Land to Sea - for good.
24 de febrero de 2025, Australia ⋅ ☁️ 22 °C
Der Morgen noch im Cottage der Farm war ja ein sonniger und als wir Semi-Stadtkinder auch noch die Kälbchen mitfüttern durften, war das Glück perfekt. Der kleine Farmer aka Sohn der Farmerin fand uns nicht so prickelnd und war ausdrucksstark schlecht gelaunt, weil wir absichtlos die Aufmerksamkeit von Mutti ansaugten. Wenn dreijährige Minifarmer ausflippen, dann ist das ein Schauspiel. Wir nehmen es gelassen hin, mimen Empathie und verabschieden uns wohlerzogen. Es war ja auch wirklich wunderschön dort. Vor der Abfahrt noch ein kleiner Beutezug durch Hühnerstall und Garten und die Ernährung für die nächsten Tage ist gesichert...😁
Ich fühle mich am Montag morgens ein bisschen mit Roadtrip-Kilometern unterversorgt, denn wir müssen quasi nur um die Ecke. Margret River calls again. Wobei man wissen muss, dass es Margret River City und Margret River River gibt. Für den teutonischen Touri verwirrend. Der ältere teutonische Touri hatte gute Erinnerungen an das White Elephant Café und entführt seine Tochter genau dorthin. Treffer! Der Kaffee iss jooot, wie der Rheinländer sagen würde. Danach ist Surfers Point ein Muss. Leider mehr Point als Surfer. Aber das sollte sich noch ändern. Also Eis in der City. Tatsächlich extrem leckeres Eis - wieder ein Treffer.
Irgendwann dann doch mal in unserer Bleibe hier eingecheckt - so ungewohnt, nach 10 Tagen Dachzelt wieder ein festes Dach über den gebräunten Köpfen zu haben. Ich habe irgendwie ein bisschen Outback-Entzugserscheinungen und suche das Plumpsklo. Fehlanzeige; alles durchrenoviert und hoch funktionabel. Irgendwie fehlt mir der Busch; ich muss es zugeben. Nichtsdestotrotz ist Wohlgefühl angesagt und wir richten uns ein. Surfers Point MIT Surfern steht auf dem Programm und wir scherbeln noch ein paar Schritte auf den Zähler. Point: ja. Surfer: nein. Mh. Das muss sich ändern....Leer más
Kanu oder Surfboard?
26 de febrero de 2025, Australia ⋅ ☁️ 19 °C
Dienstag ist Cave-Day. Und Washing-Day. Was sowohl Leib- als auch Autowäsche betrifft; Rose hat´s verdient. Australischer Fun Fact: wo man das Auto wäscht, kann man auch seinen Hund in eine Hundewaschanlage stecken. Keiiiin Scherz. Siehe Foto. Leider konnten wir das nicht live sehen...
Der Gang durch die Höhle wird mit faszinierenden Fakten aus dem Audioguide untermalt. Die Tropfsteinhöhle in Wiehl ist da eine eher schlappe Nummer. Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Stalagdingens und Stalagmitengedöns funkeln mit ihrer kristallinen Verzierung hunderttausendfach. Margret River ist bekannt für seine Höhlen, die schon im 19. Jahrhungert Touristenströme anlockten. Prähistorische Tierknochen sind in den Wänden abgelagert. Und schön kühl ist´s hier.... :) Es lohnte sich mehr als gedacht.
Von der Höhle in den Waschsalon. Sehr erdend. Frische Wäsche in den Bauch von Rose und dann in die Autowaschanlage. Vati schwingt den Hochdruckreiniger wie ein Derwisch und 10 Dollar später sieht Rose fast wie neu aus.
