• ⚔️ Wikinger, Hygge und eine nasse Überraschung

    30 października, Dania ☁️ 13 °C

    Ein Ausflug nach Ribe mit Museumsbesuch, Stadtbummel und Spielplatzspaß

    Heute Morgen heißt es Abschied nehmen. Jan-Michel und Clara fahren nach dem Frühstück zurück nach Hamburg. Aber vorher ist erst einmal großes Gepäcksortieren angesagt. Schließlich muss ich morgen auch noch ins Auto passen. Deshalb schicken wir einen Teil unserer Sachen schon mal mit den beiden auf die Reise. Weil alle mit anpacken, ist das schnell erledigt. Die beiden können starten und ich werde morgen in Hamburg mein Auto wieder übernehmen.

    Kaum sind die beiden weg, machen wir uns auch schon für unseren heutigen Ausflug fertig. Es geht nach Ribe, ins Wikingermuseum. Darauf freut sich Paul schon seit Tagen. ⚔️
    Ribe kenne ich noch von unseren Wohnmobiltouren durch Dänemark und habe die kleine Stadt in guter Erinnerung. Rund 50 Kilometer liegen vor uns.
    Wir verlassen Vejers Strand und fahren landeinwärts. Die Dünen und Kiefernwälder bleiben zurück, und die Landschaft verändert sich. Felder, Wiesen, kleine Höfe und immer wieder Baumgruppen in schönen Herbstfarben begleiten uns. Die Ernte ist längst eingebracht, und die Landschaft wirkt schon ziemlich herbstlich. Je weiter wir nach Süden kommen, desto flacher wird das Land. Hier bestimmen Wasserläufe, Weiden und die weite Marschlandschaft das Bild. Dazu strahlt die Sonne von einem nahezu wolkenlosen Himmel. Was will man mehr?
    Nach einer knappen Stunde erreichen wir Ribe.
    ⚔️ Bei den Wikingern ist Anfassen ausdrücklich erlaubt!

    Unser erstes Ziel ist das Museet Ribes Vikinger am Odins Plads. Auf dem Parkplatz ist reichlich Platz und auch im Museum ist kaum etwas los. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt, die Erwachsenen müssen 110 DK bezahlen.

    Das Museum erzählt die Geschichte Ribes von seinen Anfängen im frühen 8. Jahrhundert über die Wikingerzeit bis ins Mittelalter und darüber hinaus. Schon damals ist Ribe ein bedeutender Handelsplatz, an dem Kaufleute und Handwerker aus verschiedenen Ländern ihre Waren anbieten.

    Natürlich gibt es die üblichen Vitrinen mit alten Münzen, Schmuck, Scherben, Werkzeugen und anderen Fundstücken, die Archäologen hier ausgegraben haben. Aber das Museum hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um auch Kindern die Geschichte nahezubringen.

    Und das ist wirklich toll gemacht!

    Gleich zu Beginn kann sich Paul mit einem Schild, Helm und einer Axt/Schwert ausrüsten. Damit ist er für seine Reise in die Wikingerzeit bestens vorbereitet. 🛡️

    Richtig interessant wird es dort, wo wir die Schuhe ausziehen müssen. Hier dürfen die Kinder nach Herzenslust spielen, ausprobieren und alles anfassen. Es gibt nachgebaute Einrichtungen aus der Wikingerzeit, und wer möchte, kann sogar vollständig in die Kleidung eines Wikingers schlüpfen.

    Da wird Geschichte nicht nur angeschaut, sondern richtig erlebt.

    Paul ist jedenfalls begeistert. Und ich finde, dass man hier ein wirklich gutes Händchen dafür hat, wie man Kindern Geschichte vermittelt, ohne sie mit Jahreszahlen und langen Erklärungen zu langweilen.

    Auch in der Mittelalterabteilung geht es so weiter. Im Erlebnisbereich rund um Dagmar und Valdemar können die Kinder wieder in eine andere Zeit eintauchen. Überall gibt es etwas zu entdecken, auszuprobieren und zu bespielen.

    So macht Museum sogar einem Fünfjährigen Spaß!

    Dann erfahren wir, dass im Versammlungssaal ein Film gezeigt wird. Also nichts wie hin.

    Auf der Leinwand läuft ein Zeichentrickfilm über die Wikinger und ihre Götter Odin und Thor. Sehr anschaulich und spannend gemacht. Leider nur auf Englisch. Aber Lena und Tristan übersetzen für Paul, und so kann er die Geschichte trotzdem gut verfolgen.

