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Unterwegs nach Hamburg

Mit dem "kleinen" Bruder auf große Fahrt mit dem Fahrrad.
Manchmal braucht es einfach seine Zeit.
Diese Radtour nach Hamburg wollte ich schon vor zwei Jahren machen – allein. Alles war vorbereitet. Doch das Leben hatte andere Pläne:
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  • Trip start
    April 28, 2026

    Löhne

    April 25 in Germany ⋅ 🌙 11 °C

    🚴‍♀️ Vom Aufschub zum Aufbruch – meine Herzensfahrt nach Hamburg
    Manchmal braucht es einfach seine Zeit.
    Diese Radtour nach Hamburg wollte ich schon vor zwei Jahren machen – allein. Alles war vorbereitet. Doch das Leben hatte andere Pläne: Michael war krank, ich innerlich zerrissen, und dann kam auch noch Corona dazwischen.
    Jetzt ist es endlich so weit.
    Nicht allein – sondern mit meinem „kleinen Bruder“ an meiner Seite. Und irgendwie fühlt sich genau das richtig an.
    Fünf Tage liegen vor uns.
    Zwischen 60 und 80 Kilometern täglich.Meist werden es erfahrungsgemäß mehr
    Wir folgen dem Weser-Radweg, wechseln auf den Bremen–Hamburg-Hanseradweg und rollen schließlich über den Hamburger Grüngürtelring unserem Ziel entgegen: meinem Sohn Jan Michel und seiner Familie ❤️
    Unsere Etappen:
    📍 Stolzenau
    📍 Verden
    📍 Bremen
    📍 Sauensiek
    📍 Hamburg
    Ich freue mich auf den Fahrtwind, auf Gespräche, auf stille Momente – und auf dieses besondere Gefühl, endlich loszufahren.
    Ein Stück Freiheit und ein Stück Verarbeitung und ganz viel Leben.
    Michael wird dabei sein. In Gedanken. Immer. ✨
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  • Mit Gegenwind entlang der Weser

    April 28 in Germany

    🚴‍♀️ Tag 1 Richtung Hamburg 🌞💨 Von Gohfeld nach Stozenau 65 km
    Pünktlich um 9:30 Uhr schließe ich die Haustür hinter mir. Wie immer dauert es ein bisschen, bis alles geregelt ist und ich guten Gewissens für ein paar Tage loslassen kann. Doch dann: dieses tolle Gefühl von Aufbruch, die Neugier auf das was der Tag so bringt.
    Der Himmel strahlt in zartem Blau, die Sonne wärmt – zumindest optisch. Denn der Wind zeigt sich von seiner ruppigen Seite und ist bitterkalt. Meine dicke Weste bleibt heute meine treue Begleiterin.
    Von Gohfeld aus radle ich entlang der Werre Richtung Treffpunkt am Siel. Und staune nicht schlecht: Die vertraute Landschaft hat sich verändert. Wo früher Radwege, Grünflächen und Bäume waren, ist vieles plattgemacht worden. Kleine Staustufen durchziehen jetzt den Fluss – wohl eine Ausgleichsfläche, aber so ganz erschließt sich mir das nicht.
    Kurz vor zehn erreiche ich den Treffpunkt – und punktgenau rollt auch mein Bruder an. Perfektes Timing! Gemeinsam starten wir unsere Tour: durch den Siel, weiter Richtung Kussbrücke. Dort legen wir unseren ersten Stopp ein – dieser Ort, wo die Werre in die Weser fließt, hat einfach etwas Heimisches, Vertrautes.
    Weiter geht’s bei strahlendem Sonnenschein: sattes Grün, leuchtendes Gelb, tiefes Blau – der Frühling zeigt sich von seiner schönsten Seite.Von Bad Oeynhausen geht es nach Barkhausen, begleitet vom Blick auf Kaiser Wilhelm und den Fernsehturm.
    In Minden erreichen wir die Schiffsmühle – Zeit für die erste Pause. Cappuccino, ein bisschen plaudern, ankommen im Tag. Danach folgen Wasserstraßenkreuz und Schachtschleuse. Wir radeln weiter entlang der Weser Richtung Petershagen.
    Kurz vor Petershagen entdecken wir einen ganz besonderen Rastplatz: ein schwimmendes Ponton mitten auf der Weser. Windgeschützt, sonnendurchflutet, umgeben von Wasser – perfekter geht es kaum. Unser Picknick wird allerdings kurz spannend, als ein vorbeifahrendes Schiff das Ponton ordentlich ins Schaukeln bringt. Für einen Moment halten wir den Atem an – aber alles bleibt an seinem Platz. Glück gehabt! 😄
    Gerade hier wird uns wieder bewusst, wie schön die Heimat ist. Man muss diese Momente nur erkennen – und zulassen.
    Petershagen lassen wir links liegen, aber einen Abstecher zur Mühle gönnen wir uns. Danach geht es durch eine Bilderbuchlandschaft: blühende Rapsfelder, kleine Alleen im frischen Maigrün, ein Himmel wie gemalt. Und das Beste: kaum Menschen unterwegs. Einfach nur wir, die Natur und das leise Surren unserer Räder.
    Zwischen Petershagen und Stolzenau fahren wir durch eine idyllische Seenlandschaft und machen Halt am Glissensee. Ein kleiner Badeplatz mit Sandstrand – und wieder sind wir ganz allein. Was für ein Geschenk!
    Gegen 16 Uhr erreichen wir Stolzenau. Im Hotel zur Post haben wir Zimmer reserviert – nach kurzem Klingeln wird uns geöffnet. Unsere Räder finden sicher Platz in der Garage, die wir bequem mit dem Zimmerschlüssel nutzen können.
    Im Biergarten, der eigentlich noch geschlossen ist, bekommen wir trotzdem ein kühles Getränk serviert. Was für ein schöner Abschluss dieses Tages: entspannt in der Sonne sitzen, zurückblicken, genießen.
    65 Kilometer liegen hinter uns – ein perfekter Einstieg in unsere Tour Richtung Hamburg.
    Jetzt sind wir gespannt, was der Abend noch bringt… 🍻
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  • Von Stolzenau nach Verden

