• Claudia Eichhorst
  • Gina Wegener
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Italien geht immer

… oder „L‘Italia sempre va bene!“ En savoir plus
  • Début du voyage
    25 septembre 2026

    Irgendetwas stimmt hier nicht

    28 septembre, Italie ☀️ 24 °C

    Es ist ein Wunder, dass ich diese Zeilen gerade schreiben kann. Seit ich versuche meine Gedanken hier in gewohnter Manier aufzuarbeiten, liegt eine Blockade über mir. Was ist los? Es fühlt sich an als würde ein entscheidendes Puzzleteil fehlen.
    Dabei ging alles gut um 6 Uhr morgens am Bundesplatz los. Richard und ich fuhren zum Flughafen Berlin-Brandenburg und trotz des Ätna-Ausbruchs auf Sizilien, fliegen wir pünktlich los zum Flughafen in Kalabrien.
    Schon im Flieger kamen mir einige Gedanken, die ich teilen wollte. Ich gab Richard das blaue Buch mit dem Pinguin-Cover, aber er schüttelte nur den Kopf und sagte: "Ich doch nicht.". Merkwürdig. Dafür reichte er mir eine Hand voll Erdnüsse. Der Geschmack überzeugte mich nicht.
    Was war hier anders? Sicherlich nicht mein Handy! Der alte Knochen leistet mir schließlich schon fast Jahrzehnte untreue Dienste.
    Aber warum diese Blockade?
    Es bringt alles nichts! Ich muss das Buch für den Moment beiseite legen.
    (Schade eigentlich! Es gäbe schon so tolle Geschichten über unseren (ziemlich sicher) N'drangheta-Busfahrer oder die Suite mit Meerblick und das heruntergekommene Städtchen Reggio).
    Die Zeit ist aber wohl noch nicht reif.
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  • “Le mutande sono scomode oggi.”

    4 octobre, Allemagne ☁️ 20 °C

    Endlich ist es soweit. Zeit für Urlaub. Ich gehe gedanklich noch mal alle Pläne und Buchungen durch: Flüge und Züge gebucht ✅, Unterkünfte in Neapel und Sorrent gebucht ✅, Einstufungstest für die Sprachschule absolviert ✅, der Koffer ist gepackt ✅. Ach ja, die Laufschuhe nehm ich vorsichtshalber vielleicht mit ✅.

    Gut, dann auf zum Flughafen! Das klappt ja alles wunderbar hier. Die S-Bahn wartet, der Flughafen Express ist pünktlich. Nicht mal eine Schlange beim Security Check. Das läuft schon fast zu gut. 🤔 Was stimmt hier nicht? Ich fordere mein Glück nicht heraus und bestelle den üblichen Kaffee zu Champagnerpreisen statt eines alkoholischen Getränkes. Noch 2 Stunden bis zum Abflug. Ich setze mich vorsichtshalber direkt vor die Anzeigetafeln, damit ich auf keinen Fall verpasse, zum Gate zu gehen, sobald es eingeblendet wird. Erst mal kurz durchatmen… Mich beschleicht das Gefühl, ich habe etwas vergessen. Den Sport-BH! Das ist es!
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  • Pizza Napoletana, finalmente di nuovo insieme

    4 octobre, Italie 🌙 23 °C

    Wie schrieb ein uns bekannter Reisebegleiter kürzlich auf eine Postkarte:
    "Neapel ist das größte Drecksloch. Sieht alles aus wie Neukölln."
    Natürlich eine kontroverse Einzelmeinung. Wie wir dazu stehen?
    Das bleibt noch abzuwarten...(Stay tuned)

    Für den Anfang bleibt festzuhalten, dass wir uns in dem Trubel gefunden haben und das erste gemeinsame Abendessen dieser Italienreise Nähe des neapolitanischen Garibaldi-Hauptbahnhofs genossen haben. Dafür gab es nur eine Wahl - die der Titel hier vorweg nahm. Es war sehr lecker!
    Auch die zwei, drei Gläser Weißwein haben uns gemundet. (Ob das wohl eine gute Idee war, bei der lauten neapolitanischen Nacht, bevor es morgen weiter nach Sorrento gehen wird?)

    Wir jedenfalls bleiben wie immer positiv und halten fest, dass andere Italienreisende in der Vergangenheit durchaus auch wohlwollende Statements über die Stadt veröffentlichten:

    "Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch. Gestern dacht’ ich: entweder du warst sonst toll, oder du bist es jetzt.“
    (Johann Wolfgang von Goethe)
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  • … è un autunno che promette bene!