    Nach so viel Geschichte brauchen wir erst einmal eine kleine Pause. Im Museumscafé gibt es warme und kalte Getränke. Besonders praktisch finde ich, dass man hier sogar sein mitgebrachtes Essen verzehren darf. Das ist gerade für Familien mit Kindern eine gute Sache.

    Während Lena und Tristan mit Paul noch eine weitere Kinderaktion mitmachen, verabschiede ich mich schon einmal in Richtung Altstadt.

    🍂 Ribe – eine Stadt, die den Herbst gut tragen kann

    Vom Museum sind es nur wenige Gehminuten bis in die historische Altstadt.

    Die Sonne scheint herrlich, und überall leuchtet das Herbstlaub. Es macht richtig Spaß, durch die alten Gassen zu schlendern. Ribe hat einfach etwas Besonderes.

    Als Erstes komme ich an der Sankt-Catharinæ-Kirche vorbei. Sie gehört zu einem ehemaligen Dominikanerkloster, das bereits 1228 gegründet wird. Besonders bemerkenswert ist der gut erhaltene mittelalterliche Klosterhof.

    Wenig später erreiche ich den Platz mit dem mächtigen Dom.

    Ribe gilt als älteste Stadt Dänemarks. Bereits um das Jahr 710 entsteht hier ein Handelsplatz der Wikinger. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelt sich daraus eine reiche Handelsstadt.

    Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt. Seine Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Er ist eine der bedeutendsten romanischen Kirchen Dänemarks und überragt mit seinen Türmen die Dächer der Altstadt. Der mächtige, rund 50 Meter hohe Bürgerturm ist schon von Weitem zu sehen.

    Was mir an Ribe besonders gefällt, sind die vielen gut erhaltenen alten Häuser, die engen Gassen und das Kopfsteinpflaster. Man kann sich gut vorstellen, wie es hier vor einigen hundert Jahren ausgesehen hat.

    Jetzt im Herbst kommen die bunten Blätter und die liebevoll dekorierten Hauseingänge noch dazu. Und das alles in diesem herrlichen Sonnenlicht!

    Allerdings hat die Sache einen Haken: Meine Jacke liegt noch im Auto! 🥶

    Und obwohl die Sonne so schön scheint, ist es inzwischen empfindlich kalt. Als ich die Fußgängerzone erreiche, bin ich schon ziemlich durchgefroren.

    Also kehre ich lieber um.

    Und siehe da, als ich wieder am Auto ankomme, treffen auch Lena, Tristan und Paul gerade ein. Besser hätten wir das gar nicht verabreden können.

    Gemeinsam und warm verpackt ziehen wir noch einmal los.

    🇩🇰 Hygge – die Dänen können das einfach!

    Jetzt bummeln wir ganz gemütlich durch die Altstadt und die Fußgängerzone.

    Überall entdecken wir liebevoll gestaltete Schaufenster, dekorierte Hauseingänge und kleine Geschäfte, in denen man am liebsten überall mal hineinschauen möchte.

    Hier ist sie wieder, diese dänische Gemütlichkeit, die sich so schwer übersetzen lässt. Hygge nennen die Dänen das. Und in Ribe bekommt man eine ziemlich gute Vorstellung davon, was damit gemeint ist.

    Langsam meldet sich auch der Hunger. Wir suchen uns ein kleines Café, in dem auch vegane Gerichte angeboten werden.

    Und hier lerne ich wieder einmal etwas Neues kennen!

    Es gibt gebratenes Vollkornbrot, gefüllt mit Avocado und Kimchi. Dazu einen Rotkohlsalat mit verschiedenen Körnern und karamellisierten Nüssen.

    Kimchi stammt übrigens aus Korea und ist fermentiertes, würzig eingelegtes Gemüse, meistens Chinakohl. Eine ganz andere Geschmacksrichtung, als ich sie normalerweise auf dem Teller habe.

    Das dänische „dagens ret“ bedeutet schlicht „Tagesgericht“. Oft gibt es in dänischen Restaurants und Cafés täglich ein wechselndes Gericht zu einem festen Preis. Eine schöne Sache. Aber auf das heutige Angebot, Tomatensuppe, habe ich grad keinen Appetit 😄

    Während wir auf unser Essen warten, versuchen Lena und Tristan mit Paul eine Partie Schach zu spielen. Und ich staune nicht schlecht, wie viel der kleine Mann schon über die Figuren und ihre Spielzüge weiß.

    Auch im Café ist alles bis ins Detail gemütlich eingerichtet. Sogar auf der Toilette geht die dänische Dekorationsfreude weiter. An der Lampe über dem Spiegel hängt tatsächlich ein Preisschild. Offenbar kann man die gleich mitkaufen, wenn sie einem gefällt.

