• Teil 2, Akropolis… warum bist du eigentlich so...!

    24–31 Mei, Greece ⋅ ⛅ 26 °C

    Teil 2, Akropolis… warum bist du eigentlich so unverschämt hoch oben? 🏛️😅☀️

    Das war ehrlich gesagt mein Hauptgedanke.
    Nicht geschichtlich. Nicht philosophisch. Nicht ehrfürchtig.
    Einfach nur ganz schlicht:
    Warum bist du so hoch oben?

    Aber wie immer… von Anfang an.

    Wir also wieder schwupps auf den Roller, direkt vom Wohnmobil los, sieben Kilometer Richtung Akropolis 🛵
    Britti sagte noch ganz vernünftig:
    „Lass uns online ein Ticket buchen, dann sind wir sicher.“

    Und ich, Kai, großer Zimmermeister, erfahrener Weltdeuter und in diesem Moment mit der Weisheit wirklich direkt aus dem Löffel gefressen, sagte nur ganz lässig:
    „Ach was, morgen ist Sonntag. Da wird nicht viel los sein.“

    Ja.

    Genau mit dieser historischen Fehleinschätzung fuhren wir also am nächsten Tag los 😂

    Den Roller parkten wir natürlich wieder an unserem Geheimtipp, den wir schon am Vortag entdeckt hatten. Ein perfekter Parkplatz, direkt bei der Eisdiele unseres Vertrauens 🍦
    So nannten wir sie, weil wir dort gestern schon ein hervorragendes Eis gegessen hatten. Unter Bäumen. Auf einer tollen Bank. An einem so schönen Ort, dass man fast schon meint, das Leben wolle einem ein bisschen den Bauch pinseln. Zu romantisch, um es hier ganz auszumalen. Aber glaub mir, es war gut.

    Dann ging es los Richtung Akropolis.
    Wir waren Feuer und Flamme.
    Ich hatte mich vorbereitet, als würde ich gleich persönlich an einem antiken Wettkampf teilnehmen. 50er Sonnencreme drauf, sämtliche Gliedmaßen geschniegelt eingecremt, alles bereit. Und dann standen wir am Eingang.

    Ich sah die Menschenmenge und sagte nur:
    „Oh mein Gott… hier ist aber ordentlich was los.“

    Britti, völlig entspannt, drehte den Kopf und sagte trocken:
    „Ja. Sonntag. Wo du doch gesagt hast, hier ist weniger los.“

    Man muss dazu sagen, Britti hat eine wunderbare Art, recht zu behalten, ohne dabei laut werden zu müssen. Das sitzt dann einfach direkt 😄

    Sie stellte sich also in die Schlange für die Tickets. 20 Meter. 30 Meter. Eher mehr.
    Erst hieß es noch, es gäbe vielleicht 15-Uhr-Tickets. Wir dachten, na gut, drei Stunden warten, das kriegen wir hin. Dann kam Britti vorne an und siehe da:
    Nur noch 17 Uhr.

    17 Uhr.
    Um überhaupt in die Akropolis hineinzukommen.

    Also kauften wir brav unsere zwei Tickets, 30 Euro leichter, und Britti schaute zu mir hoch, grinste leicht verzerrt und ich wusste genau, was in ihrem Gesicht stand:
    Na, du großer Weißer Mann, mit deiner Sonntagstheorie?

    Meine Antwort war dann eine jener Antworten, die man nur gibt, wenn man selbst genau weiß, dass man gerade Unsinn erzählt:
    „Ist doch viel besser… um 17 Uhr ist es dann nicht mehr ganz so heiß.“

    Mehr konnte ich dazu nicht sagen.
    Es fiel mir einfach nichts Klügeres ein.
    Innerlich stand da nur:
    Mein Gott, Kai… bist du blöd. 😂

    Aber während wir da so warteten, sah ich sie schon.
    Diese Akropolis.
    Von unten.

    Und ehrlich, schon von unten ist das Ding einfach gewaltig.
    Du guckst da hoch und fragst dich unwillkürlich, wie zum Henker man da überhaupt vernünftig hochkommen soll. Rund 100 Höhenmeter, bei schlappen 30 Grad, und oben thront dieses Monument, als hätte jemand in der Antike beschlossen:
    Wisst ihr was, wir bauen was Großes… aber schön da hin, wo es richtig unangenehm zu erreichen ist.

