Radtour zum Kloster Gerleve
October 3 in Germany
☁️ 15 °C
🚲 22 Radler, drei Linden und ein bisschen Giro-Feeling
Der zweite Tag unseres Wohnmobiltreffens beginnt schon früh. Ab acht Uhr huscht der eine oder andere mit Handtuch und Duschzeug über den Platz, andere holen Brötchen und wenig später steht man überall in Zweier- oder Dreiergrüppchen zusammen. Es wird erzählt, gelacht und natürlich gefachsimpelt. So ein Wohnmobiltreffen hat schließlich auch immer etwas von einer mobilen Volkshochschule. 😄
Plötzlich bildet sich eine größere Menschentraube um Hans’ Wohnmobil. Was ist denn da los?
Hans hat keinen Strom mehr. Die Batterien sind leer und um sie wieder laden zu können, muss er an sie herankommen. Dummerweise ist die entsprechende Klappe verriegelt – und ohne Strom lässt sie sich nicht öffnen. 🙈
Irgendwo gibt es dafür natürlich eine Notentriegelung. Die Frage ist nur: Wo?
Mit Hilfe der Hotline und einiger findiger Wohnmobilisten wird gesucht, beraten und ausprobiert. Viele Männer, viele Meinungen – aber diesmal führt das tatsächlich zum Erfolg. 😄 Die Klappe geht auf und kurze Zeit später werden die Batterien wieder geladen.
Mission erfüllt!
🚲 22 Radler machen sich auf den Weg
Um 11 Uhr heißt es dann: Auf die Räder!
22 Radler machen sich zur gemeinsamen Tour auf. Anja und Uwe als Organisatoren hatten eigentlich schon eine Strecke vorbereitet, aber durch ein kleines Missverständnis haben Udo und Carola noch einmal eine ähnliche Tour über Komoot geplant. Aber schließlich führen bekanntlich viele Wege nach Rom. Oder in unserem Fall zur Abtei Gerleve und zu den Drei Linden.
Zunächst rollen wir über Lette und schöne Nebenstraßen gemütlich dahin. So könnte es weitergehen.
Tut es aber natürlich nicht. 😂
Aus dem asphaltierten Waldweg wird plötzlich Schotter und schließlich zeigt Komoot uns allen Ernstes eine Wiese als weiteren Weg an. Fahrspuren sind mit viel Fantasie noch zu erahnen. Mit 22 Radlern darüber? Lieber nicht!
Also wird umgeroutet.
Carola findet eine Alternative. Die hat allerdings einen kleinen Haken: einen ziemlich steilen Berg! 😅Einige haben ordentlich zu kämpfen. Irene und Anja hätten wohl echte Schwierigkeiten gehabt, am Berg wieder aufs Fahrrad zu kommen, wenn Harald nicht den rettenden Engel gespielt hätte. Aber irgendwann sind alle oben – und danach darf wieder durchgeatmet werden.
Der Weg führt weiter durch Wald und Felder, vorbei an vielen Apfelbäumen. Und weil die Sonne so herrlich scheint, machen wir kurzerhand Pause. Ein paar Äpfel werden probiert – frischer geht es nun wirklich nicht. 🍎☀️
⛪ Ruhepause in der Abtei Gerleve
Bald darauf erreichen wir die Benediktinerabtei Gerleve. Ein wunderschöner, ruhiger Ort mitten im Münsterland.
Die Geschichte der Abtei beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Die Geschwister Bernhard, Elisabeth und Hermann Wermelt stellten ihren Bauernhof für die Gründung eines Klosters zur Verfügung. 1899 kamen die ersten Benediktinermönche nach Gerleve, 1904 wurde das Kloster zur selbstständigen Abtei erhoben. Bis heute leben hier Benediktiner, und besonders bekannt ist Gerleve auch für seine Gottesdienste mit gregorianischem Choral.
Uns zieht es heute allerdings weniger zum Choral als in den Biergarten. 😄
Und der bietet zum Glück genügend Platz für unsere ganze Truppe. Bei einem kühlen Getränk sitzen wir in der Sonne und genießen die schöne Klosteranlage. Eine Pause genau nach unserem Geschmack. 🍺☀️
Danach geht es über schöne Nebenwege weiter Richtung Coesfeld.
🍦 22 Radfahrer suchen ein Eis
Mit einer so großen Radlergruppe durch eine Stadt zu fahren, ist allerdings eine Wissenschaft für sich. An der Ampel schaffen es vielleicht die ersten zwölf bei Grün, der Rest steht bei Rot – und schon ist die Gruppe wieder zweigeteilt.
Aber irgendwann sind tatsächlich alle in der Innenstadt angekommen.
Und dann sehen wir ein Eiscafé.