Ab ins Nicht-Dachzelt, a bissi gekocht und dann zur Erbauung und thematisch assoziiernd den Film "Rabbit Proof Fence" angeschaut. An dem sind wir ja auf dem Holland Track schon vorbei gefahren. Untertitel: "A long walk home". Dieser sehr berührende Film von 2002 erzählt die wahre Geschicht von drei Aborigine-Mädchen, die 1931 ihren Familien entrissen und tausende Kilomter entfernt in einer britischen Umerziehungsanstalt untergebrachtz u wurden. Um zu wertigen Mitgliedern der damaligen australischen Gesellschaft zu werden. Theoretisch. Praktisch sind die drei ausgebüchst und haben sich unter unsagbaren Bedingungen entlang des längsten Zaunes der Welt zu ihren Müttern durchgeschlagen.
Ich kann mich noch gut an die Kinopremiere erinnern und bin auch diesmal wieder besonders beeindruckt, als im Abspann die beiden noch lebenden Frauen gezeigt werden. Der Umgang der Australier mit der indigenen Bevölkerung ist - wie wir wissen - kein Ruhmesblatt. Dieses unsägliche Umerziehungsprogramm existierte bis 1970 (!).
Und ich werde schon wieder beschenkt - mit einer weiteren Luca-Überraschung. Könnte mich d´ran gewöhnen. Und spekuliere im Bett noch ein bisschen herum: Helikopterrundflug? Surfkurs? How to prepare Australian Food? Ein wenig hatte es von letzterem, dennoch war ich wirklich geflasht: nach einem spektakulären Luca-Granola am Surfers-Point (wie schön, wenn man ein Auto mit Kühlschrank hat...) ging´s zu Emma an den Margret River Mouth - das ist das in der Trockenzeit blinde Ende des saubersten Flusses in Australien.
Und wir machen eine Bush Tucker-Tour mit dem Kanu - geguided von Emma, die während unserer beeindruckend stillgleitenden Fahrt durch faszinierende Natur so viele spannende Dinge erzählt. "Bush Tucker" ist Aussie-Slang für Busch-Food. Wir probieren vieles aus der Flora, die um uns herum ist. Und halten mit unseren Kanus für einen Lunch, für den Emma jede Menge Köstlichkeiten ausbreitet - natürlich auf einem Surfboard. Känguru, Emu und Krokodil: leider köstlich. Und all´ die Pflanzen, die Mensch und Tier im Busch am Leben halten: wirklich spannend!
Gegenwind und Kanu sind nur bedingt amüsant kompatibel und wir verbrauchen auf der Rückfahrt die vielen Kalorien des Bush Tucker. Hoffentlich. Tagesende: natürlich am Surfers Point. Und endlich: Surfer. 43 Surfer, die Riesenwellen surfen. So beeindruckend - und ich kann verstehen, dass Luca schon den einen oder anderen Surfkurs gemacht hat. Wenn ich jünger wäre....😁. Bin ich aber nicht. Passt. Ich surfe nur noch Klangwellen oder schlage welche. Aber nicht hier, denn die australische Entspannung ist schon so groß, dass ich im Waschsalon ein Beutelchen Gespirrspülmittel in die Waschmaschine gekippt habe. Ist nochmal gut gegangens. Und ich freue mich jetzt auf einen der letzten Abende mit Luca auf dieser Reise. See you....Leer más

Viajero
Welches Problem hast du denn? Willst du drüber reden? Wie fühlst du dich damit?🤓

Thomas WimmersGenau so läuft professionelle Beratung. Kann jeder. Deswegen ist das Stundenhonorar auch so niedrig.🤓🤓🤓
Tim & Struppi
27 de febrero de 2025, Australia ⋅ ☀️ 23 °C
Wir hätten sie auch anders nennen können – Luca, der Wildlife–Fux, schmeißt mich früh aus dem Bett, damit wir zur Hamelin Bay fahren. Ankunft: einziges Auto auf dem Platz – wir! Ich sage das nur, weil ich Luca als Early Bird wirklich dankbar bin – bei der Abfahrt: Parkplatz voll. 🤪😝
Wir also schnurstracks zum Strand, an dem bereits eine spanische Großfamilie Snapshot – Jagd auf die Attraktion der Bucht machen: Tim und Struppi. Wir hätten sie auch Hanni und Nanni oder Luca und Thomas nennen können – wunderbar anzuschauen ist der elegante Tanz der großen Rochen, die gefühlt wirklich Kontakt mit uns aufnehmen und nahe an unsere Füße treiben – mit den Wellen in dieser wunderschönen Bucht.
