• Michi und Andi
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Žárová 🇨🇿

Et 8-dags eventyr af Michi und Andi Læs mere
  • Start på rejsen
    9. august 2026

    Auf nach Zarova

    9. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 24 °C

    Eigentlich war der Plan ganz entspannt: Sonntagabend gegen 19 Uhr losfahren und irgendwann in der Nacht in Tschechien ankommen. Eigentlich.

    Wie es der Zufall – oder vielmehr die Stimmung von Juli und Leni – so wollte, hatten wir irgendwann keine große Lust mehr, noch länger zu warten. Also wurde kurzerhand umgeplant, das Auto vollgepackt und bereits um 16:30 Uhr gestartet.

    Und das Timing hätte kaum besser sein können: Pünktlich gegen 19 Uhr trafen wir unsere guten Freunde, die Wimmers, am Gasthof Abfahrt Hirschau – standesgemäß beim Abendessen im Goldenen M. Noch einmal stärken, kurz durchschnaufen und dann hieß es: weiter Richtung Tschechien!

    Mit zunehmender Dunkelheit wurde aus der gemütlichen Autofahrt langsam eine kleine Expedition ins tschechische Hinterland. Vor allem die letzten zwei Stunden hatten es in sich: schmale Straßen, jede Menge Landschaft, Gestrüpp und immer wieder die Frage, ob hier wirklich noch irgendwo ein Dorf kommen kann. Aber Melli hatte uns schließlich vorgewarnt.

    Und als erfahrene Adventure-Ticket-Reisende sollte uns so etwas sowieso nicht mehr aus der Ruhe bringen.

    Ein Hase, ein Fuchs, ein Marder, eine Kröte und eine Katze später war es dann tatsächlich so weit: Žárová!

    Über ein Jahrzehnt hatten wir davon gehört. Genauso lange, wie unsere Freundschaft mit Milan und Melli mittlerweile schon anhält, war immer wieder die Rede von diesem kleinen Ort irgendwo im tschechischen Hinterland. Und genauso lange hatten wir uns vorgenommen, irgendwann selbst hierherzukommen.

    Gegen 0:30 Uhr war „irgendwann“ dann endlich gekommen.

    Milan öffnete uns die Tür, viel Programm gab es an diesem Abend allerdings nicht mehr. Sachen rein, Kinder rein, ab ins Bett.

    Und während draußen irgendwo in der tschechischen Nacht vermutlich schon der nächste Hase durchs Gebüsch hoppelte, waren wir vor allem auf eines gespannt:

    Was würde wohl unser erster richtiger Tag in Žárová bringen?
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  • Bloddy Monday

    10. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 26 °C

    Montag. Unser erster kompletter Tag in Žárová. Und der sollte direkt einiges zu bieten haben.

    Mit dabei war auch noch Milans Opa – der Mann, ohne den es dieses wunderschöne Haus hier heute vermutlich gar nicht geben würde. Gemeinsam starteten wir ganz gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag, während die Kids nach und nach das gesamte Gelände für sich entdeckten.

    Es wurde am Bach gespielt, jeder Winkel rund ums Haus erkundet und mit Milan sogar eine Runde Bogenschießen ausprobiert. So konnte es eigentlich weitergehen.

    Mittags machten wir uns gemeinsam mit Opa auf den Weg zu Bekannten in die Pension Oáza. Bei Schnitzel, Pommes und leckeren Palatschinken ließen wir es uns richtig gut gehen. Danach ging es noch auf einen Spielplatz, auf dem sich die Kinder ordentlich austoben konnten.

    Zurück am Haus wurde natürlich genau damit weitergemacht.

    Und dann begann der Bloody Monday.

    Gefühlt verletzte sich plötzlich ein Kind nach dem anderen: Samu erwischte es am Kopf, Marlo am Knie, Juli blutete aus der Nase – und Juno schlug sich kurzerhand einen Zahn schief. Spätestens jetzt hatte der Tag seinen Namen weg.

