Uros und Taquile
August 26 in Peru ⋅ 🌬 11 °C
Heute ging es für uns raus auf den Titicacasee – zu den schwimmenden Inseln der Uros und anschließend weiter nach Taquile.
Unser erster Stopp waren die berühmten schwimmenden Inseln der Uros. Und die sind wirklich faszinierend!
Die Uros bauen ihre Inseln aus Totora-Schilf, das überall im flachen Wasser des Titicacasees wächst. Große Blöcke aus miteinander verwobenen Wurzeln bilden die schwimmende Basis, darauf werden immer neue Schichten getrocknetes Schilf gelegt. Da die unteren Schichten ständig verrotten, muss immer wieder neues Totora nachgelegt werden. Häuser, Boote und teilweise sogar kleine Aussichtstürme werden ebenfalls daraus gebaut.
Eine völlig andere Art zu leben – und wirklich spannend zu sehen.
Natürlich muss man aber auch sagen: Sehr touristisch ist das Ganze inzwischen schon. Teilweise hatten wir ein bisschen das Gefühl, auf einer Kaffefahrt gelandet zu sein. 😄 Erst wird erklärt, wie die Menschen leben und wie die Inseln gebaut werden – und anschließend werden natürlich die handgefertigten Sachen präsentiert und zum Kauf angeboten.
Trotzdem: Die Kultur, die Menschen und vor allem diese außergewöhnlichen schwimmenden Dörfer einmal selbst gesehen zu haben, war es definitiv wert.
Danach ging es weiter nach Taquile.
Und „weiter“ ist hier durchaus großzügig formuliert. 😂
Wir hatten nämlich offensichtlich das langsamste Boot auf dem gesamten Titicacasee erwischt. Gefühlt wurden wir von allem überholt, was irgendwie schwimmen konnte. Bei den langen Strecken über den See war das irgendwann doch etwas anstrengend.
Aber Taquile hat dafür entschädigt.
Die Insel ist vor allem für ihre außergewöhnliche Textilkunst bekannt. Die „Textile Art of Taquile“ wurde von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Besonders ungewöhnlich ist die Rollenverteilung: Traditionell stricken auf Taquile vor allem die Männer, während die Frauen weben und Garn herstellen. Die Muster und Farben sind dabei nicht einfach nur Dekoration – Kleidung kann beispielsweise etwas über Herkunft, gesellschaftliche Stellung oder den Familienstand ihres Trägers erzählen.
Und natürlich wollten wir eigentlich nur gucken …
… und kamen dann doch nicht drum herum, etwas zu kaufen. 😄
Aber ganz ehrlich: Wenn man sieht, wie aufwendig diese Sachen hergestellt werden und wie wunderschön die handgearbeiteten Stücke sind, konnten wir einfach nicht widerstehen.
Mindestens genauso beeindruckend war aber die Aussicht von der Insel.
Über das tiefblaue Wasser des Titicacasees konnten wir bis nach Bolivien schauen. Am Horizont erhob sich die schneebedeckte Cordillera Real mit ihren Gletschern. Einige ihrer Gipfel erreichen über 6.000 Meter – darunter der mächtige Illimani mit 6.438 Metern.
Tiefblauer Titicacasee, eine kleine Insel auf fast 4.000 Metern Höhe und dahinter die weißen Gletschergipfel Boliviens – schon ein ziemlich genialer Anblick.
Am Ende war es ein langer und durchaus anstrengender Ausflug. Die Höhe, die Wege auf Taquile und vor allem unser sensationell langsames Boot haben ihren Teil dazu beigetragen. 😄
Hat sich definitiv gelohnt!Read more































Traveler
tolles bild!
weltreisenocker🙏
TravelerWunderschön, alles wieder zu sehen. Diese Tour haben wir auch gemacht. Und haben eingekauft. 🤣 Für uns ist das Boot dann noch einen Schlenker zur nächsten Insel gefahren. Wir sind als einzige ausgestiegen und haben dort in einem homestay übernachtet. Das war ein tolles Erlebnis.
weltreisenockerSehr cool... ich glaube auch, wenn man da auf den Inseln übernachtet ist es noch genialer. Ohne Übernachtung ist es manchmal dieses "Kaffeefahrt" oder Touri Feeling....
TravelerJa, so war es. Eine Einkaufsfahrt und trotzdem schön. Wir haben ein Uros Boot hier zu Hause. 😁 Es war 2021 und der Kapitän war völlig überrascht, dass jemand auf den Inseln bleibt. Man hat es vergessen ihm zu sagen. Zum Glück habe ich nachgehakt. Es gab ja praktisch keine internationalen Touristen. Wir haben die Tiere mitversorgt, auf die Weide getrieben, geangelt…. Das war sehr authentisch und total schön.
TravelerBei unserer Tour hätte man auch auf einer Insel übernachten können. Wir haben uns dagegen entschieden. Das war ein Programm mit „Verkleiden“, also Kleidung der Einheimischen anziehen, um Fotos zu machen - da war auch Taquile. Da hatten wir so überhaupt keine Lust drauf. Wir haben dann eine Bootsfahrt gemacht und waren auch auf den Uros Inseln. Die Schiffe fand ich klasse … und kaum zu glauben, Mr. Seasick ging mir auf den schwankenden Inseln ganz schön auf die Nerven. Ich fand es selbst schon damals touristisch, aber dennoch schön und interessant.
TravelerVerkleiden hätte mir auch nicht gefallen. Wir haben die Schafe auf die Weide gebracht, nach den Hühnern gesehen, die Insel erkundet und auf dem See geangelt. Mit der Familie gegessen und ein paar Worte der Sprache gelernt.
TravelerWas gefangen?
TravelerNein.