Zur Tutzinger Hütte
September 2 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C
Endlich geht es wieder los - Gunther und ich laufen ab heute den zweiten Teil des Maximilianswegs, den wir vor zwei Jahren übrig gelassen haben. Allerdings starten wir aufgrund einer Sperrung des Bahnhofs Augsburg und einer Umleitung über Ingolstadt mit zwei Stunden Verspätung erst um 13:40 Uhr. Unterhalb vom Herzogstand geht es los. Am Einstieg in den Weg steht, dass es bis zur Tutzinger Hütte 7 Stunden dauert - dann wäre es schon fast dunkel! Das ist keine gute Idee. Also rufe ich erst mal die Hütte an, dass wir wohl später kommen und sie uns bitte etwas warmes Essen aufbewahren.
Endlich geht es los. Schuhe nochmal schnüren, Stöcke auf die richtige Länge einstellen, Sonnencreme auflegen und Cappy aufsetzen 😁 Zum Glück geht es gleich steil hoch und dann gleich 500 Meter höher 🤷♂️😅 Uff. Der Schweiß läuft und die Beine spüren wir jetzt. Oben wird es recht eben und wir kommen zur Jocheralm. Die erste Fruchtschorle ist fällig. Zwar etwas dünn, aber es zischt ordentlich.
Der Weg ist sehr schön und die Aussichten fantastisch. Das hat sich jetzt schon gelohnt, hier hochzusteigen. Und wir bemerken, wie sich die Zeitangaben der Schilder und unsere Laufzeit immer weiter voneinander entfernen - zu unseren Gunsten. Schließlich sehen wir nach etwas mehr als fünf Stunden die Tutzinger Hütte und kommen doch noch rechtzeitig vor Küchenschluss um 19:30 Uhr an 🥳 Beim Abstieg begegnen uns zwei Steinböcke. So nah haben wir die Tiere auch noch nicht erlebt. Und dann werden es mehr - wir zählen insgesamt 14! Teils haben wir großen Respekt als wir nah an den Tieren vorbeigehen.
Das Abendessen ist sehr gut. Und wir unterhalten uns mit Max, der uns schon beim Abstieg zur Hütte und unserer Begegnung mit den Steinböcken mit einem Fernglas beobachtet hat. Er ist öfter hier oben und will morgen noch auf die Benediktenwand, die wir heute ausgelassen haben. Mal schauen 😁Read more
Nach Lenggries
September 3 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C
Das Dehnen der Waden und die Magnesiumtabletten am Abend haben sich gelohnt. Die Beine fühlen sich am Morgen gut an. Allerdings habe ich nicht so gut geschlafen - es war einfach ungewohnt mit Hüttenschlafsack und Ohrstöpseln.
Wir haben uns von Max überzeugen lassen, erst noch auf die Benediktenwand zu steigen um dann unseren Weg nach Lenggries fortzusetzen. Man kann von der Hütte ja schon das Gipfelkreuz sehen - schlappe 450 Meter weiter oben 😁 Also dann, einen Teil geht es den Weg zurück, den wir gestern gekommen sind und dann biegen wir ab zum Gipfel. Der Weg ist mächtig steil und fordert unsere Trittsicherheit heraus. Ich schwanke ständig zwischen Jacke an- und ausziehen, weil es wärmer, aber oben doch auch windiger wird. Endlich sind wir oben. Die Aussicht ist grandios. Selbst die Zugspitze schaut in der Ferne hervor. Der Gipfel ist auch gut besucht. Von beiden Seiten kommen Wanderer. Wir treffen beim Abstieg Richtung Lenggries auch wieder Max, der in umgekehrter Richtung läuft und bedanken uns nochmal bei ihm für den guten Tipp 😊
Weiter geht es Richtung Osten. Unterhalb der Achselköpfe treffen wir wieder auf Steinböcke. Es scheint die Gruppe von gestern zu sein. Sie laben sich an den Blättern der Sträucher, die hier zuhauf wachsen. Allerdings versperren sie teils ganz ordentlich den Weg. Einmal muss ich mich mit klarer Anrede und ausgefahrenen Stöckern durchsetzen. Der Bock dreht bei und lässt uns durch.
