• Nicole Moncanut
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Westkanada

Mit Zeit zum Ankommen, Entdecken und Geniessen. Czytaj więcej
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    🇨🇦 Richmond, Kanada

    🏠 Summerland Waterfront Resort & Spa

    18–22 wrz, Kanada ⋅ ☀️ 19 °C

    Nun waren wir also im Okanagan-Tal, der Sonnenstube von Kanada und eine der bekanntesten Weinregionen des Landes.

    Während unserer Reise hatten uns, oder vor allem mir, die Waldbrände immer wieder Sorgen gemacht. Ich hatte Angst, dass uns gesperrte Strassen oder evakuierte Orte einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Regelmässig habe ich auf einer App nachgeschaut, wie viele Brände es gibt, wo sie liegen und wohin der Rauch zieht.

    Nervös machten mich auch die Nachrichten aus Summerland. Am 7. August brach in der Nähe das sogenannte Bald Range Wildfire aus. Das Feuer breitete sich so schnell aus, dass am 8. August die Evakuierung für ganz Summerland angeordnet wurde. Erst am 24. August wurden die letzten Evakuierungswarnungen aufgehoben.

    Und ausgerechnet hier hatten wir vier Nächte zum Abschluss unserer Reise geplaamt! Ob unser Hotel wieder geöffnet sein wird? Und ob wir unsere letzten Ferientage am See geniessen können oder ob uns Rauch und Brandgeruch die letzten Ferientage verderben werden?

    Schlussendlich war es dann aber nicht das Feuer, sondern die ausgefallene Fähre nach Bella Coola, die unsere Reisepläne durcheinanderbrachte. Damit hatte ich bei all meinen Waldbrand-Checks nun wirklich nicht gerechnet!

    Und dann waren wir tatsächlich in Summerland angekommen. Es war sonnig und sommerlich warm. Genau darauf hatten wir gehofft! Trotz der Brände, die hier erst wenige Wochen zurücklagen, konnten wir wunderschöne Tage ohne Rauch und Brandgeruch am See verbringen und baden.

    Ganz untätig blieben wir natürlich nicht. Wie schon in Nelson wanderten wir auch in Summerland auf den Hausberg und genossen von oben die Aussicht über den Okanagan Lake.

    Sehr praktisch an unserem Hotel: Es hatte einen Waschraum mit Waschmaschinen und Tumbler - und das sogar gratis! So haben wir vor der Heimreise unsere Ferienwäsche gewaschen und werden mit einem Koffer voller sauberer Kleider nach Hause kommen. Nicht schlecht…
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  • 🚗 Nelson - Summerland

    18 września, Kanada ⋅ ☀️ 20 °C

    Auf der vierstündigen Fahrt von Nelson nach Summerland legten wir mehre Stopps ein.

    Beim ehemaligen Eisenbahnort Cascade spazierten wir auf einem Stück des 162 Kilometer langen Columbia and Western Rail Trail. Früher fuhren hier Züge, heute ist es eine Wander- und Veloweg. Wir folgten der alten Bahnstrecke bis zu einem Aussichtspunkt. Von dort hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Kettle River.

    Nicht weit davon entfernt hielten wir bei der Cascade Gorge. Auch hier liefen wir auf einem Stück der alten Bahnstrecke. Der Weg führte uns zu einer ehemaligen Eisenbahnbrücke. Unter uns zwängte sich der Kettle River zwischen den Felsen durch.

    Danach fuhren wir durch Greenwood. Das ist die kleinste Stadt in Kanada. Mit den alten Häusern sah es aus, als würden wir durch die Kulisse eines alten Films fahren.

    Halt machten wir beim Anarchist Mountain Lookout oberhalb von Osoyoos. Dort waren wir echt sprachlos. Was für eine Aussicht! Unter uns der Osoyoos Lake, die Stadt und die trockenen Hügel. Dahinter ging der Blick Richtung USA. Nur wenige Kilometer von der amerikanischen Grenze entfernt mussten wir natürlich auch an Uschi und André denken, die vor ein paar Tagen ihre Reise durch Amerika gestartet hatten.

    Der nöchste Stopp war beim Spotted Lake im Osoyoos. Schon von der Strasse aus sahen wir die ungewöhnlichen Kreise im See. Das Wasser enthält besonders viele Mineralien. Wenn im Sommer ein Teil davon verdunstet, entstehen die typischen Kreise, die je nach Wasserstand und Licht unterschiedlich gefärbt sind. Für die indigenen Völker der Region ist der See ein heiliger Ort. Der Zugang zum See ist für Besucher verboten, deshalb betrachteten wir ihn vom Aussichtspunkt aus.

    Je näher wir Summerland kamen, desto trockener wurde die Landschaft. Weinberge, Obstgärten und der Okanagan Lake zeigten uns noch einmal eine ganz andere Seite von Kanada. Hier werden wir unsere letzten Ferientage geniessen.
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  • 🏠 The Oak Hotel

    16–18 wrz, Kanada ⋅ 🌙 13 °C

    Eigentlich hatten wir Nelson nur als Zwischenstopp eingeplant, damit die Fahrt nach Summerland nicht zu lang wurde. Doch die kleine Stadt gefiel uns so gut, dass wir am liebsten länger geblieben wären.

