• Rund ums Oldambtmeer

    April 15 in the Netherlands ⋅ ☁️ 12 °C

    🌞 Zwischen Pumpe, Pannen und Postkartenidylle rund ums Oldambtmeer

    Der Tag beginnt sonnig – schöner könnte er kaum sein. Die Stimmung ist allerdings gedämpft, denn Gitti hat die halbe Nacht vor Schmerzen kaum geschlafen. Noch im Bett überlegen wir, was zu tun ist: Hausarzt anrufen? Hier vor Ort zum Arzt gehen? Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor…
    Nach einem Telefonat mit dem Hausarzt steht fest: Gitti soll hier zum Arzt. Eigentlich hatten wir heute eine Fahrradtour rund um Winschoten geplant. Na, das fängt ja gut an.
    Beim Frühstück dann das nächste Drama: Ein seltsames Gluckern, Surren, Brummen. Schnell ist klar – die Wasserpumpe! Und das, obwohl sie doch gerade erst erneuert wurde. Also: alles aus, bevor noch mehr kaputtgeht. Die Kontrolllampe leuchtet rot, und aus dem Wasserhahn kommt nur noch ein müdes Spucken.
    Da ich bei Wasserpumpen eher ratlos bin, greife ich zum zweiten Telefonjoker und rufe Karl-Heinz an, der bereits in der Marina Fühstrup ist. Nach kurzem Überlegen fragt er: „Habt ihr überhaupt noch Wasser im Tank?“
    Klar haben wir… denke ich. Ein prüfender Blick – und: leer. Komplett leer!
    Wo ist das ganze Wasser geblieben? Der Frostwächter? Keine Ahnung, wo der im Carthago sitzt. Wasser unterm Fahrzeug? Fehlanzeige. Also wohl einfach verbraucht. Komisch – mit Michael hat das mit jeden Tag 1-2 Kannen nachgießen immer problemlos geklappt. Vielleicht verbrauchen zwei Frauen doch mehr als ein Mann und eine Frau…
    Plan: Gitti geht zum Arzt, ich kümmere mich ums Wasser. Dumm nur, dass der Wasserhahn hier nicht direkt am Stellplatz ist. Rund 200 Meter entfernt! Also nehme ich es sportlich: Wasser holen, Abwasser entsorgen, Toilette leeren – alles in einem Aufwasch. Achtmal laufe ich die Strecke, dann reicht’s mir und der Pumpe auch. Pumpe an – und siehe da: alles wieder im grünen Bereich.
    Gitti kommt zurück – ohne Arztkontakt, aber immerhin mit sage und schreibe 6
    Cortisontabletten gegen den akuten Schub. Eine Geschichte für sich…
    Nach etwas Erholung in der Sonne – vom Schreck und vom Sportprogramm – machen wir die Räder startklar.
    Mit gut zwei Stunden Verspätung geht es endlich los. Der Startpunkt mitten in der Stadt ist schnell gefunden, und dann wird es einfach nur noch schön.
    Drei beeindruckende Windmühlen säumen unseren Weg – ein echtes Postkartenmotiv. Weiter geht es nach Scheemda, einem kleinen Ort mit langer Geschichte. Früher stark landwirtschaftlich geprägt, liegt Scheemda heute ruhig und beschaulich zwischen Feldern und Kanälen. Am Hafen genießen die Menschen die Sonne – genau wie wir.
    Nächster Stopp: Midwolda. Hier entdecken wir eine herrliche Terrasse zwischen Fischteichen. Es gibt Appelgebak mit Slagroom und „Koffie verkeerd“ – niederländischer geht’s kaum.
    Von hier aus radeln wir weiter entlang des Oldambtmeers. Dieses große, künstlich angelegte Gewässer gehört zu den jüngsten Landschaftsprojekten der Niederlande. Entstanden ist es im Zuge eines Strukturwandels der Region – heute ist es ein Paradies für Wassersportler, Radfahrer und Naturliebhaber. Weite Horizonte, viel Himmel und Wasser – einfach wunderschön.
    Dann ein spontaner Fund: ein Schild „Tuinfleur Bezoektuin“. Für 3,50 € Eintritt betreten wir einen liebevoll angelegten Frühlingsgarten – ein wahres Farbenmeer aus Blüten, kombiniert mit kreativen Gestaltungsideen. Ein echtes Highlight!
    Ganz ohne kleine Umwege geht es natürlich nicht: Eine Umleitung bringt uns kurz aus der Orientierung. Aber auch das lösen wir – und sind bald wieder auf Kurs.
    Zurück in Winschoten erfüllen wir uns noch ein niederländisches Klischee: Abendessen im Pfannkuchenrestaurant. Lecker!
    Danach noch schnell zu Albert Heijn, ein paar Kannen Wasser auffüllen, Räder verstauen – und dann beginnt endlich der gemütliche Teil des Tages.
    Morgen verlassen wir die Niederlande und fahren ins Münsterland zum Frühjahrstreffen der Löhner Wohnmobilisten.
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