Via Baltica 2018

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March 2018 - January 2021
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  • Day7

    Die Entscheidung

    March 17, 2018 in Germany ⋅ 🌬 -1 °C

    Das war unsere erste Nacht in einem Stasigebäude und die war gar nicht mal schlecht. Durch den Sturm zog es zwar mächtig durch die Tür, aber unsere Handtücher konnten den grössten Teil davon gut abfangen. Wir packten unsere Sachen, warfen wie abgesprochen den Zimmerschlüssel ausserhalb von dem Gebäude in den Briefkasten und gingen zu einem Bäcker, um dort zu frühstücken. Es war ein Bäcker aus Lübeck, der hier her expandiert ist. Edith freute das und ich mich auch. Denn ich bekam die leckeren "Dinkel plus" Brötchen und natürlich den gewohnten Service und die gute Atmosphäre.

    Frisch gestärkt ging es in die Kälte. Zuvor haben wir noch diskutiert, wie wir denn nun vorgehen wollten. Zum einen hält uns die Kälte vom Vorwärtskommen ab und zum anderen der Sturm. Letzterer war nicht ganz ungefährlich durch die Wälder zu gehen, wie wir es selbst erfahren konnten. Wir gingen mehrere Szenarien durch. Entweder bis Tribsees gehen und dort bleiben oder bis Bad Sülze (lustiger Name) gehen. Da wir in Bad Sülze aber kein Unterkunft bekommen haben, stand Frage im Raum die Reise dort zu beenden oder mit dem Bus nach Rostock fahren und am nächsten hatten Tag dann wieder zurück nach Bad Sülze kommen und die Reise fortsetzen. Aber nicht nur die fehlenden Unterkunft begünstigte eher die Variante in Bad Sülze die Reise abzubrechen. Besonders die Kälte machte uns sehr zu schaffen. Mittlerweile hatte ich sämtliche Kleidung angezogen, welche ich im Rucksack hatte. So war mir warm, aber meine Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt. Jedoch waren meine Handschuhe das Problem. Diese hielten die Kälte sehr schlecht ab und nach ein paar Stunden wandern bei Sturm und -4 Grad, waren sie steif und schmerzten. Edith hingegen schien kaum ein Problem mit der Kälte zu haben, dort störte mehr die fehlende Unterkunft in Bad Sülze. Insgesamt war es wesentlich schwieriger geworden, eine Bleibe für die Nacht zu bekommen. Was wir jedoch jetzt machen werden, sollte sich erst unterwegs entscheiden.

    Wir verliessen die Bäckerei und dem Jakobsweg folgend Grimmen durch das alte Stadttor (Mühlentor). Natürlich haben Grimmem dadurch nicht ganz verlassen und erst nach einer ganzen Weile, waren wir am Bahnhof vorbei aus dem Ort.

    Bis hierhin war alles gut und eine grosse Infotafel zur "Via Baltica" bei hieb das Pilgerwesen und die Entstehung des Weges. Unserer Weg jedoch begann auf Feldern. Wir passierten viele kleine Ortschaften und Siedlungen und was soll ich sagen, der Wind wurde stärker und zum Sturm mit kräftigen Böen. Wieder so kräftig, dass man beim Gehen entweder geschoben oder zur Seite gedrängt wurde. Wir waren so froh, dass der kalte Wind nicht von vorne kam.

    Nach ca. 3 Stunden erreichten wir einen Wiesenweg und ab und zu kam auch die Sonne heraus. Der Weg führte, durch einen kleinen Wall, windgeschützt auf einer Wiese durch das Naturschutzgebiet. Eine moorastige Landschaft und sehr schön anzusehen. Teilweise war es dann durch die Sonne so warm das wir den Wünschen hatten, hier und jetzt uns in das trockene Schilfgras zu legen. Aber wir gingen weiter und kämpften wenig später mit dem eiskalten Wind von vorn, als der Weg eine Biege machte. Das war heftig und die Stirn begann zu Schmerzen, so als hätte man ganz schnell eine grosse Portion Eis gegessen.