    Kurz vor unserer Ankunft meldete sich unser gebuchtes Hotel. Wegen Bauarbeiten könnte es laut werden und wir durften kostenlos stornieren. So landeten wir im frisch renovierten Oak Hotel direkt an der Baker Street. Ein guter Plan B, auch wenn wir aus unserem Zimmer direkt auf eine Wand schauten. In den historischen Häuserzeilen von Nelson stehen die Gebäude oft dicht nebeneinander.

    Unser Auto mussten wir in einem Parkhaus abstellen und die Gebühr per App bezahlen. Ich gab beim Kennzeichen ein O statt einer Null ein. Und das nach 10 Jahren Erfahrung beim KRV. Eine Busse riskieren, auf Kulanz hoffen? Wir bezahlten lieber ein zweites Mal.

    Die historische Baker Street war voller schöner alter Häuser aus der Zeit des Silberbooms. Dazwischen gab es viele kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. Es war lebendig und trotzdem gemütlich. Nicht umsonst wird Nelson auch „Heritage City“ genannt.

    Am nächsten Morgen wollten wir Nelson von oben sehen. Wir wanderten zum Pulpit Rock und weiter zum Flagpole. Sechs Kilometer und fast 650 Höhenmetern. Ziemlich steil bergauf und ein paar kleine Kraxeleinlagen waren auch dabei.

    Oben genossen wir die Aussicht über die Stadt, den Kootenay Lake und die Berge. Und es gab unsere Pizzareste vom Vorabend - ein feines Mittagessen mit Aussicht!

    Für den Abstieg nahmen wir den einfacheren Weg. Danach verbrachten wir den restlichen Nachmittag gemütlich am Sandstrand des Kootenay Lake.

    Aus einem Zwischenstopp wurden
    richtig schöne Tage.
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  • 🍁 5. Kapitel

    16 września, Kanada ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach vielen Abenteuern wird die Reise etwas ruhiger. Nach Küsten, Wildnis und Rockies lassen wir unser Kanada-Abenteuer zwischen Seen und Weinbergen gemütlich ausklingen.

  • 🚗 Golden - Nelson

    16 września, Kanada ⋅ ☀️ 15 °C

    Vor uns lag eine lange Fahrt von Golden nach Nelson - mit einer genauso langen Geschichte. Unterwegs begegneten wir der Vergangenheit dieser Region.

    Zuerst brachte uns eine Fähre über den Upper Arrow Lake von Shelter Bay nach Galena Bay. Die Fähre ist Teil des öffentlichen Strassennetzes Deshalb kostet die Überfahrt nichts.

    Besonders spannend wurde es dann in Sandon. Der ehemalige Bergbauort liegt versteckt in einem schmalen Tal und ist heute eine bekannte Geisterstadt. Nur noch ein paar Menschen leben dort und kümmern sich um den Erhalt des historischen Ortes.

    Vor 135 Jahren sah es völlig anders aus. Nach Silber- und Bleifunden wuchs Sandon zur Boomtown mit über 5000 Einwohnern. Es gab 29 Hotels und 28 Saloons, Geschäfte, Zeitungen, Schulen, Kirchen, Theater und ein grosses Rotlichtviertel.

    Im engen Tal war der Platz so knapp, dass der Carpenter Creek teilweise durch eine grosse Holzrinne geleitet und überdeckt wurde. Und über dieser Holzrinne war die Hauptstrasse - der Bach floss mitten unter der Stadt durch.

    Für die damalige Zeit war Sandon sehr modern. Bereits 1897 wurde hier mit Wasserkraft Strom erzeugt - und das historische Kraftwerk produziert bis heute Strom.

    Im Kraftwerk kamen wir mit Hal Wright ins Gespräch. Er setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt des Ortes ein. Auch die etwas skurrilen alten Oberleitungsbusse haben mit ihm zu tun. 2001 rettete Hal zusammen mit anderen Fans diese Busse vor der Verschrottung und brachte sie nach Sandon. Eigentlich sollten sie restauriert werden. Dafür fehlte schlussendlich aber das Geld.

    Die grosse Zeit von Sandon hielt nicht lange an. 1900 zerstörte ein Grossbrand grosse Teile der Stadt. Gleichzeitig wurden die ergiebigen Silber- und Bleivorkommen knapper und der Bergbau lohnte sich immer weniger. Viele Minen schlossen und die Menschen zogen weg. Den endgültigen Schlag brachte das Hochwasser von 1955. Der Carpenter Creek schwoll stark an, riss die hölzerne Hauptstrasse mit sich und zerstörte viele der noch verbliebenen Gebäude.

    Weiter ging unsere Fahrt über die kurvige Highway 31A nach Kaslo. Zur Zeit des Silberbooms waren die beiden Orte eng miteinander verbunden. Eine Eisenbahn brachte das Erz von Sandon hinunter nach Kaslo an den Kootenay Lake. Von dort ging es mit Schiffen weiter.

