Viva Espania
September 7 in Spain ⋅ ☀️ 34 °C
Wie lernt man die Menschen eines fremden Landes am besten kennen? In dem man ihre Kultur kennenlernt. Und das haben wir heute vor. Also fahren wir nach Cintruénigo denn hier soll heute das traditionelle Patronatsfest beginnen. Zum Glück sind wir schon gegen 10 Uhr da denn der Stellplatz für Wohnmobile ist für den Rummel gesperrt. Also heißt es Parkplatz suchen. Wir finden erfreulicherweise direkt an der Hauptraße zwei Parkplätze und können so noch ganz in Ruhe sitzen zumal das Auto im Schatten steht. Wir sehen schon mehrere Spanier in ihrer Tracht in Richtung Marktplatz laufen. Weiße Kleidung, rotes Tuch, auch wir passen uns mit unserer Kleidung dieser Tradition an. Gegen halb zwölf machen auch wir uns auf den Weg und kommen in eine Stadt die vor Menschen in Festkleidung wimmelt. Alle sind laut und fröhlich, sitzen in den Cafés oder strömen wie wir auf den Marktplatz. Pünktlich um 12 Uhr tritt die Bürgermeisterin auf den Balkon des Rathauses und heizt den Menschen mit Sprüchen ein. Wir verstehen nicht was sie sagt aber wir verstehen wie stolz die Spanier auf ihr Land und ihre Kultur sind. Ein Stolz der uns Deutschen aberzogen wurde. Als es vom Balkon Viva Espania ruft, brüllen alle mit und schwenken ihre roten Tücher. Es folgt ein Knall und Konfettiregen, Leuchtraketen schießen in den Himmel, das Fest ist eröffnet. 4 große Pappmache Figure, König und Königin und 2 Schwarze tanzen in der Masse und die Menschen tanzen um diese Figuren in einem großen Kreis herum. Wir sind schon lange von der Feierlaune angesteckt und so ziehen wir in eine Bar um etwas zu trinken. Ich frage ein paar Männer was sie trinken, da es aussieht wie Wein aber doch eher wie Weinschorle. Mir wird zu meinem Erstaunen gesagt das sei Calimocho, eine Mischung aus Eiswürfeln, Rotwein, Zitrone und Cola. Und zu meinem noch größeren Erstaunen schmeckt das super. Nach dieser schönen Erfrischung geht es erstmal zu den Hunden. Es ist mittlerweile sehr warm und wir versuchen das Womo kühler zu bekommen. Als wir wieder zum nächsten Ereignis starten sind die Menschen immer noch am feiern und die Restaurants sind voll. Wir jedoch wollen zum Stierlauf und wundern uns das 1 Stunde vor Beginn des Spektakels noch immer nicht alle Zäune aufgebaut sind. Doch die Spanier sind gelassen und fangen erst kurz vorher an alles fertig zu machen. Und auf einmal fällt ein Schuss. Während wir noch geradeaus blicken sehe ich von rechts im Augenwinkel eine schwarze Masse auf uns zukommen. Die Stiere. Sie laufen alle zusammen in eine Richtung. Als wir noch am überlegen sind ob das alles war kommt der erste Stier zurück und treibt eine Horde junger Männer vor sich her. Sie sehen es als Spaß an den Stier zu reizen und ihm dann geschickt auszuweichen. Es ist schon ein tolles Erlebnis, wie ein Stier nach dem anderen die Straßen entlangläuft und immer wieder wagemutige Männer vor sich hertreibt. Bei manchen ist es haarscharf das sie den Hörnern gerade noch ausweichen können oder es gerade so über die Absperrungen schaffen. Am Ende des Rennens öffnen sich die Tore der Stierkampfarena und wir strömen zusammen mit den Leuten hinein. Einzeln werden die Stiere in die Arena gelassen und verschiedene junge Männer versuchen die Tiere zu berühren und ihnen kleine Schleifen anzuhängen. Die Stiere sind stellenweise so wütend das sie mit den Hufen scharren. Ein Stier haut so stark mit seinen Hörnern gegen die Holzwand das sich ein Horn abspaltet und das blanke Mark herunter hängt. Ein anderer Stier haut so stark gegen eine Tür das der Riegel bricht. Da die Sicherheit damit nicht mehr gewährleistet wird, muss die Polizei die Show beenden. Ich gebe zu das ich nicht traurig darüber bin, denn mir tun die Tiere leid. Wir gehen zu Robin und Markus die in der Zwischenzeit zu den Hunden gegangen waren um diese zu versorgen und wegen der Wärme zu schauen. Im Anschluss gehen wir essen und ich probiere zum ersten Mal Tintenfisch in Tinte und Schnuten und Ohren als Eintopf. Beides kann man essen aber mein Lieblingsgericht wird es nicht. Während unseres Essens beobachten wir viele Geckos die an einer Hauswand entlang krabbeln. Als wir zum Womo gehen sind die Spanier immer noch am feiern und es ist ein bißchen traurig das wir noch zu unserem Schlafplatz müssen. Der Stellplatz liegt am Rande eines kleinen Ortes und wir können hier sogar kostenlos Strom nutzen. So geht ein langer und sehr ereignisreicher Tag zu Ende.Read more



