    April 29 in Germany ⋅ ☀️ 9 °C

    🐧Tag 2 unserer Tour Weserwind und Löwenzahn
    Der gestrige Abend klingt noch lange nach.
    Ein kleiner Bummel durch den Ort, ein neugieriger Blick auf den Wohnmobilstellplatz an der Weser – erstaunlich gut besucht für einen Dienstag außerhalb der Ferien. Offenbar wissen nicht nur wir, wo es schön ist 😉
    Im Hotelrestaurant lassen wir es uns gut gehen. Das Essen ist köstlich, der Wein auch – und plötzlich sitzen wir noch lange da, reden über die Tour über gestern, heute und alles dazwischen. Genau diese Momente sind es, die bleiben.
    Die Nacht? Nun ja… sagen wir mal: ausbaufähig 😄
    Doch der Morgen macht alles wieder gut.
    Sonne blinzelt durchs Fenster, als wolle sie sagen: „Aufstehen, es wartet ein neuer Tag!“
    Wir sind die einzigen beim Frühstück. Ein älterer Herr kümmert sich rührend um uns, serviert nicht nur Brötchen, sondern auch Geschichten. Und als Bonus dürfen wir uns sogar Proviant für unterwegs schmieren – wie schön ist das bitte?
    Gut gestärkt geht es los – durch Stolzenau zurück an die Weser.
    Am Ortsausgang halten wir inne am alten jüdischen Friedhof. Ein stiller Ort. Bewegend. Kein einziger der jüdischen Bewohner Stolzenaus hat die Zeit des Nationalsozialismus überlebt.
    In Stolzenau erinnern zudem mehrere Stolpersteine an diese Menschen – kleine Messingplatten im Gehweg, die Namen, Geburts- und Schicksalsdaten tragen. Man geht nicht achtlos daran vorbei. Man bleibt stehen.
    Unser Ziel: Nienburg.
    Der Weg führt uns immer wieder nah an die Weser, durch frisches Frühlingsgrün, begleitet von zwischendurch etwas. weniger Wind als gestern – ein Geschenk!
    Und diese besondere Illusion: Wenn wir Pause machen, ziehen die Schiffe scheinbar lautlos an uns vorbei, als würden sie über die Wiesen gleiten.
    Über Landesbergen, Estorf und Leeseringen nähern wir uns Nienburg.
    In Landesbergen beobachten wir ein großes Schiff beim Schleusen – ein faszinierendes Schauspiel. Die Mittelweser ist nämlich bis hierhin schiffbar und wird von der Binnenschifffahrt rege genutzt.
    Gleich nebenan entdecken wir einen richtig schönen Wohnmobilstellplatz – direkt an der Weser, mit Blick auf das stillgelegte Kraftwerk.
    Das Kraftwerk Landesbergen, einst ein Steinkohlekraftwerk, wurde 2018 stillgelegt – geblieben ist ein markanter Zeitzeuge der Industriegeschichte.
    Überhaupt: Der Weserradweg ist ein Traum!
    Perfekt ausgeschildert, abwechslungsreich und immer wieder mit herrlichen Ausblicken. Mein Navi? Hatte heute quasi frei 😄