    Aber damit war das Kuriositäten-Konto für diesen Montag noch lange nicht ausgeschöpft.

    Während Michi sich am Haus um Würstl und Grillgemüse aus dem Dutch Oven kümmerte, hatte Milan eigentlich nur noch eine kleine Aufgabe: seinen Onkel Martin vom Bahnhof abholen. Einsteigen, Martin einsammeln, zurückfahren. So zumindest der Plan.

    Doch kaum war Martin abgeholt, hatte auf dem Rückweg plötzlich die Autobatterie andere Pläne.

    Wir kürzen die Geschichte an dieser Stelle einfach etwas ab …

    Irgendwann waren tatsächlich alle wieder am Haus. Irgendwann waren sogar alle Kinder im Bett. Und irgendwann saßen wir schließlich gemeinsam da – vor uns leckeres Essen, dazu alte Geschichten von Opa und Martin, das ein oder andere 11er-Bierchen und über uns ein fantastischer Sternenhimmel.

    Mehr musste an diesem Tag wirklich nicht mehr passieren.

    Genug für Tag 1. Definitiv.

    Bloody Monday – Žárová hatte uns offiziell begrüßt.
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  • Neuer Tag, neue Verletzungen 🐝

    11. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach unserem „Bloody Monday“ konnte es eigentlich nur ruhiger werden.

    Dachten wir zumindest.

    Den Auftakt in den neuen Tag lieferte diesmal Milan. Ganz gemütlich saßen wir beim Frühstück, als er genussvoll in seine Marmeladensemmel biss. So weit, so normal. Nur ein kleines Detail hatte er dabei übersehen: die Wespe, die es sich darauf gemütlich gemacht hatte.

    Zwei Eis zur Kühlung später war von Besserung noch nicht allzu viel zu sehen. Ganz im Gegenteil: Milans Gesicht begann langsam, aber sicher ins Unermessliche anzuschwellen.

    Zeitgleich hieß es Abschied nehmen: Opa und Martin verließen uns wieder. Zwei Verabschiedungen und eine langsam abschwellende Gesichtshälfte später konnte der Tag also doch noch richtig beginnen.

    Zum Mittagessen ging es wieder zu unserem mittlerweile bestens bekannten und immer freundlichen Leos in die Pension Oáza. Gut gestärkt stand anschließend ein echtes Highlight für die Kids auf dem Programm: der Pumptrack im Areal Kouty.

    Und hier zeigte sich schnell: Mit jeder Abfahrt wuchs der Mut. Erst noch etwas vorsichtig, dann immer schneller stürzten sich unsere Kleinen Runde für Runde die Strecke hinunter.

    Danach durfte natürlich die bewährte Kombination aus Eis und Spielplatz nicht fehlen. Und dieser Spielplatz hatte es mit seinem gigantischen Kletterturm durchaus in sich.

    Doch das zweite Highlight des Tages wartete zurück am Haus – diesmal kulinarischer Natur:

    Kaiserschmarrn aus dem Dutch Oven.

    Nicht unmöglich. Aber anspruchsvoll.

    Denn beim Kaiserschmarrn aus dem Dutch Oven kommt es auf das perfekte Zusammenspiel an: Teigkonsistenz, Feuertemperatur und – keinesfalls zu unterschätzen – die Stimmung des Koches. Hier muss einfach alles passen.

    Die eigentlich ebenfalls vorgesehenen Bratwürste wurden kurzerhand zur Nebensache erklärt und beiseitegestellt. Stattdessen fiel die ganze Meute über den frisch gezupften Teigklassiker her. Experiment geglückt. Dutch Oven bestanden.

    Nach der obligatorischen Abenddusche hieß es dann endlich: ab ins Bett.

    Genug für diesen Tag?

    Natürlich nicht.

    Denn heute wartete noch eine Premiere auf unsere Kids: Übernachtungsparty auf dem Dachboden!