Zum Glück kommen die ganzen Late Birds aus dem naheliegenden Caravanpark erst später und als ausgewiesener Outback – Camper kommen einem die vielen bunten, extrem lustigen Hüte, Sneaker mit Tennisocken und T-Shirts mit lustigen Aufdrucken eher kurios vor.
Also: Blick auf die beiden Rochen. Es ist tatsächlich schwer, sich zu lösen, aber da Luca nicht nur Wildlife – Füxchen ist, sondern auch unsere Café-Spürnase, steuern wir die nächste gastronomische Wellness Oase an: Margret Bakery. Sehr europäisch. Sehr lecker! Mein Body Mass Index Gerät in Gefahr. Tröstlich zu wissen, dass das Six Pack ja eigentlich da ist. Man sieht es halt nur nicht.
Body Mass Index-freundlich beschließen wir, einer Schnorchel – Bucht den Nachmittag zu widmen. Dank Insta und Co. gibt es halt nichts mehr, was auch nur annähernd als Geheimtipp durchgehen würde. Das Gute ist: es ist 19°, bedeckt und der Wind ist kein zögerlicher. Was für ein Glück. Die Google Rezensionen zeigten den Platz wie eine Kirmes. Bei gutem Wetter. Dank des Wetters sind wir mit anderen Mutigen zusammen und Luca überredet mich, in die nicht zimperliche Strömung abzutauchen. Was durchaus belohnt wird. Der eine oder andere Fisch ist schön anzuschauen auf der Suche nach meinem nicht sichtbaren Sixpack - und da wir so lange im kalten Wasser bleiben, bis es sich wärmer als der Wind anfühlt, vergeht der Nachmittag schneller als gedacht.
Natürlich müssen wir zum Abschluss wieder an den Surfer‘s Point und snatchen uns vorher noch das leckerste Eis der Reise in Margaret River. Dank Kühlschrank in Rose kann man das zum Strand transportieren und dort die Master-Surfer sehen. Margret River ist – wie schon erwähnt – einer der Veranstaltungsorte für die World Surf League und das, was ich da in den Wellen sehe, werde ich in meinem Leben nicht mehr lernen. Luca vielleicht. Sie surft ja auch und wir verbringen viel Zeit an diesem wunderbaren Ort.
Fun fact: eines der Riffs direkt vor dem Surfers Point heißt Surgeon‘sTable. Auf Deutsch: OP Tisch. Wer hier landet, Bedarf der Kolleg:innen. Der eine oder andere hat’s auch nicht überlebt. Da wird man demütig.
Abends schauen wir dann passend dazu den Film „Soul Surfer“ an. Auch hier wieder eine spannende Frau: Bethany Nelson, der mit 14 beim Surfen vor Hawaii ein Arm von einem Hai abgebissen wurde. Trotzdem hat sie es an die absolute Surf-Spitze der Welt geschafft. Bisi amerikanisch und dramatisch der Film, nichtsdestotrotz beeindruckend.
Langsam schleicht sich das Gefühl der Endlichkeit dieser unbeschreiblichen Reise in meine Synapsen und mein Herz. Was für ein Geschenk auch diese Reise ist. Und zusammen mit Luca noch mal um vieles mehr. Mit diesem Gefühl essen wir abends Reste in unserem Strand – Apartment und lassen es einfach gut sein…☺️Leer más
Keine Rose mehr…🥹
28 de febrero de 2025, Australia ⋅ ☀️ 26 °C
Freitag ist der Tag der finalen Wahrheit und wir verlassen unsere freundliche Bleibe in Margret River – natürlich mit einem letzten Frühstück im White Elephant Kaffee und einem letzten Farewell am Surfer‘s Point – und natürlich auch nicht, ohne Reiseproviant im heiligen Gral der australischen Pastry– Kunst (Margot River Bakery) zu holen. Das wird mir alles sehr fehlen!
