• Von El Nido nach Coron

    March 11 on the Philippines ⋅ ☁️ 29 °C

    Mittwoch, 11.März 2026
    🌴 Abenteuerliche Überfahrt nach Coron:

    Heute Morgen wache ich leicht verschnupft und mit kratzendem Hals auf. Ehrlich gesagt habe ich schon länger darauf gewartet. Diese Klimaanlagen hier fordern irgendwann ihren Tribut. Man kommt völlig überhitzt und verschwitzt in ein Taxi, einen Bus, ein Flugzeug oder eine Fähre – und zack wird man auf 20 Grad heruntergekühlt. Aber ich werde es überleben.

    Wir checken aus. Die Fähre nach Coron ist online gebucht und legt kurz nach 12 Uhr ab. Eine Stunde vorher müssen wir am Hafen sein. Vier Stunden Überfahrt stehen uns bevor – und darüber habe ich im Internet schon so einiges Abenteuerliche gelesen. Vor 17 Uhr werden wir also kaum im Hotel sein. Viel Zeit für Unternehmungen bleibt heute nicht.

    Beim Frühstück schauen wir schon einmal nach einem Hotel in Manila Die Preise dort sind deutlich niedriger.
    EL Nido ist der Hotspot auf den Philippinen – vielleicht vergleichbar mit Sylt. Und so sehen auch die Hotelpreise aus: für philippinische Verhältnisse extrem hoch. Drei-Sterne-Unterkünfte starten hier eher bei 80 € aufwärts.

    Mit dem Frühstück auf den Philippinen
    muss ich mich als Nicht-Frühstücker noch anfreunden. Hähnchenschenkel am frühen Morgen sind nicht ganz mein Ding. Aber die Spiegeleier schmecken gut, dazu gibt es immer reichlich Obst und Toast mit Marmelade. Bei der Hitze hat man sowieso kaum Hunger. Wichtig ist nur: immer eine Flasche Wasser griffbereit haben. Das ist aber kein Problem – an jeder Ecke werden gekühlte Wasserflaschen für wenige Cent verkauft.
    Gut, dass wir meist nur ein oder zwei Nächte im Voraus buchen. Die bunten Bilder im Internet täuschen nämlich manchmal. Das Anitisa Resort
    https://share.google/7C8Z5Ypa1ubbot5Ai
    sah online eher unspektakulär aus und war am Ende eines der schönsten Hotels bisher. Andere sehen toll aus – und man landet dann im „Geisterhotel“ wie in unserer ersten Nachz

    Chaos am Hafen

    Dieses Mal brauchen wir zwei TukTuks, um mit unserem Gepäck zur Fähre zu kommen. Am Hafen setzen uns die Fahrer irgendwo ab und zeigen nur nach vorne: „Straight!“

    Und nun? Wo checkt man ein?

    Wir folgen einer Menschenmenge in eine Art Drahtkäfig mit Stühlen. Unter einem Wellblechdach sitzen drei Frauen an einem Tisch und bearbeiten Buchungen. Jan Michel zeigt unsere Online-Tickets und wir bekommen einen großen und drei kleine Zettel. Keine weiteren Informationen.

    Also warten wir.
    Es ist heiß. Sehr heiß.

    Plötzlich werden alle Passagiere mit gelben Zetteln in ein Gatter geschickt. Von dort öffnet sich immer wieder ein Tor für eine bestimmte Anzahl Menschen, die dann zur Abfertigung dürfen. Das Gepäck müssen wir selbst bis zur Fähre schleppen. Dort landet es in offenen Regalen.

    Unsere Sitzplätze sind vorgegeben – und schon bald geht es los.

    Achterbahn auf See

    Die Kabine ist eiskalt klimatisiert. Ich hole mein Badehandtuch aus dem Rucksack und wickle mich darin ein. Doch viel schlimmer als die Kälte ist das Geschaukel.

    Achterbahnfeeling auf dem Meer.