    Wie viel dort oben tatsächlich geschlafen wurde, werden wir wohl erst am nächsten Morgen erfahren.
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  • Hoch hinaus in Dolní Morava

    12. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 19 °C

    Ein neuer Tag, ein neues Abenteuer.

    Und tatsächlich begann dieser Tag fast schon verdächtig ruhig: ein Frühstück ohne größere Überraschungen. Beste Voraussetzungen also, um sich auf den Weg zu einer der absoluten Touristenattraktionen nahe der polnischen Grenze zu machen: Dolní Morava.

    Dort gibt es so viel zu erleben, dass man unmöglich alles an einem Tag schaffen kann. Also musste ein Plan her – und der begann direkt sportlich und ökonomisch zugleich.

    Während der Rest der Meute samt Gepäck und Equipment bequem mit dem Auto anreiste, schwangen sich Milan und Michi aufs Rennrad. Rund 30 Kilometer und 420 Höhenmeter lagen vor ihnen. Schließlich muss man sich Pommes und Bier auch irgendwie verdienen.

    In Dolní Morava angekommen, ging es für die Kids direkt in den Bikepark. Im Vergleich zum Pumptrack vom Vortag war das Ganze schon eine Nummer anspruchsvoller. Aber nach den ersten vorsichtigen Runden wuchs auch hier schnell der Mut.

    Anschließend wollten wir hoch hinaus. Bevor es zum Sky Walk ging, stand jedoch erst einmal die inzwischen bewährte tschechische Sportlernahrung auf dem Programm: Pommes, Gulaschsuppe und Hotdogs. Für die Papas selbstverständlich ergänzt um ein wohlverdientes Bier.

    Gut gestärkt ging es nun zum Sky Walk. Eine Wahnsinnskonstruktion mit einem fantastischen Ausblick über die Landschaft. Ganz oben wartete dann noch eine kleine Mutprobe: ein Netz, über das man laufen konnte – mit direktem Blick rund 50 Meter in die Tiefe. Für den einen ein Riesenspaß, für den anderen vielleicht eher die Gelegenheit, die Stabilität der Konstruktion noch einmal kritisch zu hinterfragen.

    Damit aber noch nicht genug Höhe für einen Tag. Anschließend ging es weiter zu Europas längste Hängebrücke. Noch einmal beeindruckende Ausblicke, noch einmal ordentlich Höhenluft – und plötzlich war der Tag auch schon fast vorbei.

    Für den Rückweg wurde getauscht: Diesmal schwangen sich die Mädels auf die Rennräder, während die Männer den mindestens genauso verantwortungsvollen Part übernahmen: Auto, Gepäck und Kinder einsammeln – und vor allem schon einmal die Pizzabestellung organisieren.

    Ein kurzer Eisstopp durfte auf dem Heimweg natürlich ebenfalls nicht fehlen.

    Eine Stunde und sieben Pizzen später saßen schließlich alle wieder gemeinsam am Haus und ließen es sich beim späten Abendessen ordentlich schmecken.

    Danach: Kinder ins Bett.

    Eigentlich war für die Erwachsenen noch ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer mit dem ein oder anderen Bierchen geplant. Doch irgendwann fordert so ein Urlaub eben seinen Tribut. Die Müdigkeit gewann – und Michi machte an diesem Abend endgültig schlapp und schlief direkt mit Juli ein.

    Vielleicht war das sogar die beste Entscheidung für das gesamte Team.

    Denn wer weiß, was Žárová in den kommenden Tagen noch für uns bereithält.

    Also lieber noch einmal Kräfte sammeln.
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  • Hausparty

    13. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute hatten wir eigentlich einiges vor – doch manchmal sind die besten Pläne diejenigen, die man kurzerhand über den Haufen wirft. So fiel am Morgen die Entscheidung: Heute bleiben wir einfach mal komplett am Haus. Und wie sich herausstellen sollte, gab es auch dort mehr als genug zu erleben.

