• Bolivien Copacabana

    August 27 in Bolivia ⋅ ☀️ 12 °C

    Nachdem wir uns von unseren Alpaca Freunden verabschiedet haben und Thomas blöderweise unseren Spiegel abgefahren hat...

    ... hieß es für uns: Abschied von Peru und weiter nach Bolivien! Aber bevor wir die Grenze überquerten, standen noch ein paar ziemlich spannende Orte auf dem Programm.

    Unser erster Stopp waren die Chullpas de Molloco.

    Chullpas sind alte Grabtürme, wie man sie vor allem im Altiplano rund um den Titicacasee findet. In Molloco stammen sie aus der Zeit der Lupaca-Kultur und der späteren Inka-Herrschaft. In diesen steinernen Türmen wurden bedeutende Verstorbene teilweise zusammen mit Grabbeigaben bestattet.

    Spannend ist Molloco besonders deshalb, weil man hier den Übergang bzw. die Vermischung lokaler Traditionen mit dem Einfluss der Inka erkennen kann. Die Region rund um den Titicacasee war nämlich keineswegs einfach „Inka-Land“. Hier existierten zuvor mächtige Aymara-Königreiche wie die Lupaca, die erst im 15. Jahrhundert in das expandierende Inkareich integriert wurden.

    Danach ging es weiter zum Asiento del Inca de Cristóbal Espinoza.

    Und hier wurde die Landschaft immer faszinierender. Riesige Felsformationen, weite Ebenen und dahinter immer wieder dieses unglaubliche Blau des Titicacasees.

    Wir machten eine kleine Wanderung durch diese Landschaft und erreichten schließlich einen der ungewöhnlichsten Orte der Gegend: Aramu Muru.

    Mitten in einer gewaltigen, fast senkrechten Felswand befindet sich eine ungefähr sieben Meter hohe, vollkommen ungewöhnlich wirkende, rechteckige Vertiefung. In deren Mitte wurde wiederum eine kleinere, türähnliche Nische aus dem Felsen herausgearbeitet.

    Wofür?

    Das weiß bis heute niemand mit Sicherheit.

    Heute wird Aramu Muru gerne als „Tor der Götter“ oder „Portal“ bezeichnet und es ranken sich jede Menge moderne Legenden um diesen Ort – bis hin zu verschwundenen Inka-Priestern und angeblichen Portalen in andere Welten. 😄 Für solche Geschichten gibt es allerdings keine archäologischen Belege.

    Dass der Felsen bearbeitet wurde und der Ort vermutlich eine rituelle Bedeutung hatte, ist dagegen sehr gut vorstellbar. In der andinen Welt galten auffällige Felsen, Berge und andere Landschaftselemente als heilige Orte – sogenannte Huacas. Und wenn man dort steht und sich diese bizarre Landschaft anschaut, versteht man zumindest, warum Menschen gerade diesen Ort als etwas Besonderes empfunden haben könnten.

    Vom Mirador de Bandurrias gab es dann noch einmal fantastische Ausblicke über diese eigenartige Felslandschaft.

    Und dann wurde es Zeit für ein neues Land.

    🇧🇴 Bolivien!

    Über den Grenzübergang Kasani ging es von Peru nach Bolivien. Und nach all den Geschichten, die man über südamerikanische Grenzübergänge hört, war das diesmal erfreulich unspektakulär: entspannt, problemlos und ohne großes Theater.

    So darf das gerne öfter laufen. 😄

    Nur wenige Kilometer hinter der Grenze erreichten wir schließlich Copacabana direkt am Titicacasee.

    Nicht zu verwechseln mit der berühmten Copacabana in Rio – tatsächlich ist der Name des brasilianischen Strandes wahrscheinlich sogar auf den bolivianischen Wallfahrtsort zurückzuführen. Copacabana war schon lange vor der Kolonialzeit ein bedeutender Ort am Titicacasee und wurde später durch die verehrte Virgen de Copacabana zu einem der wichtigsten katholischen Wallfahrtsorte Boliviens.

    Für große Besichtigungen hatten wir heute allerdings keine Lust mehr.

    Stattdessen erst einmal die ganz normalen Dinge beim Ankommen in einem neuen Land erledigen: Geld wechseln, SIM-Karten besorgen, ein bisschen einkaufen und sich orientieren.

    Und dann kam der perfekte Abschluss.

    Sonnenuntergang über dem Titicacasee.

    Nach Chullpas, geheimnisvollen Felsheiligtümern, einer kleinen Wanderung und einem internationalen Grenzübertritt saßen wir plötzlich in Bolivien und schauten zu, wie die Sonne hinter dem Titicacasee verschwand.

    Neues Land. Neue Währung. Neue SIM-Karte. Neue Abenteuer. 🇧🇴

    Wir sind gespannt, was Bolivien für uns bereithält.
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