    Auch Kaslo wuchs durch den Silberboom. Früher lebten hier ca. 3000 Menschen, heute etwa gleich viele wie in Hüttikon. Trotzdem gibt es überraschend viele Geschäfte und Restaurants. Und ein hübsches historisches Zentrum.

    Direkt am See stand noch ein Stück dieser Geschichte: die SS Moyie. Der Raddampfer wurde 1898 gebaut und transportierte 59 Jahre lang Passagiere und Güter über den Kootenay Lake. Nach ihrer letzten Fahrt 1957 kaufte die Stadt Kaslo das Schiff für einen symbolischen Dollar und bewahrte es so vor der Verschrottung. Heute steht die SS Moyie an Land und ist ein Museum.

    So passte am Ende alles zusammen: Sandon hatte das Silber, die Eisenbahn brachte es nach Kaslo und von dort ging es mit den Schiffen weiter.
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  • 🏠 Moberly Lodge

    13–16 wrz, Kanada ⋅ ☁️ 17 °C

    Unsere Unterkunft lag ein paar Minuten ausserhalb von Golden. Die Moberly Lodge ist eine kleine, gemütliche Blockhaus-Lodge im Grünen. Im Haupthaus gibt es nur fünf Zimmer, dazu noch zwei separate Blockhäuser.

    Unser Zimmer war eher klein, dafür gibt es im Haus einen schönen gemeinsamen Wohnbereich. Alles war sehr gemütlich und persönlich.

    Besonders fein war das Frühstück. Das Joghurt und das Granola waren selbst gemacht. Und jeden Morgen wurde zusätzlich etwas Besonderes frisch gekocht.

    Leider spielte das Wetter für die Berge nicht richtig mit. Die Gipfel hingen in den Wolken. Also besuchten wir die Golden Skybridge. Ein kurzer Weg führte durch den Wald und über zwei Hängebrücken. Die höhere war 150 Meter lang und hing 130 Meter über dem Canyon, die zweite war 140 Meter lang und 80 Meter hoch.

    Gegen Aufpreis konnte man noch einiges mehr machen: Zipline, Mountain Coaster, Hochseilparcours, Klettern oder Axtwerfen. Da schauten wir aber nur zu.

    Am nächsten Tag fuhren wir nochmals in den Yoho National Park. Diesmal zu den Wapta Falls - sage und schreibe unserem 19. Wasserfall dieser Reise. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald erreichten wir den Kicking Horse River. Auf einer Breite von rund 150 Metern stürzte das Wasser 30 Meter hinunter.

    So gab es auch ohne Bergwetter einiges zu entdecken rund um Golden.
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  • 🚗 Banff - Golden

    13 września, Kanada ⋅ ⛅ 3 °C

    Die Fahrt von Banff nach Golden dauert nur 90 Minuten. Aber auf der Strecke gibt es einige Highlights des Yoho National Parks zu sehen.

    Eigentlich wäre zuerst der Takakkaw Falls am Weg gewesen. Wir entschieden uns aber, zuerst zum Emerald Lake zu fahren. Der Parkplatz dort ist klein und der Andrang gross. Gegen 9 Uhr kamen wir an und es war noch herrlich ruhig am See.

    Wir machten einen Morgenspaziergang einmal rund um den See. Knapp 5 Kilometer geht der Weg immer am Wasser entlang. Als wir zurückkamen, sah es schon ganz anders aus: Der Parkplatz war voll und die Autos standen weit die Strasse hinunter. Früh aufzustehen hatte sich also gelohnt.

    Weiter ging es zur Natural Bridge. Hier hat sich der Kicking Horse River über lange Zeit durch den Fels gegraben und dabei eine natürliche Steinbrücke geformt.

    Danach fuhren wir auf dem Highway 1 fünf Minuten zurück Richtung Takakkaw Falls. Mit einer Höhe von 373 Metern gehört er zu den höchsten Wasserfällen Kanadas.

    Und dann hatten wir noch Glück: Beim Upper Spiral Tunnel Viewpoint kam gerade als wir hinfuhren ein langer Güterzug. Die Bahnstrecke führt hier in einer Spirale durch den Berg, um auf kurzer Strecke an Höhe zu gewinnen.
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  • 🥾 Lake Louise - The Tea House Trail

    12 września, Kanada ⋅ ☁️ 7 °C

    Heute meinte es das Wetter doch noch richtig gut mit uns. Und das wollten wir nutzen: Lake Louise stand auf dem Programm.

    Damit waren wir natürlich nicht alleine. 11 000 Menschen pro Tag besuchten den Lake Louise während der Saison 2025.

    Wir wollten den grössten Menschenmassen etwas entgehen und waren bereits um 8 Uhr am See. Wir haben eine Wanderung geplant, die uns etwas weiter weg vom üblichen Fotospot führen soll.

    Am See waren schon einige Leute unterwegs und viele hatten dasselbe 1. Ziel wie wir. Vorbei am Mirror Lake ging es hinauf zum Lake Agnes und zum ersten Tea House. Dort wartete bereits eine lange Schlange auf einen Becher Tee. Wir brauchten sowieso noch keine Pause und fotografierten lieber den See gefühlt hundertmal. Mal mit etwas mehr, mal mit etwas weniger Nebel und Wolken.