    5 octobre, Italie ☀️ 23 °C

    Verehrte Leserinnen und Leser,
    wir freuen uns, Sie wieder auf einer unserer Reisen begrüßen zu dürfen. Leider kämpften wir mit Verbindungsproblemen unterschiedlichster Art, warum vor allem der erste Teil des Tages nur noch in Bruchstücken wiedergegeben werden kann.

    Chrrrrchrrrrrrchrrr…

    „Das Bad ist ja völlig überschwemmt!!“

    *Knack* *knack* *knack* chrrrrrrrr…

    „L'autobus per Sorrento è in ritardo.“ … „Soll ich mal gucken, was ein Uber kostet? 1x0 Euro.“

    Chrrrrchrrrrrrchrrr…

    „Du siehst aus wie der Tod!!“

    •••••••••••••••••••••••••••••••••••

    Aus diesen zusammenhanglosen Konversationsfetzen der ersten Tageshälfte müssen Sie sich Ihren eigenen Reim machen.

    Im weiteren Verlauf haben wir uns mit den Annehmlichkeiten des standesgemäßen Hotels vertraut gemacht, uns in Sorrent umgeschaut und den Abend mit vertrautem Programm vor dem Fernseher verbracht.

    Die Verbindungsprobleme sind hoffentlich für diese Reise behoben! Zumindest Alberto verspricht uns einen verheißungsvollen Herbst.
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  • Bewerten Sie uns!

    6 octobre, Italie ☁️ 22 °C

    Vorweg ein Hinweis zu Ihrer und unserer Sicherheit:
    Wie allgemein bekannt ist, gibt es in Italien sogenannte "Familien". Die relevanten davon sind die 'Ndrangheta aus Kalabrien, die Cosa Nostra aus Sizilien und die Camorra mit Ursprung in Neapel und der Region Kampanien (also da wo wir gerade sind). Da in jedem Reiseführer davor gewarnt wird, in Süditalien diese Wörter oder das M-Wort laut zu benutzen, werden wir auch in hier in Zukunft immer von "der Lobby" reden.

    Aber der Tag beginnt ersteinmal harmlos in einem schönen Hotel mit Blick auf den Vesuv und die Berge Kampaniens.
    Nach einem ausgiebigen Frühstück, führte uns eine relativ bekannte App (da wir hier noch nicht von irgendwem gesponsert werden, machen wir auch keine kostenlose Werbung ;-)) auf einem, größtenteils autofreien (!), Wanderweg durch das pittoreske Städtchen Sorrent zu einem Idyllischen Klippen- und Küstchenabschnitt. Die Fotos sagen mal wieder mehr als Worte. Highlight war eine abgelegene Hippie-Bar mit Traumblick auf das felsige Meer und deutschsprachiger Dark-Wave-Musik.

    Wie immer stellte sich nach dem Ausflug die Frage, was es zum Essen gibt und wo. Nachdem sich unser eigentliches Wunschlokal als spanische Küche entpuppte, googelten wir und fanden ein ansprechendes Restaurant mit extrem vielen top Bewertungen. Wenn sich so viele Menschen einig sind, kann das wohl nicht verkehrt sein (dachten wir).
    Schon am Eingang wurden wir überschwänglich begrüßt - man hatte uns erwartet! Im Innenraum wirkte es nicht unfreundlich, aber doch irgendwie seltsam. Von Anfang an wurden wir nahezu aufdringlich umsorgt (in Italien ist sonst eher ein arroganter Blick und ein müdes Nicken die Regel) und über unsere Herkunft befragt - man möchte fast sagen verhört. Es gab eine absolut übertriebene Zahl an männlichen Mitarbeitenden. Dann empfahl uns ein schmieriger, tätowierter Italiner den frischen Fisch des Tages. Da das Red Snapper war, den Claudia - die netterweise eingeladen wurde- schon seit längerem unbedingt probieren wollte, stimmten wir zu.
    Das Ende vom Lied können Sie sich denken. 1. War der Fisch köstlich! 2. Wurden wir mit dem Preis grandios überrascht und übers Ohr gehauen. 3. Wurde uns nach dem Essen ein QR-Code auf den Tisch gelegt mit der Aufforderung "Bewerten Sie uns!"
    Leider setzten wir die Puzzleteile erst jetzt zusammen: Die vielen guten Bewertungen (ohne die abgegeben zu haben, man den Laden wohl nicht verlassen durfte) und die Masse an Personal - offensichtlich damit niemand abhauen kann...
    Todesmutig sprachen wir den überraschend hohen Preis trotzdem an, was nicht mit Wohlwollen angenommenen wurde. Immerhin wurde versucht uns mit drei neonfarbenen Likören (Melone, Pistazie und dem obligatorischen Limoncello) zu bestechen. Da wir uns keinen Ärger mit der hiesigen Lobby leisten können, zahlte Gina und wir waren eine Erfahrung reicher!
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  • Sich unter's Volk mischen 🥸🥸

