Speck und ausreichend Abstand zu hungrigen Hühnern.
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  • Grenzverkehr ohne Fliwatüt

    July 25 in Germany ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach dem Frühstück begann der koordinierte Rückbau unseres kleinen Campingreichs. Schließlich stand noch eine ausgewachsene Zeitreise auf dem Programm, und selbst Marty McFly hätte vermutlich Schwierigkeiten bekommen, wenn erst noch Markise, Teppich und Campingstühle im Weg gestanden hätten.

    Also verschwand nach und nach alles wieder an seinem angestammten Platz im Wolfsmobil. Tisch rein, Stühle rein, Kabel einrollen, letzte Krümel sichern und einmal prüfend über den Platz schauen. Kurz darauf verschwanden auch wir vom Campingplatz – sauberer Abflug, diesmal ganz ohne Rauchspur und brennende Reifenspuren.

    Für die nächste Etappe mussten wir den Rhein überqueren. Nur fand sich weit und breit keine Brücke. Unser Wolfsmobil ist zwar vieles, aber weder ein DeLorean noch das Fliwatüt. Es kann nicht fliegen, nicht schwimmen und vermutlich auch nicht plötzlich unter „T“ wie „Tauchmodus“ in der Ausstattungsliste etwas freischalten.

    Am Rheinufer studierten wir deshalb ausgiebig die Betriebsanleitung. Trotz Allradantrieb und eines Wasserstands, der zumindest theoretisch Hoffnung auf ausreichend Wattiefe machte, riet die Dokumentation überraschend deutlich davon ab, den Rhein einfach zu durchqueren. Mercedes zeigte hier wenig Sinn für Abenteuer und noch weniger Vertrauen in unsere nautischen Fähigkeiten.

    Da wir unsere Reise zurück in die 80er nicht schon zu Beginn buchstäblich ins Wasser fallen lassen wollten, entschieden wir uns gegen die spektakuläre Direktverbindung und suchten nach einer etwas konventionelleren Möglichkeit zur Rheinüberquerung.

    Nachdem wir schließlich die kölsch-altbierfarbene Demarkationslinie passiert hatten, gelangten wir bei Düsseldorf auf die andere Rheinseite. Den ewigen Zwist zwischen Köln und Düsseldorf habe ich ohnehin nie verstanden. Für mich war das stets ein Streit darüber, welches Bier in kleineren Gläsern schneller nachbestellt werden muss.

    Und mal ehrlich: In Dortmund schmeckte das Bier sowieso besser.

    Damit war die Grenze überwunden, der Rhein bezwungen und unsere Zeitmaschine wieder auf Kurs. Schalke rückte näher – und irgendwo in der Ferne begann vermutlich bereits ein Synthesizer zu spielen.
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  • Passt. Also fast.

    July 25 in Germany ⋅ ⛅ 27 °C

    Unsere nächste Etappe führte uns schon einmal in die Nähe des Veranstaltungsorts. Für das Wolfsmobil war damit gleichzeitig Feierabend. Es hatte uns zuverlässig bis hierher gebracht, durfte den Motor abstellen und sich für den Rest des Tages ausruhen. Schließlich lag die eigentliche Zeitreise nun in unseren Händen – oder genauer gesagt in denen der DJs.

    Der reservierte Parkplatz war erfreulich breit. Das Wolfsmobil hätte sich dort bequem machen können, wäre es nicht neben seiner stattlichen Breite auch noch mit einer gewissen Länge gesegnet. Rückblickend hätten wir bei der Reservierung vielleicht nicht nur erwähnen sollen, dass wir mit einem Wohnmobil kommen, sondern auch, dass es sich dabei nicht um einen niedlichen Bulli mit Blumengardinen handelt.

    Also rangierten wir das Wolfsmobil so weit zurück, bis die Wand unmissverständlich erklärte, dass nun Schluss sei. Dort stand es schließlich mit dem Heck ordentlich eingeparkt und der Vorderachse bereits halb im öffentlichen Leben.

    Zum Glück lag der Parkplatz am Ende einer Sackgasse. Hier störte unser dezenter Ausflug auf die Straße in dieser Nacht vermutlich niemanden. Und falls doch, konnten wir immer noch behaupten, das gehöre so: In den 80ern waren schließlich auch Schulterpolster, Vokuhila und überlange Autos völlig normal.

    Das Wolfsmobil stand jedenfalls. Nicht vollständig auf dem Parkplatz, aber vollständig überzeugt von sich selbst. Und damit konnte der Abend beginnen.
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  • Forever Young – zumindest für diese eine Nacht

    July 25 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob es beruhigend oder beängstigend ist, dass nicht nur wir altern. Auch an unseren Idolen aus den 80ern ist die Zeit nicht spurlos vorübergezogen. Manche sind im Geiste jung geblieben, andere im Herzen – und einige zumindest sehr stilvoll in Würde gealtert.

    Dann gab es allerdings auch Bands, bei denen man den Verdacht nicht loswurde, sie seien 1987 direkt nach dem letzten Auftritt in Kryoeis eingefroren und für diesen Abend eigens wieder aufgetaut worden. Kurz Bühnenlicht drauf, Synthesizer anschließen, ein prüfender Blick ins Publikum – und weiter ging es, als wären zwischen damals und heute höchstens drei Wochen vergangen.

    Damals hatte ich Alphavilles Forever Young tatsächlich für ein Versprechen gehalten. Für uns alle. Eine Art musikalische Garantie, dass das Leben zwar weitergeht, wir selbst aber irgendwie davon verschont bleiben. Heute weiß ich: Es war vermutlich eher ein Wunsch, ein Mantra und vielleicht auch eine kleine, wunderschöne Selbsttäuschung.

