Großstadt, Meeresluft und Hafenfreeling
21 gennaio, Spagna ⋅ ⛅ 17 °C
Heute gehen wir es ganz ruhig an.
Von Andreas habe ich seit dem späten gestrigen Nachmittag nichts mehr gehört und gesehen – aber es ging ihm wirklich nicht gut. Also mache ich mich auf den Weg zum Bäcker. Kaum draußen, umgibt mich das quirlige Leben dieser Großstadt. Ich genieße es für den Moment, weil es so anders ist als das gewohnte Leben.
Auf dem Rückweg noch ein Abstecher zum Meer, dahinter die von der Sonne angestrahlten Berge, darüber rosafarbene Wölkchen – fast kitschig schön. Der Wind kommt immer noch stark und kalt vom Atlantik. Das hält einige Jogger nicht davon ab, in kurzer Hose und T-Shirt am Strand entlangzulaufen. Im Moment erkennt man sehr gut, wer Tourist ist und wer Local: Die Touristen kommen in Sommerkleidung, während die Einheimischen bei 18 bis 19 Grad mit Mütze, Schal und dicker Jacke unterwegs sind. Ein bisschen übertrieben – aber auch irgendwie verständlich
Las Palmas de Gran Canaria ist eine Stadt der Gegensätze: historisch und modern, laut und entspannt zugleich. Die Stadt lebt zwischen Atlantik, Hafen und Altstadt, zwischen kolonialem Erbe in Vegueta und urbanem Leben rund um den Strand von Las Canteras – einem der schönsten Stadtstrände Europas.
Als ich zurückkomme, ist Andreas aufgestanden. Hurra – er lebt noch. Wir frühstücken, daddeln ein wenig herum, ich hänge mit den Reiseberichten hinterher, wir schauen Nachrichten, und auf YouTube spricht der Fernseher sogar mal Deutsch mit uns. Doch die Sonne zieht uns nach draußen. Windgeschützt sitzen wir in der Sonne, und die frische Luft scheint Andreas gutzutun. Er ist sogar bereit für einen kleinen Spaziergang.
Weit kommen wir nicht, denn der kleine Hunger lässt mich nicht tatenlos an den leckeren Pinchos vorbeigehen. Danach sind wir alle zufrieden: der kleine Hunger, Andreas, der diese Köstlichkeiten noch nicht kannte – und ich sowieso.
Am Nachmittag habe ich mich mit Petra verabredet. Andreas interessiert das Bootsleben zwar auch, aber er ist angeschlagen und möchte seine Keime nicht dort verteilen, wo Petra sich gerade von Lungenentzündung und Gürtelrose erholt. Also hält er einen ausgedehnten Gesundheitsschlaf – und ich marschiere allein los.
Der Weg führt quer über die Inselseite vom Playa de Las Canteras zur Playa de Las Alcaravaneras – ein Fußmarsch von knapp einer halben Stunde. Zwei Strände, die kaum unterschiedlicher sein könnten:
Las Canteras, offen zum Atlantik, lebendig, mit Brandung und Promenade.
Las Alcaravaneras dagegen ruhig, geschützt in der Bucht, mit Blick auf den Hafen – fast schon mediterran. Ein Strand, den diw Einheimischen lieben.
Ohne Memberkarte kein Zugang zum Jachthafen, also holt mich Petra am Eingang des Muelle Deportivo ab. Es geht ihr etwas besser, für ein, zwei Stündchen reicht es. Sie zeigt mir den Segelclub mit Restaurant, Gym, Pool und Sauna – ein echtes kleines Freizeitparadies. Dann geht es zum Steg und auf ihr Boot.
Hier gibt es reichlich Platz für alles, was man zum Leben braucht – mehr als im Wohnmobil. Man kennt die Nachbarn rechts und links, ist eine kleine Gemeinschaft, die im sonnigen Süden das Leben genießt. Die meisten haben ihre Weltumsegelungen und großen Törns hinter sich und genießen jetzt die Ruhe des Hafens, das sanfte Schaukeln und die Nähe zur Stadt.
Ein bisschen Schiff angucken, ein bisschen Kaffee trinken unter der Persenning – dann muss Petra zurück ins Bett. Ich mache mich auf den Rückweg und finde den nächsten Kranken im Bett vor. Aber auch er steht später wieder auf und kommt sogar noch mit zum Spaziergang Richtung Fährhafen. Kreuzfahrtschiffe gucken, das Viertel Santa Catalina bei Nacht erleben, mit seinen urigen Kneipen, kleinen Bars und diesem besonderen Hafenflair.
Ich glaube, danach ist Andreas froh, als wir wieder zurück sind und das Bett in greifbare Nähe rückt. Ich mache es mir mit einem Glas Wein gemütlich und wundere mich, wie ich heute schon wieder auf über 18.000 Schritte komme, während ich diesen Reisebericht schreibe.
Von „ruhig machen“ kann also keine Rede sein.
Morgen geht es zurück ins kühle Deutschland. Um 12 Uhr auschecken, um 17:00 Uhr Abflug, gegen 23 Uhr in Köln und – mit etwas Glück – gegen 2 Uhr nachts zu Hause.
Das wird wieder spannend.Leggi altro





















