• Auf nach La Paz

    August 29 in Bolivia ⋅ ☀️ 17 °C

    Nachdem wir gestern einen ungeplant entspannten Tag in Copacabana eingelegt hatten – in La Paz war einfach kein freier Campingplatz zu bekommen – ging es heute endlich weiter Richtung La Paz.

    Und schon die Fahrt dorthin hatte es in sich.

    Landschaftlich war die Strecke einfach mega schön. Immer wieder führte die Straße direkt am Titicacasee entlang, vorbei an Buchten, Bergen und kleinen Orten. Teilweise fühlten wir uns tatsächlich eher wie irgendwo an einem norwegischen Fjord als mitten in den Anden.

    Man muss sich dabei immer wieder bewusst machen: Dieser riesige tiefblaue See liegt auf über 3.800 Metern Höhe!

    Wenn man dort entlangfährt, kann man das kaum glauben.

    Das erste große Highlight des Tages wartete bei Puerto de Tiquina.

    Hier wird der Titicacasee an einer schmalen Stelle überquert – allerdings nicht einfach über eine Brücke.

    Nein. Natürlich nicht. 😄

    Unser kompletter Camper musste auf eines dieser abenteuerlichen Holzflöße.

    Und „Floß“ trifft es tatsächlich ziemlich gut. Eine einfache hölzerne Plattform, darauf unser schwerer Ducato – und hinten hängt ein winziger Außenbordmotor, der das ganze Konstrukt langsam über den See schiebt.

    Aber genau so funktioniert der Fahrzeugtransport hier. Die kleinen hölzernen Fähren, die sogenannten balsas, bringen Autos, Busse und Lastwagen über die rund 800 Meter breite Straße von Tiquina. Während die Fahrzeuge auf den Holzplattformen übersetzen, fahren Passagiere normalerweise separat mit kleinen Booten hinüber.

    Schon ziemlich verrückt.

    Wahnsinn. Definitiv eines dieser Erlebnisse, die man nicht vergisst.

    Bis …

    … La Paz kam. 😂

    Eigentlich wollten wir ganz entspannt über die Umgehungsstraße zu unserem Ziel fahren.

    Google Maps hatte andere Pläne.

    Irgendwann führte uns die Navigation von der großen Straße herunter – und plötzlich standen wir mit unserem Ducato mitten in einem riesigen Markt.

    Enge Straßen. Verkaufsstände. Menschen überall. Minibusse. Autos. Händler. Und wir mittendrin mit unserem Camper.

    Danke, Google. 😂

    Aber natürlich war das noch nicht genug.

    Danach ging es auch noch extrem steil bergab.

    Und wer La Paz kennt, weiß: „steil“ bekommt hier noch einmal eine ganz neue Bedeutung. Die Stadt liegt wie ein gigantischer Kessel in den Bergen. Zwischen dem höher gelegenen El Alto und den tieferen Stadtteilen liegen teilweise rund 1.000 Höhenmeter.

    Mit einem großen und schweren Camper durch enge Straßen diesen Berg hinunterzufahren?

    Adrenalin pur.

    Da waren wir wirklich doch ziemlich froh, als wir endlich unten angekommen waren.

    Einen großen Unterschied zu Peru haben wir allerdings sofort bemerkt: Der Verkehr ist zwar ebenfalls chaotisch, aber die Autofahrer wirken bisher deutlich weniger aggressiv und rücksichtslos als das, was wir in Peru erlebt haben.

    Das macht das Chaos zumindest ein kleines bisschen entspannter. 😄.

    Willkommen in Bolivien! 🇧🇴😂
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