Warum Kai 100 Jahre alt wird 😄⛰️
16–20 giu, Grecia ⋅ ⛅ 29 °C
Oder warum die Meteora Klöster für Kai unbezwingbar waren und für Britti nur ein kleiner Spaziergang!
Manche Orte sehen auf Fotos schon verrückt aus.
Und dann kommst du wirklich dort an und merkst: Nein, das Foto hat sogar noch untertrieben.
So war es mit Meteora.
Diese Klöster oben auf den Felsen wirken, als hätte irgendwann jemand gesagt:
„Lasst uns ein Kloster bauen.“
Und ein anderer antwortete:
„Gute Idee. Aber bitte nicht da unten, wo normale Menschen hinkommen. Lieber da oben, wo selbst Ziegen kurz nachdenken.“ 😄🐐⛰️
Aber von Anfang an.
Wir kamen spät abends ganz gemütlich auf dem Campingplatz in Kalambaka an. Eigentlich hätte ein normaler Mensch gesagt: Ankommen, hinstellen, Stuhl raus, Beine hoch. Aber wir sind ja nicht normal. Wir sind Kai und Britti. Und Britti hatte natürlich schon wieder dieses Funkeln in den Augen.
Dieses Funkeln bedeutet meistens: Gleich muss jemand irgendwo hin.
Und dieser jemand bin dann in der Regel ich. Als Fahrer. Mit der Honda. 🛵😄
Also ging es noch am Abend los Richtung Meteora Klöster. Einfach mal hochfahren, schauen, fühlen, Lage prüfen. Keine Ahnung, ob es sieben oder acht Klöster sind. Auf jeden Fall genug, um einen erwachsenen Mann bei 30 Grad ernsthaft über sein Leben nachdenken zu lassen.
Wir fuhren mit dem Roller diese gigantische Felsenlandschaft ab. Ein Kloster nach dem anderen tauchte vor uns auf, oben auf diesen irren Sandsteinfelsen, als hätte sie jemand mit viel Mut, viel Glauben und sehr wenig Rücksicht auf Kniegelenke dort hingestellt. 🌄
Kai bekam dabei das gute Gefühl, dass er vielleicht ein Kloster schaffen würde.
Britti hatte das gute Gefühl, dass sie vielleicht fünf oder sechs schaffen würde.
Damit war die Wette praktisch schon entschieden, bevor sie überhaupt begonnen hatte 😂
Am nächsten Tag ging es dann ernsthaft los.
Treppen. Sonne. Hitze. Menschen. Felsen. Und wieder Treppen.
Freunde, diese Klöster zu besteigen, das ist kein kleiner Ausflug. Das ist ein Glaubenstest für Oberschenkel. Bei über 30 Grad diese Stufen hochzukraxeln, da muss man früher im Leben irgendwo falsch abgebogen sein, um das freiwillig zu machen 😄☀️
Aber Kai hat geliefert.
Jawohl.
Das erste Kloster wurde bezwungen: Varlaam.
Und ich sage es ehrlich, die Treppen dort reichten mir völlig. Ich war oben angekommen und dachte:
„So. Schön war’s. Das war mein Beitrag zur Weltkultur. Mehr muss heute wirklich nicht sein.“ 😅
Britti grinste mich nur an und sagte sinngemäß:
„Das schaffe ich locker noch vier oder fünf Mal.“
Und genau so kam es.
Kai blieb ab da meistens bei den Pferden.
Also bei der Honda. 🛵😂
Mit ihren starken 8,7 PS schob uns die kleine Honda jeden Tag aufs Neue zu den Klöstern. Drei Tage lang fuhren wir diese Meteora Runde, immer wieder hoch, runter, links, rechts, Kloster hier, Aussicht dort. Britti stieg aus, hüpfte los, verschwand in Treppen, Türen, Innenhöfen und heiligen Räumen. Ich blieb unten oder irgendwo in der Nähe und bewachte Honda, Helm und Würde.
Irgendwer muss das ja machen.
Aber natürlich habe ich auch selbst genug gesehen. Und was ich gesehen habe, war wirklich gewaltig. Diese Klöster sind nicht einfach nur alte Gebäude. Sie sind ein Trotz gegen die Schwerkraft. Eine Mischung aus Glaube, Wahnsinn, Architektur und der Frage: Wie zur Hölle haben die das damals alles da hochbekommen?
Die Treppen wurden erst später in den Stein geschlagen. Früher ging es dort noch viel härter zu. Und wenn man dann als Zimmermeister davorsteht, guckt man nicht nur fromm, sondern auch fachlich. Man sieht Stein, Höhe, Material, Lasten, Wege, Aufwand, und irgendwann denkt man nur noch:
Respekt. Wirklich Respekt.
In einem der Klöster entdeckte Britti einen ganz besonderen Ort für sich.
Dort zündete sie eine Kerze für ihren Stiefvater an. 🕯️❤️
In diesem Moment war kein Hüpfen mehr. Kein Grinsen. Kein „komm mal schnell“.
Sie sah mich nur an, still, bedächtig, weich. Ich sagte nichts. Manchmal wäre jedes Wort zu viel. Ich machte nur ein Foto. Und genau dieses Foto sagt vermutlich mehr als jede Erklärung.
Danach gingen wir weiter in den nächsten Raum.
Und dort war diese perfekte Deckenmalerei. Farben, Figuren, Muster, Geschichte, alles so fein, so tief, so ruhig. Selbst mir blieb kurz die Spucke weg. Und das will etwas heißen. Ich bin ja sonst eher der Mann, der sagt: „Ja, schön, aber wie haben die das befestigt?“ 😄
Dann standen wir draußen im Garten des Klosters und schauten hinüber zu den anderen Klöstern. Über diese Felsen. Über diese Sandsteinriesen, die einfach nicht in den Kopf passen wollen. So schön. So unwirklich. So groß.