350 km liegen von uns und wir genießen jeden letzten Kilometer im souverän Diesel – Takt mit der treuen Rose. Sehr deutsch sind wir natürlich sehr pünktlich und werden freundlich empfangen, um nach mehr als fünf Wochen unsere treue Begleiterin abzugeben. Das ist schon komisch…
Die Fahrt ins Hotel mit dem Uber – Toyota kommt uns vor wie die Fahrt in einem Raumschiff. Viel zu tief sitzend, viel zu leise, viel zu überhaupt…
Weil mich irgendeine beginnende Rentendemenz erwischt hat, habe ich die Buchung im Hotel um einen Tag versemmelt und wenn wir richtig Pech gehabt hätten, wären wir in dieser Nacht ohne Bleibe geblieben. Die freundlichen Freundlichen im Hotel machen’s möglich und wir können bleiben. Noch ein bisschen durch die Hafencity von Perth flaniert (die sich bei 20° weniger als vor fünf Wochen deutlich mehr genießen lassen), ein bisschen Pubfood genossen und dann schlafen wir schon dem Ausflug am nächsten Tag entgegen: Rottnest Island. Das Quokka lockt…😍Leer más
Quokkas und Selfie-Queens
1 de marzo de 2025, Australia ⋅ 🌬 23 °C
Was dem Rheinländer der Drachenfels, ist dem Perther „Rottnest Island“… besonders natürlich am Wochenende und da wir keine Wahl haben, machen wir da mit. Ausgestattet mit dem Privileg, vom Hotelbett quasi auf die Fähre zu fallen, sitzen wir – das Morgenlicht und den passenden, tief blauen Himmel genießend – schon früh auf dem Schiff und lassen uns vom Kommentar der freundlichen Guide–Frau (oder „Guidenden…?“) einlullen.
Ich schrecke ein bisschen hoch, als sie mir den Preis der teuersten privaten Immobilie am Ende des Swan River nennt. Dieser Fluss verbindet das Meer mit dem zentralen Teil von Perth. Wir sind kurz vor dem Stadtteil Fremantle (manche sagen auch Freakmantle…). Hier docken riesige Containerschiffe an und das Ende der Stadt ist erreicht…
56,2 Millionen $ kostete die Villa. Natürlich mit eigenem Bootsanleger und Golfplatz hinter dem Garten. Nicht, dass man es diesen Häusern nicht ansehen würde: die üppigen Rohstoffvorkommen und die Minenindustrie haben Westaustralien reich gemacht. Eine nicht enden wollende Folge von schönsten Häusern mit bestem Blick – da könnte man schon gut auch länger verweilen. Hier wohnen die Reichen, die Schönen und die ganz schön Reichen.
Damit es zwischendurch nicht langweilig wird, turnt eine ganze Stunde lang eine nicht mehr ganz junge und hemmungslose Dame asiatischer Herkunft in einem dezent eidotterfarbenen Gewand um uns herum und gibt sich einem Dauerbeschuss von Selfies hin.
Ich bin kurz vor Kontrollverlust und fantasiere zwischendurch, ihr den Selfiestick aus der Hand zu reißen damit wilde Dinge zu tun. Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich immer, warum der liebe Gott die Steuerungsfunktionen des menschlichen Gehirns nicht auf Essen, Schlafen, Stoffwechsel und ein Hirnzentrum für Handybedienung reduziert hat. Das wäre wahrscheinlich ökologisch effizienter. Amüsant ist es aber trotzdem.
Fremantle ist der bunteste und spannendste zusammenhänge Stadtteil in Australien, den ich bisher gesehen habe – doch dazu später mehr, denn zunächst geht es auf die Insel. Rottnest wurde von einem der vielen holländischen Entdecker (hier: Herrn Vlamingh) gefunden und da er die possierlichen Minibeuteltiere, die dort zu einer echten Plage geworden sind – die Quokkas – zunächst für Ratten hielt, taufte die Insel entsprechend: Rattennest. Woraus sich unschwer Rottnest ableiten lässt.
