• Oviedo - Ferrol - A Coruña

    May 14 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    Weiter ging es entlang der Costa Verde — der „grünen Küste“. Sie heißt so, weil das regenreiche, gemäßigte Seeklima die Landschaft deutlich grüner macht als in anderen Teilen Spaniens. Besonders auffällig sind die vielen Eukalyptusbäume: Ergebnis einer politisch vorangetriebenen Aufforstung. Vor rund 50 Jahren förderte das Franco‑Regime die großflächige Anpflanzung von Eukalyptus in Galicien und Nordspanien, um die Zelluloseindustrie zu beliefern; ganze Gebiete wurden dafür der Monokultur überlassen.

    Die Strecke von Oviedo bis Ferrol war ebenso spektakulär wie die bisherigen Etappen: gebirgige Abschnitte, stellenweise direkt am Meer, viele Tunnel, Brücken und enge Kurven. Wegen der Topographie — und offenbar mangelnder Vegetationspflege, sodass Äste regelmäßig gegen die Züge schlagen — bleibt das Tempo niedrig.

    Für die rund 310 km und 120 (!) Stationen sieht der Fahrplan eine Reisezeit von 7:25 vor; wir erreichten Ferrol etwa 30 Minuten verspätet. Die Haltepunkte werden nur bei Bedarf bedient. Der Bedarf wird im Zug festgestellt, indem die Zugbegleiterin die eingestiegenen Fahrgäste fragt, bis wohin sie fahren möchten.

    Unterwegs gab es diesmal keinen Zugwechsel, lediglich ein Personalwechsel zur Streckenhalbzeit.

    In Deutschland würde eine Verbindung wie Bilbao–Santander–Oviedo–Ferrol wohl kaum angeboten: Auf Teilstrecken fuhren vielleicht ein Dutzend Personen mit, bei Preisen von 10–20 Euro pro Fahrt sowie 2/3 Zügen pro Tag und Richtung ist das kaum rentabel.

    Die Bahnsteigsperren waren wieder herausfordernd. Ich hatte gehofft, wie gestern ein Gratis‑Ticket am Schalter zu bekommen — diesmal ging das nicht: Der Zug ist als Media Distancia (beschleunigter Regionalverkehr) klassifiziert, hier ist ein FIP‑Globalpreis‑Ticket notwendig; der Aufpreis betrug 4 Euro und war akzeptabel. Von Ferrol nach A Coruña gab's übrigens keine Bahnsteigsperre 😬

    In Ferrol nutzte ich die Wartezeit bis zur Weiterfahrt nach A Coruña für einen kleinen Stadtspaziergang. Die Stadt liegt im Nordwesten Spaniens und ist seit jeher ein großer Marinestützpunkt, da sie über einen fjordähnlichen Meereszugang verfügt.

    Am Abend pünktlich in A Coruña angekommen.
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