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Sonnenfinsternis 2026

Vor etwa einem Jahr habe ich Maike eine Sonnenfinsternis geschenkt. Daraus wurde ein Roadtrip: 20 Tage, 5 Länder in unserem Camper mit Kalle - und mittendrin 76 Sekunden, für die das alles geplant wurde. Læs mere
  • Santa Cruz - Terrasse, Albariño, Feuerhimmel

    9. august, Spanien ⋅ ☀️ 20 °C

    Der erste richtige Urlaubstag endete am Wasser: Tisch auf der Terrasse des El 13, ein altes Fischerhaus an der Promenade, mit Blick auf die kleine Burginsel von Santa Cruz. Die Tapas waren solide - der Wein dafür ein Volltreffer: ein Pazo Señorans, Albariño aus den Rías Baixas. Galiciens Weißweine haben ihren Ruf zu Recht.

    Zum Abschluss gab es noch einen Sonnenuntergang der extra Klasse, hinter dem Castelo de Santa Cruz. Die blaue Stunde haben wir ausgelassen - Kalle hatte nach vielen Hundebegegnungen auf der Promenade genug für heute.
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  • Faros de Mera - der Blick hinüber

    10. august, Spanien ⋅ ☀️ 22 °C

    A Coruña hat uns heute abblitzen lassen: alle Parkplätze voll, zwei Tage vor der Finsternis ist die Stadt schlicht überlaufen. Also sind wir auf unsere Seite der Bucht ausgewichen - zu den Leuchttürmen von Mera, mit Küstenpfad, Klippen und freiem Blick hinüber zur Stadt.

    Von hier zeigt sich der Herkulesturm von seiner besten Seite: der älteste aktive Leuchtturm der Welt, im 2. Jahrhundert von den Römern gebaut, seit fast 1.900 Jahren in Betrieb. Besucht haben wir ihn nicht - fotografiert schon, quer über die Bucht.

    Am Wegesrand dann der Aushang der Gemeinde: Am Mittwoch werden die Zufahrten hier gesperrt, die Klippen der ganzen Küste werden zur Verbotszone. Die Region rüstet sich sichtbar für ihre 76 Sekunden. Wo wir dann stehen, entscheiden morgen die Wettermodelle - irgendwo hier oder 3,5 Stunden weiter in León.
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  • Fisterra - Kilometer 0,000

    11. august, Spanien ⋅ ☀️ 21 °C

    Für die Römer war dieses Kap das Ende der bekannten Welt: Finis Terrae. Für Jakobsweg-Pilger ist es bis heute der Schlusspunkt - wer nach Santiago noch weitergeht, endet hier, am Stein mit der Aufschrift "Km 0,000" über dem Atlantik.

    Danach sind wir auf den Monte Facho gewandert, zu den Pedras Santas - großen Granitblöcken, die sich der Legende nach unter Jungfrauen in "bestimmter Weise" bewegen sollen. Bei uns haben sie sich nicht gerührt - Beweis erbracht. ;-)
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  • 76 Sekunden in O Cebreiro

    12. august, Spanien ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Wettermodelle hatten entschieden: nicht die Küste, sondern die Berge. Also standen wir am Nachmittag auf 1.300 Metern in O Cebreiro - dem Steindorf, in dem der Jakobsweg nach Galicien hineinsteigt, mit einer Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Mit der AR-App wurde die Sonnenbahn geprüft: Um 20:33 würde die verfinsterte Sonne genau über der Kuppel von Santa María a Real stehen. Besser kann man es nicht bestellen.

    Dann: Stativ, Nachführung, Teleobjektiv mit Sonnenfilter, daneben die Hasselblad - und warten, während der Mond sich langsam vor die Sonne schob. Um 20:33 war es so weit. Der Filter fiel, die Welt wurde dunkel, und über dem Kirchturm stand ein schwarzes Loch mit einem Kranz aus Licht. Die Korona, mit bloßem Auge. Am Rand glühten Protuberanzen - echte Sonneneruptionen, rot und winzig. Es wurde still, kühl, unwirklich. Wer nur partielle Finsternisse kennt, kennt nichts davon: Das hier ist keine Steigerung, es ist eine andere Erfahrung.