    Wir erreichten Tribsees und waren erschrocken, wie ausgestorben der doch recht grosse Ort war. Das zeugten ehemalige Einkaufsstellen, verlassene Häuser und fehlende Menschen in dem Ort. Wir wurden dadurch ganz traurig und auch betroffen. Letztendlich waren wir froh, hier die vorher gebuchte Unterkunft storniert zu haben. Denn unsere Entscheidung stand fest. Wir gehen nach Bad Sülze und nehmen den Bus nach Rostock. Dann fährt jeder nach Hause. Es gab hier nicht ein Geschäft oder Lokal und wir bräuchten das dringend, um uns aufzuwärmen. Wir fanden bei Lidl am Ortsausgang einen Bäcker, wo wir heissen Tee tranken und etwas assen. Eine älter freu fragte uns, ob wir denn bei diesem furchtbaren Wetter wandern würden. Sie gab uns Anlass mit ihrer Frage zum Nachdenken.

    Also ging es schnell durch diesen trostlosen Ort und nun immer auf einem geteerten Fussgänger- und Fahrradweg entlang der Hauptstrasse. In der Ferne war die A20 zu sehen. Durch fusch am Bau und dem Moor, hatte sich ein Teilstück der Autobahn abgesenkt und war komplett zusammengebrochen. Niemand sein verletzt worden. Schwer vorstellbar bei den Ausmaßen.

    Wir erreichten den Ort Bad Sülze. Ein ehemaliger "Sol- und Moor" Badeort. Hier war es etwas lebhafter und da wir noch etwas Zeit hatten bis der Bus abfuhr, gingen wir in das Cafe "wunderbar" modern gestaltet und vor allen warm. Hier wurden auch Unterkünfte angeboten, aber die waren (wahrscheinlich) alle vergeben oder man hatte generell zu dieser Zeit Lust Zimmer für nur eine Nacht anzubieten.

    Der Bus kam uns wir fuhren eine Stunde nach Rostock. Unterwegs kamen wir am Vogelpark "Malow" vorbei. In Rostock auf dem Hauptbahnhof kam Edith ihr Zug in 3 Minuten. Wir erreichten diesen auch, aber dadurch gab es einen sehr kurzen Abschied. Ich musste noch eine knappe Stunde warten, dann kam mein Bus und ich fuhr zurück nach Berlin - zurück nach Hause.

    Zur Beendigung der "Via Baltica", fehlen mir somit noch drei kleine Etappen von jeweils 2-3 Tagen. Von Bad Sülze über Rostoch nach Bad Doberan, von Lübeck nach Oldesloe und von Zeven nach Bremen. Dieser kleinen Teilstücke werde ich wohl im April diesen Jahres gehen und die Via Baltica damit beenden. Eine Gesamstrecke von 680km
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  • Day6

    Die "Russische Peitsche"

    March 16, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir haben sooooo gut geschlafen und uns in dem Hotel sooooo wohl gefühlt, so dass uns und Edith noch mehr, der Abschied schwer fiel. Fast sehnsüchtig schaute sie zurück und fragte fast flehend, ob wir nicht noch eine Nacht bleiben wollen und jeweils vom Hotel starten und am Abend dann wieder zurück fahren. Aber nein, wir gingen weiter. So ist das nun mal wenn man sich unterwegs ein besonders gutes Hotel aussucht. Man vergleicht es immer mit den vergangenen und den noch eventuell kommenden Unterkünften.