    Ein schönes Frühstück in der Sonne eröffnete den Tag. Ganz gemütlich, ohne Zeitdruck und ohne irgendwo hinzumüssen. Ein bisschen Haushalt wurde anschließend noch gemeinsam erledigt, bevor es auch schon Zeit für das erste Highlight des Tages war.

    Michi und Milan hatten sich ein kleines Workout vorgenommen. Und was eignet sich dafür besser als der kleine Hügel beziehungsweise die Zufahrt direkt vor unserem Haus? Bergsprints, dicht gefolgt von dem einen oder anderen Burpee, Wallballs mit dem Kinderfußball und Lunges – zwar ohne Sandbag, dafür aber mit einem mindestens genauso schweren Stück Feuerholz auf den Schultern.

    Die Kids waren sofort Feuer und Flamme. Während die Papas langsam ins Schwitzen kamen, wurden die einzelnen Stationen mit großer Begeisterung nachgemacht. Berg hoch, Burpees, Ball werfen, Holz schleppen – ein kleines HYROX Žárová war geboren.

    Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Unten am Bach wurde kurzerhand die Küche eröffnet und eine kräftig abgeschmeckte Blumensuppe nach Žárová-Art kredenzt. Welche Blumen und sonstigen geheimen Zutaten darin landeten, bleibt wohl besser das Geheimnis der kleinen Köchinnen und Köche.

    Nach diesem kulinarischen Auftakt wurden anschließend noch die Pizzareste vom Vorabend verspeist, bevor sich unsere Reisegruppe erneut aufteilte. Die Mädels machten sich mit Juli und Marlo auf zum Einkaufen. Die Männer blieben mit Samu, Leni und Juno am Haus und schritten zum nächsten Tagesordnungspunkt über.

    Nachdem wir uns in den vergangenen Tagen bereits mehr als in den Dutch Oven über dem offenen Feuer verliebt hatten, musste diese Liebe natürlich weiter gepflegt werden. Der Plan für heute: Bolognese aus dem Dutch Oven.

    Und auch diesmal wurde nicht einfach nur für die Kinder gekocht – sondern gemeinsam mit ihnen. Leni und Samu halfen bei den Vorbereitungen ordentlich mit. Zwei Salate wurden geschnippelt, frische Kräuter gesammelt, anschließend in Butter zermanscht und großzügig aufs Baguette geschmiert. Auch das Gemüse für die Bolognese wurde gemeinsam klein geschnitten und alles für den großen Auftritt des Dutch Ovens vorbereitet.

    Kaum waren die Mädels vom Einkaufen zurück, übernahm Milan das Kommando am Feuer und setzte mit den restlichen Zutaten die Bolognese an. Natürlich durfte dabei auch der Rotwein nicht fehlen. Ob der eine oder andere Schuss mehr nun tatsächlich nur in der Soße gelandet ist, lässt sich rückblickend nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren. Für die ungewöhnlich frühe Bettgehzeit könnte er jedenfalls mitverantwortlich gewesen sein.

    Denn kurz nach acht herrschte tatsächlich schon Ruhe im Haus.

    Und so saßen wir Erwachsenen schließlich wieder dort, wo inzwischen viele unserer Abende in Žárová enden: am Feuer. Ein Bierchen in der Hand, die letzten Reste einer wirklich genialen Bolognese vor uns und die Erkenntnis, dass man für einen richtig guten Urlaubstag manchmal überhaupt nirgendwo hinfahren muss.
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  • Run Baby Run

    14. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 23 °C

    Unaufhaltsam geht es weiter mit dem nächsten Morgen in Žárová. Diesmal mit etwas mehr Wespen als gewohnt, aber das Wichtigste vorweg: Alle Beteiligten haben das Frühstück unversehrt überstanden.

    Auch heute ließen wir uns zunächst etwas in den Tag treiben. Gar nicht so einfach, einen Plan zu schmieden, wenn die Region hier einfach viel zu viele Möglichkeiten bietet. Also wurde erst einmal das genutzt, was direkt vor der Haustür lag. Die Zufahrt, die zuvor noch Schauplatz unseres kleinen HYROX Žárová, bekam heute eine neue Bestimmung: Die Wasserrutsche wurde in Stellung gebracht. Damit war für den ersten Höhepunkt des Tages schon einmal gesorgt.

