• Zwischen Obstblüten, Elbfähre

    May 3 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    🌸 & Hamburg bei Nacht 🌆
    Finale einer Frühlings-Radtour voller Überraschungen -50 km
    Der letzte Tag unserer Radtour beginnt – wie schon die Tage zuvor – mit strahlendem Frühlingswetter. Die Sonne lacht, und wir genießen ein entspanntes Frühstück, gemeinsam mit einer fröhlichen Familiengruppe, die am Vorabend gefeiert hat und nun die Bedienung ordentlich auf Trab hält.
    Mein morgendliches Gepäck-Tetris funktioniert heute erstaunlich gut – obwohl die Kleidung mit den steigenden Temperaturen gefühlt immer mehr wird. Doch kaum ist alles verstaut und angehängt, beginnt die erste kleine Krise: Mein Zimmerschlüssel ist verschwunden! Westentasche? Fehlanzeige. Zimmer? Nichts. Frühstückstisch? Auch nicht. Also: Taschen ab, Gepäck durchsuchen… nichts.
    Bis mir einfällt: Ich hatte doch nach dem Frühstück noch einen Blick auf die Radkarte im Aufenthaltsraum geworfen… Und tatsächlich – dort liegt er, ganz unschuldig. 20 Minuten und ein paar Nerven später können wir endlich los.
    Unser Ziel: Buxtehude. Schon bald merken wir, dass wir uns dem Alten Land nähern – blühende Obstplantagen begleiten unseren Weg, ein Traum in Weiß und Rosa.
    In Buxtehude herrscht reges Treiben. Bei einer kurzen Pause am Hafen beobachten wir das bunte Leben, bevor wir uns durch die volle Stadt kämpfen. Umso schöner ist es, als wir sie hinter uns lassen und wieder auf ruhigeren Wegen durch die Natur radeln – mit Obstblüten soweit das Auge reicht.
    Dann ein starker Kontrast: Die riesigen Hallen von Airbus tauchen auf. Bunt bemalte Flugzeuge stehen aufgereiht, ein faszinierender Anblick.
    Kurz darauf erreichen wir den Fähranleger. Mit etwas Mühe bugsieren wir unsere schweren Räder auf das Ponton – und kaum sind wir bereit, legt die Fähre auch schon ab. Am anderen Elbufer erwartet uns zunächst großes Gedränge. Gut, dass ich vor der Tour noch die Schiebehilfe entdeckt habe – ohne sie wäre das hier kaum zu bewältigen gewesen.
    Die Weiterfahrt durch Hamburg gestaltet sich anspruchsvoll. Ich stelle die Navigation auf den Grüngürtel um, doch die Wege sind nicht immer eindeutig. Immer wieder müssen wir stark befahrene Straßen queren, die Radwege sind voll, das Navi spricht in Rätseln – und schickt uns gelegentlich zurück. Wer hat diese Route eigentlich geplant…? 😉Ich wars nicht. Die habe ich aus dem Netz heruntergeladen.
    In der Nähe des Volksparkstadion lockt ein Biergarten. Bei bestem Wetter gönnen wir uns eine Bratwurst( Dank ans Universum. Aber eigentlich hatte ich mir die gestern Mittag schon bestellt) und ein alkoholfreies Bier – beides schmeckt hervorragend.
    Weiter geht’s durch das grüne Niendorfer Gehege und entlang der Kollau, mit einer kleinen Extra-Schleife durch einmal Verfahren. Schließlich erreichen wir unser Ziel in Niendorf im Blankenburgerweg, wo wir schon erwartet werden.
    Was folgt, ist pure Herzlichkeit: kalte Getränke, drei selbstgebackene Torten von Annika und viele Geschichten, die erzählt werden wollen. Ich kann bei den Kindern übernachten, während Rolf und Sabine, die gekommen ist, um uns mit dem Auto abzuholen, im Hotel ganz in der Nähe unterkommen.
    Am Abend gehen wir dort gemeinsam essen und machen später noch einen kleinen Abstecher Richtung Reeperbahn. Den krönenden Abschluss bildet ein Blick über Hamburg bei Nacht – vom 14. Stock aus. Ein atemberaubendes Panorama, das wir bei einem Getränk in aller Ruhe genießen.
    Was für ein Tag.
    Was für eine Reise.
    Fünf Tage durch die Farbenpracht des Frühlings.
    Morgen geht es mit dem Auto nach Hause – die Räder sind bereits verladen.
    Und wir? Voller Erinnerungen. 💛
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