Plötzlich drehte sich Britti um und rief:
„Kai, ich habe einen Mönch gesehen! Da, da!“
Ich drehte mich natürlich sofort um.
Ich sah keinen Mönch.
Aber ich wollte ihr glauben.
Bei Meteora weiß man nie. Vielleicht war er da. Vielleicht war er schneller als ich. Vielleicht haben Mönche hier oben einfach eine bessere Tarnung als Camper aus Schleswig-Holstein 😄
Irgendwann setzte ich mich in einen Klostergarten. Die Sonne stand hoch, die Treppen steckten mir noch in den Knochen, und diese ganze Landschaft machte etwas mit einem. Man wird stiller. Nicht unbedingt heiliger, dafür kenne ich mich selbst zu gut. Aber stiller.
Und dann passierte es.
Ein Mann kam zu mir. Ruhig. Bedächtig. Fast lautlos. Er setzte sich neben mich. Es war ein schöner, stiller Raum, obwohl wir eigentlich draußen waren. Wir sprachen eine ganze Weile. Über das Leben. Über Reisen. Über Alter. Über das, was bleibt.
Und dann fragte ich ihn:
„Wie alt werde ich?“
Er sah mich an, grinste und sagte:
„Weit über 100 Jahre.“
Ich schwöre, in diesem Moment glaubte ich ihm sofort. Felsenfest. Ohne Zweifel. Wenn ein Mann in Meteora neben dir sitzt und sagt, du wirst über 100, dann diskutierst du nicht. Dann nimmst du das an 😄
Ich wollte gerade noch etwas sagen, da war er verschwunden.
Und dann öffnete ich die Augen.
Kein Mann.
Kein Raum.
Nur diese gigantische Aussicht.
Nur die Felsen.
Nur der Wind.
Nur Meteora.
Vielleicht war es ein Traum. Vielleicht die Hitze. Vielleicht die Treppen. Vielleicht auch einfach nur mein Körper, der nach einem Kloster dachte: Kai, wir müssen dir jetzt irgendwas Schönes erzählen, sonst machst du das nie wieder 😂
Britti war währenddessen natürlich längst wieder unterwegs. Überall. In jedem Raum. In jedem Winkel. Sie hüpfte noch mehr, größer, weiter, tiefer hinein. Sogar in den Weinkeller. Keine Ahnung, was sie da gesucht hat. Wahrscheinlich wollte sie prüfen, ob auch dort alles ordnungsgemäß klösterlich gelagert ist 🍷😄
Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu den Klöstern.
Diesmal war für mich klar:
Ich bleibe definitiv bei den Pferden. Also bei der Honda.
Diese Treppen gehe ich ganz bestimmt nicht noch mal hoch. Ein Kloster gleicht doch dem anderen, dachte ich. Und als Zimmermeister war ich mir da völlig sicher. Also fast. Also wenigstens als Ausrede.
Britti brauchte natürlich Beweise. Und deshalb hüpfte sie jedes einzelne Kloster hoch, das sie sich vorgenommen hatte. Manchmal sah ich sie ganz oben stehen, winkend, strahlend, voller Energie. Und ich stand unten, winkte zurück und dachte:
Was für eine abenteuerlustige Frau.
Sie kam immer wieder zurück und erzählte voller Freude, was sie oben entdeckt hatte. Räume, Gärten, Ausblicke, Kerzen, Bilder, Wege, Mauern. Und ich hörte zu, grinste und war ehrlich froh, dass sie all das für uns beide mitnahm.
Meteora war für mich unbezwingbar.
Für Britti war es fast ein Spielplatz mit Aussicht.
Aber genau das ist ja unser Ding.
Sie hüpft hoch. Ich halte unten die Welt zusammen.
Sie entdeckt. Ich fahre.
Sie steigt Treppen. Ich erkläre später, warum das statisch alles sehr beeindruckend ist 😄
Liebe Leserinnen und Leser, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann habt ihr mit uns schon sehr viel Griechenland geschafft. Und Meteora war eines dieser Erlebnisse, die man nicht einfach abhakt. Das bleibt. Diese Felsen. Diese Klöster. Diese Treppen. Dieses Licht. Und natürlich diese wichtige Erkenntnis:
Kai wird über 100 Jahre alt.
Hat mir schließlich jemand in Meteora gesagt.
Und wer bin ich, einem Mönch, einem Traum oder meinem eigenen erschöpften Unterbewusstsein zu widersprechen? 😄⛰️
Als Nächstes geht es weiter zu Elenas Camping.
Dort fühlten wir uns in zweiter Reihe am Strand richtig schön heimlich und gut aufgehoben. Aber was dort am zweiten Abend passierte, war nicht unheimlich. Es war einfach nur schön.
Und dann gab es noch ein Geburtstagsgeschenk für Britti.
Eines, das wahrscheinlich keiner von euch versteht.
Ich aber schon.
Und Britti hoffentlich auch ❤️
Mehr dazu in der nächsten Geschichte.Leggi altro






























Dietmar KammererWir waren dieses Jahr das 2. Mal bei den Klöstern. Ich sage immer : Das kannst du keinem erzählen, das musst du selber gesehen haben.😊
WeTravelYouJoinDu hast recht, man kann es keinen erzählen und wenn man überlegt dass sie das alles mit Seilern hoch gehangelt haben ist das noch bemerkenswerter. Und wir sind sicher dass wir auch das letzte Mal nicht hier waren
Dietmar KammererWenn ihr über Larissa weiterfahrt wüste ich einen einfachen aber tollen Platz zum freistehen. Mit Taverne 😊 Rustikal aber direkt am Meer