    Für einige im Stadion schien dieses Mantra allerdings erstaunlich gut funktioniert zu haben.

    Umso bedauerlicher war es, dass Alphaville kurzfristig absagen musste. Ausgerechnet sie fehlten bei diesem großen Versuch, die Zeit noch einmal zurückzudrehen. Aber vielleicht lag darin auch eine gewisse Ironie: Forever Young erklang nicht live – und war doch den ganzen Abend überall zu spüren.

    Es war großartig, die Stars von damals noch einmal alive and kicking auf der Bühne zu erleben. Manche Stimmen klangen vertraut wie alte Freunde. Manche Bewegungen waren etwas vorsichtiger geworden. Aber sobald die ersten Takte erklangen, war das völlig egal. Plötzlich waren wir wieder jung, standen gedanklich vor dem Kassettenrekorder, warteten auf unser Lieblingslied im Radio und hofften inständig, dass der Moderator nicht ins Intro hineinredete.

    Mein eigentliches Highlight war jedoch das Publikum.

    Wie viele Menschen für diesen Abend bis auf den Grund ihrer Klamottenkisten gegraben hatten, war schlicht überwältigend. Ohrringe von der Größe kleiner Satellitenschüsseln, Stirnbänder, Netzshirts, Neonfarben, Ballonseidenanzüge und Miniröcke, bei denen vermutlich Jahrzehnte lang niemand zu fragen gewagt hatte, ob sie jemals wieder gebraucht würden.

    Sie wurden gebraucht.

    Sehr sogar.

    Überall leuchteten Farben, für die die Natur ursprünglich keine Verwendung vorgesehen hatte. Frisuren erhoben sich gegen die Schwerkraft, Schulterpolster gegen jede anatomische Vernunft und Modesünden wurden mit einer solchen Würde getragen, dass sie plötzlich wieder wie kulturelles Erbe wirkten.

    Und mittendrin wir.

    Ein Stadion voller Menschen, die für einige Stunden beschlossen hatten, ihr heutiges Alter einfach an der Garderobe abzugeben. Wir sangen, tanzten, lachten und feierten Lieder, die längst Teil unserer eigenen Geschichte geworden sind.

    Vielleicht kann man die Zeit nicht zurückdrehen. Vielleicht wird niemand wirklich für immer jung.

    Aber an diesem Abend auf Schalke gelang uns etwas fast ebenso Schönes: Wir holten die Vergangenheit für ein paar Stunden zurück ins Leben.

    Und sie kam in Neon.
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  • Zurück in die Gegenwart

    July 26 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Gut gefrühstückt traten wir am Vormittag die Heimreise an. Während Marty McFly im DeLorean Jahr, Monat und Tag einstellt, ein paar Schalter umlegt und anschließend irgendwann am selben Ort in einer anderen Zeit wieder auftaucht, geben wir dem Navi schlicht unser Ziel ein. Dafür erhalten wir eine optimierte Route, aktuelle Verkehrshinweise und eine erstaunlich konkrete Ankunftszeit. Zeitreisen sind heute deutlich komfortabler geworden – nur leider nicht schneller.

    Wie schon von Kraftwerk besungen, fuhren wir über die Autobahn. Kilometer um Kilometer rollte das Wolfsmobil nach Hause, während draußen die Landschaft vorbeizog und im Inneren vermutlich noch der eine oder andere Ohrwurm aus den 80ern seine Ehrenrunde drehte.

    Bei einem Zwischenstopp auf einem Autobahnrastplatz hatten wir allerdings erneut das Gefühl, in der Vergangenheit gelandet zu sein. Abgesehen von den Preisen schien sich dieser wenig einladende Ort in den vergangenen vierzig Jahren kaum weiterentwickelt zu haben. Mit seiner feinen Nase hätte der Wanderwolf die Toiletten vermutlich auch ohne Beschilderung gefunden. Die Speiseauswahl wirkte kalorienreich, farbenfroh und vor allem geeignet, den Verdauungstrakt noch lange an den Besuch zu erinnern.

    Auf dem Parkplatz herrschte derweil gepflegte Anarchie. Lastwagen, Personenwagen und Gespanne standen dort, wo sich gerade eine Lücke ergeben oder jemand spontan das Interesse am Rangieren verloren hatte. Das Wolfsmobil musste sich seinen Platz zwischen Lkw, Pkw und halbherzig abgestellten Fahrzeugen erkämpfen. Die Szenerie erinnerte ein wenig an *Mad Max* – nur mit mehr Warnwesten und weniger Leder.

    Aber das wäre eine andere Zeitreise.

    Wir blieben nur so lange wie unbedingt nötig, kämpften uns wieder frei und reihten uns zurück in den endlosen Strom der Fahrzeugkolonnen ein. Gemeinsam mit unzähligen anderen Reisenden rollten wir Richtung Heimat, bis aus Autobahnschildern wieder vertraute Ortsnamen und aus der Reise langsam Erinnerung wurde.

    Hinter uns lag ein kurzweiliges Wochenende voller schöner Erlebnisse, interessanter Begegnungen und kleiner Geschichten am Wegesrand. Vor allem blieb das Gefühl, dass die Musik der 80er weit mehr war als nur ein vorübergehendes Phänomen aus Synthesizern, Neonfarben und gewagten Frisuren.

    Sie hat uns begleitet, geprägt und ist bis heute ein Teil von uns.

    Vielleicht werden wir nicht für immer jung. Aber solange bei den ersten Takten eines alten Liedes die Erinnerungen zurückkehren, ist die Vergangenheit niemals wirklich vorbei.
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    Trip end
    July 26, 2026