    In Nienburg haben wir Glück: Wochenmarkt!
    Ein bisschen bummeln, schauen, schnuppern – und dann zieht es uns in die Sonne. Cappuccino muss sein ☕
    Alle Plätze besetzt – aber wir dürfen uns zu zwei älteren Herrschaften setzen. Die freuen sich so sehr über Gesellschaft, dass sie uns direkt in ein lebendiges Gespräch verwickeln. Als sie gehen, kehrt plötzlich Ruhe ein – und wir genießen das Glockenspiel von Kirche und Rathausturm, die sich fast ein kleines musikalisches Duell liefern.
    Weiter geht’s Richtung Schloss Erbhof Thedinghausen – ein wunderschönes Renaissance-Schloss, das wir nur streifen, aber definitiv im Hinterkopf behalten.
    Hinter Drakenburg finden wir unseren perfekten Picknickplatz.
    Die Brötchen vom Morgen schmecken jetzt doppelt so gut. Vor uns ein alter Fischkutter, Aalreusen im Wasser, ringsum blühende Löwenzahnwiesen – Postkartenidylle pur 🌼
    Dann wird’s abenteuerlich:
    Mit der Fähre setzen wir über die Weser – und merken erst später, dass wir damit unsere Route verlassen haben. Ergebnis: knapp 20 Kilometer extra 😅
    Durch kleine Dörfer, vorbei an roten Backsteinhäusern, erreichen wir schließlich Bücken.
    Die Stiftskirche dort beeindruckt mit ihren markanten Doppeltürmen – ein echtes Wahrzeichen der Region.
    Doch dann der Dämpfer:
    Noch 30 Kilometer bis Verden?! Das sollten doch weniger sein…
    Und der Akku? Wird kritisch.
    Also: Eco-Modus, Blick auf die Anzeige – und hoffen.
    Kurze Pause an der Kirche, tief durchatmen, weiter geht’s. In Hoya gibt es eine tolle Eisdiele und wir machen eine kleine Pause. Und gönnen uns ein leckeres Eis. So sind die Akkus wieder voll und es kann weitergehen.
    Die letzten Kilometer ziehen sich.
    Wind, Sonne, müde Beine – aber auch diese wunderschöne Landschaft aus Wiesen und Feldern.
    Endlich: die Weserbrücke.
    Noch 7 Kilometer. Dann die Aller überqueren – und wir rollen erschöpft, aber glücklich in die Altstadt von Verden ein. Statt der geplanten 62 km sind es heute 82 geworden
    Im Hotel erwartet uns trotz Baustelle ein herzlicher Empfang.
    E-Bikes dürfen im Container laden, wir bekommen ein Getränk aufs Haus – genau das Richtige nach diesem Tag.
    Eine Stunde später sitzen wir schon wieder beim Italiener im nahegelegenen Portofino
    Gutes Essen, ein Glas Wein, und wieder diese Gespräche…
    Aber diesmal siegt die Müdigkeit. Gegen zehn fallen wir ins Bett.
    Und wissen:
    Morgen wartet schon das nächste Abenteuer. 🚴‍♀️✨
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  • Zwischen Rapsfeldern und Weserblick –