    Als Zeuge saß übrigens der Zonk im Gras - das Plüschtier, mit dem diese Reise einmal angefangen hat: eigentlich verloren bei "Geh aufs Ganze". Gestern Abend hatte er gewonnen.

    Um 4 Uhr morgens sind wir noch einmal aufgestanden: Perseiden über der Milchstraße, in einer Nacht ohne jedes Kunstlicht. Manche Tage enden nie.
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  • Lugo

    13. august, Spanien ⋅ ⛅ 22 °C

    Frühstück in Lugo, dann ein Spaziergang, oben auf der römischen Stadtmauer. Sie ist die einzige der Welt, die noch vollständig erhalten ist - im 3. Jahrhundert gebaut, gut zwei Kilometer lang, zehn Meter hoch, UNESCO-Welterbe. Man geht auf ihr einmal um die komplette Altstadt herum und schaut dabei von oben in Gassen, Höfe und auf die Kathedrale.

    Auf dem Rückweg noch ein Weinkauf der sympathischen Art: kein Verkostungsprogramm, nur ein kleiner Laden - und der Winzer holte die Flaschen höchstpersönlich aus dem Lager. So darf Einkaufen immer sein.
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  • Die berühmteste Tortilla Spaniens - Betanzos

    13. august, Spanien ⋅ ☀️ 28 °C

    In Betanzos gibt es viele hübsche Gassen und genau ein Pflichtgericht: die Tortilla. Die Betanzos-Tortilla ist im ganzen Land berühmt - und umstritten -, weil sie innen bewusst flüssig bleibt: viel Ei, dünn geschnittene Kartoffeln, keine Zwiebeln, kurz gebraten. Was nach Mutprobe klingt, ist in Wahrheit die vielleicht beste Tortilla, die man essen kann. Wir haben es überprüft. Gründlich.

    Danach zurück zum Basislager Los Manzanos - wo nach frei stehen in den Bergen das größte Highlight wartete: eine heiße Dusche.
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  • Kathedralen mit Andrang - Playa de las Catedrale

    14. august, Spanien ⋅ ☁️ 23 °C

    Der Morgen begann im Nebel (unter 20m), der erste Stopp im Gedränge: Die Playa de las Catedrales ist Galiciens berühmtester Strand - bei Ebbe geben die Felsen gotische Bögen und Gewölbe frei, daher der Name. Im August ist der Zugang zum Strand reglementiert, die Treppe hatte Warteschlange, und Hunde müssen ganz draußen bleiben.

    Wir haben uns den Blick von der Steilkante gegönnt - von oben sieht man die Bögen, die Menschen wie Ameisen darin und das ganze Schauspiel der Gezeiten. Manchmal ist die Galerie der bessere Platz als die Bühne. Für uns war es definitiv zu voll!
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  • Das Amphitheater - Cudillero

    14. august, Spanien ⋅ ☁️ 23 °C

    Cudillero klebt an einem Felskessel über seinem Hafen, die Häuser gestapelt wie Zuschauerränge - von der Mole aus betrachtet sitzt das ganze Dorf im Theater und schaut aufs Meer. Genau dieses Bild stand als Road-Mission im Buch. Erfüllt.

    Geblieben sind wir fürs Mittagessen, und das war richtig gut: Zamburiñas vom Grill - kleine Jakobsmuscheln mit Kräuterbutter - und Gulas mit gegrillten Gambas.
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  • Auf der Suche nach einem Schlafplatz - Asiego

    14. august, Spanien ⋅ 🌫 22 °C

    Die Campingplatz-Suche führte uns in die Berge - und durch Asiego, ein Dorf im Cabrales-Land. Hier reift in Höhlen der berühmteste Blauschimmelkäse Spaniens, und dazu keltert man seit jeher eigenen Cidre. An der Dorfkneipe Casa Niembro kamen wir nicht vorbei, ohne dass ein paar Flaschen Pamirandi den Besitzer wechselten: Bio-Sidra, gekeltert von der Familie der Kneipe.