Heute dauert alles viel länger als gedacht. Es geht ordentlich rauf und noch viel mehr runter. Als wir am Gipfelhaus Brauneck ankommen, brauchen wir erst mal eine richtige Pause und verwöhnen uns mit warmen Essen aus der Küche. Der Weg danach geht dann sehr steil runter und ist sinnvollerweise mit kleinen Steinen geschottert. Das hilft dabei, dass Gunther und ich beide mehrmals rutschen, was allerdings gar keinen Spaß macht. Endlich kommen wir in Lenggries an und suchen erst mal das erste Café auf um den Obstschorlendurst zu löschen. Über die Isar geht es weiter und wir sind am heutigen Ziel. Kaputt und zufrieden 😁Read more
Nach Tegernsee
September 4 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C
Nach einer geruhsamen Nacht überfallen wir als erstes den Bäcker im Ort. Zwei Brötchen, ein Kaffee, Wegzehr in den Rucksack und um 7:40 Uhr sind wir auf dem Trail. Schnell geht es aus dem Ort raus, allerdings genauso schnell wird der Weg auch steil. Der Maximiliansweg scheint ohne Ausnahme darauf abzuzielen, möglichst jeden Berg mitzunehmen und dabei die steilsten Aufstiege zu nutzen 😁
Auf halbem Weg zum Geierstein gibt es eine Bank mit Aussicht auf die Ebene und die Berge hinter Lenggries. So schön - wir könnten hier noch Stunden sitzen. Am Gipfel machen wir nur eine Trinkpause und dann weiter. Heute will ich mal meinen klappbaren Wanderkaffeefilter ausprobieren. Schließlich habe ich ja auch Kocher, Kartusche, Topf und Kaffee im Rucksack mitgeschleppt. Auf liegengebliebenen Baumstämmen machen wir Mittagspause. Der Kaffee gelingt und schmeckt sehr gut. Das wird ein guter Tag! 😊
Weiter geht es zum zweiten Gipfel für heute: dem Fockenstein. Die Sonne knallt, aber wir genießen unsere interne Feier, dass wir schon wieder heldenhaft über 1.000 Meter hochgelaufen sind. Und dazu gibt es einen unglaublich schönen Rundumblick. Der Tegernsee liegt auch schon vor uns. Der Abstieg ist sehr steil, wird mit der Zeit aber immer angenehmer. Und so rollen wir nach Bad Wiessee ein, warten auf die Fähre und setzen dann nach Tegernsee über. Unser Hotel liegt direkt am See neben dem Anleger. Beim Einchecken verrät uns der Herr noch, wo man in den See springen kann. Ruckzuck sind wir aus den Wanderklamotten raus und gehen im See baden. Eine willkommene Abkühlung. Schließlich ruft noch das Tegernseer Brauhaus und wir probieren das Helle zum Abendessen. Was für ein Wandertag!Read more

Traveler
Das sind Preise😍 - gibt's das so echt noch in Bayern? Oder ist das ne Karte von vor 6 Jahren?😅

TravelerEcht krass! Hier in BaWü, zB. Tübingen ne Halbe meist über 5 Euro. Auf dem Land aber auch über 4 Euro, meist auch Richtung 5. Da trinkt man gerne noch ne Halbe extra😃 "Sparen durch Kaufen", genau😅
Nach Fischbachau
September 5 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C
Gestern Abend war uns schon klar, das heute ein Regengebiet durchziehen wird. Von daher stellte sich nur die Frage nach der Strategie: wann loslaufen? Wir entscheiden uns für früh, vor allem, weil die Etappe heute mit etwa 25 km recht lang werden soll.
Also gehen wir um 7 zum Frühstück und warten erst mal zehn Minuten auf die Brötchen. Als die dann erscheinen, sind wir vollends begeistert von der Frühstücksauswahl. Alles, was das Herz - und vor allem der Magen - begehrt. Gunther legt nach dem Frühstück Regenzeug an, ich nicht. Er soll Recht behalten 😁
Es geht stetig immer weiter hoch. Als wir bemerken, dass wir falsch laufen, sind wir schon einige hundert Meter am Abzweig auf den Neureuth bzw. die Gindelalm vorbeigelaufen. Schließlich hat es keiner von uns bei dem Regen bemerkt. Egal, wir vermeiden eine Rutschpartie über Wurzeln und Steine und laufen einfach den breiten Waldweg Richtung Schliersee weiter. Bei dem Wetter wohl die gesündere Entscheidung.
