• Vulkan Barú

    5. december 2025, Panama ⋅ ☁️ 6 °C

    Der Wecker klingelt, es ist 2.45 Uhr morgens.... jawoll ja... spät ins Bett gehen kann ich, aber früh aufstehen? Da muss es schon einen sehr guten Grund geben, sowas wie einen Flug oder... einen Vulkan. Okay letzteres wäre auch noch was später da. Aber nicht, wenn man den Sonnenaufgang sehen will.

    Ich habe also eine Tour gebucht, die mich um 3.33 (so die Ansage der Guide) am Hotel abholt. Der Wagen sieht nach einem zuverlässigen Allrad aus, ist vollgepackt mit Gästen. Hat was von einer Sardinendose, aber was solls. Das erste Stück bis zum Parkeingang ist schnell hinter uns gebracht. Eigentlich hatte ich gedacht, ich könnte während der Fahrt direkt schreiben, dies hat sich aber recht schnell erledigt. Die Straße nach oben, 13 km, kann man eher nicht so nennen. Anfangs nur ein wenig schlammig, wird es je höher wir kommen, immer besser. Das sind auch keine Schlaglöcher, es wirkt eher wie in den Berg gekratzte Furchen... viele große, lose Steine fordern die Jeeps bis auf ein Maximum. Lustigerweise fährt man an Bauarbeiten vorbei und ich sehe drei Schaufelbagger. Wie die wohl hier hoch gekommen sind? Der Wagen liegt ein ums andere Mal reichlich schief. Unser Guide, übrigens eine Frau, erzählt, dass wir ganz gut in der Zeit sind. Sie holen die Gäste üblicherweise früh ab, falls man mal stecken bleibt und der Wagen zum Beispiel rausgezogen werden muss. Daher fahren sie wohl auch mit min. zwei Wagen. Und es ist ja noch dunkel! Im Nachhinein würde ich sagen, sie sollten die Tour eher "Adventure drive with sunrise" oder so nennen.... mir wird schon ein wenig übel, was allerdings auch an der dünner werdenden luft liegen kann.

    Der Vulkan ist mit 3.474 m der höchste Berg Panamas. Der ruhende Vulkan ist umgeben von fruchtbarem Hochland, von dem die Flüsse Chiriquí und Caldera abfließen. Die Städte Volcán und Cerro Punta liegen im Westen, Bajo Boquete im Osten. Er ist Teil des Nationalparks Parque Nacional Volcán Barú. Die letzte größere Eruption fand etwa im Jahr 700 statt. Die ersten Berichte über eine kleinere Eruption gehen auf die Jahre um 1550 zurück. Bei klaren Tagen kann man auf der Spitze sowohl den Pazifik, als auch den Atlantik sehen.

    Und heute ist einer dieser Tage. Oben angekommen wird an der Rundfunk- und Wetterstation geparkt. Hier warten wir einen Moment, um uns ein wenig an die Höhe zu gewöhnen. Da noch keine Hauptsaison ist, hält sich die Anzahl der Touristen noch in Grenzen. Wir bekommen noch Jacken spendiert und begeben uns sodann auf den kleinen Aufstieg, teils über Treppen, zum Gipfelkreuz. Hier warten wir auf die Sonne 🌞. Man sieht zu beiden Seiten die Lichter der Städte. Und dann kommt sie 😄

    Bei vollem Licht hat man dann auch eine tolle Sicht rundum, und tatsächlich auf beide Weltmeere. Abschließend erwartet uns noch ein kleines Frühstück von den Guides, frisches Obst, Kaffee und heiße Schokolade mit Marshsmallows. Ein wenig kühl für ein Frühstück unter freiem Himmel, aber warum nicht. Ich erinnere mich an den Ausflug zum Haleakala auf Maui. Wir hatten den Sonnenuntergang gewählt und waren auch früh da. Dort war es echt entschieden kälter!

    Gegen 7 Uhr geht es zurück über die Schotterpiste. Zur Frühstückszeit bin ich zurück im Hotel, und es geht schon besser mit der Übelkeit. Trotzdem brauche ich erstmal noch eine Mütze Schlaf 😊
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