    Jan Michel wird schnell seekrank. Ich suche nach den Vomex-Tabletten, die sich im Rucksack befinden, der unter anderem Rucksäcken im Regal liegt.
    Die Crew läuft mit Kotztüten durch die Reihen. Überall fahle Gesichter. Viele Passagiere wanken aufs Oberdeck.

    Eine Frau aus Stuttgart, mit der ich vorher lange gesprochen habe, bekommt Kreislaufprobleme und liegt plötzlich am Boden, die Beine hochgelagert.
    Das kann ja heiter werden.
    Vier Stunden dauert die Überfahrt. Irgendwann gehe ich selbst nach oben. Im warmen Fahrtwind fühlt es sich sofort angenehmer an als in der Kühltruhe unten. Von hier sehe ich die vielen Inseln vorbeiziehen und verfolge unsere Route auf Google Maps – mitten durch das Südchinesische Meer.

    Unglaublich.
    Da schippert man tausende Kilometer von zuhause entfernt durch diese phantastische Inselwelt. Ich muss mich kneifen.

    Als Jan Michel später nach oben kommt, geht es ihm deutlich besser. Der Blick auf den Horizont wirkt Wunder.

    Ankunft in Coron

    Nach dem Anlegen folgen wir einfach der Menschenmenge. Am Ausgang stehen schon unzählige TukTuks bereit. Das Chaos läuft erstaunlich organisiert: Ein Mann weist den Fahrern ihre Passagiere zu.

    Dann geht es wieder abenteuerlich durch die Straßen von Coron.

    Diese Tryk-Fahrer werden mir wohl immer in Erinnerung bleiben. Aus einem kleinen Motorrad mit Beiwagen haben sie ein buntes. Fantasie-Transportmittel für alles gebaut. Sie teilen sich die Straße mit Mopeds, überholen hupend rechts und links und erzeugen ein Bild völligen Chaos – das irgendwie trotzdem funktioniert.

    Die Häuser bestehen oft aus Holz, Bambus, Blech und Draht, selten mit Glasfenstern. Dafür hat fast jedes Haus einen kleinen Verkaufsstand.

    Unser buntes Hotel

    Unsere Unterkunft, das Coconut Garden Island Resort, macht schon im Internet einen sehr individuellen Eindruck – und bestätigt das sofort.

    👉 https://coconutgarden.ph/

    Die Anlage wirkt wie eine Mischung aus Kolonialstil, Bollywood, Gaudí und ein bisschen Hundertwasser. Das Haus ist tatsächlich um mehrere Palmen herum gebaut – die einfach durch Balkon und Dach wachsen.

    Am schönsten ist jedoch der Garten:
    Poolanlage, nostalgische Brunnen, Hängematten, Schaukeln und überall gemütliche Liegen.

    Wir bekommen zwei liebevoll gestaltete Zimmer. Meins ist komplett im Sonnenblumenstil bemalt – ein bisschen Hundertwasser, sehr verspielt und voller Farben. Über den
    fehlenden Föhn sehe ich großzügig hinweg.

    Ankommen

    Nach der anstrengenden Fahrt springen wir erst einmal in den Pool und anschließend in die Hängematte.

    Später erkunden wir Coron Town. Die kleine Stadt auf der Insel ist das Tor zu einigen der spektakulärsten Insel- und Lagunenlandschaften der Philippinen. Viele Reisende starten von hier aus ihre Bootstouren zu türkisfarbenen Seen, Kalksteinfelsen und versteckten Stränden.

    Auch wir buchen vorm Schlafen gehen eine Bootstour zu den Inseln rund um Coron.

    Doch heute lassen wir den Tag erst einmal ruhig ausklingen – in einem hübschen Restaurant um einen Pool gebaut, nur ein paar Meter von der Straße entfernt. Eine kleine ruhige Oase mitten im Gewusel.

    Was für ein Tag.
    Von der Achterbahnfähre in die Hängematte.
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