El Nido
Mar 9–11 on the Philippines ⋅ ☁️ 28 °C
🌴 Abschied vom Paradies – Ankunft im trubeligen El Nido
Leider müssen wir heute Morgen das wunderschöne Anitá Resort verlassen. Sehr gern wären wir auch die letzten zwei Tage unserer Reise hier geblieben. Doch das kleine Resort hat nur noch einen freien Bungalow – und der reicht für uns drei leider nicht.
Also machen wir aus der Not eine Tugend und ziehen mitten hinein ins Leben von El Nido. Für die nächsten Tage haben wir uns ein Stadthotel in der Nähe von Strand und Hafen gesucht.
Vor der Abreise genießen wir noch einmal das großartige Frühstück. Frisches Obst, frisch gepresste Säfte und jeden Morgen ein warmes Gericht, das eigentlich schon ein kleines Mittagessen ersetzt. Man sitzt dabei mit Blick auf Pool, Palmen und Meer – schwer, sich von so einem Ort zu verabschieden. Dieses kleine Hotel werde ich auf jeden Fall unten verlinken.
Der Shuttlebus des Resorts bringt uns nach Downtown El Nido und setzt uns direkt vor unserem neuen Hotel ab. Die Strecke dorthin ist ziemlich steil und kurvig. Die Tuk-Tuks kämpfen sich dort mit ihren Passagieren schon mühsam den Berg hinauf. Mit unserem vielen Gepäck wären sie wahrscheinlich gar nicht erst hochgekommen.
Unser Hotel liegt direkt neben einem Abendmarkt und Foodcourt, wo man abends essen kann. Jetzt sind die Stände allerdings noch geschlossen. Da wir die Zimmer erst um 14 Uhr beziehen können, wird unser Gepäck erst einmal sicher verwahrt.
Also machen wir uns zu einem ersten kleinen Erkundungsspaziergang durch die Stadt und am Strand entlang. Schließlich landen wir in einer sehr schönen Strandbar mit Blick aufs Meer. In einer Liege sitzend genieße ich einen Pineapple Shake und schaue aufs Wasser.
Eigentlich war unsere Liege schon besetzt – beziehungsweise der Platz darunter. Dort lag nämlich ein Hund und suchte Schutz vor der Sonne. Als die Bedienung das entdeckt, kommt sie mit einer Sprühflasche und spritzt den Hund leicht nass. Der trottet empört davon und überlässt uns den Platz.
Allerdings nur kurz. Wenig später kehrt er zurück und legt sich ganz selbstverständlich wieder unter unsere Liege.
Heute ist es zunächst sehr bewölkt, deshalb wirkt das Meer nicht ganz so spektakulär wie sonst. Aber warm ist es trotzdem. Als später die Sonne herauskommt, wird es sofort wieder richtig heiß.
El Nido – eine Stadt zwischen Baustelle und Paradies
Kurz nach zwei Uhr machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel.
Ein Bretterladen reiht sich an eine Wellblechhütte, dazwischen Büros für Bootstouren, Massagesalons, Nagelstudios, Bars und kleine Bäckereien. Man kann gar nicht so schnell schauen, wie viele Angebote es hier gibt.
Zwischendurch wird gebaut, was das Zeug hält. Neben einfachen Hütten stehen plötzlich moderne Hotelbauten internationaler Ketten.
Die Geräuschkulisse ist enorm: Bauarbeiten, Motorengeräusche, vor allem von den typischen Tricycles, dazu Stimmengewirr, Hundegebell und Musik aus Bars. Auf einem freien Platz übt sogar eine kleine Tanzgruppe.
Nicht nur Augen und Ohren werden hier beschäftigt – auch die Nase hat einiges zu tun. Überall steigen Gerüche aus Restaurants, Garküchen und Suppenkesseln auf. Dazwischen mischt sich der Benzingeruch der knatternden Zweitaktmotoren.
Überhaupt scheint das Duftempfinden hier in Asien ein anderes zu sein als bei uns. Handtücher in Hotels riechen oft nach Mottenkugeln oder nach diesen Duftbäumchen fürs Auto. Vermutlich ist das ein Mittel gegen Muffigkeit – bei der hohen Luftfeuchtigkeit schimmelt hier ja alles sehr schnell.
Tourismus im Aufbruch
Die Philippinen sind auf dem Weg, ein großes Touristenland zu werden. In einigen Jahren wird man vieles hier wahrscheinlich kaum wiedererkennen.
