Von Vila Nova de Cerveira nach Valença
August 29 in Portugal ⋅ ⛅ 23 °C
Entspannt am Rio Minho entlang nach Valença
Heute führte uns unsere Pilgerreise von Vila Nova de Cerveira weiter nach Valença. Das Frühstück und der Jugendherberge war überraschend gut. Nach dem Aufbruch ließen wir den Ort allmählich hinter uns und besichtigten am Stadtstrand noch kurz die alte Festungsanlage und folgten anschließend über weite Strecken dem Rio Minho wieder über die Ecovia. Der Fluss begleitete uns fast während der gesamten Etappe, und am gegenüberliegenden Ufer konnten wir immer wieder nach Spanien hinüberschauen – unserem nächsten Etappenziel schon ganz nah.
Der Weg führte viel durch die Natur und war insgesamt angenehm ruhig. Zahlreiche kleine Vögel zwitscherten in den Bäumen und Sträuchern, und gelegentlich zwitscherten auch Olaf und Claudi miteinander. Zwischendurch waren die beiden aber tatsächlich einmal still, sodass man nur die Natur und die Umgebung wahrnehmen konnte. Insgesamt war es eine erstaunlich entspannte Wanderung.
An einer ruhigen Stelle machten wir am Wegesrand eine kleine Rast und ruhten uns etwas aus. Danach ging es erholt weiter. Gerade weil so wenig Betrieb war, konnte man beim Gehen die Hand über die Gräser am Wegesrand streifen lassen, die Umgebung bewusst wahrnehmen und diese kleinen, stillen Momente für sich genießen. Es war einer dieser Abschnitte, bei denen man nicht möglichst schnell vorankommen wollte, sondern einfach aufmerksam und achtsam unterwegs sein konnte.
Ganz menschenleer war der Weg allerdings nicht: Er wurde auch von auffallend vielen Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Meist konnten sich Pilgernde und Radfahrende den Weg aber problemlos teilen.
Später überquerten wir eine alte Steinbrücke. An dieser Stelle traf unsere bisherige Route wieder auf den ursprünglichen portugiesischen Jakobsweg. Von nun an waren wir also nicht mehr nur auf unserer Variante unterwegs, sondern wieder auf dem klassischen Weg Richtung Santiago.
Je näher wir Valença kamen, desto deutlicher wurde, dass der ruhige Naturabschnitt langsam hinter uns lag. Schließlich erreichten wir die gewaltige Festungsanlage der Stadt und gingen durch ihre mächtigen Tore in die historische Altstadt hinein. Viele der kleinen Geschäfte in den engen Gassen hatten bereits geöffnet, und zwischen den alten Mauern herrschte eine ganz eigene Atmosphäre.
Auf einem kleinen Platz vor einer Kirche spielte ein Straßenmusiker „Mamma Mia“. Das machte uns so viel Spaß, dass wir mit unseren Rucksäcken ein wenig mittanzten – vermutlich nicht besonders elegant, dafür aber mit umso mehr Freude.
Wir besuchten zwei Kirchen innerhalb der Festung. Zu unserem großen Erstaunen fanden wir dort jedoch nirgends einen Stempel für unsere Pilgerausweise. Gerade in einer Stadt, durch die so viele Pilgernde kommen und von der aus viele sogar ihren Camino beginnen, hatten wir fest damit gerechnet. Also hofften wir zunächst, wenigstens in unserer Unterkunft einen Stempel zu bekommen.
Da wir vergessen hatten, vorab online einzuchecken, mussten wir noch ein wenig warten. Der Zugangscode wurde erst um 14 Uhr freigeschaltet. Wir setzten uns deshalb in der Nähe der Unterkunft hin, entspannten uns und legten bereits die nächste Pause ein.
Als wir schließlich in unsere Unterkunft „WakeUp – São Francisco“ konnten, waren wir sofort begeistert. Sie war nicht nur ausgesprochen schön eingerichtet, sondern auch extrem komfortabel – genau das Richtige nach der heutigen Etappe. Wir machten zunächst eine längere Pause, bevor Claudi und Olaf noch einmal loszogen, um die Altstadt innerhalb der Festung ausführlicher zu erkunden. Von der Festungsanlage aus war ein herrlicher Ausblick auf den Rio Minho, die Grenzbrücke nach Spanien und die spanische Stadt Tui zu genießen. Leider war es recht wolkig und später setzte noch ein längerer Nieselregen ein.