Als es bergab zum Schliersee geht, kommen uns immer wieder Leute entgegen. Wir sprechen eine Gruppe an - sie gehen zur Brotzeit auf die Gindelalm. Na gut, wir kehren in Schliersee ein und kommen gerade noch rechtzeitig zum Weisswurstfrühstück. Komisch natürlich, in Schliersee am Schliersee zu sitzen und nicht im Schwarzwald zu sein 🤷♂️
Ein Gipfel liegt jetzt noch vor uns: das Auracher Köpferl. Das lassen wir uns nicht nehmen, da gerade Regenpause ist. Es geht steil hoch und oben wird es sehr felsig und exponiert. Beim Abstieg kommen wir an einem Schild vorbei: „Für Geübte“. Witzig. Nach einigen Metern wissen wir, dass das nicht aus Spaß dort hing. Zum Glück fängt der Regen erst wieder an, als wir fast zurück auf dem Hauptweg sind. Im Fischbachauer Ortsteil Hammer beziehen wir unsere nette Ferienwohnung, kaufen für das Frühstück am nächsten Morgen ein und gehen zum Abendessen zur Gaststätte um die Ecke. Zum Glück haben wir den Regen heute gut überstanden und genießen jetzt den Abend.Read more
Zur Mitteralm
September 6 in Germany ⋅ ☀️ 18 °C
Früh sind wir wach heute - kein Wunder: Gunthers Wecker klingelt um 7 🤷♂️🥳 Da wir in der Ferienwohnung über Kühlschrank und Kaffeemaschine verfügen, zaubern wir uns ein vollständiges Frühstück mit den am Vortag eingekauften Zutaten und lassen uns viel Zeit dabei. Gut gestärkt starten wir erst nach 9.
Anstatt den Originalweg zu laufen - mit einer Kehre über Fischbachau - laufen wir direkt Richtung Wendelstein. Es geht am Bach entlang und über einige steile Passagen. Mit der Zeit treffen wir auf immer mehr Wanderer, es ist ja auch Sonntag. Der Wasserfall am Sattelbach ist zwar interessant, aber dann doch eher Sackgasse wie die Schilder aussagen. Wir haben keine Lust auf rutschige Passagen über umgefallene Bäume.
Die Kesselalm hat zwar zu, aber wir machen dort Pause und ich koche uns einen Kaffee, der hervorragend zu den eingepackten Brötchen passt. Etwas später kommt Horst um die Ecke - der lokale Ranger. Er freut sich, dass er auf Weitwanderer wie uns trifft und ist sehr interessiert. Wir unterhalten uns über Wandern und Equipment im allgemeinen und den Maximiliansweg im besonderen.
Bald geht es weiter - schließlich haben wir mit etwa 500 Höhenmetern erst etwas weniger als die Hälfte des heutigen Ziels für heute geschafft. Der Weg schlängelt sich immer höher und wird immer schöner. Immer wieder sehen wir den Wendelstein, ein großer hoher Fels in der Gegend. Schließlich wird es steil und steinig und die Bergstation kommt immer näher. Und wir nehmen wahr, dass die Anzahl der Leute auch stetig zunimmt. Der Wendelstein ist einer der meistbesuchten Berge in Bayern. Letztlich geht nicht nur eine Seibahn hoch, sondern auch eine Zahnradbahn. Oben ist praktisch jede Bierbank belegt und bei der Kasse steht eine Schlange von gefühlt 30 Metern. Nein, danke - wir laufen weiter. Auf geht es zum Gipfel. Auch hier zieht sich auf und ab jeweils eine Ameisenautobahn. Der Gipfel ist beeindruckend. In alle Richtungen haben wir beeindruckende Sicht und wir genießen die Pause. Ganz oben bläst eine Gruppe Musiker ihre Alphörner - spannend.