    Die letzte gemeinsame Nacht verbringen wir auf dem Camping Naranjo de Bulnes am Fuß der Picos de Europa - die letzte gemeinsame Nacht, mit Bergpanorama - oder auch nicht… Die Wolken hängen tief und es grummelt.
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  • Abschied mit Volksfest - Castro-Urdiales

    15. august, Spanien ⋅ ☁️ 25 °C

    Der Zufall hatte für den letzten gemeinsamen Tag noch etwas vorbereitet: In Castro-Urdiales war Día de la Marmita, eines der wichtigsten Volksfeste der Stadt, mitten in den Fiestas de la Asunción y San Roque - die ganze Stadt auf den Beinen. Über allem thront das mittelalterliche Ensemble, wie es dramatischer kaum geht: die gotische Kirche Santa María, die Burg mit dem Leuchtturm obendrauf, eine alte Steinbrücke - alles auf einem Felsen über dem Hafen.

    Unten an der Mole gab es dann das letzte gemeinsame Bier dieser Reise. Eine Woche zu dritt endet hier - am Nachmittag bringt der Flieger Maike von Bilbao nach Hause. Kalle und ich fahren weiter: The Long Way Home beginnt.
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  • Die zugemauerte Tür - Saint-Jean-de-Luz

    15. august, Frankrig ⋅ ☁️ 24 °C

    Erste Solo-Mission der Rückreise: In der Kirche Saint-Jean-Baptiste heiratete am 9. Juni 1660 der Sonnenkönig Ludwig XIV. die spanische Infantin Maria Theresia - eine Hochzeit, die den Frieden zwischen Frankreich und Spanien besiegeln sollte. Nach der Zeremonie wurde das Portal, durch das das Königspaar geschritten war, kurzerhand zugemauert: Niemand sollte diesen Weg je wieder gehen.

    Die Tür ist bis heute zu sehen, mit ihrer steinernen Gedenktafel - man muss nur in der Gasse danach suchen.

    Die Nacht verbringe ich standesgemäß: 105 Euro (!!!) für Camper und Person auf dem Platz am Erromardie-Strand - dafür gab es immerhin ein VIP-Bändchen.
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  • Ein Strand für Kalle

    16. august, Frankrig ⋅ ☁️ 23 °C

    Eigentlich stand heute früh noch eine Mission in Saint-Jean-de-Luz an: Macarons der Maison Adam, die seit der Königshochzeit von 1660 gebacken werden. Die Öffnungszeiten hatten andere Pläne - und so wurde aus der Königsmission ein Königsmorgen für den Hund: eine halbe Stunde die Küste entlang zum Hundestrand, wo Kalle endlich mal wieder rennen und toben durfte inklusive Wellen fangen. Danach gab's für mich ein Frühstück mit Blick aufs Meer.

    Dann Abfahrt nach Osten: Das Baskenland entlässt uns, Bordeaux ruft.
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  • Allein mit dem Château - Saint-Émilion

    16. august, Frankrig ⋅ ⛅ 29 °C

    Bei der Ankunft am Château Champion der kurze Schreck: ein Reisebus, direkt vor dem Weingut. Die Entwarnung folgte auf dem Fuß - der Bus war kurz vor Abfahrt. Der Fahrer fotografierte noch begeistert unseren Camper, kurz darauf war der Hof leer, und ich hatte die Inhaberin, ihre Keller und ihre Weine ganz für mich: eine entspannte Probe zwischen den Fässern, Grand Cru aus Saint-Émilion, und am Ende wanderten so viele Flaschen an Bord, dass der Camper jetzt tiefer liegt. (Keller +28)

    Die Nacht verbrachte ich auf dem Chateau-Gelände mitten in den Rebzeilen, mit Blick über die Weinberge von Saint-Émilion beim Einschlafen und Aufwachen - besser geht es kaum.
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  • Die Unterwelt von Saint-Émilion

    17. august, Frankrig ⋅ ☁️ 25 °C

    Saint-Émilion hat ja ohnehin etwas Besonderes: alte Steinhäuser, enge und ziemlich steile Gassen – und rundherum Weinberge, soweit das Auge reicht. 🍇

    Aber eine der spannendsten Sehenswürdigkeiten liegt größtenteils unter der Erde: die Monolithkirche von Saint-Émilion.

    Von außen sieht man vor allem den mächtigen Glockenturm. Die eigentliche Kirche darunter wurde im 12. Jahrhundert direkt aus dem Kalkstein herausgearbeitet.