    Dann begann der Aufstieg.

    Und was soll ich sagen…
    Gott sei Dank gab es hier und da mal eine Bank. 😄

    Denn das ist schon eine Ansage. Wirklich.
    Aber Kai, der sonst ja grundsätzlich lieber beim Wohnmobil bleibt und mit großer innerer Würde wacht, kraxelte hier in absoluter Höchstform diesen Berg hoch. Kein großes Stöhnen. Kein dramatisches Schnaufen. Kein „Wir drehen besser um“. Nein. Ich lief da hoch, als hätte ich plötzlich ein geheimes zweites Leben als Wanderziege entdeckt 🐐😂

    Oben angekommen, vor dem Haupteingang der Akropolis, blieb mir dann erst mal die Spucke weg.
    Nicht nur wegen des Monuments.
    Sondern wegen der Menschenmassen.

    Überall Leute.
    Aus allen Nationen.
    Und wenn du denkst, du bist vielleicht doch ganz gut dabei, dann stellst du fest:
    Die Chinesen waren schon längst vor dir da.
    Natürlich.
    Mit Sonnenschirmen, Tüchern um den Hals, strategischer Kleidung und offenbar dem festen Vorsatz, auf keinen Fall auch nur aus Versehen braun zu werden 😄☂️

    Und dann stand es da.
    Das gigantische Bollwerk.
    Diese Akropolis.

    Ich war tatsächlich leicht erschrocken. Nicht im negativen Sinn. Eher so, wie man erschrickt, wenn etwas noch imposanter ist, als man es sich vorgestellt hat. Was die da oben auf diesen Felsen hingestellt haben, ist wirklich irre. Und wenn man dann noch anfängt, sich mit der Geschichte zu befassen, was da gebaut wurde, warum, wofür, mit welchem Gedanken, mit welchem Aufwand… dann wird einem erst klar, wie absurd groß diese Leistung eigentlich war.

    Da oben standen Menschen vor sehr langer Zeit und haben nicht einfach nur irgendwas hingestellt.
    Die haben ein Zeichen gesetzt.
    Ein Zeichen, das heute noch da ist.
    Und das ist schon stark.

    Wir sind einmal rum, einmal links, einmal rechts, haben uns hingesetzt, geschaut, beobachtet, fotografiert und natürlich auch wieder andere Leute bewundert, die sich gegenseitig fotografierten, als hinge ihr gesamtes Lebensglück genau von diesem einen perfekten Bild ab 😂📸

    Und ich muss sagen:
    Ja, ich war begeistert.

    Nicht dieses laute Begeistertsein.
    Eher dieses ruhige, ehrliche Staunen.
    Weil man merkt, dass man da gerade wirklich an einem Ort steht, den man sein Leben lang kennt, ohne ihn je wirklich gekannt zu haben.

    Dann kam der Abstieg.
    Und der war für Kai noch mal eine kleine Heldenerzählung für sich 😄
    Denn irgendwie muss man ja mit all seinen Knochen auch wieder unten ankommen. Aber es gelang. Langsam. Würdevoll. Wahrscheinlich mit leicht beleidigten Beinen, aber es gelang.

    Und was macht man nach so einer Leistung?
    Richtig.

    Man geht zurück in die Eisdiele unseres Vertrauens 🍦❤️

    Dort haben wir wieder eine Kugel Vanille im Becher gegessen, unter unserem Lieblingsbaum auf der Bank gesessen und den Leuten zugeschaut, wie sie vorbeizogen. Und ganz ehrlich, genau das war vielleicht fast genauso schön wie das Monument selbst. Dieses Danach. Dieses Sitzen. Dieses leise Glück, dass man es geschafft hat.

    Liebe Leser und Leserinnen, wenn du bis hierhin gelesen hast, dann wünsche ich dir wirklich, dass du diese zwei Tage auch einmal erleben darfst.
    Einmal das große Olympiastadion.
    Einmal die Wachablösung.
    Und einmal die Akropolis, hoch oben auf diesem gigantischen Felsen.

    Und weil wir nach so viel Stadt, Staub, Hitze, Menschen und Höhenmetern jetzt erstmal absolute Ruhe brauchten, haben wir uns danach einen Campingplatz direkt am Meer gesucht.

    Und ich sage dir jetzt schon:
    Was wir dort gefunden haben, wird dich staunen lassen. 🌊✨

    Bleib dran.
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