    Die Männer blieben mit den Kids am Haus und schickten zur Abwechslung die Mädels auf eine Laufrunde. 47 Minuten und zwei ziemlich rote Köpfe später waren sie wieder zurück. Begleitet von nicht enden wollenden Ausführungen darüber, wie unfassbar hügelig das Gelände rund um Žárová doch sei. Können Michi und Milan natürlich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Geduscht, die Kids verstaut und alle abfahrbereit, stand schließlich auch der Plan für den restlichen Tag: Ab zu Leos zum entspannten Mittagessen.

    Ein wenig schmunzeln mussten wir dort heute allerdings schon. Normalerweise machen wir es uns gemütlich auf der Terrasse bequem – mit bestem Blick auf Spielplatz und Spielwiese, während die Kids friedlich ihre Runden drehen. Heute stand dort allerdings auch noch eine durchaus amüsante Partie Fußball auf dem Programm. Den krönenden Abschluss lieferte schließlich Marlo. Mit einer Mischung aus Stolz und leichter Sorge beobachteten wir Erwachsenen, wie er offenbar beschlossen hatte, „unseren“ Spielplatz gegen die einheimische Konkurrenz zu verteidigen. Mit einem Kescher bewaffnet verfolgte er das eine oder andere tschechische Kind quer über den Platz und schlug es erfolgreich in die Flucht.

    Vielleicht war das der richtige Zeitpunkt, weiterzuziehen.

    Unser Nachmittagsziel war ein Waldspielplatz mit kleinem Erlebnispfad in der Nähe von Šumperk. Und natürlich hatten wir auch heute wieder unser inzwischen standardmäßig gebuchtes „Adventure Ticket“ dabei – jenes unsichtbare Ticket, das bei Ausflügen mit Melli und Milan zuverlässig dafür sorgt, dass der Weg zum Ziel mindestens genauso abenteuerlich wird wie das Ziel selbst.

    Und auch diesmal hielt es, was es verspricht.

    Über Stock und Stein, Gestein und Gestrüpp ging es mit den Autos immer tiefer in den Wald – zumindest so weit, wie unsere Fahrzeuge und unser Vertrauen in die gewählte Route es zuließen. Irgendwann war Schluss. Die letzten rund 400 Meter mussten zu Fuß zurückgelegt werden.

    Am Ziel angekommen, stellten wir dann fest: Es hätte natürlich auch einen ganz normalen Weg gegeben. Inklusive Parkplatz.

    Aber gut. Wie sagt man so schön? Viele Wege führen nach Rom. Oder eben irgendwo tief im tschechischen Wald zu einem Spielplatz.

    Und der Weg hatte sich gelohnt. Der Waldspielplatz machte nicht nur den Kids Spaß. Schnell wurden aus den verschiedenen Hindernissen kleine Wettkämpfe und irgendwann stoppten auch die Erwachsenen ihre Zeiten beim Klettern, Balancieren und Überwinden des Parcours. Man ist schließlich nie zu alt, sich auf einem Kinderspielplatz gegenseitig herauszufordern.

    Zurück an den Autos und wenig später wieder am Haus hieß es für Milan und Michi: Laufschuhe an. Schließlich hatten die Mädels am Vormittag ausreichend Werbung für die „herrlich“ Laufstrecke rund um Žárová gemacht.

    Hoch hinaus sollte es gehen. Und so wurde aus der vermeintlich gemütlichen Laufrunde ziemlich schnell eine ausgewachsene Hill-Climbing-Aktion, die nicht nur ordentlich Höhenmeter sammelte, sondern auch die Pumpe noch einmal zuverlässig in die Höhe schießen ließ.