Fehler! 😂
Oder besser gesagt: Glück für den Besitzer. Denn wir nehmen den Laden praktisch komplett in Beschlag. Der gute Mann dürfte heute einen seiner besseren Umsätze gemacht haben. 🍦🍨
Nach dem dicken Eis ist allerdings klar: Für Kuchen dürfte später nicht mehr allzu viel Platz sein.
🌳 Drei Linden und plötzlich Radrennen
Unser nächstes Ziel liegt oberhalb von Coesfeld: die Drei Linden.
Dafür müssen wir die Stadt wieder verlassen und natürlich – wie sollte es anders sein – noch einmal bergauf. Oben stehen tatsächlich die drei namensgebenden Linden und wir werden mit einem wunderschönen Blick über Coesfeld und das Münsterland belohnt. Die Drei Linden gehören zu den beliebten Aussichtspunkten am Coesfelder Berg und liegen an verschiedenen Wanderwegen rund um die Stadt.
Und dann wird es noch einmal spannend.
Wir wären nämlich beinahe dem heutigen Sparkassen Münsterland Giro in die Quere gekommen. 🚴♂️🚴♂️🚴♂️
Ausgerechnet heute, am 3. Oktober, findet die 20. Auflage dieses großen Radrennens statt. Die Profis fahren gleich zweimal durch Coesfeld, außerdem führt auch ein Amateurrennen durch das Stadtgebiet. In der Innenstadt sind deshalb zahlreiche Straßen gesperrt und auf dem Marktplatz kann man das Rennen sogar auf einer großen Leinwand verfolgen.
Wir verzichten allerdings dankend darauf, uns mit unseren E-Bikes ins Profifeld einzureihen. Die hätten wir vermutlich nur unnötig aufgehalten. 😂
Von den Drei Linden geht es deshalb wieder hinunter nach Coesfeld, durch die Stadt und schließlich über Lette zurück zum Campingplatz.
☕ Kuchen? Och nö …
Dort wartet noch reichlich Kuchen von gestern auf uns.
Nur: Nach dem Eis in Coesfeld hält sich die Begeisterung erstaunlicherweise in Grenzen. Trotzdem wird Kaffee gekocht und ein bisschen Kuchen geht schließlich immer irgendwie. ☕🍰
Danach verteilt sich die Gesellschaft.
Der eine macht ein Nickerchen im Wohnmobil, der andere liegt in der Sonne, und wieder andere sitzen zusammen und erzählen. Genau das macht so ein Treffen aus: Man muss nichts – kann aber jederzeit jemanden zum Quatschen finden.
🍖 Bayerischer Abend zum Abschluss
Um 18 Uhr treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Bayerischen Abend in der Gastronomie des Campingplatzes.
Für uns ist ein Buffet mit Haxen, Leberkäse, Kraut und Kartoffelbrei aufgebaut. Deftig und reichlich – nach unserer Radtour dürfen wir das wohl. 😋
Wir sitzen gemeinsam im Wintergarten. Für unsere große Gruppe ist der allerdings ein bisschen eng und je später der Abend wird, desto höher steigt der Geräuschpegel. Als dann auch noch Musik dazukommt, funktioniert Unterhaltung eigentlich nur noch mit dem Menschen direkt rechts, links oder gegenüber.
Gegen neun Uhr beschließen Gitti und ich deshalb, Feierabend zu machen. Die Gartenstühle sind auf Dauer auch nicht gerade Sesselqualität und ich merke, dass ich mich inzwischen sehr nach meinem gemütlichen Platz im Wohnmobil sehne. Als wir zum Bezahlen gehen, schließen sich gleich mehrere andere an.
Und damit geht ein schöner letzter gemeinsamer Abend zu Ende. ❤️
Morgen früh nach dem Frühstück fährt nach und nach jeder wieder nach Hause. Vielleicht bleibt der eine oder andere noch ein paar Stunden und dreht noch eine Runde mit dem Fahrrad.
Für Gitti und mich endet morgen allerdings nicht nur dieses Wohnmobiltreffen.
Es endet auch unsere dreiwöchige Reise.
Saale und Unstrut, Thüringen, Weinberge, kleine Städte, Berge, Seen, Stellplätze, Radtouren, Umwege, Pannen, Sonne und Regen – und nun zum Abschluss dieses Treffen im Münsterland.
Drei Wochen unterwegs. 🚐❤️
Morgen heißt es tatsächlich: Kurs Heimat.
Aber das Resümee dieser Reise bekommt einen eigenen Bericht. Denn für drei Wochen voller Erlebnisse braucht es schließlich ein bisschen mehr als einen letzten Absatz. 😉Read more













