    7 octobre, Italie ☁️ 22 °C

    Nachdem wir gestern den Erstkontakt mit der Lobby eingeleitet haben, war der Plan für heute, sich unauffällig unter's Volk zu mischen. Zunächst musste also die passende Tarnung erworben werden, um als authentische Italienerinnen durchgehen zu können. 🤌🏼

    Zum Glück bietet Sorrent ausreichend Möglichkeiten sich mit einer solchen Tarnung auszustatten. Wir folgten der Spur der Menschenmassen, nachdem Claudia vergeblich versucht hatte, in der Post Briefmarken zu kaufen, um anonym Kontakt in die Heimat zu halten. Es wird wohl doch eine der zahlreichen Tauben für den Transport unserer Lageberichte herhalten müssen.

    Die Massen interessierten sich vornehmlich für Zitronen, Lederwaren oder Lederwaren in Zitronenform. Wir kauften von allem etwas — natürlich nur, um die Artefakte später in Ruhe untersuchen zu können. Auch Max Mara inspizierten wir kurz und Claudia probierte einen Pullunder. Ehe sie sich versah, steckte die Verkäuferin Claudia in einen Blazer, so dass sie direkt in Mailand auf der Fashion Week hätte laufen können. Das war definitiv eine Nummer zu authentisch für unsere Zwecke.

    Für die weitere Planung begaben wir uns zum Mittag in ein kleines Ristorante an einer belebten Piazza. Wie immer wurden wir ignoriert und selbst über Claudias Provokation, die Stoffserviette im Olivenöl zu versenken, wurde kommentar- und tatenlos hinweggegangen.

    Nach dem immerhin wohlschmeckenden Mittag analysierten wir auf ein Neues die Sortimente der Geschäfte und arbeiteten abends die Erkenntnisse auf unserem Balkon mit Blick auf den Vesuv und Neapel auf. Dorthin würde es uns morgen wieder verschlagen. Hoffentlich sind die Spuren dort ergiebiger.
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  • Unwetterwarnung: Sturzflutrisiko (1)

    8 octobre, Italie ☁️ 22 °C

    Schon wieder Reisetag. Wenn auch nur von Sorrent nach Neapel.

    Wie heißt es so schön:
    Mal gewinnt man, mal verliert man.
    Wir konnten einen Zug früher als geplant nehmen, dieser war allerdings komplett überfüllt (wie alle Züge auf dieser Strecke). Der Zug fuhr dann auch schneller als geplant, aber da es in Neapel regnete, kein großer Gewinn.
    Wir konnten immerhin am Hauptbahnhof von Neapel einen wichtigen Einkauf erledigen, aber es regnete weiter und in einem kleinen Café wartend, lasen wir sogar, dass es eine Unwetterwarnung für Neapel gab.
    Wir mussten uns also zu unserer neuen Unterkunft durch die ungemütliche Altstadt kämpfen. Dort wurden wir in klassisch unempathischerweise empfangen. Ein mürrischer Bruno (nicht, dass er sich uns vorgestellt hätte), erklärte uns trotz unser nassen Koffer und Jacken, zuerst irgendwelche wirren Wege auf einer Karte, bevor er uns dann bezahlen ließ und schließlich unser Zimmer übergab. Das ist auch schön, auf zwei Ebenen, aber unpraktisch.

    Vorerst letzte - aber schon lange peplante und definitiv wunderschöne - Investitionen wurden getätigt, dann versuchten wir einen Blick auf das Meer zu ergattern. Leider in der Innenstadt von Neapel nicht möglich (oder vielleicht nur, für diejenigen, die dort dann mit den "Fischen schlafen" können).

    Nach dem fast schon obligatorischen Aperitivo (lecker), wurden wir in der kleinen Osteria, wo wir Pasta zum Abend aßen, wieder behandelt wie lästige Fliegen. Lecker war es trotzdem.

    Alles in allem ein durchwachsener Tag.
    Der Dank des charmanten Theo James in der N*tflixserie "The Gentleman" dann auch noch schön abgeschlossen werden konnte.
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  • Die Sintflut (5)

    9 octobre, Italie 🌧 21 °C

    Die Nacht war kurz, der Himmel laut. Mehrfach wurden wir von apokalyptischem Donner aus unserem Schönheitsschlaf gerissen. Wenigstens gab es eine Kaffeemaschine in diesem doch etwas umständlichen Appartement, in dem sich das, was man gerade braucht, grundsätzlich auf der anderen Etage befindet. Leider versagte die Kaffeemaschine uns jegliche Dienste. Nach 30 Minuten YouTube-Tutorials entschied Claudia, dass genug genug sei und sie sich vor die Tür wagt, um uns einen Kaffee und Cornetti 🥐 🥐zu besorgen.