Über den Panoramaweg laufen wir einmal um den ganzen Gipfel herum, bis wir auf der anderen Seite auch die Trasse der Zahnradbahn sehen. Jetzt geht es auch wieder steil runter. Wir müssen aufpassen, dass wir auf den nassen Steinen nicht ausrutschen. Der Pfad kommt bald auf einen größeren Weg und dieser wird zum Glück immer flacher. Dann geht es durch einen Wald und bald (gegen 16:30 Uhr) stehen wir vor der Mitteralm. Die Wirtin begrüßt uns und weist uns darauf hin, dass wir besser gleich Essen bestellen, da die Küche bald schließt. Okay, kein Problem, wir haben Hunger und legen los. Um 17 Uhr sehen wir dann noch die letzten Gäste in die Zahnradbahn an der Station vor Ort einsteigen und wir sind alleine. Später kommen noch zwei andere Gäste und wir unterhalten uns mit der Wirtin zu fünft über Berghütten und die Herausforderungen die es mit sich bringt, eine Hütte zu bewirtschaften.Read more
Zum Hochries
September 7 in Germany ⋅ ☁️ 22 °C
Unsere Wirtin Petra hatte uns das Frühstück für 8:30 Uhr angekündigt - und jetzt ist sie doch um 7 aufgestanden und hat das Frühstück um 8 fertig. Perfekt! Wir frühstücken mit Maria und Tobias - den anderen beiden Gästen. Außer uns ist ja niemand da, da Petra an sich Ruhetag hat. Gegen 9 gehen wir gemeinsam los und quatschen die ganze Zeit, bis wir im Tal in Brannenburg ankommen. Gunther und ich genießen ein Eis und ziehen dann weiter.
Jetzt wird es richtig gemütlich: auf dem Weg nach Nußdorf laufen wir direkt neben der Autostrasse und überqueren die Bahnstrecke, die Autobahn und schließlich den Inn. In Nußdorf wird es schöner und wir kehren nochmal in einem Café ein. Kaffee, Kuchen und Saft werden inhaliert.
Da wir heute fast nur bergab gelaufen sind, fehlt noch ein entscheidender Teil: der Aufstieg zur Hochrieshütte mit über 1.000 Höhenmetern. Zunächst schlängelt sich der Weg über einige Kilometer, wird dann aber zusehends steiler und wird dann zu einer steilen Treppe - der Himmelsleiter. Die Sonne kommt wieder mit ihrer ganzen Kraft hervor. Wir schwitzen. Machen Pause, bis der Schweiß trocken ist. Gehen weiter und schwitzen den kalten Schweiß wieder warm. Die Ohren knacken mehrmals bis wir irgendwann kurz vor dem Gipfel auf einem steinigen Grat landen. Und dann erscheint tatsächlich ich das Gipfelhaus. Rechtzeitig erscheinen wir zur Essensbestellung und können sogar duschen - damit haben wir überhaupt nicht gerechnet! 😊 Zimmer beziehen, Essen, Fotos vom Sonnenuntergang machen, noch ein Bier trinken und dann ist Feierabend 🍻🥳Read more
Zur Kampenwand
September 8 in Germany ⋅ ☀️ 24 °C
Spät am Abend sehen wir noch ein Riesenrad in der Ebene - in Rosenheim scheint ein Fest zu sein. Stimmt, Petra von der Mitteralm wollte da ja auch hin!
Gunthers Wecker klingelt um 6:18 Uhr. Womöglich braucht er 20 Minuten, sich auf das Sonnenaufgangsfoto vorzubereiten 😅 Na gut, wir sind jetzt alle wach (wir sind mit Karla und Hadil - zwei ausgebildete Psychologinnen in einem Mehrbettzimmer) und schauen erst mal aus dem Zimmerfenster in Richtung Osten. Bis 6:38 tut sich nix, dann kommt tatsächlich der obere Rand der Sonne zum Vorschein. Ein schönes Gefühl. Wir hatten bisher noch keine Gelegenheit - entweder war unsere Unterkunft anders ausgerichtet oder es war bewölkt am Morgen.