    April 30 in Germany ⋅ ☀️ 13 °C

    🚴‍♀️ Weiterfahrt nach Bremen.
    Der Tag begrüßt uns mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein – fast zu schön, um wahr zu sein. Ich habe wunderbar geschlafen, das Frühstück ist reichhaltig und genau das Richtige für einen Radtag. Um 9:45 Uhr sitzen wir im Sattel, bereit für die nächste Etappe Richtung Bremen, die heute rund 50 km lang sein wird.
    Auch wenn die Sonne scheint – die Luft ist frisch. Ich bin froh über meine Entscheidung für die etwas dickere Hose und die Jacke. Man lernt ja dazu unterwegs.
    Zunächst geht es zurück: gut 5 Kilometer von Verden nach Groß Hutbergen, um wieder von der Aller an die Weser zu gelangen. Doch hinter der Weserbrücke stehen wir erstmal ratlos – welcher Weg ist der richtige?
    Ein paar ältere Herren, vertieft in einen gemütlichen Plausch, helfen uns weiter: Zwei Möglichkeiten gäbe es, sagen sie – die schönere führe über Thedinghausen. Unser Navi sieht das genauso. Also los.
    Zwar geht es zunächst noch ein Stück an der Landstraße entlang, doch der Radweg ist gut ausgebaut, der Verkehr überschaubar – und wir rollen durch ein Farbenmeer: Rapsgelb, Maigrün und Himmelblau. Einfach herrlich.
    In Morsum stoppen wir kurz bei Netto und decken uns mit Laugenstangen für die Pause ein. Ein falsch gedrehtes Hinweisschild schickt uns anschließend in die falsche Richtung – und weil wir die Landstraße meiden wollen, landen wir dank eines Tipps in einer wunderschönen Landschaft, aber dafür mitten auf einer ziemlich ruppigen Betonpiste. Abenteuer inklusive 😉
    In Thedinghausen angekommen, gönnen wir uns erstmal eine wohlverdiente Cappuccino-Pause – mit Blick auf die imposante St. Maria Magdalena Kirche. Thedinghausen ist ein kleiner, historisch geprägter Ort an der Weser, bekannt für sein prachtvolles Renaissance-Schloss Schloss Erbhof aus dem 17. Jahrhundert. Fachwerk, Geschichte und ländlicher Charme – absolut sehenswert, auch wenn wir diesmal nur daran vorbeiradeln.
    Weiter geht’s Richtung Bremen-Arsten. Zunächst durch kleine Ortschaften, später wieder längere Strecken entlang der Landstraße – nicht gerade das Highlight des Tages. Umso schöner ist es, als wir endlich wieder an die Weser ind zwar an und auf den Deich geführt werden.
    Oben angekommen: Weite, Wasser, Wind. Rechts Wasserlandschaften, links kleine Gärten, verstreute Häuser. Auf dem Deich mit Blick auf die Marina Wieltsee genießen wir unsere Laugenstangen.
    Ein echtes Kleinod entdecken wir bei Weyhe: den Reisegarten Weyhe. Ein liebevoll gestalteter Park direkt an der Weser, inspiriert von internationalen Gartenideen – ein Ort zum Verweilen, Durchatmen und Staunen.
    Je näher wir Bremen kommen, desto voller wird es auf dem Deich. Radfahrer, Spaziergänger – jetzt ist Konzentration gefragt. Auf der Weserbrücke Richtung Zentrum mischen sich dann auch noch Straßenbahn und Autos dazu. Aber unser Navi bringt uns sicher ans Ziel: ins Hotel.
    Räder in die Tiefgarage, Taschen aufs Zimmer – es ist kurz nach 15 Uhr. Frisch machen, und dann: ab in die Stadt!
    Erster Stopp: ein kühles Getränk an der Schlachte.
    Dann ein entspannter Bummel durch die Böttcherstraße, weiter zum Bremer Rathaus, in den Bremer Dom( eine Kerze für Michael anzünden) und natürlich auch zu den Bremer Stadtmusikanten.
    Zum Abschluss schlendern wir noch durch das verwinkelte Schnoorviertel – eines der ältesten Viertel Bremens mit kleinen Gassen, Boutiquen und ganz viel Charme.
    Der kleine Hunger meldet sich, und so zieht es uns zurück an die Schlachte. In der warmen Abendsonne sitzen wir zwischen vielen Menschen, die das Leben genießen. Auch wir bleiben bis zum Sonnenuntergang – satt, müde und voller Eindrücke.
    Was für ein Tag. ❤️
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  • Bürgerpark, Biergarten und Brauerei