    Sichtlich zufrieden kamen die beiden zurück und gingen kurzerhand direkt in die Abendessenvorbereitung über. Am Haus wartete schließlich bereits eine hungrige Meute, die zwischenzeitlich noch einmal die Wasserrutsche für sich entdeckt hatte.

    Zum Glück warteten im Kühlschrank noch die Reste unserer genialen Dutch-Oven-Bolognese vom Vorabend. Wenige Minuten später stand das Essen auf dem Tisch. Das gemütliche Abendessen verging wie so oft viel zu schnell, die Kinder wurden nach und nach bettfertig gemacht und irgendwann kehrte wieder Ruhe ein.

    Und so endete auch dieser Tag dort, wo unsere Tage in Žárová inzwischen scheinbar enden müssen: am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel.

    Adventure Ticket für heute erfolgreich eingelöst.
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  • Furious Saturday

    15. august, Tjekkiet ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Nacht verlief wie schon zuvor erstaunlich friedlich. Unser Tagesprogramm scheint den Kids mittlerweile zuverlässig alles abzuverlangen, was ihre Akkus hergeben. Beste Voraussetzungen also für den nächsten schönen Tag in unserem mittlerweile ganz persönlichen August-Paradies Žárová.

    Michi meinte es heute besonders gut mit uns – beziehungsweise weniger gut mit den Wespen – und baute kurzerhand aus einer alten Plastikflasche eine Wespenfalle. Und tatsächlich: Das Ding funktionierte! Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die ersten fünf Wespen darin verirrt und sollten nicht mehr wiederkehren. Blöd nur, dass sich davon fünf weitere überhaupt nicht beeindrucken ließen und weiterhin völlig selbstverständlich an Honigbrot und Nutella bedienten.

    Naja, sei’s drum.

    Weiter zum nächsten Tagesordnungspunkt. Gemeinsam wurde wieder Klarschiff gemacht und anschließend Pläne für den Tag geschmiedet. Und so viel sei bereits vorweggenommen: Ähnlich wie damals in Portugal sollte heute irgendwann dieser ganz besondere Urlaubsmoment erreicht werden, an dem das Nervensystem aufgrund einer Mischung aus Eindrücken, Erlebnissen und völlig ungeplanten Ereignissen einfach Überfluss meldet.

    Zunächst aber alles ganz geordnet.

    Das in den vergangenen Tagen hervorragend funktionierende Konzept der Aufteilung wurde erneut angewandt: Die Mädels aufs Rennrad, die Männer mit den Kids. Die Kinder machten super mit und gleichzeitig kamen auch die Erwachsenen zu ihrem sportlichen Ausgleich. Win-win.

    Das Ziel für die Mädels: unser mittlerweile bestens bekanntes Mittagessen bei Leos.

    Direkt hinfahren wäre allerdings viel zu einfach gewesen. Also wurde eine etwas anspruchsvollere Variante gewählt: 33 Kilometer und etwas mehr als 500 Höhenmeter. Rund 1:40 Stunden später war die Mannschaft wieder vollständig und alle saßen gemeinsam beim Mittagessen.

    Es folgten eine Runde Fußball, ein wohlverdientes Nickerchen für Juli und der Sonntagsbraten am Samstag – wobei sich dieser bei genauerer Betrachtung eher als ordentlich geschmorte Haxe herausstellte. Für die Männer aber vermutlich genau die richtige Kalorienzufuhr für alles, was noch kommen sollte.

    Denn jetzt ging es erst richtig los.

    Nächster Halt: Angeln in Loučná nad Desnou.

    Und spätestens dort begann unser Nervensystem endgültig zu kapitulieren.

    Eigentlich wollten wir einfach nur ein bisschen gemütlich angeln und im Idealfall unseren selbst gefangenen Fisch später über dem Feuer zubereiten. Stattdessen landeten wir mitten in einem ausgewachsenen Event Saturday.

    Direkt an der Straße wartete plötzlich das nächste Spektakel: Die 3. Etappe der Czech Tour führte unmittelbar an uns vorbei. Profiradsport zum Anfassen – und das ausgerechnet an dem Tag, an dem wir selbst mit den Rennrädern unterwegs waren.