Als vorbereitender Kulturschock auf Hongkong erwarten uns hier am Hafen gefühlte Massen von Leuten, Junggesellenabschiede und kurz habe ich mich gefragt, ob in Perth überhaupt noch einer ist. Da heißt es nur eins: flüchten…
Ein wohlorganisiertes Bussystem auf der auch ökologisch spannenden Insel garantiert die Zufahrt zum westlichsten Punkt Australiens und natürlich geben wir uns dem hin. Und auch hier wieder: die Australier machen sich’s einfach wirklich schön. Selbst die Wartehäuschen für die Buslinie sind eine Design – Freunde; überall stilisierte Aborigine– Kunst. Überall Wasserspender. Gut gelaunte Busfahrer.
Wir lassen uns treiben und verbringen relativ viel Zeit an einem wunderschönen Strand (ich weiß gar nicht, wie oft ich das schon geschrieben habe…) und genießen die Sonne, blauen Himmel und Glitzermeer.
Schwitzende Touristen schieben Fahrräder über die unzähligen Hügel der Insel und wir sind froh, dem Bus den Vorzug gegeben zu haben. Und wer einen Schrittzähler auf der Smartwatch hat, der geht natürlich die letzten 2 km zu Fuß, damit die Uhr nicht meckert. Was sich lohnt. Entspannt dümpeln überall die Yachten der australischen Sozialhilfeempfänger und lassen einen manchmal denken, wie angenehm das Leben hier wäre…
Und da ich mit dem Luca-Füxchen unterwegs bin, setzen uns auf der Rückfahrt nicht in die erste Reihe. Die Sitze sind schon nass. Und auf der Rückfahrt wissen wir warum: der Seegang erreicht nicht ganzes Niveau des Whale Watching – Schiffes, ist aber schon deftig.
Wir schlängeln uns durch riesige Containerschiffe Richtung Fremantle durch und beschließen, dort auszusteigen. Und werden absorbiert von einem Samstagabendleben, das nicht ignoriert werden kann.
Wir snacken uns durch Mexiko, Asien und krönen das Ganze mit einem Yo Chi (Frozen Joghurt). Der Laden ist so hip, dass mein Alter Jahrzehnte entfernt ist von demjenigen des Durchschnittsbesuchers. Ich warte nur drauf, dass mir einer den Rollstuhl reicht. Ist aber wirklich lecker… Uber-Taxinach Hause und vorm Schlagen das Gepäck noch dreißigmal umsortiert – denn morgen droht Hongkong… Sleep Well!💫Leer más
Der schiere Wahnsinn: Hongkong
2 de marzo de 2025, Hong Kong ⋅ ☁️ 25 °C
Ameise. Ich komme mir vor wie eine Ameise in einem riesigen Ameisenhaufen aus Beton. Nach mehreren Wochen in Australien und davon einigen im Outback ist das jetzt hier ein echter Schock.
Tatsächlich fällt es mir schwer, diese Stadtandschaft und ihre Menschen in Worte zu fassen: 6600 Menschen pro Quadratkilometer sind mal eine Ansage. 7,5 Millionen insgesamt.
Hongkong heißt übersetzt „ Duftender Hafen“. Keine schlechte Beschreibung. Die Gerüche sind intensiv, die Stimmen schrill. Eine Kakophonie von Presslufthämmern, Motoren, Geräuschen.
Nach 21.000 Schritten und 27 Stockwerken auf der Smart Watch habe ich einen sicher kleinen Eindruck davon erhalten, was Leben in Hongkong bedeutet: Menschendichte, die man mögen muss. Und links und rechts immer nur Beton, Glas und Klimaanlagen, die sich schwindelerregend in die Höhe erheben. Straßenschluchten.
Das Wetter soll schlecht werden und ich beschließen, das zu tun, dass man bei guter Sicht tun sollte: zum Victoria Peak auf Hongkong Island zu fahren. Dort haben die Briten zuerst Anker gesetzt und nördliche von dort ist auf dem Festland Kowloon entstanden. Hinzu kommen viele Inseln, von denen offenbar einige wenig besiedelt sind.