Um 8 gibt es Frühstück und wir lassen es ruhig angehen. Unsere Wanderung ist heute auch anspruchsvoll, aber mit etwa 14 km deutlich kürzer als gestern. Nach dem dritten Brot und dem dritten Kaffee quatschen wir noch eine ganze Weile mit Karla. Wir lassen uns einfach mal treiben, ein schöner Morgen. Gegen 10 sind wir fertig und legen los. Gemäß Wandermathematik laufen wir erst mal eine Ganze Weile bergab, da wir oben auf dem Berg loslaufen 😅
Es geht an Kuhherden vorbei. Über feinen Schotter und große Steine stiefeln wir runter nach Aschau. Standesgemäß kehren wir beim Bäcker vor Ort ein und machen Pause. Als wir weiterlaufen, kommt die Sonne wieder richtig raus und meint, dass wir noch nicht genug geschwitzt haben. Es geht bergauf. Und bergauf. Und bergauf. Gegen 16 Uhr sind wir endlich oben und beziehen auf der SonnenAlm ein Zweierzimmer. Es gibt warme Duschen und Handtücher - ein unglaublicher Luxus!
Beim Abendessen auf der Terrasse schauen wir Löcher in die Luft. Die Sonne steht immer tiefer und leuchtet die Gebirgszüge und tiefhängenden Wolken tieforange an. Ein Traum!Read more
Zum Hochgernhaus
September 9 in Germany ⋅ 🌧 12 °C
Heute laufen wir bergab. Und später bergauf. Bei Regen. Also gibt es nicht so viel zu berichten 😁
Das Frühstück ist grandios. Aber wir haben einiges vor uns und starten gegen 9. Komplett in Regenzeug gehüllt genießen wir den Nieselregen am Morgen. Dir heute alles entscheidende Frage ist: will man nass und kalt am Ziel ankommen (ohne Regenzeug) oder nass und warm (mit Regenzeug verschwitzt). Die zweite Variante gewinnt. Schließlich haben wir es ja die Ausrüstung mitgenommen. Zudem wird sie durch den Regen wieder sauber 🤔😅
Den Ostgipfel der Kampenwand schenken wir uns. Zwar hat der Regen gerade eine Pause eingelegt, aber eine Rutschpartie über Felsen ist nicht so unser Favorit. Einige Abstiege sind auch so schon anspruchsvoll. Nach der Hochplatte kommt eine Waldautobahn runter nach Marquartstein. An sich nicht so schön, bei dem Wetter allerdings eine Wohltat, da wir nicht über Felsen oder Wurzeln runterrutschen müssen. In Marquartstein hat nur eine Gaststätte offen: das Burgcafé. Nach dem Imbiss bestelle ich nicht einen Gipfelstrudel. Dachte ich zumindest. Die Wirtin Petra kennt das nicht. Ich wiederhole: „Gipfelstrudel“. Sie schaut irritiert. Ich zeige ihr das Schild, das neben dem lecker aussehenden Nachtisch im Kühlschrank steht. Und merke, dass das „Apfelstrudel“ heißen soll. Ein sehr schwungvolles A war für mich ein Gi 😁 Egal, der Apfelstrudel war sehr gut und Petra hat jetzt eine neue Geschäftsidee für Wanderer zum Hochgern. Beim Abschied schenkt sie uns noch jeweils eine kleine Tüte Kekse. Selten wurden wir so gut bewirtet. Danke, Petra! 🥳
Nachdem es sich schön eingeregnet hat, starten wir den Aufstieg. Gut zwei Stunden brauchen wir. Die Sicht nimmt stetig ab bis wir am Hochgernhaus ankommen. Der Regen bleibt die ganze Zeit. Es ist ein so unbeschreiblich schönes Gefühl, am Ziel anzukommen, die nassen Sachen zum Trocknen aufzuhängen, zu duschen und dann in trockenen Sachen im Gastraum was warmes zu trinken.