    Wir gingen zunächst wieder durch Greifswald u d am Dom vorbei. Folgten dem ausgeschilderten Pilgerweg und Bogen dann in einen Feldweg ein. Schön da merkten wir das, worauf schon Meterologen gestern und Wetter-apps hinwiesen. Temperatur -2 Grad und Sturmwarnung. Gefühlt soll es bei -9 Grad sein. Wie wussten nur, es war furchtbar kalt und schrecklich stürmisch. Der Weg war unterschiedlich vom Untergrund her. Mal Plattenweg, mal geteert, mal Sand und mal gepflastert. Wir unterqueren doch recht bückend, weil sehr niedrig, die Bundesbahnbrücke und standen plötzlich auf einem Golfplatz. Diesen mussten wir tatsächlich durchqueren u d kamen am a deren Ende an einem Wald heraus. Dir musste ich wegen der Kälte meine Regenhose anziehen, um etwas vor dem kalten Wind geschützt zu sein. Wir folgten nun Kleine Eisenbahntrasse , welche zurückgebaut waren. Der Rückbau erfolgte, wegen anfallenden Reparationskosten nach 1945.

    Wir gingen still nebeneinander daher und hörten plötzlich ein lautes knacken. Und das trotz des Sturm und der Kopfbedeckung. Ein grosser Baum stürzte ca. 50m neben uns gegen einen anderen Baum und blies dort zunächst an diesem hängen. Nach einer Weile
    fiel er dann mit einem lauten Knall zu Boden und erschütterte die Umgebung. Wir waren mächtig beeindruckt. Unglaublich wie kräftig der Sturm war, einen kräftigen Baum zu stürzen.

    Der ganze Weg von 26km sollte zwar durch einige kleine Ortschaften führen, aber keine Möglichkeit zur Einkehr bieten. Wir wünscheten uns ein Cafe oder etwas anderes daher, wo man sich etwas aufwärmen und heißes trinken konnte. Nichts war da.

    Der kommende Ort "Horst" hat nicht nur einen tollen Namen- hehe, sondern soll es dort eine Kirche nach norddeutscher Backsteingotik geben. Und das sei ein "kleiner schatz". So machten wir dort an der nahen Bushaltestelle halt bzw. Pause für Edith. Ich fotografierte die Kirche. Dann kamen zwei Damen und fragten uns, ob wir denn aus Pilgern würden. Wir sagten ja und sie fanden es toll, denn auch sie seien pilgernd unterwegs. Dann fragten sie uns ob wir in die Kirche möchten. Sie waren im Parrhaus und haben sich den Schlüssel für die Kirche geholt. Danach sollen sie zurück ins Pfarrhaus und es gäbe Kaffee. Das klang wie ein Traum. Wir Saft natürlich ja und sahen uns die Kirche aus dem 13. Jahrhundert an. Danach gingen wir ins Pfarrhaus und wurden vom Pfarrer begrüsst. Er machte uns Tee u d wir unterhielten uns alle. Es kam richtiges Pilger-Feeling auf. Andrea kam aus Düsseldorf und Maike aus Luckau- ursprünglich aber aus dem Saarland. Es war ein schöner Moment und wir fühlten uns sehr wohl. Aber wir müssten weiter und wieder in die Kälte.

    Wir verabschiedeten uns von eins der und gingen schneller als zuvor. Denn wir wollten bald ankommen und nicht wieder schnell auskühlen. So gingen wir wieder fast schweigend und voreinander gehend daher. Wenn wir über freien Flur gingen, wurden wir vom Sturm geschoben. Gott sei dank kam der Wind von hinten und nicht direkt von vorn.

    Plötzlich knackte es direkt neben mir. Ich blieb stehen und versuchte herauszufinden woher das Geräusch kam. Da stürzte auch schon der Baum direkt vor mir auf den Weg. Wäre ich nicht stehen geblieben, hätte er mich getroffen. Erleichtert und erschrocken blickte ich zurück zu Edith, die auch schon nach mir rief.

    Doch wir müssten weiter und passten nun etwas mehr auf, wenn wir Bäume in der Nähe hatten. Alsdann erreichten wir das Gewerbegebiet von Grimmen. Über heutiges Ziel. Aber zuerst wollten wir zu Cafe "Junge" gehen und uns wären und stärken. Danach gingen wir zur "Pension am Stadtpark", unsere heutige Unterkunft. Wir mussten telefonieren und jemand kam vorbei, zeigte uns das Zimmer und ich fragte was das für ein Gebäude sei. Denn der Stil kam mir bekannt vor. Es war früher ein Gebäude der Staatssicherheit der DDR. Es zwar nett eingerichtet und reichte uns völlig für die Nacht. Zu Essen gehen wollten wir nicht, da wir in dem Cafe schon gegessen hatten und satt waren.

