• Kanal von Korinth… tief und...?

    20.–22. maj, Grækenland ⋅ ☀️ 23 °C

    Kanal von Korinth… tief, blau und nichts für deutsche Statiker 😄🌊🏗️

    Vorweg gesagt: Der Stellplatz dazu… der hat uns überhaupt nicht gefallen 😂
    Ich nenne jetzt keinen Namen, wir wollen ja niemanden ans Bein pinkeln, aber schön war anders. Als wir ankamen, war sofort klar: Das wird keine große Liebe. Nicht gemäht, alles etwas wild, Gras irgendwo bei 30 Zentimetern, und insgesamt so ein Zustand von „ja gut… kann man machen, muss man aber wirklich nicht“. Wir sind da einfach ein bisschen anders gestrickt. Es muss nicht geschniegelt sein, aber ein bisschen so aussehen, als hätte mal jemand freundlich hingeguckt, wäre schon schön gewesen 😄

    Also war schnell klar:
    Auf zum Kanal.
    Dafür waren wir schließlich hier.

    Und jetzt kommt der Teil, bei dem jeder Verkehrserzieher wahrscheinlich kurz Schnappatmung bekommt. Wir sind nämlich mit dem Roller erstmal direkt auf die Autobahn gefahren. Jawohl. Schön rechte Spur, 70 bis 80 km/h, geschniegelt nach vorne, bis kurz vor den Kanal 🛵💨😂
    Dann sind wir abgebogen und erstmal in einem sehr neumodischen Café gelandet. So geschniegelt modern, dass man beim Reingehen fast automatisch denkt, man müsse irgendwas auf Englisch bestellen. Aber wir haben nur kurz Luft geholt, den Roller geparkt und dann ging es direkt weiter.

    Zum Kanal.

    Und nein, wir sind nicht einfach nur hingelaufen.
    Wir sind da hingewetzt. Fast schon gerannt. Nicht aus Panik… aus Vorfreude 😄

    Dann standen wir da.
    Mitten auf der Brücke.
    Und ehrlich… dieser Kanal ist schon ein Ding.
    So tief. So blau. So unwirklich.
    Du stehst da oben, schaust runter und denkst erstmal: Das kann doch nicht echt sein. Dieses Wasser leuchtet unten, als hätte jemand mit Absicht die Farbe übertrieben. 🌊💙

    Hinter uns brachte sich schon der erste Reisebus in Stellung, die üblichen Verdächtigen mit Kamera, Sonnenhut und diesem Blick von „So, jetzt gucken wir uns mal Griechenland an“. Wir standen in der Mitte der Brücke, machten tolle Fotos und ich, als Zimmermeister, hatte natürlich sofort nicht nur das Wasser, sondern auch die Böschung im Blick 😄

    Und da wurde es für mich fachlich spannend.

    Ich sag’s mal so:
    In Deutschland wäre hier sofort Alarm.

    Nach meinem groben Gefühl müsste so eine Böschung bei uns eher 45 Grad haben. Hier? Das ging gefühlt mit 80 Grad runter. Da würde bei uns jeder Statiker erstmal tief Luft holen, drei Absperrungen bestellen und wahrscheinlich das Ganze direkt in irgendeine Gefährdungsklasse einordnen, bei der keiner mehr auch nur in Sichtweite dürfte 😂
    Selbst wenn da viel Fels drin ist, würden in Deutschland vermutlich erstmal Schilder, Baken, Flatterband und fünf Zuständigkeiten auftauchen.

    Aber hier?
    Da stehst du einfach.
    Guckst runter.
    Und hoffst, dass du nicht zu lange drüber nachdenkst 😅

    Danach sind wir noch ein bisschen weitergefahren, kamen durch ein Hafengebiet, das auf dem Papier wahrscheinlich toll klang, uns aber optisch nicht so richtig abholte. Das war für uns jetzt kein großer Wurf. Eher so ein Ort, an dem man durchfährt und denkt: Ja, gut, gesehen, weiter.

    Dann schauten wir uns noch die berühmte Brücke von Korinth an, die ins Wasser abgesenkt werden kann. Und das wiederum war wirklich spannend. So ein technisches Ding, bei dem man sofort stehenbleibt und denkt:
    Okay, das ist schon cool.
    Mit der Honda sind wir sogar drüber weggefahren und fanden das ziemlich spektakulär 🛵⚙️

    Danach ging es zurück, wieder durchs Hafengebiet, wieder zum Silberpfeil. Und ganz ehrlich: Für den Kanal selbst hätte auch ein kurzer Stopp gereicht. Beeindruckend ist er trotzdem. Sehr sogar.

    Auf dem Rückweg durch die Stadt Korinth wurde es dann allerdings noch mal ganz anders. Da haben wir ehrlich gesagt nichts wirklich Bedeutsames gesehen, eher viel Elend, kaputte Gebäude, kaputte Brücken, Stellen, bei denen man schon beim Hinschauen kurz zusammenzuckt. Und ja, auch das gehört zu Griechenland. Nicht nur die schönen Buchten, das blaue Wasser und die süßen Tavernen. Sondern auch diese Ecken, die einen erschrecken.

    Und ich sage euch ganz offen:
    Wenn du manche dieser Bauwerke siehst, dann denkst du sofort, unsere Statiker in Deutschland würden wahrscheinlich erstmal das halbe Hinterland sperren. Aus purer Vorsicht. Wegen Einsturzgefahr, Verdacht auf irgendwas, oder einfach nur, weil sie nachts wieder ruhig schlafen wollen 😄

    Aber genau das gehört eben auch dazu. Reisen heißt nicht nur anschauen, was schön ist. Sondern auch sehen, was ist.

    Und jetzt wird’s wieder schöner.
    Viel schöner sogar.

    Auf zur Akropolis.
    Und ich verspreche dir, da gibt’s wieder deutlich mehr zum Staunen als zum Kopfschütteln 🏛️✨
    Læs mere