• Im Hafen von Winschoten

    April 14 in the Netherlands ⋅ ☀️ 13 °C

    🌫️ Nebel, kleine Umwege und ein Logenplatz im Hafen

    Dichter Nebel liegt über dem See, als ich am Morgen die Rollos hochziehe. Wo bleibt nur die versprochene Sonne? Noch wirkt alles grau und still. Wir packen zusammen – heute soll es ein kleines Stück weitergehen. Unser Ziel: Winschoten. Dort wartet ein Stellplatz direkt am Hafen, und auch die Stadt soll sehr hübsch sein. Über die hervorragenden Radwege hier muss man ohnehin nicht mehr viele Worte verlieren.
    Eigentlich wollten wir weiter zu den Tulpenfeldern im Nordpolder bei Den Helder. Doch die Region zwischen Drenthe, Groningen und Ostfriesland – direkt an der Grenze – gefällt uns einfach zu gut. Alles ist so ruhig und entspannt. Kein Touristentrubel, freie Platzwahl auf den Stellplätzen – fast wie früher. Vielleicht liegt es auch an der Jahreszeit.
    Als wir schließlich losfahren, zeigt sich dann doch die Sonne – und mit ihr steigt sofort die Stimmung. Die Fahrt verläuft problemlos, selbst die kleine „Schikane“ am Platz ist kein Hindernis. Es geht durch die Stadt, über Landstraße und Autobahn Richtung Winschoten.
    Die Zufahrt zum Hafen hat es allerdings in sich: Erst biege ich auf der falschen Kanalseite ab, dann lande ich beim zweiten Versuch auf dem Parkplatz eines Supermarkts – der sich überraschenderweise als richtige Zufahrt entpuppt. Das muss man auch erst mal wissen! Und als wäre das nicht genug, kommt mir auf der schmalen Straße entlang des Hafenbeckens auch noch ein Pkw entgegen und scheint zu erwarten, dass ich mich mitsamt Wohnmobil in Luft auflöse. Zum Glück hilft ein kleiner Ausweichbereich – und dann ist es geschafft.
    Kurz darauf stehen wir in der ersten Reihe – mit direktem Blick auf Hafen und Boote. Ein echter Logenplatz! Blauer Himmel, Sonnenschein… was will man mehr? Natürlich: eine Tasse Kaffee. Die steht wenig später auch auf dem Tisch.
    Das Einchecken ist unkompliziert und endet mit einem netten Gespräch mit der Hafenmeisterin. Es gibt alles, was das Herz freut: Strom, Sanitär und WLAN. Danach genießen wir erst einmal die Sonne vor dem Wohnmobil und beobachten das Kommen und Gehen im Hafen.
    Am Nachmittag machen wir uns auf zu einem Bummel durch Winschoten. Überall blüht es – besonders die Kirschbäume haben es uns angetan. Von der Kirche erklingt ein Glockenspiel, und tatsächlich: „Freude schöner Götterfunken“ liegt in der Luft.
    Eine kleine Eisdiele zieht uns magisch an. Der italienische Besitzer ist herzlich, spendiert uns großzügig Sahne und verspricht einen Kaffee fürs nächste Mal. Solche Begegnungen bleiben im Herzen.
    In der Kirche zünde ich eine Kerze für Michael an, der mir in diesen Tagen besonders nah ist.
    Natürlich entdecken wir auch einige schöne Läden – und kehren zwei Stunden später gut bepackt zum Wohnmobil zurück. Dort genießen wir die Abendsonne und später unsere Spaghetti.
    Was für ein erlebnisreicher, schöner Tag. 💛
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