• Teil 1. Akropolis 🛵🏛️☕

    22. maj, Grækenland ⋅ ☁️ 27 °C

    Der Tag vor der Akropolis 🛵🏛️☕
    Oder wie wir in Athen erstmal alles Mögliche schafften… nur nicht die Akropolis 😄

    Bevor wir uns überhaupt an die Akropolis heranwagen konnten, musste natürlich erstmal ein Plan her. Und wie das heute eben so ist, sollte ChatGPT uns eine Skizze machen, was wir uns in Athen in welcher Reihenfolge am besten anschauen. Das Ergebnis siehst du ja auf den Bildern. Ich hatte den Prompt geliefert, ChatGPT durfte schuften, und wir hatten plötzlich so etwas wie Struktur. Ein Zustand, der bei uns auf Reisen ja eher selten länger als acht Minuten hält 😂

    Aber bevor das große Kulturprogramm starten konnte, mussten wir erstmal das schaffen, woran schon so manche Städtereise scheitert:
    einen Campingplatz in Athen finden.

    Und wir haben tatsächlich einen gefunden.
    Mitten in Athen.
    Einen richtig tollen sogar. 🚐✨

    Schon bei der Ankunft wurde klar, dass dort jemand das Sagen hatte. Eine korpulente, freundliche Dame, die sich um alles kümmerte, wirklich um alles. Selbst das Einweisen lief bei ihr wie eine Mischung aus Hafenmeisterin, Fluglotsin und Feldwebel mit Herz. Funkgerät in der Hand, Blick voller Autorität, und Britti wurde direkt klar signalisiert, dass hier bitte nur eine Person einweist. Nämlich sie 😄
    Britti stand da, staunte, ich grinste sie an, und ganz ehrlich, die Frau hat das fantastisch gemacht.

    Aber darum soll es jetzt gar nicht hauptsächlich gehen.

    Denn dann hieß es:
    Honda raus, Helm auf, rein nach Athen. 🛵

    Und ich sage es direkt, wie es ist:
    Athen ist außerhalb der großen Sehenswürdigkeiten schon ziemlich schmutzig.
    Nicht charmant-chaotisch. Nicht süß-verlebt. Sondern stellenweise einfach mollig, laut, wild und ziemlich ungefiltert. Da wir mit dem Roller natürlich wieder in die kleinsten Gassen rein sind, konnten wir das sehr genau sehen. Wenn man nur geschniegelt im Touribus an den Highlights vorbeifährt, sieht man sowas ja nicht. Aber wir tauchen eben rein. Immer. Und dann siehst du eine Stadt eben nicht geschniegelt, sondern echt.

    Nur… auch darum soll es nicht im Kern gehen.

    Denn natürlich ging es uns um das, was vor Hunderten und Tausenden von Jahren dort gebaut wurde. Um diese Wucht der Geschichte, die mitten in dieser chaotischen Gegenwart herumsteht, als wolle sie sagen:
    Ja, ihr hupt da unten schön rum. Ich steh trotzdem noch.

    Der erste große Programmpunkt war die Wachablösung.

    Und ich sage es mal vorsichtig:
    Jeder, der diese Zeremonie zum ersten Mal sieht, muss innerlich mindestens einmal schmunzeln 😄
    Ich weiß gar nicht genau, warum das so ist. Vielleicht, weil es so feierlich ist. Vielleicht, weil es so präzise ist. Vielleicht auch, weil es in dieser modernen, hupenden, staubigen Stadt plötzlich wirkt wie ein Fremdkörper aus einer ganz anderen Welt. Aber gleichzeitig ist es eben Tradition. Und Hunderte Menschen stehen dort zu jeder vollen Stunde und schauen sich genau diese Zeremonie an. So auch wir.

    Nur hatten wir es natürlich erstmal nicht genau zur vollen Stunde geschafft. Wäre ja auch zu einfach gewesen 😂
    Also wieder zurück auf den Roller, irgendwo diesen einen kleinen Parkplatz gefunden, siehe Foto, ein Wunder für sich, denn die ganze Stadt ist zugeparkt bis unters Dach. Roller, Autos, alles, was Räder hat, steht irgendwo. Athen hat offenbar beschlossen, dass Parkraum nur ein grober Vorschlag ist.

    Da wir also noch Zeit hatten, setzten wir uns erstmal in ein richtig schönes Café, schauten den Leuten zu und warteten auf die nächste volle Stunde. Und manchmal sind genau das ja die besten Zwischenmomente. Nicht hetzen. Nicht rennen. Einfach sitzen, gucken, Kaffee trinken, Stadt inhalieren ☕❤️

    Dann ging’s weiter.
    Zurück auf den Roller.
    Nächstes Ziel: das alte Olympiastadion von Athen.

    Theoretisch.

    Praktisch haben wir uns erstmal komplett verfahren 😄
    Erst musste ich tanken. Dann habe ich irgendeine Abfahrt verpasst. Dann ging es plötzlich drei- oder vierspurig in alle Richtungen, und meine Hauptaufgabe war ehrlich gesagt nicht mehr, den Weg zu finden, sondern einfach zu überleben.

    Denn Athen auf dem Roller ist kein Verkehr.
    Athen auf dem Roller ist ein Gesellschaftsexperiment.

    Links schossen Roller vorbei.
    Rechts schossen Roller vorbei.
    Hinten kamen welche angeschossen, die sich offenbar dort seit ihrer Geburt auskennen.
    Und ich mittendrin, mit dem einzigen Ziel, nicht von irgendeinem ortskundigen Zweiradpiloten weggeräumt zu werden 😅

    Ein einziges Mal war es richtig knapp.
    So knapp, dass ich blitzschnell ausweichen musste, sonst hätte uns ein Roller hinter uns vermutlich komplett abgeräumt. Das war dann auch der Moment, in dem mir klar wurde:
    Die nächsten zwei Tage in Athen bestehen vor allem aus kulturellem Staunen und motorisiertem Überleben.

    Irgendwann kamen wir dann völlig platt wieder auf dem Campingplatz an.
    Eigentlich war der Tag da schon voll genug gewesen.
    Aber ich fuhr später tatsächlich noch mal mit der Honda los und holte mir eine schöne spicy Pizza 🍕🔥
    Und ich sage es ehrlich, die war ein Traum.
    Britti machte sich im Wohnmobil auch noch etwas richtig Schönes, wir aßen, saßen kurz da, schauten uns wahrscheinlich noch einmal müde an… und dann war auch schon Schluss.

    Einfach eingeschlafen.
    Komplett platt.
    Ende.

    Und jetzt kommt das Beste an dieser Geschichte:
    Die Akropolis ist hier noch gar nicht dabei. 😄

    Ja, richtig gelesen.
    Der ganze Tag war nur das Vorspiel.
    Nur das Warmlaufen.
    Nur das Chaos vor dem eigentlichen Höhepunkt.

    Denn was am zweiten Tag auf der Akropolis passiert ist, mit den Menschen, mit mir, warum ich mich dort geärgert habe und warum wir dort plötzlich vier Stunden lang Kaffee trinken mussten… das ist noch mal eine ganz eigene Geschichte.

    Und die kommt jetzt in Teil 2.
    Læs mere