    Und zwar nicht gerade im Kleinformat: Mit rund 38 Metern Länge, 20 Metern Breite und bis zu 11 Metern Höhe gilt sie als eine der größten unterirdischen Kirchen Europas. Zu der Anlage gehört auch die Einsiedelei des heiligen Émilion, nach dem der Ort benannt ist.

    Auch die vielen Weingüter der Region haben sich den Kalkstein zunutze gemacht. Über Jahrhunderte entstanden unter Saint-Émilion und in der Umgebung kilometerlange Stollen und riesige Keller, die heute perfekte Bedingungen für die Lagerung und Reifung der Weine bieten. 🍷

    Und Kalle? Der war bei unserer Führung durch die Unterwelt von Saint-Émilion mal wieder Everybody’s Darling. 😅
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  • Château Alta Gaïa

    17. august, Frankrig ⋅ ☁️ 29 °C

    Lange habe ich mir vorgenommen, dieses Weingut einmal zu besuchen. Denn dieser Wein begleitet uns schon seit vielen Jahren und gehört definitiv zu unseren Lieblingsweinen.

    Und wie könnte es passender sein, ausgerechnet an unserem 24. Hochzeitstag endlich hier zu stehen? ❤️🍷

    Also habe ich bei Château Alta Gaïa nicht nur ein bisschen probiert, sondern natürlich auch gleich die Vorräte wieder aufgefüllt. 😅

    Am Abend dann ein etwas ungewöhnlicher Hochzeitstags-Toast:

    Ich sitze mit Kalle rund 1.500 km von zu Hause entfernt vor dem Camper und öffne eine Alta Gaïa No. 2 von 2019. Maike sitzt zu Hause – ebenfalls mit einem Glas No. 2.

    Nur ihre Flasche sieht ein wenig anders aus:
    No. 2 de Pétrus Gaïa, Jahrgang 2011.

    Und genau da beginnt die Geschichte.

    Château Alta Gaïa hieß früher tatsächlich Château Pétrus Gaïa. Der Name „Pétrus“ war dabei keineswegs beim weltberühmten Château Pétrus in Pomerol abgeschaut. Das Weingut liegt an einem alten Ort bzw. Flurstück namens Pétrus bei Ruch.

    Dummerweise gibt es nicht allzu weit entfernt eben jenen anderen Pétrus – dessen Weine zu den berühmtesten und teuersten der Welt gehören. 🍷💰

    Der gleiche Name führte schließlich zu einem jahrelangen Rechtsstreit. Am Ende musste Pétrus Gaïa auf den Namen verzichten und wurde zu Alta Gaïa.

    So trinken wir an unserem 24. Hochzeitstag also eigentlich den gleichen Wein – und doch zwei Flaschen aus zwei verschiedenen Kapiteln seiner Geschichte:

    2011 Pétrus Gaïa bei Maike.
    2019 Alta Gaïa bei mir.
    1.500 km dazwischen. ❤️

    Nicht ganz der klassische Hochzeitstag – aber irgendwie ein ziemlich passender für uns. 🥂
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  • Sternenfestung Brouage

    18. august, Frankrig ⋅ ⛅ 24 °C

    Auf dem Weg zur Île de Ré heute noch einen ziemlich spannenden Zwischenstopp eingelegt: Brouage.

    Schon von oben erkennt man, was diesen kleinen Ort so besonders macht: Brouage ist eine nahezu vollständig erhaltene Sternenfestung – mit mächtigen Mauern, Bastionen und schnurgeraden Straßen im Inneren.

    Das eigentlich Verrückte daran ist aber die Lage.

    Brouage wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet und war damals ein bedeutender Hafen und Zentrum des europäischen Salzhandels. Wo heute Felder, Kanäle und Salzwiesen liegen, ankerten früher tatsächlich Schiffe. ⚓️

    Später wurde der Ort zur Festungsstadt ausgebaut und mit seinen sternförmig angelegten Bastionen befestigt.

    Und heute?

    Vom Meer ist weit und breit kaum noch etwas zu sehen. Durch Versandung und die Veränderung der Küstenlinie liegt Brouage inzwischen mehrere Kilometer landeinwärts.

    Man steht also auf einer alten Festungsmauer, schaut über Felder und Marschland – und muss sich vorstellen, dass hier vor einigen Jahrhunderten noch Schiffe ein- und ausliefen.
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  • Die Esel in Hosen von der Île de Ré

    18. august, Frankrig ⋅ 🌬 23 °C

    Eine Sache wollte ich auf der Île de Ré unbedingt sehen: die berühmten Esel in Hosen. 😅

    Und tatsächlich: Die Esel habe ich gefunden.
    Die Hosen auch.