    Wir werden den morgen abwarten und dann entscheiden, ob wir weiter gehen oder abrechen werden. Es ist einfach zu kalt und auch teils gefährlich.
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  • Day5

    Sonne, Wald und Stadt

    March 15, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 30 °C

    Mein erster Gedanke als ich wach wurde? Ich muss hier weg. Diese Herberge ist für mich nicht zu ertragen. Aber erst musste ich das Frühstück noch über mich ergehen lassen. Ich aß nur das Brot mit meinen mitgebrachten Aufstrichen, trank Tee und aß eine Banane. Edith genoss den sehr dünnen Kaffee, die aufgewärmten Brötchen und den Frischkäse in der Lidl-packung. Den kräftig orange aussehenden "Saft" haben wir erst gar nicht getrunken.

    Nach dieser "Stärkung" gingen wir los. Zuvor klopfte ich meine Schuhe ausserhalb von der Herberge gegen einander und befreite sie so vom getrockneten Schlamm. Die Sonne schien und trotzdem war es sehr kalt. Wir nahmen, wie im Reiseführer beschrieben, die Alternativroute, da diese nicht wie die Originale Route 5,6km auf dem Fahadweg verläuft, sondern durch ein ausgedehntes Waldgebiet führt.

    An der Kirche von Hanshagen gingen wir vorbei und verliessen recht schnell die kleine Ortschaft und erreichten das Waldgebiet. Es war erneut herrlich duftend, aber es war auch wegen der Sonne besonders schön durch den Wald zu gehen. Kleine Tümpel und Pfützen hatten eine zarte Schicht aus Eis und die Vögel buhlten und die Aufmerksamkeit ihrer Nachbarn. Allein dieser Hörkulisse zu lauschen war schon ein Genuss.

    Nach 90 Minuten erreichten wir den Ort "Wieck" und die dazugehörige Klosterruine "Eldena". Schon allein den Namen finde ich faszinierend. Es ist ein im 12. Jahrhundert erbautes und immer wieder erweitertes Zisterzienserkloster. Es verlor an Bedeutung und die Universität in Greifswald gewann an Bedeutung, so dass das Kloster verlassen und dessen Steine zum Aufbau der Universität genutzt wurden. Schade. Denn der Grundriss an der infotafel auf dem Gelände der Ruine zeigte ein sehr interessantes Gebäude.

    Wir folgten nun wieder der mit einem stilisierten Muschelsymbol auf blauem Grund markierten Weg und gingen immer entlang an der Ryck. Ein Fluss der in den Greifswalder Bodden mündet und kamen schliesslich in Greifswald an. Unterwegs wärmten wir uns bei Tee in kleinen Lokalen. So standen wir dann auf dem Marktplatz von Greifswald, wo typischerweise auch noch Markt war. Kurz umgeschaut gingen wir dann zu unserem Hotel, welches ca. 2,1km außerhalb von Greifswald lag. Es war ein schönes Hotel und wir kamen vom kalten Wind geschüttelt recht durchfroren an und freuten uns auf das Zimmer.

    Nach einer Aufwärm- und Erholungsphase, gingen wir nochmals nach Greifswald und sahen uns die Altstadt etwas genauer an. Leider hatte der Dom schon für den heutigen Tag geschlossen und die Marktstände waren auch schon abgebaut. Aber so sah man zumindest den Marktplatz in seiner ganzen Pracht.