    Weiter ging es hinauf zum Big Beehive. Hier waren schon deutlich weniger Leute unterwegs. Oben machten wir eine Pause und blickten zuerst auf ein Wolkenmeer. Doch dann zeigte sich der Lake Louise unter uns. Diese Farbe war einfach unglaublich schön. Natürlich haben wir wieder fotografiert wie wild.

    Danach wurde es noch ruhiger. Zuerst ging es durch den Wald abwärts. Nachher liefen wir immer weiter Richtung Gletscher bis zum Plain of Six Glaciers Tea House. Hier war viel weniger los als beim ersten Tea House. Wir bestellten eine Currysuppe und ein Chili sin Carne - und zum Dessert gab es noch ein Stück Schoggikuchen.

    Auf dem Rückweg führte der letzte Teil direkt am Lake Louise entlang. Der Weg war wunderschön und dieses Türkis sah einfach aus wie nicht von dieser Welt.

    Je näher wir wieder dem Chateau und dem Parkplatz kamen, desto mehr Menschen wurden es. Direkt am See herrschte nun ein richtiges Gewusel. Überall wurden Selfies gemacht und für das perfekte Foto posiert. Natürlich machten auch wir mit. Wir sind ja schliesslich auch Touristen.

    Für uns war der Tag aber noch nicht vorbei. Mit dem Shuttle ging es vom Lake Louise weiter zum Moraine Lake. Seit 2023 dürfen Privatfahrzeuge nicht mehr hinauffahren weil der Andrang und die Parkplatzprobleme zu gross geworden waren.

    Kurz nach 17 Uhr kamen wir dort an – eine richtig gute Zeit. Es waren viel weniger Leute da als tagsüber. Fotografiert wurde natürlich auch dort wie wild. Und auch wir stellten uns nochmals vor die Kamera.

    Am Lake Louise und Moraine Lake scheint es für viele vor allem um das perfekte Foto zu gehen.

    Wir haben zum Glück auch eine andere Seite vom Lake Louise kennengelernt.
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  • 🏠 Brewster’s Mountain Lodge

    9–13 wrz, Kanada ⋅ ☁️ 16 °C

    Unser Start in Banff war etwas holprig. Etwas müde von den vielen Eindrücken der Fahrt wollten wir eigentlich nur noch gemütlich im Hotel ankommen. Doch wegen einer Baustelle führte uns das Navi immer falsch zur Tiefgarage. Und als wir sie fanden, war sie auch noch ganz schön eng.

    Unser Zimmer war gross, aber etwas dunkel. Es hatte nur ein kleines Fenster in einen kleinen Innenhof. Was uns aber viel mehr störte, war die Klimaanlage direkt vor unserer Zimmertür. Sie brummte laut, kühlte den Flur eiskalt herunter und war leider auch im Zimmer zu hören. Und gleich daneben war auch noch der Lift. Wenn dort Leute warteten, hörten wir sie natürlich ebenfalls. Zum Glück störte uns das alles schlussendlich weniger, als wir zuerst gedacht hatten.

    Der Blick in den Innenhof war im Nachhinein sogar positiv. Unser Hotel lag nämlich mitten im Zentrum von Banff, direkt an der sehr belebten Fussgängerzone mit vielen Bars und Restaurants. Überhaupt war hier wahnsinnig viel los und es hatte unglaublich viele Touristen.

    Wir genossen es, wieder einmal alles zu Fuss erreichen zu können. Fein essen, einkaufen oder einfach durch Banff spazieren.

    Krass fanden wir die unglaublich langen Güterzüge, die durch die Rockies fahren. Viele sind über zwei Kilometer lang und haben über 100 Wagen. Einen davon wollten wir unbedingt an der Morant’s Curve, einer bekannten Eisenbahnkurve bei Lake Louise, sehen. Also stellten wir uns hin und warteten. Und warteten. Nach langem warten kam endlich ein Zug. Mit gerade einmal drei Wagen! Nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Doch später hatten wir Glück: Ein richtig langer Güterzug schlängelte sich durch die Kurve. Ganze fünf Minuten dauerte es, bis er an uns vorbeigefahren war.

    Das Wetter wusste nicht so recht, was es wollte. Wird es schön? Wann wird es schön? Und wie lange bleibt es schön? So liessen wir es etwas ruhiger angehen. Nach den vielen Erlebnissen der letzten Wochen tat das ganz gut.
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  • 🚗 Jasper - Banff

    9 września, Kanada ⋅ ☁️ 4 °C

    Der Weg ist das Ziel

    Die Fahrt von Jasper nach Banff war viel mehr als einfach nur eine Fahrt von A nach B. Wir fuhren über den Icefields Parkway. Er verbindet Jasper mit Lake Louise und führt mitten durch die Rocky Mountains. Er gilt als eine der schönsten Panoramastrassen der Welt

    Kaum waren wir unterwegs, sahen wir ein Wapiti mit riesigem Geweih im Fluss. Wow! Und kurze Zeit später die nächste Überraschung: Ein grosser Bär stand am Strassenrand. Die Kamera griffbereit aber nicht schnell genug. Kaum hatte ich sie gezückt, verschwand er hinter einem Busch. Der Elk war da eindeutig das bessere Fotomodell.