Wer die Philippinen noch ein wenig ursprünglicher erleben möchte, sollte sich bald auf den Weg machen. Sonst könnte es hier irgendwann so aussehen wie in manchen Regionen Thailands – mit riesigen Hotelanlagen, hohen Preisen und überfüllten Stränden.
Natürlich schafft der Tourismus auch viele Arbeitsplätze. Gleichzeitig bestimmen aber oft große internationale Hotelketten und Reiseunternehmen die Entwicklung.
Ob das für das Land am Ende Fluch oder Segen ist – das wird sich wohl erst noch zeigen.
Ein Land mit Geschichte und Gegensätzen
Über 400 Jahre standen die Philippinen unter spanischer Herrschaft – von 1570 bis ins frühe 20. Jahrhundert. Ihren Namen verdanken die Inseln übrigens dem spanischen König Philipp II.
Heute gibt es über 180 verschiedene Dialekte im Land, viele davon mit spanischen Lehnwörtern. Amts- und Bildungssprache ist jedoch Englisch, sodass man als Tourist erstaunlich gut zurechtkommt – auch wenn der philippinische Akzent manchmal etwas gewöhnungsbedürftig ist.
Obwohl das Bildungssystem eigentlich sechs Jahre Grundschule und anschließend mehrere Jahre Highschool vorsieht, brechen viele Kinder die Schule früh ab, um Geld zu verdienen. Deshalb ist menschliche Arbeitskraft oft günstiger als Maschinen.
Mir fiel das zum Beispiel an Kreuzungen auf: Statt Ampeln steht dort manchmal einfach jemand mit einer roten und einer grünen Flagge und regelt den Verkehr.
Auch in Hotels arbeiten sehr viele Menschen – für Reinigung, Gartenpflege, Poolservice oder Gepäcktransport. Jeder versucht, irgendwie vom Tourismus zu profitieren.
Trotz vieler Händler auf den Straßen, die Schmuck, Hüte oder Taschen verkaufen wollen, sind die Menschen überhaupt nicht aufdringlich. Ein kurzes Kopfschütteln reicht meist.
Die Filipinos, die wir hier treffen, sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.
Moderne Technik trifft fehlende Infrastruktur
Interessant ist auch der Gegensatz zwischen moderner Technik und teilweise fehlender Infrastruktur.
So hatte ich gestern mitten auf dem Meer perfekten 5G-Empfang, während die Toilette auf einer Insel nur aus einem Wasserbecken mit Schöpfkelle bestand und das Abwasser einfach irgendwohin lief.
Vor der Toilette stand immerhin ein Becken mit Wasser, in dem man sich danach wieder die Füße sauber machen konnte.
Uniformen überall
Was mir ebenfalls auffällt: Filipinos lieben Uniformen.
Fast jeder Beruf hat seine eigene Kleidung. Das beginnt bei den Schulkindern, die alle Uniform tragen, und geht weiter über Ordnungskräfte mit blitzblanken Epauletten bis zu Hotelpersonal, Fährmitarbeitern oder Hafenangestellten.
Alle sehen geschniegelt und geschniegelt aus – und manchmal frage ich mich wirklich, wie sie das unter ihren oft einfachen Wohnbedingungen so perfekt hinbekommen.
Unser neues Stadthotel
Unser neues Hotel liegt mitten im Trubel der Stadt. Unser Zimmer befindet sich im dritten Stock – natürlich ohne Aufzug. Aber unser Gepäck wird uns freundlich bis ins Zimmer getragen.
Der angepriesene Pool entpuppt sich eher als größerer Springbrunnen – ich glaube nicht, dass dort jemand schwimmen möchte. Aber die Zimmer sind sauber, mit Klimaanlage und riesigem Fernseher ausgestattet. Also alles völlig in Ordnung.
Natürlich merkt man den Unterschied zum Resort mit seinen zwölf kleinen Bungalows und maximal 24 Gästen.
Ankommen
Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, brauchen wir erst einmal eine kleine Pause.
Clara hat Lust auf eine Shoppingrunde.
Jan-Michel möchte sich ein bisschen ausruhen.
Und ich setze mich hin und schreibe ein wenig Reisetagebuch.
Später überlege ich noch, ob ich mir vielleicht eine Fußmassage oder Kopfmassage gönne.
Ich werde berichten. 😊Read more























Das hört sich nach einem spannenden und abenteuerlichen Urlaub an, viel Spaß und eine schöne Zeit noch! [Dagmar Fuchs]