Mein schlauer Reiseführer sagt: wer nicht auf dem Victoria Peak war, hat Hongkong nicht gesehen. Minibus geentert, mit der Oktopus Karte bezahlt (was für ein geniales Instrument…s.u.) und dann auf den Gipfel. Die Idee hatten auch andere. Das oben auf dem Gipfel ein komplettes Einkaufszentrum steht, hatte mein innerer Reiseleiter nicht erwartet. Offensichtlich kauft der Chinese gerne. Und ich weiß, dass es hier noch so viel mehr Shopping Malls gibt…
Mit der historischen Tram wieder nach unten und durch das Stadtviertel Soho gelaufen – Cafés, Restaurants, Galerien, Straßenmärkte, hektisches Treiben, Tempo, Düfte, Treppenstufen und immer wieder Treppenstufen. Und die längste Rolltreppe der Welt – die morgens und abends jeweils nur eine Richtung geschaltet wird, um die Pendler vom Berg in die City und umgekehrt wieder in den Feierabend zu befördern.
Es dunkelt und ich komme in die Gegend für Wellness und Prävention – ein Massagesalon neben dem andern. Die freundlichen Therapeutinnen stehen in den Hauseingängen und sind spärlich bekleidet – wahrscheinlich wegen der feuchten Hitze. Tatsächlich ist es so angenehm warm, dass man den ganzen Tag im T-Shirt herumlaufen kann. Wenigstens das fühlt sich nach Urlaub an.
Diese Szene wird abgelöst von unendlichen Verkaufsständen mit Sexspielzeugen, an denen heftig diskutiert und gehandelt wird. Rosa – und pinkfarbene Silikonkunstwerke liegen hier so aus wie bei uns Paprika und Kartoffeln. Vor lauter Vibratoren vergesse ich fast, dass ich noch essen wollte.
Vom touristischen Temple Food Market (wir sind jetzt übrigens von Hongkong Island wieder auf dem Festland in Kowloon angekommen) enttäuscht und nach einem mittelmäßig leckeren Sea food – Snack lande ich in einem Dim Sum-Restaurant, dass spannenderweise nur eine chinesische Speisekarte hat.
Und auch die Englischkenntnisse des freundlichen Personales sind eher limitiert. 😝 Ich bestelle einfach irgendetwas. Die Rechnung kann ich nicht lesen. Geschmeckt hat es wunderbar und ich darf gar nicht sagen, was dieses komplette Essen gekostet hat: 13 €.
Und nicht nur das ist fein – die Oktopus Karte ist ein absolut geniales Zahlungsmittel für alle Arten von öffentlichen Nahverkehr (lassen wir die Massage mal außen vor) Und vielerorts auch für andere Dinge. Und wer in der Bahn steht, bekommt durch kleine grüne Pfeile angezeigt, in welche Richtung die Bahn unterwegs ist. Genial!
Und da ich hier nur 20 Fotos pro Footprint hochladen kann, werde ich jetzt noch einen zweiten vom gleichen Tag einstellen und nur Fotos zeigen – es ist einfach zu spannend.😜Leer más
Mehr Hongkong - almost Photos only…
3 de marzo de 2025, Hong Kong ⋅ ☁️ 24 °C
Zwischendurch noch mal Impressionen aus dem Kloster mitten in der Stadt und der Fahrt im Ding Ding – diese doppelstöckigen Straßenbahnen fahren seit 1904, wurden modernisiert und sind eine nostalgische Möglichkeit, im gute durchlüfteten Oberdeck eine andere Form von Stadtrundfahrt zu erleben. Angehängt ist auch eine kleine Impression aus einem Straßenrestaurant – der Chinese spricht gerne laut und schnell. Mein vegetatives Nervensystem ist nach mehreren Wochen im Outback darauf nur schwer zu adaptieren…😝Leer más

Thomas WimmersDanke! Absolut anders. Der Unterschied zu Australien ist schon heftig.