    Als wäre das noch nicht genug, lief nebenan auch noch eine Art Holzschnitzwettbewerb. Gestandene bärtige Männer bearbeiteten dort mit Kettensägen riesige Holzstämme und verwandelten sie mit einer kaum nachvollziehbaren Präzision in wunderschöne Tiere, Figuren und Wesen.

    Unser Ökosystem war endgültig überlastet.

    Nur die Fische zeigten sich von der ganzen Veranstaltung wenig begeistert. Am Ende blieb die große Angelbeute leider aus. Woran es lag, war für Milan und Michi allerdings schnell geklärt: Bei diesem unglaublichen Lärm rund um den Teich konnte schließlich kein vernünftiger Fisch beißen.

    Diese Erklärung hatten sich die beiden vorsichtshalber bereits frühzeitig zurechtgelegt.

    Für Milan und Michi hieß es nun ohnehin: umziehen und selbst aufs Rad. Die Mädels übernahmen die Kids und für die Männer gab es ein glasklares Ziel für den Rückweg nach Žárová:

    Die Zeit der Mädels pulverisieren.

    Der Stachel vom Vortag saß schließlich noch tief. Melli hatte die Männer am Parcours des Waldspielplatzes gnadenlos deklassiert. Heute sollte die sportliche Ehre wiederhergestellt werden.

    Angestachelt von den Profis der Czech Tour, die kurz zuvor noch mit einer völlig absurden Geschwindigkeit an uns vorbeigerauscht waren, ging es los. Und die Strecke war einfach genial. Eine unglaublich schöne Rennradrunde durch die Landschaft Richtung Žárová, gutes Tempo in den Beinen und die Uhr fest im Blick.

    Es lief.

    Wir lagen richtig gut in der Zeit. Die Bestmarke der Mädels schien bereits zu wackeln und die Siegessicherheit war groß genug, unterwegs sogar noch den einen oder anderen Schnappschuss einzubauen.

    Tja.

    Zu früh gefreut.

    Denn wer es bekanntermaßen nicht im Kopf hat, muss es eben in den Beinen haben.

    Eine Abfahrt wurde verpasst. Und aus einem kleinen Navigationsfehler wurden kurzerhand acht zusätzliche Kilometer. Damit war nicht nur der sicher geglaubte Sieg dahin – am Ende brauchten wir sogar ein paar Minuten länger als die Mädels.

    Schwamm drüber.

    Denn spätestens bei der Ankunft am Haus war die Niederlage vergessen. Dort wurden wir von jubelnden Kids mit strahlenden Gesichtern empfangen, die kurz zuvor noch mit einer ordentlichen Portion Nudeln versorgt worden waren.

    Also noch einmal gemeinsam ans Lagerfeuer. Marshmallows auf die Stöcke, ab über die Glut und anschließend für die Kids direkt ins Bett.

    Und für die Erwachsenen?

    Wie sollte es inzwischen auch anders sein.

    Lagerfeuer. Sternenhimmel. Dutch Oven.

    Der selbst gefangene Fisch fehlte zwar auf dem Speiseplan, dafür gab es herrliches Grillgemüse aus dem Dutch Oven und erneut ein paar richtig gute Würstel vom Feuer.

    Und während wir dort saßen, konnte man diesen Tag eigentlich nur noch einmal Revue passieren lassen: Rennrad, über 500 Höhenmeter, Haxe, Angeln, Czech Tour, kettensägenschwingende Holzschnitzer, acht unfreiwillige Zusatzkilometer, jubelnde Kinder, Marshmallows und Lagerfeuer.

    Ein völlig normaler Samstag in Žárová eben.
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  • Last Dance

    I går, Tjekkiet ⋅ ☁️ 29 °C

    Da haben wir es also fast geschafft. Der letzte Tag in Žárová ist angebrochen.