    Wir gingen vegan Essen und dann zurück zum Hotel.
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  • Day4

    Eine lange Etappe

    March 14, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 1 °C

    Das Frühstück war super. Selbst für mich war viel dabei. Zwei Sorten Gemüsecreme, ein großer Teller mit Möhren, Paprika und Gurken, ohne Joghurt angebrachtes Bircher Müsli und natürlich etwas von Tieren 😁

    Na dem Frühstück folgten wir der Hauptstraße aus Lassan. Das Wetter war grau und trüb. Aber es regnete zumindest (noch) nicht.

    Wir gingen auf einem Plattenweg und rechts und links waren grosse Felder. Jetzt natürlich zu dieser Jahreszeit noch unbestellt. Von einer a Höhe sollte man laut Reiseführer einen tollen Blick zum Peenestrom und Lassaner Kirche haben. Eher gab es einen Waschküchenblick und bis in 300 Meter voraus kaum etwas zu sehen. Es begann nun auch leicht zu nieseln und als wir den "Duft- und Tastgarten e.V." bzw. "Kräutergarten Pommernland eG", zogen wir uns in einer überdachten Bushaltestelle unsere Regenhosen über. Nicht nur wegen dem Niesel, sondern auch wegen der Kälte.

    Auf Feldwegen gingen wir durch die Landschaft. Hier und da mal ein kleiner Ort. Alles sehr ruhig und irgendwie einsam und traurig.

    Der heutige Weg bestand aus zwei Etappen, damit wir rechtzeitig am Sonntag Sanitz erreichen und sollte insgesamt 33km lang sein. Wir folgten der meist mäßigen Beschilderung und mussten manchmal zur Absicherung auf dem richtigen Weg zu sein, das Smartphone zu Rate ziehen. Die meiste Zeit über gingen wir durch Wälder. Der Duft der Kiefern und der gerade frisch gefällten Bäume lag in der Luft. Manchmal sahen wir Rehe in der Ferne über die Felder laufen.

    Im "Hohendorf" machten wir in einer Bushaltestelle unsere Mittagspause. Bushaltestellen kennen Edith und ich schon ausreichend genug. Lange konnten wir jedoch keine Pause machen, da wir bereits nach 10 Minuten ohne Bewegung abkühlten. Also ging es weiter und verliessen den Ort durch eine Senke. In dessen Tiefpunkt sich eine zu Ferienwohnung umgebauten alten Wassermühle befand.

    Wieder abwechselnd Wald und Felder. Dann käme. Wir an einem Gutshof vorbei. Ein Zwergpony hat wohl die macht nicht überlebt und lag abgedeckt am Tor. So etwas macht mich immer sehr traurig.

    Wir erreichten "Lühmannsdorf", wo wir zuerst übernachten wollten aber keine Unterkünfte mehr angeboten werden und kurz darauf "Wrangelsburg" mit einem kleine Schloss. Das sah wirklich hübsch aus. Wir würden zunehmend müder und wollten nur noch an unserem Ziel ankommen.

    Erneut gingen wir durch ein ausgedehntes Waldstück und erreichten unser heutiges Ziel "Hanshagen". Ein verschlafener Ort so wie scheinbar alle Orte welche wir durchquert haben. Im Gasthof "Zur Scheune" kamen wir zur Nacht unter und assen auch dort. Ein recht "einfacher" Gasthof mit einem "einfachen" Gastwirt. Wohl gefühlt habe ich mich wegen ihm hier nicht. Aber Wiedersehen muss ich ihn ja nicht 😊
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  • Day3

    Graue Sonneninsel Adieu!

    March 13, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 2 °C

    Die Unterkunft "Gasthaus Natzke" war wirklich gut. Auch das Frühstück, im Buffet-form konnte sich sehen lassen und erst recht dafür, dass kaum Menschen sich in Pensionen oder Hotels zu dieser Jahreszeit einquartieren. Es hat uns sehr gefallen.