Big Buddha & Monsterbuilding
4 de marzo de 2025, Hong Kong ⋅ ☁️ 21 °C
Da ich ja gewohnheitsmäßig auf der Suche nach Erleuchtung bin und leider immer noch warte, habe ich heute beschlossen, eine kleine, persönliche Pilgerfahrt zu machen. Zum „Big Buddha“, der zu den zehn wichtigsten buddhistischen Wallfahrtsorten der Welt gehört.
Ich will es nicht damit vergleichen, auf den Knien rückwärts nach Mekka zu schrubben, nichtsdestotrotz wird erst die eine Fähre genommen, dann die Metro, dann die nächste Fähre und dann kommt’s: der Bus ist weg. Kurz gecheckt: 1 Stunde warten auf den Bus, 1 Stunde Fahrt zum Kloster – warum nicht ins Taxi steigen?🙈
Wie ein herrenloses Reisbällchen werde ich auf der Rückbank herumgeworfen, die Luft ist dank Aircondition auf Gefriertruhenniveau. Während der Fahrer versucht, einen neuen Rekord aufzustellen. Wer jemals das Video von Walter Röhrl auf seiner Fahrt zum Pikes Peak gesehen hat, weiß wovon ich spreche.
Ich atme erst durch, als die hier heimischen Rinder die Straße so blockieren, dass jegliches Auto hinter ihnen her schleichen muss. Gut, dass ich nichts gefrühstückt habe.
Und der Anblick und die Präsenz des großen Buddha lohnt – vor dem wolkenverhangenen Himmel schaue ich nach vielen Stufen auf ein (Achtung Wortspiel) gottgütiges Lächeln und bin sehr froh, dass ich mich auf den Weg gemacht habe. Das betrifft auf den Besuch im Kloster in der Halle der 10.000 Buddhas. Ich mache nicht nur einen innerlichen Kniefall.
Dass der geschäftstüchtig Chinese hier mal kurz eine Shopping Mall für das Kloster gepflanzt hat – verziehen. Rückfahrt mit dem regulären Bus, der den Taxifahrer nachzuahmen versucht. Ich bin froh, als ich am Ferryterminal sitze….😝
Expressfähre zurück und dann gönne ich mir das, was ich mir fotografisch schon seit vielen Jahren versprochen habe: einmal das „Monster Building“ fotografieren. Das ist ein bisschen gemein, weil noch Leute darin wohnen. Ein Beispiel für die fürchterliche Housing – Kultur des Hongkong der Siebzigerjahre. Dieser Block (mitten in der Stadt) diente als Kulisse für einige Filme – und das waren keine Wellnesskreationen.
Fotografieren ist offiziell verboten, aber ich kann es nicht lassen. Das unten im Innenhof auch noch ein Monster Shop ist, zeugt vom Humor der Chinesen.
Ich besteige einen der Doppeldecker Busse und merke irgendwann, dass dies ein Fehler ist – Rush Hour in Hongkong ist nicht lustig. Am Ende schaffe ich es in ein japanisches Restaurant und gönne mir ein Luxus – Sushi. Den Preis verschweige ich; ich hatte vorher die Honorare der Institution nicht gecheckt. Aber lecker war’s…😝🥂Leer más
Kitsch, Kloster und Kommerz
6 de marzo de 2025, Hong Kong ⋅ ☁️ 14 °C
Auch wenn ich jetzt wieder von zu Hause aus schreibe, bin ich mit einem Fuß noch in den Vibes dieser Reise – und konnte gestern noch mal die ganze Bandbreite von Spiritualität in einer 7,5 Millionen–Stadt erleben, weil ich meine persönliche, kleine Erleuchtungs– Wallfahrt fortgesetzt habe.
Als ich den Wong-Tai-Sin Tempel betrat, war ich zart geschockt – das fühlte sich wie eine Mischung aus Kirmes, Karneval und Kloster an. Dunstabzugshaube für Räucherstäbchen. Kitsch as Kitsch can, wenn man nicht eh schon schwindlig war von den ganzen Farben, Gerüchen, Wahrsagerständen, Koi Karpfen und den unvermeidliche Händlerbüdchen überall.