    Eine Wolkendecke begleitete uns fast den ganzen Tag. Zum Glück hing sie hoch genug, sodass die Berge immer sichtbar blieben.

    Schon bald standen wir bei den Athabasca Falls. Der Athabasca River zwängt sich hier mit durch eine enge Schlucht. Weiter ging es zu den Sunwapta Falls. Später sahen wir die Tangle Creek Falls, die direkt neben dem Parkway über mehrere Stufen hinunterfallen.

    Immer wieder tauchten Gletscher zwischen den Bergen auf. Beim Stutfield Glacier genügte ein Halt am Strassenrand für einen tollen Blick. Beim Athabasca-Gletscher gingen wir näher heran. Er gehört zum riesigen Columbia Icefield, der grössten zusammenhängenden Eismasse der kanadischen Rockies. Besonders erschreckend war zu sehen, wie weit sich der Gletscher über die Jahre zurückgezogen hat.

    Beim Mistaya Canyon fliesst der Fluss durch eine enge Schlucht. Über viele Jahre hat sich das Wasser tief in den Fels gegraben.

    Und natürlich durften auch die berühmten Seen nicht fehlen: der unglaublich türkisfarbige Peyto Lake und der Bow Lake.

    Wasserfälle, Gletscher, Schluchten, türkisfarbene Seen, Tiere und Berge ohne Ende. Hier war wirklich der Weg das Ziel.
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  • 🥾 Bald Hills - Bärenalarm

    8 września, Kanada ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute wurde es wieder anstrengender. Unser Ziel die Bald Hills liegen oberhalb des Maligne Lake. Der Wanderweg führt hinauf auf den offenen Bergrücken, von dem man weit über den See und die Rockies schauen kann.

    Genau diese Aussicht wollten wir sehen. Also ging es los. Zuerst führte der Weg ziemlich lange auf einer Kiesstrasse durch den Wald bergauf. Das zog sich etwas. Doch oben hielt die Wanderung, was sie versprochen hatte: Der Blick über den Maligne Lake und die Berge war genial.

    Nach dem Gipfel liefen wir weiter zu einem Aussichtspunkt. Kurz bevor wir oben waren, entdeckten wir unter uns einen Bären in einem kleinen Tümpel. Und ich hatte ausgerechnet heute meine Kamera vergessen! Aber den Feldstecher hatte ich dabei. So konnte ich beobachten, wie der Bär aus dem Wasser kam und ziemlich unruhig hin und her rannte. Irgendwie wirkte er gar nicht zufrieden. Nach einigen Minuten verloren wir ihn aus den Augen.

    Wir gingen die letzten Meter weiter hoch zum Aussichtspunkt – und dann sahen wir den Bären wieder. Er rannte über den Wanderweg. Gleichzeitig kamen ihm zwei Wanderer entgegen, die ihn wegen einer Kurve noch gar nicht sehen konnten.

    Dann sahen die beiden Wanderer den Bären – und der Bär sie. Er rannte direkt auf sie zu. Die beiden reagierten sehr gut. Der Bär lief schlussendlich an ihnen vorbei und verschwand aus unserem Blickfeld.

    Ich beobachtete alles durch den Feldstecher, Reto filmte mit dem Handy. Erst als wir das Video später anschauten, wurde uns richtig bewusst, wie nah der Bär den beiden gekommen war. Das muss für die zwei ein ziemlicher Schock gewesen sein.
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  • 🏠 Pine Bungalows

    6–9 wrz, Kanada ⋅ ⛅ 18 °C

    In Jasper wohnten wir in den Pine Bungalows, direkt am Athabasca River. Unser kleines Häuschen stand direkt am Fluss. Richtig schön!

    Tierische Nachbarn hatten wir hier auch. Rund ums Häuschen waren viele freche Eichhörnchen. Und mehrere Wapitis sahen wir in Jasper. Besonders die imposanten Männchen waren eindrücklich.

    Nur wenige Autominuten ausserhalb von Jasper stand ein Bär im Wald. Auf beiden Strassenseiten haben viele Autos angehalten und es wurde fotografiert wie wild. Der ganze Trubel liess ihn völlig kalt.

    Nicht zu übersehen waren die Spuren des grossen Waldbrands von 2024. 330 km² brannten ab – das ist etwas mehr als die Fläche des Kantons Schaffhausen. 25 000 Menschen mussten Jasper und den Nationalpark verlassen. Das Feuer zerstörte mehr als 350 Gebäude.

    Auch zwei Jahre später ist der Wiederaufbau noch überall sichtbar. An vielen Orten wird gebaut und im Ort stehen ganze Siedlungen mit provisorischen Containerwohnungen. Auch die vielen schwarzen Baumstämme erinnern an das Feuer.