Der Wirt Ali (ein Brite) ist super nett und erzählt uns erst mal siebzehn Geschichten als ich mich vorstelle. Die privat geführte Hütte ist ein Traum. Super gemütlich, bestes Essen und Trinken (Geheimtipp Kürbis-Karotten-Ingwer-Suppe) und herzliche Gespräche. Wir sind mal wieder im kleinen Kreis von lediglich sechs Gästen vor Ort. Der Abend entwickelt sich.Read more
Nach Ruhpolding
September 10 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C
Und wie sich der Abend entwickelt hat: zum Abschluss bestellen wir noch eine Portion Kaiserschmarrn. Und die hat es in sich. So knusprig, fluffig und lecker! Und dann auch noch flambiert. Ali erzählt, dass er das jetzt nur noch nach Sonnenuntergang macht. Warum? Na ja, vor Jahren haben Gäste mal die flambierte Variante auf der Terrasse bestellt und dann die Flamme beim ersten Happen im grellen Sonnenlicht übersehen. So wird man unfreiwillig zum Feuerschlucker 🔥😅
Später kommen noch zwei Freunde von Ali zu Besuch. Nach der ersten Runde Schnaps ahnen wir Schlimmeres und verziehen uns in unsere Kammer. Gute Entscheidung. Ali kommt erst um kurz vor 8 zur Vorbereitung des Frühstücks. Kein Problem! Wir genießen das gute Essen (u.a. sehr guter Schinken, mehrere Sorten Käse und Eier auf fast alle Arten) und seine Gastfreundschaft. Außerdem dürfen wir uns noch eine Stulle für mittags einpacken.
Als wir gegen 9:30 loskommen, ist es draußen noch sehr kühl - vielleicht 9 Grad. Aber eine Windjacke über dem Trikot reicht, da wir erst mal wieder bergauf zum Hochgerngipfel laufen. Die Wolken fliegen uns an beiden Seiten um die Ohren. Den Kühen gefällt es. Bei dem Wetter ist das Gras saftiger und sie müssen nicht so viel Wasser trinken. Und die Fliegen bleiben weg 😁 Am Gipfel ist es auch recht windig, aber Fotos müssen sein. Wolken machen aus Fotos Gemälde.
Jetzt geht es recht steil bergab. Mit nassen Steinen, Wurzeln und matschigen Stellen ist das so eine Sache. Unsere Hosen sehen entsprechend aus. Tarnfarben Par excellence. Im Laufe des Tages machen sich dann doch auch Knie- und Fußgelenke bemerkbar. Es werden insgesamt über 1.700 Meter Abstieg.
Zum Hochfelln hoch wird es auch nochmal übel steil. Verschwitzt stehen wir oben im kalten Wind und freuen uns auf warme Stube und Suppe in der Hütte. Aber die hat zu. Oh man. Also die Stulle von Alis Frühstück essen und weiter. Durch ein langgezogenes Tal rollen wir in Richtung Ruhpolding. Seit Tagen haben wir ja schon nichts mehr zu besprechen (nach einem Tag war bereits alles gesagt 😁) und so erfindet Gunther die Meta-Hemisphere, durch die man sich teleportieren kann, wenn man auf eine sehr gewählte Art mit den Lippen brabbelt. Angeblich lernt man das bei einem mindestens 75 Jahre alten indischen Lehrer. Er kann das, ich natürlich nicht. Durch die anschließenden Blödeleien vergehen die drei Stunden nach Ruhpolding wie im Fluge. Vor 17 Uhr kommen wir an. Schneller als gedacht!Read more
Nach Bad Reichenhall
September 11 in Germany ⋅ ☁️ 18 °C
Langsam wird uns bewusst, was wir in unserer Wanderung schon alles erlebt und welche Höhen wir schon erklommen haben. Der Maximiliansweg ist eine Achterbahn für sich. Und jeden Tag komplett anders.
Heute geht es langsam, aber stetig bergauf. Von Ruhpolding bis Inzell. Wir laufen viel Asphalt und breite Waldwege. In Inzell kehren wir beim Bäcker ein und merken anschließend, dass noch zwei weitere am Weg liegen. Leider kann ich Gunther nicht überzeugen, nochmal einzukehren 😅 Wir laufen aus dem Ort raus und kommen durch mehrere Vororte bis wir in Einsiedl landen, die letzte Sammlung von Höfen mit ihrer eigenen, recht großen Kirche. Jetzt geht es richtig bergauf zu unserem letzten richtig hohen Ziel - ein Weg, der Angerstein und Gamsknogel passiert. Oben angekommen, finden wir die Kohler-Alm mit einer Selbstbedienungs-Getränkestation in einer alten Viehtränke. Das ist ein Zeichen für eine Pause. Allerdings wird uns dabei auch kalt. Es ist windig und frisch hier oben. Also Jacken an und weiter.