Die Fortaleza de Valença zählt zu den bedeutendsten historischen Verteidigungsanlagen an der portugiesisch-spanischen Grenze. Erste Befestigungen entstanden bereits im Mittelalter, als Valença noch den Namen Contrasta trug – ein Hinweis auf die gegenüberliegende galicische Stadt Tui. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Anlage vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, als sie zu einem mächtigen System aus Bastionen, Gräben, Toren und sternförmig angelegten Mauern ausgebaut wurde. Über Jahrhunderte sollte sie Portugal gegen Angriffe aus dem Norden schützen. Heute ist die rund fünf Kilometer lange Festungsmauer längst kein militärischer Grenzposten mehr, sondern umschließt eine lebendige Altstadt mit Kirchen, kleinen Gassen, Geschäften und weiten Ausblicken über den Minho bis nach Spanien. (Guía Ruta Fluvia do Río Miño (https://guia.riominho.org/en/valenca-fortress?u…))
Später gingen wir gemeinsam indisch essen. Das Restaurant kannten Olaf und ich bereits: Wir hatten dort schon vor sechs Jahren gegessen. Es war ein schönes Gefühl, nach all der Zeit wieder hier zu sitzen – diesmal zusammen mit Claudi und erneut als Pilgernde unterwegs.
Danach führte uns unser Weg noch zu Lidl, wo wir Frühstück für den nächsten Morgen und ausreichend Wasser kauften. Zurück in der Unterkunft ließen wir den Tag schließlich auf der Couch ausklingen. Erschöpft, aber glücklich nahmen wir dort noch unser gemeinsames Fazit für das Videotagebuch auf.
So endete eine ruhige, naturnahe und insgesamt sehr entspannte Etappe – mit Vogelgezwitscher, tanzenden Pilgernden, einer alten Brücke, einer eindrucksvollen Festung und der weiterhin ungeklärten Frage, warum ausgerechnet in den Kirchen der Altstadt von Valença kein Pilgerstempel zu finden war.
Nachtrag Claudia:
Es war heute ein ganz unaufgeregter, entspannter Wandertag, ohne viele Sehenswürdigkeiten auf der Strecke, dafür viel grün, somit konnten wir einfach nur mal gehen und unsere Gedanken etwas schweifen lassen.
In Valença war wiederum richtig viel los, die tolle Altstadt mit ihrer gigantischen Stadtmauer ist aber auch absolut sehenswert.
Das indische Essen war sehr lecker, eine klare Empfehlung.
Der heutige Tag hat gezeigt, dass auch geruhsame Etappen sehr positive Wirkung erzielen können man zufrieden auf den Tag zurückblicken kann.Read more












































Traveler
Huhu Ihr Lieben🤗 danke für Euren tollen Bericht , Bilder und Film. Es war wieder toll vor allem mal keine Ponchos. Es war bestimmt wieder mal angenehmer zu laufen ohne Regen. Die Kirchen sehen Innen jedesmal verschieden aus und jede hat einen besonderen Flair. Wirklich toll. Die Unterkunft ist ja toll gewesen und Claudia hatte mal wieder ein Zimmer für sich. Da habt ihr Euch sicher wohlgefühlt. Nun habt ihr ja auch sicher die heutige Etappe hinter Euch. Warte auf nächsten Bericht und Film. Bis dahin bb und gut Fuß 🦶 Kussi💋😘
Olaf BrandenburgDankeschön für deine schönen Kommentare, liebe Mama 🥰😘
Traveler🙋♀️💋
Claudia BLiebe Moni, das Zimmer für mich alleine war mal wieder ein richtiger Luxus, ich hab's sehr genossen 🥰