    May 1 in Germany ⋅ ☀️ 17 °C

    🚴‍♀️ – ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch
    Man sollte es kaum glauben – aber auch heute lacht uns beim Blick aus dem Fenster wieder strahlend blauer Himmel entgegen. ☀️ Was haben wir für ein Glück mit dieser Radtour!
    Nach einem herrlich reichhaltigen Frühstück sitzen wir bereits um 9:45 Uhr im Sattel. Die Räder holen wir aus der Tiefgarage, dann geht es los – Richtung Bürgerpark Bremen. Die Strecke kenne ich noch vom letzten Jahr, als ich mit meiner Mädelsgruppe hier unterwegs war. Und wie damals empfängt uns der Park mit üppigem Grün, blühenden Bäumen und einer wunderbaren Morgenstimmung. Auf dem Kanal schippert eine fröhliche Truppe Maiausflügler – Lebensfreude pur.
    Wir suchen den Anschluss an den Hanse-Radweg – und finden ihn schneller als gedacht. Der Hanse-Radweg Bremen–Hamburg ist eine beliebte, rund 120 Kilometer lange Strecke, die beide Hansestädte verbindet. Er führt durch stille Moore, Wälder, kleine Dörfer und bietet eine wunderbare Mischung aus Natur und Kultur – allerdings auch mit Abschnitten, die nicht ganz ohne sind.
    An einer Kreuzung, als wir kurz unsicher sind, spricht uns plötzlich eine ältere Dame an. „Wo wollt ihr denn hin?“ – „Richtung Fischerhude“, sage ich spontan. „Na, dann kommt mal mit – da will ich auch hin!“
    Und so radeln wir plötzlich mit Erika. Fast 80 Jahre alt – und was für ein Tempo! 🚴‍♀️ Ganz ohne E-Bike hält sie locker mit uns mit und erzählt dabei spannend von der Region: von den Haus Hohenzollern, die hier ein Anwesen haben, von der Universität, an der wir vorbeikommen – ein lebendiger Tourguide auf zwei Rädern.
    Fischerhude selbst ist ein kleines Künstlerdorf mit viel Geschichte. Maler, Schriftsteller und Kunsthandwerker haben den Ort geprägt. Reetgedeckte Häuser, Galerien und die Wümme verleihen ihm einen ganz besonderen Charme.
    In Fischerhude verabschieden wir uns von Erika – sie fährt noch zum Mittagessen bei einer Freundin und später die 22 Kilometer wieder zurück. Respekt! 👏
    Wir gönnen uns einen Cappuccino im hübschen Puppen Café Fischerhude, bevor es weitergeht.
    Dann zeigt der Hanse-Radweg sein anderes Gesicht: Waldwege, Sand, Schotter – der Asphalt macht Pause. Jetzt wissen wir, warum die Strecke stellenweise als „anspruchsvoll“ gilt. Aber egal ob Wald oder Wiesen – es ist einfach wunderschön. 🌿
    Nach etwa 55 Kilometern erreichen wir Nartum. Der Po meldet sich – Zeit für eine Pause! Der Nartumer Hof kommt wie gerufen: gepflegte Anlage, schöner Biergarten, einladende Atmosphäre. Ein alkoholfreies Bier später beschließen wir: Für den großen Hunger ist es noch zu früh – ein Eis wäre gut, nachdem das Universum mir die bestellte Bratwurst nur als Grillgeruch aus Gärten geliefert hat.

    Doch vorher liegen noch etliche Kilometer vor uns: über Sittensen Richtung Sauensiek.
    Die Strecke führt durch kleine Dörfer, vorbei an liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern – ein Genuss fürs Auge. 👀
    Zwischendurch kürzen wir ein Stück über die Landstraße ab. An einer Tankstelle gibt’s endlich Nachschub: Wasser, Schokolade – schnelle Energie für müde Beine.
    Die letzten 16 Kilometer ziehen sich… endlos. Obwohl der Radweg wunderbar asphaltiert ist und die Landschaft traumhaft bleibt, wollen wir jetzt einfach nur noch ankommen.
    Um 17:30 Uhr stehen wir endlich vor dem Hotel & Gasthaus Klindworth – der Tacho zeigt knapp 90 Kilometer statt der geplanten 74. 😅
    Das traditionsreiche Haus ist nicht nur Hotel, sondern auch Brauerei – hier wird noch selbst gebraut. Es gibt einen Wohnmobilstellplatz und einen kleinen Campingplatz, alles idyllisch gelegen und sehr gepflegt.
    Die Räder kommen in die Garage – und wir in den Biergarten. 🍺
    Ein frisch gezapftes Bier aus eigener Herstellung, dazu später ein leckeres Essen – und wir sitzen noch lange draußen, während die Sonne langsam untergeht.
    So klingt ein perfekter Radtag aus.
    Morgen geht es weiter – Richtung Buxtehude und an die Elbe. 🚴‍♀️✨
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  • Zwischen Obstblüten, Elbfähre

