Zatonino Extase
September 7 in Croatia ⋅ ☀️ 30 °C
Heute sollte es endlich so weit sein: Lenis erste Kinderdisco ihres Lebens!
Ob sie es allerdings überhaupt bis nach 20 Uhr schaffen oder bereits vorher aufgrund von Müdigkeit und kompletter Überreizung den Betrieb einstellen würde, stand – wie so oft – in den Sternen.
Doch der Reihe nach.
Gefrühstückt wurde wie immer erfolgreich. Maßgeblich beteiligt daran: das eigens für diesen Urlaub angeschaffte Nutella. Man muss schließlich wissen, wo man seine Kämpfe austrägt.
Die Kinder waren bestens gelaunt und mal zu zweit, zu dritt oder direkt zu viert unterwegs. Begünstigt wurde das Ganze durch die perfekte Lage unserer beiden Mobile Homes, die gerade einmal etwa zehn Meter voneinander entfernt liegen. So wurden den ganzen Vormittag munter Ort, Kinder und Spielzeug durchgemischt. Irgendwer war eigentlich immer irgendwo bei irgendwem.
Um 10 Uhr stand dann der erste offizielle Programmpunkt an: Kids Club und Tanzstunde! Schließlich musste für die große Kinderdisco am Abend schon einmal ein bisschen geübt werden.
So zumindest der Plan.
Aber dass Pläne mit Kindern gerne mal innerhalb weniger Minuten über Bord geworfen werden, wussten wir spätestens seit unserem Tschechien-Urlaub vor rund drei Wochen.
Leni zog dann doch nicht so richtig mit. Irgendwie war ihr das Ganze einfach etwas zu viel, zu laut und zu mächtig auf diesem gigantischen Camping-Resort. Und bevor aus Urlaub plötzlich Pflichtprogramm wird, war die Entscheidung schnell gefallen: Dann eben nicht.
Oma und Opa warteten ohnehin schon Richtung Strand unter einem der zahlreichen Pinienbäume, die hier ganz wunderbar Schatten spenden. Also ging es für uns stattdessen erstmal wieder ab in den Pool, während Fini im Kids Club weiter fleißig tanzte, bastelte und offenbar das komplette Animationsprogramm abarbeitete.
Der weitere Nachmittag wurde dann zum klassischen Urlaubsmix: Pool, Mittagessen, Schläfchen, snacken, Meer und natürlich Eis an der Bar.
Und ehe man sich versah, war er da: der große Abend.
Und tatsächlich – Leni mobilisierte noch einmal die letzten Kräfte!
Gemeinsam mit Fini wurde sich in Schale geworfen und auf ging es Richtung Theaterbühne. Allerdings natürlich nicht zu Fuß. Wie bestellt stand nur wenige Meter entfernt ein Tuk-Tuk-artiges Golfcar bereit, das uns kurzerhand quer über den Campingplatz eskortierte. Selbstverständlich ebenfalls mit an Bord: die kleine Fraktion bestehend aus Juli und Lui.
Etwas früher als geplant angekommen, konnte beim Warm-up auf der Bühne schon einmal ordentlich das Tanzbein geschwungen werden.
Und dann war es um 20:15 Uhr endlich so weit.
Alle Kinder runter von der Bühne, die Animateure machten sich bereit – und dann erschien auch noch das absolute Highlight:
ZATONINO!
Das Maskottchen des Campingplatzes.
Was genau Zatonino darstellen soll, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Eine Mischung aus Seepferdchen, Seeungeheuer und Meerjungfraumann vielleicht?
Oder doch einfach nur ein Mann im Kostüm?
Letztere Theorie stammt von Fini und wurde messerscharf begründet: „Man sieht doch seinen Hals und seine Handgelenke!“
Wir hätten uns das Ganze gerne noch etwas genauer angesehen, allerdings war der Blick auf die Bühne weitestgehend versperrt. Und zwar von einer massiven Menschenmauer aus hochmotivierten Eltern, die offenbar etwa 30 Zentimeter hinter ihren Schützlingen stehen mussten, um dort nach dem Rechten zu sehen.
Das Ergebnis: Kinder direkt an die Bühne gepresst, kaum Platz zum Tanzen – dafür natürlich absolute Topposition für ein High Five mit den Animateuren.
Auch musikalisch ließ die Veranstaltung einige Fragen offen.
Das hatte man aus den guten alten Zeiten schließlich anders in Erinnerung.
Bibione ’93.
Da saßen Eltern, Onkel und Tanten noch entspannt auf der guten alten vergilbten Plastik-Sitzgruppe. Eine Zigarette in der einen, das ein oder andere Kaltgetränk in der anderen Hand. Keine Elternmauer. Keine lückenlose Überwachung der Tanzfläche. Die Welt war noch schön.
Und zu „Ciu Ciu Ua“ wurde getanzt, was das Zeug hielt.
Aber gut – andere Zeiten. Und das Wichtigste: Leni hat ihre erste Kinderdisco trotzdem gefallen.
Ob wir das Ganze morgen direkt wiederholen müssen? Vorerst eher nicht.
Beim Rückweg meinte es das Urlaubsschicksal dann noch einmal besonders gut mit uns. Unser Tuk Tuk stand tatsächlich erneut bereit.
Also alle einsteigen, Heimfahrt zum Mobile Home und nach diesem langen Tag endgültig:
Ab ins Bett.Read more
