    Ein letztes Mal gemeinsam frühstücken. Ein letztes Mal fünf Kinder gleichzeitig bändigen. Ein letztes Mal Streit schlichten. Ein letztes Mal das Chaos irgendwie sortieren. Und vor allem: ein letztes Mal gemeinsam richtig Spaß haben an diesem Ort, der uns in den vergangenen Tagen auf seine ganz eigene Art angenehm entschleunigt hat.

    Der gestrige „Event Saturday“ hatte uns schließlich noch einmal alles abverlangt. Entsprechend schnell herrschte heute Einigkeit: Zum Abschluss wird es ruhig. Kein großes Programm, keine sportlichen Höchstleistungen, keine völlig eskalierende Tagesplanung. Zumindest war das der Plan.

    Also wurde zunächst einfach ein bisschen am Haus gespielt, bevor es zum Mittagessen noch einmal an unseren inzwischen bestens bekannten und liebgewonnenen Ort ging. Fast schon komisch, wie schnell solche kleinen Routinen entstehen können. Gerade angekommen und gefühlt schon Stammgäste.

    Anschließend stand noch ein kleiner, aber feiner Stadtspaziergang durch Šumperk auf dem Programm. Ohne großes Ziel und ohne Zeitdruck. Ein leckerer Cappuccino für die Erwachsenen, ein Spielplatz für die Kids und natürlich ein Eis zum Abschluss. Mehr brauchte es heute auch gar nicht.

    Und so verflog dieser letzte Tag tatsächlich wie im Nu.

    Zurück am Haus machten wir es uns zum Abendessen noch einmal gemeinsam gemütlich. Pizza und Pasta auf den Tisch, Kinder drumherum, die letzten Stunden genießen – und dabei langsam realisieren, dass diese Woche jetzt tatsächlich vorbei sein sollte.

    Ende. Aus. Vorbei.

    Es folgten herzliche Verabschiedungen und schließlich unsere erstaunlich pünktliche Abreise um 19 Uhr. Allerdings nur für uns. Melli und Milan durften das Žárová-Gefühl noch ein paar Tage länger genießen, während wir uns auf den langen Heimweg machten.

    Rund sieben Stunden später lagen auch wir – ohne größere Zwischenfälle – wieder in unseren heimischen Betten.

    Und irgendwie fehlten uns da noch ein bisschen die Worte für diese rasante Woche.

    Denn rückblickend war es schon erstaunlich, was alles in diese wenigen Tage gepasst hat. Fahrradtouren und Bergläufe. Dutch Oven und Lagerfeuer. Wasserrutschen und Waldspielplätze. Angeln ohne Fisch. Kettensägenkunst und Czech Tour. Wespenfallen, Blumensuppe, Bolognese und Marshmallows. Jede Menge Kinderchaos, noch mehr Lachen und Abende unter einem Sternenhimmel, an den wir uns vermutlich noch ziemlich lange erinnern werden.

    Vor allem aber bleibt ein großes Dankeschön.

    Danke für dieses tolle Miteinander. Dafür, dass fünf Kinder und vier Erwachsene eine Woche lang nicht nur irgendwie miteinander funktioniert, sondern gemeinsam eine richtig gute Zeit hatten. Und natürlich auch dafür, dass wir hier in Žárová ein kleines Stück von Milans Familiengeschichte kennenlernen durften. Einen Ort, der für ihn mit so vielen Kindheitserinnerungen verbunden ist und den wir nun mit unseren ganz eigenen Erinnerungen verlassen.

    Aus Milans Žárová ist in dieser Woche irgendwie auch ein kleines bisschen unser Žárová geworden.

    Und vielleicht ist genau das das Schönste, was man von einer Reise mit nach Hause nehmen kann.

    Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf das nächste Abenteuer.

    Wo auch immer es uns hinverschlägt, eines dürfte inzwischen sicher sein:

    Das „Adventure Ticket“ ist natürlich wieder mit dabei.
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    Slut på rejsen
    16. august 2026