    Das Wetter allerdings war uns nicht so freundlich gestimmt. Es war nass und kalt und leichter Nieselregen fiel von dem sehr grauen Himmel. Einen Sonnenstand liess sich nicht erkennen. Wir begannen unsere Tour eingekleidet mit unseren Regensachen. Dumm nur das ich vergessen hatte, mir meine Regenhose überzugreifen. Das holte ich im Regen auf der Aspahltstrasse nach. Uns überholenden Auto ubd die hatten bestimmt ihren Spass. So eingepackt fassten wir den Entschluss, uns für den im Pilgerführer beschriebenen Fahrradweg zu nehmen. Denn wir hofften, das es fern von Sand- und Wiesenwegen uns der Matsch erspart blieb. Und so war es dann auch.

    Immer wieder überholten uns Autos und wir mussten zur Seite gehen, damit wir nicht nassgespritzt werden. Kaum jemand hatte Rücksicht auf uns genommen. So erreichten wir auf teils sehr löchrigen und mit Wasser gefüllten Asphaltstellen den Ort "Mönchow". Erstaunlich das hier Menschen leben und scheinbar sogar Strom haben. Weiter ging es wieder auf einem Fahrradweg nach "Karnin" ein Ort mit einer ehemaligen Hebebrücke für Züge. Im zweiten Weltkrieg wurde die Brücke bis auf das Mittelstück - heute Wahrzeichen - zerstört. Der Lotsenturm von Barnim wurde 2007 von einer Berliner Architektin gekauft und zur Ferienwohnung mit Whirpool ausgebaut. Pro Nacht inklusive Frühstück für 250€. Wir gingen weiter und sahen uns am Hafen das Wahrzeichen von Barnim an und setzten dann unseren Weg am sanierten und zu einem Wohnhaus umgebauten Bahnhofagebäude von Barnim fort. Kurz dahinter verliefen wir uns auch schon wegen fehlender Markierungen. Aber Dank Smartphone und dem GPS-Daten, kamen wir wieder auf den richtigen Weg.

    Alsdann näherten wir uns "Zechlin" und der mit der Insel und dem Festland verbindenden Brücke, welche wir auch noch überqueren mussten. Zuvor machten wir jedoch Rast in einem Gasthaus vor der Brücke und wärmten uns mit Tee und Zwiebelsuppe. Frisch gestärkt ging es dann über die Brücke. Zu bestimmten Zeiten wurde der Mittelteil der Brücke hochgezogen, um Schiffe passieren zu lassen. Leider nicht zu unserer Zeit.

    Wir folgten dem Weg an einem Vogelschutzgebiet vorbei und bogen dann in ein größeres Waldstück ein. Dadurch wurde der Weg natürlich matschiger und man musste schauen wohin man trat. Das wiederum hatte zur Folge, dass man Markierungen eventuell übersah. So auch uns. Aber das Smartphone war bereit, uns den richtigen Weg zu weisen.

    Hinter dem Wald liessen wir "Pinnow" liegen und verliessen den Ort, um sogleich in das "freie Feld" zu kommen. Eine ausgedehnt hügelige Ackerlandschaft mit, wenn man weit sehen könnte, Weitblick.

    Die Markierungen wurden noch schlechter und fehlten schliesslich ganz. Durch Unaufmerksamkeit verfehlten wir um 30 Minuten den Weg. Da es erneut begonnen hat zu nieseln, war unser Ärger darüber umso mehr. Also zurück in Richtung "Lassan" - unser heutiges Ziel. Noch ein paar Kilometer Matsch und Regen, dann waren wir in der Unterkunft. Zuvor gingen wir noch einkaufen, da laut Auskunft von der Pension "Ackerbürgerei" es keinen Gasthof gäbe. Wir versorgen und mit Brot, Wein, Oliven, Tomaten und Meerrettich und gingen dann zur Pension. Wir checkten ein und verliessen das warme Zimmer nicht mehr. Wir assen auf dem Zimmer und tranken den Wein. Besprachen die Etappe morgen. Denn die wird mit 34 km recht lang. Aber Donnerstag wollen wir eine 15 km Etappe machen und Greifswald erreichen. Das wollen wir zum ausruhen nutzen.
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  • Day2

    Der trübe zweite Tag

    March 12, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Die Nacht war ok. Die Betten gut und es war ruhig. Wir gingen zum Frühstück hinunter in den Gastrsum es war heute für und gedeckt und im Ofen prasselte das Feuer. Ein schöner Moment. Das Wetter war nasskalt und feucht. Das Frühstück recht reichhaltig und Wurstlastig. Bis auf die Brötchen und den Tee, gab es für mich kaum etwas zu essen. Edith bekam mein gekochtes Ei geschenkt. Wir hatten am Vorabend vergessen zu erwähnen, dass wir keine wirst aber dafür mehr Gemüse benötigen.