    May 3 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    🌸 & Hamburg bei Nacht 🌆
    Finale einer Frühlings-Radtour voller Überraschungen -50 km
    Der letzte Tag unserer Radtour beginnt – wie schon die Tage zuvor – mit strahlendem Frühlingswetter. Die Sonne lacht, und wir genießen ein entspanntes Frühstück, gemeinsam mit einer fröhlichen Familiengruppe, die am Vorabend gefeiert hat und nun die Bedienung ordentlich auf Trab hält.
    Mein morgendliches Gepäck-Tetris funktioniert heute erstaunlich gut – obwohl die Kleidung mit den steigenden Temperaturen gefühlt immer mehr wird. Doch kaum ist alles verstaut und angehängt, beginnt die erste kleine Krise: Mein Zimmerschlüssel ist verschwunden! Westentasche? Fehlanzeige. Zimmer? Nichts. Frühstückstisch? Auch nicht. Also: Taschen ab, Gepäck durchsuchen… nichts.
    Bis mir einfällt: Ich hatte doch nach dem Frühstück noch einen Blick auf die Radkarte im Aufenthaltsraum geworfen… Und tatsächlich – dort liegt er, ganz unschuldig. 20 Minuten und ein paar Nerven später können wir endlich los.
    Unser Ziel: Buxtehude. Schon bald merken wir, dass wir uns dem Alten Land nähern – blühende Obstplantagen begleiten unseren Weg, ein Traum in Weiß und Rosa.
    In Buxtehude herrscht reges Treiben. Bei einer kurzen Pause am Hafen beobachten wir das bunte Leben, bevor wir uns durch die volle Stadt kämpfen. Umso schöner ist es, als wir sie hinter uns lassen und wieder auf ruhigeren Wegen durch die Natur radeln – mit Obstblüten soweit das Auge reicht.
    Dann ein starker Kontrast: Die riesigen Hallen von Airbus tauchen auf. Bunt bemalte Flugzeuge stehen aufgereiht, ein faszinierender Anblick.
    Kurz darauf erreichen wir den Fähranleger. Mit etwas Mühe bugsieren wir unsere schweren Räder auf das Ponton – und kaum sind wir bereit, legt die Fähre auch schon ab. Am anderen Elbufer erwartet uns zunächst großes Gedränge. Gut, dass ich vor der Tour noch die Schiebehilfe entdeckt habe – ohne sie wäre das hier kaum zu bewältigen gewesen.
    Die Weiterfahrt durch Hamburg gestaltet sich anspruchsvoll. Ich stelle die Navigation auf den Grüngürtel um, doch die Wege sind nicht immer eindeutig. Immer wieder müssen wir stark befahrene Straßen queren, die Radwege sind voll, das Navi spricht in Rätseln – und schickt uns gelegentlich zurück. Wer hat diese Route eigentlich geplant…? 😉Ich wars nicht. Die habe ich aus dem Netz heruntergeladen.
    In der Nähe des Volksparkstadion lockt ein Biergarten. Bei bestem Wetter gönnen wir uns eine Bratwurst( Dank ans Universum. Aber eigentlich hatte ich mir die gestern Mittag schon bestellt) und ein alkoholfreies Bier – beides schmeckt hervorragend.
    Weiter geht’s durch das grüne Niendorfer Gehege und entlang der Kollau, mit einer kleinen Extra-Schleife durch einmal Verfahren. Schließlich erreichen wir unser Ziel in Niendorf im Blankenburgerweg, wo wir schon erwartet werden.
    Was folgt, ist pure Herzlichkeit: kalte Getränke, drei selbstgebackene Torten von Annika und viele Geschichten, die erzählt werden wollen. Ich kann bei den Kindern übernachten, während Rolf und Sabine, die gekommen ist, um uns mit dem Auto abzuholen, im Hotel ganz in der Nähe unterkommen.
    Am Abend gehen wir dort gemeinsam essen und machen später noch einen kleinen Abstecher Richtung Reeperbahn. Den krönenden Abschluss bildet ein Blick über Hamburg bei Nacht – vom 14. Stock aus. Ein atemberaubendes Panorama, das wir bei einem Getränk in aller Ruhe genießen.
    Was für ein Tag.
    Was für eine Reise.
    Fünf Tage durch die Farbenpracht des Frühlings.
    Morgen geht es mit dem Auto nach Hause – die Räder sind bereits verladen.
    Und wir? Voller Erinnerungen. 💛
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    Trip end
    May 3, 2026