    Die Dänen sind schon geschäftstüchtig! 😂

    Nach dem Essen bummeln wir weiter und kommen an die Ribe Å, den Fluss, der sich in mehreren Armen durch die Stadt zieht.

    Hier rauscht das Wasser durch die alten Mühlenläufe, und an einer Stelle dreht sich sogar noch ein großes Wasserrad.

    Der Fluss hat früher eine ganz entscheidende Bedeutung für Ribe. Über ihn gelangen Schiffe von der Nordsee bis in die Stadt und bringen Waren aus vielen Ländern mit. Ribe entwickelt sich dadurch zu einem wichtigen Handelsplatz. Später treiben die Wasserläufe mehrere Mühlen an, die für das wirtschaftliche Leben der Stadt ebenfalls wichtig sind.

    Heute ist das alles vor allem wunderschön anzusehen.

    Die alten Häuser spiegeln sich im Wasser, kleine Boote liegen ruhig am Ufer, und die tief stehende Nachmittagssonne taucht alles in ein warmes Licht.

    Hier könnte ich noch eine ganze Weile stehen bleiben. Aber es wird langsam richtig kalt, und schließlich haben wir noch etwas vor.

    🛝 Riplay – und plötzlich haben auch die Großen wieder ihren Spaß!

    Lena und Tristan haben Paul noch einen Besuch auf Dänemarks größtem Spielplatz versprochen.

    Der heißt Riplay und liegt ebenfalls in Ribe.

    Und groß ist hier wirklich nicht übertrieben!

    Auf rund 12.500 Quadratmetern gibt es alles, was Kinderherzen höherschlagen lässt. Riesige Klettergerüste, hohe Holztürme, Seilbrücken, Schaukeln, Seilbahnen und insgesamt 20 Rutschen. Sogar ein 107 Meter langer Hindernisparcours gehört dazu.

    Das Besondere ist, dass viele Spielbereiche Themen aus der Geschichte Ribes und der Natur des Wattenmeeres aufgreifen. So gibt es beispielsweise eine nachgebildete Burg und Spielmöglichkeiten rund um die Sturmfluten an der Nordseeküste.

    Und das Beste: Der Eintritt ist kostenlos!

    Paul weiß natürlich gar nicht, wo er zuerst hinlaufen soll. Kaum hat er eine Sache ausprobiert, entdeckt er schon die nächste.

    Aber nicht nur er hat seinen Spaß.

    Auch wir Erwachsenen können den Schaukeln und der Seilbahn nicht widerstehen. Manchmal ist es doch ganz schön, wieder Kind sein zu dürfen.

    Für den größten Lacher sorgt allerdings Lena.

    Sie springt auf eines der in den Boden eingelassenen Trampoline. Dummerweise hat sich dort eine riesige Wasserpfütze angesammelt.

    Und beim ersten kräftigen Sprung schwappt das Wasser mit einem gewaltigen Schwall hoch! 💦

    Schuhe nass, Socken nass, Hose nass!

    Wir müssen alle so lachen, weil das einfach zu komisch aussieht.

    Na, wenn das kein gelungener Abschluss unseres Ausflugs ist! 😂

    🏡 Ein letzter Abend in Vejers Strand

    Langsam wird es dunkel, als wir uns auf den Rückweg machen.

    Da haben wir heute wirklich einen richtigen Tagesausflug unternommen. Erst die Wikinger, dann ein gemütlicher Bummel durch Ribe und zum Schluss noch jede Menge Spaß auf dem Spielplatz.

    Als wir wieder im Ferienhaus ankommen, wird erst einmal das Abendessen aus den Resten zusammengestellt. Schließlich wollen wir morgen nicht noch einen halben Kühlschrank mit nach Hause nehmen.

    Danach wird der Ofen noch einmal angeheizt, und natürlich nutzen wir auch den Pool ein letztes Mal. 🏊‍♀️

    Morgen früh heißt es dann endgültig Abschied nehmen von Vejers Strand und unserem schönen Ferienhaus.

    Die Herbstferien gehen zu Ende, sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Hamburg. Dazu kommt der übliche Bettenwechsel in den Ferienhäusern.

    Hoffentlich sind wir nicht alle gleichzeitig auf der Autobahn unterwegs!

    Aber darüber mache ich mir heute noch keine Gedanken.

    Jetzt genießen wir erst einmal unseren letzten Abend in Dänemark. 🇩🇰❤️
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