    Nach dem Frühstück gingen wir los und waren auch recht schnell aus dem kleinen Fischerort Kamminke heraus. Teils auf Radwegen, weil je sich quer durch die Landschaft zogen und teils auf Waldwegen führte uns der mässig ausgeschilderte Pilgerweg. Immerhin war es erstaunlicherweise kaum matschig auf den Wald- oder Sandwegen. Wir beide wurden schon recht interessiert von den Bewohnern beobachtet.

    In Zirchow machten wir eine kleine Rast. Der im Pilgerbuch erwähnte Lebensmittelladen hatte geschlossen und die Räume konnten gewervli j wieder gemietet werden. Bei "Riekes Lädchen" bekamen wir etwas Wasser und Apfelsaft zu kaufen. Schnell kühlten wir aus und zogen alsdann auch weiter. Zuvor wollten wir in die Kirche St. Jacobus ansehen. Aber die war leider verschlossen. Bisher dachte ich immer, das "Gotteshäuser" immer geöffnet sind.

    Weiter folgten wir der Hauptstrasse und verliessen auf einem Nebenweg Zirchow um dann später den Flugplatz Heringsdorf zu umgehen. Erst kam Görke und dann Dargen.

    In Dargen gab es ein Technik- und Zweiradmuseum mit Schwerpunkt auf in der ehemaligen DDR hergestellten Maschinen und Produkten. Kurz entschlossen gingen wir in das Museum und ich würde wie in einem Zeitstrahl zurück in die DDR versetzt. Viele Produkte, sei es Waschmittel, Kochutensilien, Klamotten, Möbel, Lebensmittel, technische Geräte und Autos, erinnerten an die damalige Zeit. Beim Radiorekorder "Babett" bekam ich feuchte Augen. Für 800 DDR-Mark hatte ich mir den von meinem Geld von der Jugendweihe gekauft. Rolle Erinnerungen wurden wieder wach. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Weiter folgten wir dann erneut Wald- und Sandwege und kamen nach Stolpe. Einem sehr sehr kleinen Ort, aber mit einem tollen und frisch sanierten Schloss. Es Dienst jetzt kulturellen Zwecken. Aus Stolpe heraus folgten wir recht lange einem asphaltierten Fahrradweg durch den Wald und erreichten den Rand von der Stadt Usedom. Wir folgten weiter dem immer noch mässig bis schlecht ausgeschilderten Weg und gingen zu unserer Unterkunft "Gasthaus Natzke".

    Wir müssen uns scheinbar darauf einrichten, dass wenige Geschäfte und auch Restaurants geöffnet haben. Erneut waren wir die einzigsten Gäste. Heute Abend wollen wir hier auch in der Gaststube etwas essen endlich fragte nach, ob auch ich etwas zu essen bekäme. Immerhin Pommes, Tomatensuppe und Salat.

    Die Zimmer waren sehr neu und modern eingerichtet. Hier gab es nichts auszusetzen.
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  • Day1

    Via Baltica 2018 erster Tag

    March 11, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 14 °C

    Was gibt es zu erzählen? Nun, die Via Baltica bin ich streckenweise schon gegangen und nun möchte ich gemeinsam mit Edith den grössten Teil davon bestreiten Edith wird die via Baltica damit abschliessen. Ich hingegen bin reinstecken gegangen und muss somit diese Lücken irgendwann noch schließen.