    Jasper hat uns trotz all diesen Spuren sofort sehr gefallen.
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  • 🍁 Kapitel 4

    6 września, Kanada ⋅ ☀️ 11 °C

    Die nächste Etappe führt uns in die berühmte Bergwelt der Rockies. Zwischen Jasper, Banff und Golden erwarten uns türkisfarbene Seen, Gletscher und spektakuläre Wasserfälle.

  • 🚗 Clearwater - Jasper

    6 września, Kanada ⋅ ⛅ 5 °C

    Mit den ersten Gipfeln der Rockies änderte sich die Landschaft. Die Berge rückten immer näher und kündigten das nächste grosse Kapitel unserer Reise an.

    Unterwegs machten wir Halt beim Mount Robson. Mit 3954 Metern ist er der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains. Er ist bekannt dafür, seinen Gipfel gerne in den Wolken zu verstecken. Auch bei uns trug er einen Wolkenhut. Wir beschlossen einfach: Hat der Robson einen Hut, wird das Wetter gut.

    Danach liefen wir auf dem Berg Lake Trail bis zum Kinney Lake. Dort zeigte sich der Whitehorn Mountain hinter dem türkisfarbenen See von seiner besonders fotogenen Seite. Boah, eine krass schöne Kulisse.

    Nachher fuhren wir weiter Richtung Jasper. Die Berge wurden höher und die Landschaft immer eindrücklicher. Jetzt sind wir mittendrin in der wunderschönen Bergwelt der Rockies.
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  • 🥾 Trophy-Meadows-Weg

    5 września, Kanada ⋅ ☁️ 9 °C

    Nachdem wir nun schon viele Wasserfälle gesehen hatten, wollten wir im Wells Gray auch noch etwas anderes erkunden. Deshalb ging es zu den Trophy Meadows, einer Berglandschaft mit Wiesen und vielen kleinen Seen. Im Sommer blühen hier viele verschiedene Wildblumen.

    Am Morgen fuhren wir im Nebel hinauf zum Startpunkt. Je höher wir kamen, desto dünner wurde er und zwischen den Wolken zeigte sich etwas blauer Himmel. Ob das Wetter besser oder schlechter werden würde, wussten wir nicht. Auch die verschiedenen Wetterberichte waren sich nicht einig.

    Noch vor wenigen Tagen war die Wanderung wegen einem jungen Grizzlys gesperrt. Er hielt sich immer wieder bei den Trophy Meadows und beim Sheila Lake auf. Damit er sich nicht an Menschen gewöhnte, wurde das Gebiet vorübergehend geschlossen.

    Beim Sheila Lake kamen wir an einem kleinen Backcountry-Camp mit 20 Holzplattformen für Zelte und bärensicheren Schränken für Lebensmittel vorbei. Das Camp war komplett leer – wahrscheinlich wegen der späten Jahreszeit oder der erst vor kurzem aufgehobenen Grizzly-Sperrung.

    Für uns ging es weiter auf den 2343 Meter hohen Long Hill. Von oben blickten wir auf den Sheila Lake und unzählige kleine Seen. Zurück liefen wir über den Little Hill.

    Die Wildblumen haben wir zwar verpasst, aber die Landschaft war trotzdem wahnsinnig schön. Und auch mit dem Wetter hatten wir Glück: Ein Mix aus Wolken und viel Sonne begleitete uns. Auf Fotos lässt sich gar nicht so richtig zeigen, wie beeindruckend es dort ist.
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  • 🥾 Das wilde Wells Gray entdecken

    3–4 wrz, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C

    Richtig Spass gemacht hat es uns bei Bailey’s Chute. Hier versuchen die Chinook-Lachse auf ihrem Weg zu den Laichplätzen eine grosse Stromschnelle hochzuspringen. Immer wieder sahen wir einen Lachs aus dem Wasser schiessen. Wir fragten uns allerdings, wie sie das überhaupt schaffen sollen. Für uns sah das fast unmöglich aus.

    Aber Wells Gray ist natürlich vor allem für seine vielen Wasserfälle bekannt. 42 haben einen Namen. Vulkane und Gletscher haben die Landschaft geformt und für die vielen Schluchten und Wasserfälle gesorgt.

    Bei den Moul Falls wanderten wir bis zum Fuss des Wasserfalls. Hier konnten wir sogar hinter dem Wasserfall durchlaufen.

    Der bekannteste ist der Helmcken Falls. Das Wasser stürzt hier 141 Meter in die Tiefe. Schon ziemlich beeindruckend.

    Ganz anders waren die Dawson Falls. Sie sind nicht so hoch, dafür 90 Meter breit.

    Etwas versteckter lag der Triple Decker Fall. Wie der Name schon sagt, fällt das Wasser hier über drei Stufen nach unten.

    Ausserdem ging es noch auf den Green Mountain Viewing Tower. Von hier hätten wir eigentlich einen schönen Rundumblick auf die Berge gehabt. Bei uns war davon leider nichts zu sehen. Zum Glück zeigte uns wenigstens eine Infotafel was wir gesehen hätten. .
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  • 🏠 Wells Gray Guest Ranch

    2–6 wrz, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C

    Nach der letzten Unterkunft war die Umstellung hier ziemlich gross. Von viel Platz zu sehr wenig und von völliger Privatsphäre zu Nachbarn, die man durch die Wände hören konnte.