    Nur leider nicht an den Eseln. 😂

    Die zotteligen Baudets du Poitou stehen heute zwar noch für eine ungewöhnliche Tradition der Insel, aber bei meinem Besuch waren sie offenbar gerade hosenfrei unterwegs. Die dazugehörige „Garderobe“ hing dafür fein säuberlich auf der Leine.

    Die Geschichte dahinter ist trotzdem ziemlich genial:

    Früher wurden die Esel auf der Île de Ré für die Arbeit eingesetzt, unter anderem in den Salzgärten und sumpfigen Gebieten. Um ihre Beine vor Mücken und anderen stechenden Insekten zu schützen, zog man ihnen lange Stoffhosen an.

    Aus einer ganz praktischen Lösung wurde im Laufe der Zeit eines der Wahrzeichen der Insel.

    Long Story kurz:
    Ich bin extra losgezogen, um Esel in Hosen zu sehen. Ich bekam Esel ohne Hosen und Hosen ohne Esel. 🤷‍♂️😂
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  • Austern in Cancale – ein königlicher Snack

    19. august, Frankrig ⋅ ⛅ 21 °C

    Cancale ist seit Jahrhunderten berühmt für seine Austern. Schon Ludwig XIV., der Sonnenkönig, ließ sie sich regelmäßig nach Versailles liefern und galt als großer Fan.

    Heute sind sie zum Glück etwas leichter erreichbar – und landen direkt frisch auf dem Teller. 😄

    Bei Ebbe sieht man hier im Norden der Bretagne die riesigen Austernparks im Meer.

    Im L’Atelier de l’Huître gab es dann Austern, Bulots, graue Garnelen, rosa Garnelen und Rillettes plus Muscadet – bretonischer geht es nicht. 😋
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  • Der Zöllnerpfad

    19. august, Frankrig ⋅ 🌬 21 °C

    Der GR34 – der Zöllnerpfad der Bretagne – steht schon ziemlich lange auf meiner Bucket List.

    Heute gab es rund um Cancale zumindest schon einmal eine erste Kostprobe. Und die hat definitiv Lust auf mehr gemacht.

    Immer an der Küste entlang, mal durch kleine Waldstücke, mal über die Klippen und dann wieder mit freiem Blick über die Bucht. Dazu Ebbe und die riesigen Austernbänke von Cancale direkt unter uns.

    In der Ferne sogar der Mont-Saint-Michel, zwischendurch kleine Buchten, Boote und immer wieder diese Ausblicke, bei denen man automatisch stehen bleibt.

    Kalle erhielt eine kleine Trainingsstunde, wenn nicht an der Leine, dann grundsätzlich hinter mir. Hat super geklappt - er darf dann mit. 😁
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  • Morgenrunde am Ende der Welt - Pointe du Grouin

    20. august, Frankrig ⋅ 🌬 17 °C

    Bevor der Reisetag begann, sind Kalle und ich noch einmal hinauf zur Landspitze - die Pointe du Grouin liegt direkt über dem Campingplatz, und um diese Uhrzeit gehört sie den Hunden, den Anglern auf den Felsen und dem Licht. Und was für einem Licht.

    Der Küstenpfad hier oben ist wieder ein Stück des GR 34, des Zöllnerpfads - und spätestens jetzt ist es beschlossen: Diese eine Kostprobe Bretagne war zu kurz. Dieses Licht, diese Natur, diese Küste - wir kommen wieder, und dann mit Zeit.

    Danach hieß es Abschied nehmen von der Bretagne: Der Camper rollte weiter nach Osten, die Heimreise hat begonnen.
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  • Der Hafen der Maler - Honfleur

    20. august, Frankrig ⋅ ⛅ 20 °C

    Zwischenstopp am Vieux Bassin von Honfleur, einem der meistgemalten Häfen Frankreichs. Die schmalen, schieferverkleideten Häuser stapeln sich bis zu sieben Stockwerke hoch am Kai - jedes anders, keines gerade, zusammen ein perfektes Ensemble. Hier begann die Karriere von Eugène Boudin, hier malte der junge Monet - aus diesem Becken heraus entstand ein gutes Stück Impressionismus.

