• Am Svartisen

    June 13 in Norway ⋅ ⛅ 14 °C

    Heute beim Svartisen, dem zweitgrößten norwegischen Gletscher, gewesen zu sein, war schon ein besonderes Gefühl, weil es Türen in meine Vergangenheit öffnete.

    Im Jahr 1981 waren wir, mein Freund Norbert Röser und ich, direkt nach meinem Abicolloquium nach Norden aufgebrochen, um den Svartisen zu durchqueren, denn auf meiner Nordnorwegenkarte sah man eine Art Schlucht, durch die sich ein Weg schlängelt. Das fanden wir interessant und machbar. Um es kurz zu machen: Das Unternehmen scheiterte, weil noch zwei Meter Schnee lagen, was uns gerade noch erlaubte, den Gletscher ganz in der Ferne zu sehen. Mehr auch nicht. Aber wir lernten dadurch liebe Menschen kennen, die mein Bild von Norwegen nachhaltig prägten.
    Und heute war ich wieder am Svartisen, von der anderen Seite mit einem Boot kommend, sich den Anstieg mit dem Rad nähernd. Selbstwusst kraxelt ich mich dann der Gletscherzunge näher. Doch wieder blieb es bei der Sichtweite, weil ich umkehrte. Denn dafür gab es vier Argumente: Steiles Gelände, unpassendes Schuhwerk, den Umstand, dass ich allein unterwegs war, und gewisse Zweifel an meiner Kondition. So wird der Svartisen weiter mein unerreichte Ziel bleiben.
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