    Die Wells Gray Guest Ranch ist sehr einfach, im Westernstil und passt perfekt in diese Gegend. Von unserem Zimmer schauten wir direkt auf eine grosse Wiese. Dort waren Pferde, Esel, Alpakas und Geissen.

    Wasser begleitete uns hier nicht nur bei den vielen Wasserfällen. Auch von oben kam immer wieder Nachschub. Der Himmel war grau und zwischendurch regnete es.

    Sonne wäre natürlich schön gewesen. Aber Wells Gray zeigte uns, dass es auch in Grau schön sein kann. Irgendwie passte dieses Wetter sogar zu den Wasserfällen..
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  • 🚗 Lac la Hache - Clearwater

    2 września, Kanada ⋅ ☁️ 13 °C

    Von Lac La Hache ging es weiter Richtung Clearwater. Unterwegs fuhren wir durch Orte wie 70 Mile House und 108 Mile Ranch. Die Namen kommen aus der Zeit des Goldrauschs. Die Zahlen zeigten damals ungefähr die Entfernung von Lillooet entlang der alten Cariboo Wagon Road an.

    In 100 Mile House wollten wir zu den Bridge Creek Falls. Beim gleichen Parkplatz startet auch eine Wanderung am alten Skihang. Nur 250 Höhenmeter, dafür ziemlich steil. Genau richtig für ein kleines Training für die Rocky Mountains, bevor es zum Wasserfall ging.

    Unterwegs kamen wir an den Überresten des alten Skilifts vorbei. Bis Ende der 1980er-Jahre wurde hier noch Ski gefahren.

    Danach ging es zu den Bridge Creek Falls. Auf den Bildern sah der Wasserfall richtig schön aus. Ende Sommer war davon aber nicht mehr viel übrig – mehr Rinnsal als Wasserfall.

    Zum Glück wartete später noch ein richtiger Wasserfall auf uns: die 73 Meter hohen Spahats Falls. Das sah schon eher so aus, wie wir uns das vorgestellt hatten.

    Danach ging es weiter zur Wells Gray Guest Ranch, unserem Ausgangspunkt für den Wells Gray Provincial Park.
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  • 🚤 🥾 Endlich ein Bär! 🐻

    1 września, Kanada ⋅ ⛅ 13 °C

    Cool war unsere Ausfahrt mit dem Motorboot. 11 Kilometer fuhren wir über den ganzen See und waren komplett allein auf dem Wasser.

    Der See ist nicht besonders tief und an vielen Stellen wachsen Wasserpflanzen. Die verfingen sich immer wieder im Motor. Zweimal kräftig den Rückwärtsgang rein und schon war wieder alles frei.

    Am anderen Ende des Sees legten wir an. Von dort führt eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Rot-weiss markiert. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor. Kaum waren wir losgelaufen, erschrak Reto wegen einem aufgeschreckten Vogel. Wir lachten darüber und liefen weiter.

    Und dann stand plötzlich ein Bär vor uns.

    Er hatte sich wahrscheinlich genauso erschrocken wie wir. Für einen kurzen Moment standen wir einfach da und schauten uns gegenseitig an. Keiner bewegte sich. Dann drehte sich der Bär um und verschwand im Wald.

    Krass. Man weiss natürlich, dass die Bären hier leben. Aber wenn dann plötzlich wirklich einer vor einem steht, ist es doch nochmals etwas ganz anderes.

    Danach ging es weiter zum Aussichtspunkt. Mit deutlich mehr und lauterem «Hey Bear» und kräftigerem Klatschen als vorher.
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  • 🏠 Ten-ee-ah Lodge

    29 sie–2 wrz, Kanada ⋅ ⛅ 16 °C

    In der Ten-ee-ah Lodge waren wir wieder in einem kleinen Paradies angekommen. Schon zu Hause hatten uns Bekannte davon vorgeschwärmt. Auf der Terra Nostra ging die Schwärmerei gleich weiter, diesmal von Gästen, die gerade von dort kamen. Und ja – wir können es voll und ganz nachvollziehen.

    Wir hatten Glück und bekamen ein Upgrade in das schönste der 9 Blockhäuser. Es lag ganz am Ende, direkt am See und völlig für sich. Nach unserem kleinen Blockhaus auf der Ranch genossen wir es, wieder etwas mehr Platz zu haben. Und den hatten wir hier definitiv – das Haus war riesig! Egal ob von der Terrasse, vom Esstisch oder vom Sofa, wir hatten immer den See im Blick. Dazu ein richtiger Kamin und nicht eines dieser Gas-Dinger, die wir num schon öfter hatten. Herrlich gemütlich.