Beim Weitergehen entdecken wir das nächste Schild, das eine Stunde zur Zwiesel-Alm ausweist. Komplett gelogen. Wir brauchen gefühlt fast zwei Stunden, da der Weg über viele, teils kniehohe Kieferwurzeln geht und uns sehr aufhält. Dann kommt ein schönen Stück durch den Wald bis wir über Schotter an einer Bergkante entlangbalancieren. Oben angekommen, sind wir froh, dass wir den Weg überhaupt und ohne Schrammen geschafft haben.
Dann taucht auch die Zwiesel-Alm auf. Leider ist sie seit diesem Sommer nicht mehr bewirtschaftet. Für die Eigentümer war der logistische Aufwand (kein Strom, kein Fahrweg) zu groß und sie haben schweren Herzens sich für die Schließung entschieden. Also koche ich uns einen starken Kaffee und Gunther spendiert die letzten Kekse aus seinem Vorrat. Eine gute Pause! 😊
Jetzt rollen wir nur noch runter nach Bad Reichenhall, beziehen unsere Unterkunft und gehen gut Essen. Die letzte Etappe wartet morgen auf uns.Read more
Abschluss - Zum Königssee
September 12 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C
Viel gibt es heut nicht mehr zu erzählen. Wir laufen morgens los und kommen nachmittags an 😁 Dazwischen laufen wir zwar etwas rauf und runter, aber haben keinen Gipfel mehr auf dem Programm. Alles läuft heute leichter. Die Sonne ist auch mal wieder da. In Richtung Berchtesgaden nehmen die Menschenansammlungen dann allerdings zu. Wir fallen aus einer Gasse in die Fußgängerzone um ein Eis zu essen und sind plötzlich in einem Gewimmel von Menschen. Fast so unangenehm wie auf dem NST einkaufen zu gehen 😁
In Richtung Königssee laufen wir lange an der Königsseer Ache entlang - ein schöner, ruhiger Weg. Schließlich kommen wir an Parkplätzen und einem Campingplatz vorbei, gehen um eine Mauer herum und laufen auf den Königssee zu. Fertig! Ich muss erst mal das Wasser mit den Füßen fühlen. Ein herrliches Gefühl. Wir sind tatsächlich mit dem Maximiliansweg fertig! Ein Zielfoto wird gemacht und weiter geht es zur Unterkunft. Wenn am späten Nachmittag noch so viele Leute am Anleger flanieren und die Parkplätze fast voll belegt, dann will ich nicht wissen, was hier mittags los ist.
Also weiter zur Unterkunft und auf das Abendessen vorbereiten. Morgen geht es nach dem Frühstück wieder nach Hause.Read more

TravelerHerzlichen Glückwunsch🥳 Vielen Dank für die vielen schönen Bilder 😍 Hat mich sehr inspiriert für unseren eigenen Maximiliansweg (steht bei uns auch auf der Liste🙂)

TravelerGerne! Den Maximiliansweg können wir nur empfehlen. Ein wirklich schöner Weg und immer noch irgendwie Geheimtipp. Hat seinen Anspruch, aber wenn man abends auf der Berghütte sitzt, ist man mit sich und der Welt zufrieden 😁
Nachtrag
September 13 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C
Selbst im tiefsten Bayern - am Königssee - gibt es Puddingbrezeln. Und die heißen dort auch so (Grüße an BonnGiorno 😉). Abgesehen davon, dass dort l und n verschluckt werden 😅


































































































































































































































































































TravelerDie Tutzinger Hütte ist toll und der Aufstieg zur Benediktenwand sehr lohnend!👍
TravelerMehr dazu im FP von heute 😊
TravelerAlles was ich dazu schreiben wollte hat BonnGiorno schon geschrieben! 😁