    Heute sitzen unter den Fassaden die Café-Terrassen dicht an dicht, und über allem hing ein dramatischer Normandie-Himmel, der zeigte, warum die Maler ausgerechnet hierher kamen: Dieses Licht kann man nicht erfinden.

    Für mich wirkte es so ein bischen wie Kopenhagen in Frankreich.

    Gleich hinter Honfleur spannt sich die Pont de Normandie über die Seine-Mündung - bei ihrer Eröffnung 1995 die längste Schrägseilbrücke der Welt, der moderne Kontrapunkt zum alten Hafen.

    Danach weiter nach Norden: Die letzte Etappe vor Belgien führt an die Somme-Bucht.
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  • Auf der Zielgeraden - Baie de Somme

    20. august, Frankrig ⋅ 🌬 20 °C

    Hier hatte ich heute den Luxus, zwei Camping Plätze gebucht zu haben. Ich habe mich für den Kleine Camping Le Picardy entschiden.

    In Saint-Valery-sur-Somme war die nächste Mission eigentlich simpel: Moules-frites. 🦪🍟

    Das Problem: Ich war mal wieder zu früh - Frankreich und meine Essenszeiten werden in diesem Urlaub keine Freunde mehr. 😂 Irgendwann fand sich doch eine offene Küche, und vorab wurde noch eine Ficelle Picarde bestellt, die regionale Spezialität: ein überbackener Pfannkuchen mit Schinken, Champignons und Sahne. Eigentlich als Vorspeise gedacht, war sie ziemlich mächtig - und ziemlich genial. Danach kamen tatsächlich noch die Moules-frites. Sagen wir so: Hunger war anschließend kein Thema mehr. 😄

    Am Abend musste deshalb Bewegung her: mit Kalle an der Somme entlang, vorbei an der alten Hubbrücke. Die Landschaft erinnert hier erstaunlich an die Niederlande - flach, viel Wasser, sattes Grün, herrlich entspannt. Und dann dampfte plötzlich noch die historische Eisenbahn der Baie de Somme an uns vorbei.

    Ein schöner Abschluss für einen Tag, der eigentlich nur eine Etappe Richtung Heimat sein sollte. Morgen geht es weiter - eigentlich steht noch eine Nacht an der Maas im Plan und das Wetter sieht so lala aus.

    Der Entschluss steht also fest: morgn früh aufstehen und ab nach Hause.
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  • Burgdorf - der Kreis schließt sich

    21. august, Tyskland ⋅ ☁️ 19 °C

    Um 6:30 Uhr rollte der Camper aus der Baie de Somme, um 15:05 stand er nach 753 Kilometern wieder dort, wo diese Reise vor 19 Tagen begann: vor der eigenen Haustür. Der Kreis ist geschlossen - einen Tag früher als geplant, weil Verkehr und Kondition mitspielten und das Zuhause am Ende doch stärker zog als eine letzte Nacht an der Maas.

    Die Inventur beim Ausladen brachte das amtliche Endergebnis dieser Reise: 100 Flaschen. Pineau und Cognac von der Charente, Txakoli aus dem Baskenland, Albariño aus Galicien, Cidre aus Asturien, Saint-Émilion und Alta Gaïa aus Bordeaux, Muscadet von der Loire - und eine Dose Fleur de Sel von der Île de Ré als Ehrenmitglied. Die hundertste Flasche hat die erste Nacht nicht überlebt: Ein Alta Gaïa Blanc wurde noch am Abend auf die Heimkehr geleert, damit Keller: 99

    Die Bilanz: 19 Tage, 6.201 Kilometer, fünf Länder. Eine totale Sonnenfinsternis über einer Pilgerkirche. Ein Hund, der auf Drachenfelsen saß, vor Königstüren Modell stand und am Kilometer 0 des Jakobswegs posierte. Und ein Plüschtier namens Zonk.

    Danke an alle, die hier mitgereist sind. Aus diesem Tagebuch wird ein Fotobuch - das zweite Roadbook fürs Regal, direkt neben dem ersten. Das eine erzählt, was geplant war. Dieses hier erzählt, was daraus wurde.
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    Slut på rejsen
    22. august 2026