Auch wenn das Luca–Füxchen nicht dabei ist, entdecke ich meinen eigenen kleinen Fux und damit auch das nur 1 km entfernte Chi Lin Kloster, welches von buddhistischen Nonnen betrieben wird. Eine ästhetische Augenweide, Stille, spirituelle Schönheit, ein gepflegter Bonsaipark, wirklich ein spiritueller Leckerbissen – wenn ich das mal so formulieren darf.
Fotografieren war im Inneren verboten und ich habe es respektiert, auch wenn es meinem inneren teutonischen Touristen völlig widerstrebt. Und ich meine auch, schon ein kleines Erleuchtungskitzeln zu verspüren. So schräg hinter dem dritten Auge, glaube ich.
Diese Superpower nutze ich, um auf verschlungene Wegen eine U-Bahn Station zu finden und mich in Richtung der ehemaligen „Walled City“ zu bewegen. Aus einem alten Militärfort aus dem 19. Jahrhundert wuchs bis in die Neunzigerjahre hinein ein vollkommen anarchisch Ghetto, dass man einfach mal googeln sollte. Wer die Fotos vom Monster Building gesehen hat, der wird das danach für ein Luxus – Resort halten.
Abgesehen davon mäandere ich hier durch ein mir wirklich sehr authentisch erscheinendes Viertel, in dem nichts, aber auch nichts touristisches zu finden ist. Auch das eine Wohltat.
Metro in die Stadt, einen kurzen Abstecher in das sehenswerte Space Museum und dann gönne ich mir noch das abendliche Laser - Lightshow Spektakel über dem Wasser zwischen den beiden Haupt – Stadtteilen: Hongkong Central und Kowloon. Langsam verstehe ich die Struktur der Stadt ein wenig. Eine durchaus komplexe Angelegenheit, die mit der Historie als britischer Kronkolonie zu tun hat – welche sich der allgemeine Chinese aus guten Gründen so erhalten hat, dass sie nach wie vor ein gewaltiger Handelsplatz ist.
Nach über 80.000 Schritten in vier Tagen kann ich sicher sagen: diese Ausflug hat sich gelohnt, aber lieber wäre ich wieder im australischen Busch. Mir fällt es schwer, die ganze Fülle dieser fast zweimonatigen Reise zu begreifen, für die ich so dankbar bin – das wird noch ein bisschen dauern und ich bin froh, dass ich das alles aufgeschrieben habe.
Und danke Euch an dieser Stelle für alle Kommentare und Bemerkungen – es hat Spaß gemacht, von euch begleitet zu werden. See you on the Road….🥰Leer más

ViajeroKitsch, Kirche und Kommerz, allerdings wenig Spiritualität findest du auch rund um den Dom und: im Vatikan. Rom lohnt immer und ist für deine Verhältnisse ein Katzensprung ...😉. Willkommen doheim.

Thomas WimmersDanke - dann lass‘ uns nach Rom fahren; da gibt’s ja auch besseres Essen…

ViajeroWie schade, dass die Reise zu Ende ist, mir werden die Berichte sehr fehlen. Hab ja sonst Nix zu lachen- kicher😂. Vielleicht solltest du im Alltag einfach weiter schreiben!

Thomas WimmersJa, das ist wirklich schade, aber die zwei Monate waren extrem gehaltvoll und jetzt ist es auch gut, eine Pause einzulegen. Ob es eine Schreibpause wird, das können wir noch schauen… Danke für die Blumen!🙏🏼































































































































































Viajero
Hmmm,lecker
Thomas WimmersJa – leider habe ich die Szene verpasst, als sie dann den Topf endgültig umgeschmissen hat und das Glück perfekt war!😀
Viajero
Aber mit Sahne!!!!
Thomas WimmersMuss!!!