    Ich war ein wenig aufgeregt, da wir Anfang März in Deutschland gehen, es kalt und regnerisch sein kann und das wir Schwierigkeiten mit Unterkünften bekommen könnten. Immerhin ist Vorsaison.

    Nun sitze ich also in der S-Bahn in Berlin und fahre bei schönstem Wetter nach Lichtenberg. Dort dann in den Zug nach Züssow und dort muss ich umsteigen nach Swinemünde. Aber dort treffe ich mich auch mit Edith.

    Die Zugfahrt war ganz gut in Sowohl es früh am Morgen und ich eigentlich munter sein sollte, schlummerte ich ein wenig dahin. In meinen Ohren quetschte ich Zuvor ein paar Stöpsel, um die Geräusche der quatschenden Menschen zu dämpfen.

    In Züssow angekommen, stand Edith schon da in winkete mir hektisch zu. Denn offensichtlich stand der Zug des privaten Unternehmens UBB (Usedomer BäderBahn) auf dem gegenüberliegenden Gleis. Viele, sehr viele Menschen strömten nun in diesen kleineren Zug. Durch ihren grossen Rucksack markiert, hatten wir einen Sitzplatz. Mit diesem Zug führen wir nach Swinemünde und hielten unterwegs an wirklich jeder möglichen Haltestelle, um auch jedes kleine Dorf sich einmal aus dem Zug anzusehen. Und wenn es meist auch nur ein leerer Bahnhof war.

    In Swinemünde dann endlich angekommen, war wieder schönes Wetter. Zunächst wollten wir kurz in die Innenstadt, etwas essen - da in unserem Ziel dazu es keine Möglichkeit gab und dann losgehen.

    Zunächst erreichten wir den kleinen Hafen. Die Strassen waren gesäumt von unzähligen kleinen Läden mit grellen Reklamen, wo man billige Zigaretten kaufen könnte. Es gab keine schöne Altstadt, denn Swinemünde wurde im zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört. Vielen Menschen starben, da sich zum Zeitpunkt des Angriffs der USA auf den Marinehafen von Swinemünde Flüchtende, Verletzte und einheimische waren. Es soll 6000-10000 Tote gegeben haben. In Golm wurden sie in einem grossen Friedhof und heute Kriegsdenkmal, begraben.

    Nach einer kleinen Pause am Hafen in einem Imbiss mit Erbsensuppe für Edith und Pommes für mich, gingen wir weiter und folgten zunächst der grossen Ausfahrtszrasse aus Swinemünde heraus. Eine kleine unscheinbare Brücke markierte die Grenze zwischen Polen und Deutschland. Kurz nach dem Überqueren der Brücke, folgten wir den nun mit einem stilisierten Muschelsymbol gekennzeichneten Pilgerweg und kamen auf einem etwas matschigen Waldweg am Kriegsdemkmal Golm vorbei. Wir betraten den weitläufigen Friedhof und in einem kleine Pavillon könnte man sich informieren. Weitere auf den Mittlerweile zu einer Strasse befestigten Weg, kamen wir in Kamminke an. Ein sehr kleines und verschlafen wirkendes Fischerdorf mit kleinem Hafen zunächst gingen wir zum Hafen, auch in der Hoffnung, eventuell noch noch einen kleinen Imbiss zu finden. Leider war dem nicht so und wir betrachteten den wirklich schönen Sonnenuntergang. Dann gingen wir zu unserer Unterkunft.

    Am Eingang vom "Gasthaus Haffblick", steckte in einem kleinen Briefkasten ein weisser Umschlag mit dem Namen von Edith drauf. In dem Brief ein Willkommenschreiben und der Schlüssel zum Zimmer. Offensichtlich waren wir die einzigsten Gäste. Das Gasthaus war nett, aber auch etwas kitschig und bunt eingerichtet. Wir fühlten uns recht schnell wohl. Mit ein paar Nüssen u d Süßigkeiten als Abendbrot, schauten wir den Sonntags-Tatort auf ARD und schliefen dann ein. Es war sehr ruhig in der Nacht und dunkel.
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