    Unsere Tage verbrachten wir mit Wandern, Kanufahren und einfach die Ruhe geniessen. Vor dem Kamin sitzen und auf den See schauen – gemütlicher geht es fast nicht

    Auch die Ten-ee-ah Lodge ist in Schweizer Händen. Nach der Terra Nostra ging unsere Schweizer Woche mitten in Kanada also weiter.
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  • 🚗 Kleena Kleene - Lac la Hache

    29 sierpnia, Kanada ⋅ ⛅ 9 °C

    Bei wechselhaftem Wetter verabschiedeten wir uns von der Terra Nostra Guest Ranch und machten uns auf den Weg Richtung Lac La Hache. Die Strecke kam uns grösstenteils bekannt vor. Wegen unserem Plan B sind wir vor wenigen Tagen auch schon hier entlanggefahren, nur in die andere Richtung.

    Am Chilcotin River machten wir einen Picknick-Halt und spazierten ein Stück dem Fluss entlang. Das türkisgrüne Wasser leuchtete richtig.

    Zum Schluss fuhren wir auf einer endlos langen Schotterstrasse bis zur Ten-ee-ah Lodge. Wieder mitten in der Natur und weit weg von allem.
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  • 🏠 Terra Nostra Guest Ranch

    25–29 sie, Kanada ⋅ ⛅ 26 °C

    Da waren wir also: angekommen in Kleena Kleene und gefühlt am Ende der Welt. Zum Einkaufen fährt man von hier drei Stunden hin – und natürlich auch wieder zurück. Uns konnte das zum Glück egal sein. Auf der Ranch hatten wir Vollpension und wurden kulinarisch richtig verwöhnt.

    Zum Frühstück und Nachtessen sassen alle Gäste zusammen am grossen Tisch. So kam man schnell ins Gespräch. Fast alle hatten dasselbe Problem wie wir: die ausgefallene Fähre zwischen Bella Coola und Vancouver Island. Dann die gute Nachricht: Ab 30. August wird sie wieder fahren und die anderen können ihre Reise wie geplant fortsetzen.

    Die Ranch ist seit 13 Jahren in den Händen eines Schweizer Paars. Mit 19 Pferden, die sich frei auf dem riesigen Gelände bewegen, drei Hunden, Katzen und den Gästen gibt es viel zu tun. Unterstützt werden die beiden deshalb im Moment von acht Helfern.

    Sprachlich fühlten wir uns fast wie zu Hause: 80 % Schweizerdeutsch, 20 % Hochdeutsch und 0 % Englisch.

    Bei unserer Ankunft war es richtig heiss. Nach der Wanderung durch die Sanddünen gab es deshalb nur eines: ab in den See!

    Am Mittwoch erkundeten wir den See mit dem Kanu. Auf der anderen Seite legten wir an einem kleinen Steg an und wanderten zu einem Aussichtspunkt. Auf der Hinfahrt war der See spiegelglatt. Auf dem Rückweg kam Wind auf und das Wasser wurde immer welliger. Wir wurden immer wieder Richtung Seemitte getrieben und das Zurückpaddeln wurde zu einem ziemlichen Kraftakt.

    Am Donnerstag machten wir mit Christoph, dem Besitzer der Ranch, eine Offroad-Buggy-Tour. Und Offroad war wirklich Offroad! Es holperte ganz schön. Dabei entdeckten wir sogar frische Bärenspuren – nur der Bär selbst liess sich leider nicht blicken.

    Am Nachmittag kippte das Wetter. Es wurde kühler und ein paar Regentropfen fielen. In unserem kleinen Blockhaus wurde es dafür umso gemütlicher.

    Am Freitag wartete eine Premiere auf mich: Zum ersten Mal in meinem Leben wagte ich mich auf einen Pferderücken. Wenn nicht hier – wann dann? Eine Stunde ritten wir durch den Wald und dem See entlang. Zum Glück wusste mein Pferd genau, wo es langging und was zu tun war.

    Die Welt war weit weg, das WLAN meistens auch und es fühlte sich genau richtig an.
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  • 🍁 Kapitel 3

    25 sierpnia, Kanada ⋅ ⛅ 25 °C

    Ein wenig anders als geplant liessen wir die Küste hinter uns und tauchen ein in das wilde Herz von British Columbia. Bären, Berglandschaften, endlose Weite und echte Abenteuer erwarten uns.

  • 🚗 Williams Lake - Kleena Kleene

    25 sierpnia, Kanada ⋅ ☀️ 22 °C

    Auf der Fahrt von Williams Lake nach Kleena Kleene verliessen wir für den Farwell Canyon die Hauptstrasse und fuhren auf 20 Kilometer Schotterpiste hinein in die trockene Landschaft des Chilcotin.

    Vom Parkplatz machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu den Farwell Sand Dunes. Und plötzlich kamen wir uns vor wie mitten in der Wüste. Und genauso heiss war es auch.

    Die Sanddünen gehören zu den grössten Kanadas. Tief unten fliesst der Chilcotin River durch die Schlucht. Der Blick von oben war einfach unbeschreiblich schön.

    Vor wenigen Tage sind wir noch durch den feuchten Regenwald an der Pazifikküste gelaufen. Unglaublich, wie unterschiedlich British Columbia ist.

    Und dann kamen wir in Kleena Kleene an. Mitten in der Wildnis und wieder zurück auf unserer ursprünglich geplanten Route.
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