Von Tigern, Dom und anderen Eindrücken
19. Mai in Deutschland ⋅ ⛅ 14 °C
In der Nacht hat es geregnet. Darf es ruhig – wenn am Morgen die Sonne scheint und den See zum Glitzern bringt.
Mit meinem Kaffee gehe ich kurz nach draußen. Zum Sitzen ist es aber noch zu frisch. Also wieder zurück ins warme Bett und durch die Frontscheibe einfach nur schauen. So ein Panorama hat man auch nicht jeden Tag. ☕🌊
Später wird es warm genug für draußen. Frühstück mit Seeblick – besser geht’s kaum. Danach der übliche Womo-Haushalt, und dann lehnen wir uns einfach mal in die Sonne.
Kurz schwinge ich mich noch aufs Rad und besorge Spargel für den Abend. Was für eine herrliche Luft! Die Natur zeigt sich von ihrer besten Seite, alles wirkt frisch und geschniegelt. Viel zu schade, um nur herumzusitzen.
Also schnell ein paar Radtouren rund um Schwerin rausgesucht. Aber bitte nicht länger als 30 km – Schwester Anne hebt sofort den Finger. 😄
Gut, wir starten mit knapp 20 km zum Einrollen:
Schloss Schwerin – Zippendorfer Strand – Altstadt
Wir fahren über die Werderstraße Richtung Schweriner Schloss und weiter durch den Schlosspark. Immer am Schweriner Innensee entlang, vorbei am Ruderclub, an der Aussichtsplattform und über den Franzosenweg durch ein schönes Waldgebiet.
Das Wasser glitzert zwischen den Bäumen, mal nah am Ufer, mal nur ein blauer Streifen im Grün.
Plötzlich sagt Anne: „Da ist ein Tiger!“
Ich lache. „Hast du schon was getrunken oder siehst du jetzt Tiger im Schweriner Wald?“ 🐅😄
Kurz darauf erreichen wir den Zippendorfer Strand. Blauer Himmel, ein paar Schäfchenwolken, einige Leute im Sand. In der Ferne zieht die weiße Flotte ihre Bahn über den See.
Wir machen Pause, sitzen in der Sonne und schauen einfach nur aufs Wasser. Hinter uns die schönen alten Villen – geschniegelt und geschniegelt, als warteten sie auf den großen Pfingstansturm.
Wir wollen weiter bis ins Naturschutzgebiet – doch plötzlich ist Schluss. Ein Tor, ein Schild: Durchfahrt verboten für Fahrräder. Also ein Stück zurück und durch den Wald auf einen gut ausgebauten Radweg.
Am Zoo entlang – und dann stehen wir plötzlich vor Kängurus!
Ich schaue Anne an: „Na gut… Tiger war vielleicht nicht ganz falsch.“ 😄
Die Strecke führt uns weiter zur Schleifmühle Schwerin.
📌 Kleiner Exkurs:
Hier wurden früher Steine mit Wasserkraft geschliffen – unter anderem für das Schloss. Die Technik funktioniert teilweise heute noch. Ein spannendes Stück Handwerksgeschichte.
Von dort geht es zurück durch den Schlosspark – die Runde schließt sich.
Jetzt haben wir Kaffeedurst. Auf dem Markt, gegenüber vom Schweriner Dom, werden wir fündig. ☕🍰
Danach schauen wir noch in den Dom hinein.
📌 Wissenswert:
Der Dom ist eines der wichtigsten Bauwerke der Backsteingotik. Besonders die großen Fenster fallen auf – und die mächtige Orgel sowieso.
Und: 1989 fanden hier Friedensgebete statt. Unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ versammelten sich Menschen, die Veränderungen wollten. Die Kirche war damals ein wichtiger Ort für Austausch und Mut.
Für Michael zünde ich eine Kerze an. 🕯️
Beim Hinausgehen meldet sich plötzlich laut mein Handy-Navi:
„Sie haben die Route verlassen!“
Peinlich… 😄
Eine Frau fragt uns nach dem Ausgang – den finden wir dann ganz ohne Navi.
Draußen wartet schon die Petermännchen-Bahn auf ihre nächste Runde. Für uns heute nicht mehr. Uns zieht es zurück an den See in die Sonne.
Unsere Womo-Nachbarn kommen später von ihrer Bootstour zurück, und wir sitzen noch eine ganze Weile zusammen. Erzählen, lachen, genießen den Abend. 🌅
Dann meldet sich der Magen – der Spargel wartet.
Leider nichts mit draußen essen, es fängt wieder leicht an zu tröpfeln. Der Regen beendet die Runde.
Und dann noch das: Die Satanlage zeigt kein Signal!
Klaus kommt zur Hilfe – und tatsächlich: Der Satellit ist verstellt. Wer war das denn? 😄
Am Ende sitzen wir doch gemütlich drin, essen unseren Spargel und schauen auf das Lichtspiel über dem See.
Morgen?
Mal sehen… wir schauen einfach. 😊Weiterlesen































