• Pakistan ... was bleibt?

    6. oktober 2025, Tyskland ⋅ ☁️ 13 °C

    :: Zweimal Pakistan in 2024 & 2025
    :: Je 3 Wochen
    :: Innerhalb der letzten 14 Monate

    Wie fasst man diese beiden Reisen in den Norden von Pakistan am besten zusammen?

    • Spektakuläre Landschaften, tolle Täler, einige 8000er. Zum Teil schwer zugänglich bis mühsam und man braucht etwas "Ausdauer" und "Willenskraft", sie zu erreichen.
    • Die Infrastruktur ist "lausig". An Bargeld zu kommen kann schwierig sein und der Transport von A nach B ist im Voraus oft nicht planbar! Ein Grund mehr, per Anhalter weiter zu kommen 😉.
    • Ein angenehmes, stolzes und hilfsbereites Volk, auch wenn es in der Öffentlichkeit überwiegend von Männern dominiert wird.

    Die zwei Pakistan-Reisen in die Provinz "Khyber Pakhtunkhwa" und das Sonderterritorium "Gilgit-Baltistan", haben geholfen, mich noch mehr auf meine Intuition bzw. mein Bauchgefühl zu verlassen. Auch wenn am Morgen eines Reisetages nicht klar war, wie ich ans Ziel komme, wo ich schlafen werde und wie ich Essen finde, hat sich durch die Hilfsbereitschaft der Menschen alles immer zum Positiven entwickelt. Wahrscheinlich ist das keine "Pakistan-Kiste", sondern lässt sich auf die meisten anderen Länder dieser Erde übertragen - die Menschen sind prinzipiell hilfsbereit!
    Hinzukommt, dass Pakistani besonders stolz auf Reisende aus reichen Nationen sind, die IHR armes, verlottertes und korruptes Land besuchen. Als Alleinreisender, der individuell durch das Land tingelt, hat man dann noch u. U. einen Sonderbonus 🫣.

    Ich kann das Land nur empfehlen - egal ob individuell oder in einer kleinen Gruppe, gebucht aus Deutschland. Veranstalter gibt es genug.

    Zum Schluss noch ein paar generelle Dinge, die manchen vielleicht langweilen könnten - dann hier aufhören zu lesen 😉.

    Einreise:
    Seit August 2024 ist die Einreise/Visum deutlich verbessert worden. Für Deutsche ist sie nun kostenlos und das online beantragte Blanko-Formular für das "Visa on Arrival" hat man nach etwas 24 h in seinem Email-Postfach. Bei der Einreise in PAK gibt es nur noch einen Stempel in den Pass und auf das Blanko-Formular 👍. Letzteres habe ich abfotografiert und an den Check-Points immer vorgezeigt. Das reichte, inklusive Smalltalk.

    Geld:
    In Pakistan gilt "Cash is Money". Alles wird in bar bezahlt - außer in großen Hotels, wie z. B. in Lahore. Umgetauscht haben ich dieses Jahr insgesamt 600 € direkt nach der Ankunft am Airport ISL. Im Norden ist es oft schwierig an Geld zu kommen - so meine Erfahrung aus dem letzten Jahr. Es gibt zwar ATMs, jedoch werden westliche Debit- und Kreditkarten oft nicht akzeptiert.
    Das dicke Bündel aus 5.000er und 1.000er Scheine ist im übrigen gar nicht so einfach zu verstauen - es sprengte fast mein Portemonnaie. Ich habe immer 5.000 PKR in kleinen Scheinen in meiner Hosentasche aufbewahrt und den dicken Batzen in Innentaschen "gut" versteckt.

    Wohnen:
    Zimmer vor Ort zu finden, war für mich nie ein Problem. Die Preise lagen in meinem Fall zwischen 2.000 - 4.000 PKR (1 € = 310 PKR) und sind immer verhandelbar. Der Standard dieser "Low Budget Zimmer" ist jedoch mit unserem nicht zu vergleichen. Es geht aber deutlich familiärer zu, was mir als Alleinreisender sehr entgegen kommt und Spaß macht.
    In den größeren Städten, wie Gilgit, Skardu, Lahore und Islamabad findet man in der Regel europäischen Standard für 30 - 50 US$ mit kaum Spielraum zum Handeln. Beim Verlassen des Hotels, ist der "Kulturschock" dann um so größer 🫣.

    Essen:
    Das war manchmal schwierig! Oft habe ich an der Straße gegessen für weniger als ein Euro. Die Auswahl ist nicht groß an einem Stand. Meistens gibt es nur ein Gericht. Da die Mengen überschaubar sind, tingelt man von einer Frittenbude zur nächsten. Bäckereien sind ein krönender Abschluss eines jeden Gerichtes. In den großen Hotels sind meistens Restaurants angeschlossen, mit Tischtuch und Weingläsern auf dem Tisch. Wein gibt es jedoch nicht! Ich bizda nie reingegangen, da ich die Straßenbuden viel kommunikativer empfand.

    Transport:
    Das ist meiner Ansicht nach der unvorhersehbarste Teil auf meiner Reise. Man weiß nie, wann das Fahrzeug seinen Dienst quittiert.
    Bikes sind die billigste Lösung, um sich fortzubewegen. Man muss es sich nur trauen. Den Preis zu verhandeln ist Pflicht! Ich bin damit bis zu 100 km am Stück gefahren und es war immer ein kleines Abenteuer. An steilen Passagen oder Bachüberquerungen muss man auch schon mal absteigen und zu Fuß weiter gehen.
    Minibusse sind für mich eine kleine Herausforderung, da man in der Regel wie die Hühner auf der Stange mit kaum Beinfreiheit sitzt. Ich bin immer froh, das Fahrzeug zu verlassen. Wenn möglich, nutze ich die etwas größeren "Coaster", die aber in den ländlichen Regionen nicht verkehren.
    Überlandbusse starten hauptsächlich von großen Städten wie Islamabad, Peshawar oder Lahore und überbrücken größere Distanzen, oft über Nacht. Faisal Movers scheint die besten Busse zu haben. Aber auch die staatliche NATCO ist immer eine Überlegung Wert.
    Die kommunikativste Transportmöglichkeit ist immer noch per Anhalter durch das Land zu reisen 😉.

    Sicherheit:
    Ein heißes Eisen! Ich persönlich habe mich nur einmal etwas unwohl gefühlt, als letztes Jahr in Gilgit bewaffnete Pickups mit schwarzen Fahnen durch die Straßen fuhren. Verkehrsunfälle habe ich in den 2x 3 Wochen keine gesehen, was nicht heißt, dass es sie nicht gibt. Wenn es dann mal kracht, geht es sicherlich übel aus. Es gibt keine Sicherheitsgurte, es werden keine Helme getragen und Leitplanken gibt es nur selten.
    Die generelle Sicherheitslage ist in Gilgit- Baltistan nach meinem subjektiven Empfinden recht stabil, kann aber immer schnell kippen. Menschenansammlungen sind generell zu meiden!
    In der Provinz KPK ist die Grenze zu Afghanistan "spürbar" und die Lage etwas angespannter. So z.B. in Peshawar, wo in der Eingangshalle meines Hotels jeden Abend zwei bewaffnete Polizisten abgestellt wurden.

    Und es gibt noch viel mehr an erlebten Geschichten, die hier den Rahmen sprengen würden.
    Alle Angaben sind persönliche Erfahrungen aus meiner sehr begrenzten "Perspektive" und natürlich Erzählungen von Einheimischen. Einen Faktencheck habe ich nicht durchgeführt - zu schlechtes Netz 😄!
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