    Heute hatten wir geplant an einer Walking Tour teilzunehmen, um etwas über die Stadt in Erfahrung zu bringen — neben den Fakten, die wir schon kannten: Neapel ist dreckig, laut und voll. Da Regen angesagt war, besorgte Claudia sich auf dem Weg zum Treffpunkt noch fix einen Schirm im bei Touristen allseits beliebten Zitronenlook. Weise Entscheidung, obwohl Schirme in der folgenden Sintflut auch nur wenig auszurichten vermochten. Zweieinviertel Stunden wateten wir durch das dreckige, laute, volle und nasse Neapel, lernten allerdings immerhin ein paar interessante Dinge über Stadt, Sprache und Einwohner: eigentlich waren alle Nationen mal hier und haben ihre Eigenheiten im Stadtbild hinterlassen, z.B. die Griechen die Säulen, die Ägypter eine Sphinx und die Spanier haben sogar ein eigenes Viertel. In Neapel spricht man starken Dialekt und das offizielle Italienisch, das heute gesprochen wird, hat seinen Ursprung in der Toskana. Ein berühmter Einwohner war ein Arzt namens Giuseppe Moscati. Er widmete sein Leben der unentgeltlichen Heilung von Kranken. Netter Typ!

    Da Lernen hungrig macht, kehrten wir im Anschluss an die Tour in eine Pizzeria ein und stellten ein weiteres Mal (an unserem Nachbartisch) fest, dass Salate in Italien aus ein paar alten Blättern und Olivenöl bestehen. Wenn man Glück hat, gibt es ein, zwei Tomaten. Davon überzeugten wir uns auch sogleich wir zurück in unserem Appartement den Fernseher einschalteten und eine italienische Kochsendung sahen, in der ein Salat zubereitet wurde. Diese Kochsendung sahen wir auch nur, weil die Lobby uns offensichtlich jegliche Verbindung zur Außenwelt gekappt hat, so dass wir mangels Internet nicht in der Lage waren, unsere Netflix-Serie weiterzuschauen. Dieser Widrigkeit trotzend ging es für einen Aperitivo und einen Spaziergang durch das Spanische Viertel noch mal vor die Tür. Um ein paar Besorgungen reicher und um einen Regenschirm ärmer machten wir uns auf den Heimweg und resümierten, dass wir genug haben von dreckig, laut, voll und nass und widmeten uns unserer Serie auf dem Tablet, da der Fernseher immer noch streikte. Immerhin wurde die Kaffeemaschine noch repariert, was zumindest einen besseren Start in den Folgetag versprach.
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  • Ragebait

    10 octobre, Italie 🌧 19 °C

    Ja, wir sind wie immer top aktuell!
    Denn bei weiterhin grauenhaftem Wetter, blieb uns nichts anderes übrig als drinnen zu bleiben. So haben wir Zeit, uns mit den neusten Nachrichten aus aller Welt zu beschäftigen.
    Ragebait wurde kürzlich zum Jugendwort des Jahres 2026 gewählt. Und hier oben zeigen wir, worum es geht: Mit reisserichen, emotionalen Inhalten, schnell Klicks oder Aufmerksamkeit erzeugen. Auf Wikipedia liest man dazu: "Ragebait (dt.: „Wut-Köder“) bezeichnet Online-Inhalte, die gezielt Wut oder Empörung hervorrufen, um das Engagement der Nutzer zu steigern."
    Wir hoffen, hier wieder etwas nützliches Wissen für den Alltag oder die nächste Party vermittelt zu haben!

    Oder dachtet ihr etwa, wir würden hier aus Verzweiflung über fehlende Inhalte, versuchen mit unlauteren Mitteln Aufmerksamkeit zu generieren?

    *Bild mit KI erstellt. Keine Katzenbabies wurden verletzt.
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  • Carrozza 7 non esiste!

    11 octobre, Italie ⛅ 23 °C

    Heute war es endlich soweit: wir konnten unser von der Außenwelt abgeschnittenes Appartement gegen ein neues Domizil auf Sizilien eintauschen. Wie für deutsche Tourist*innen im Allgemeinen üblich, sind wir natürlich sehr gut vorbereitet und hatten unser Zugticket inkl. Sitzplätze Monate im Voraus gebucht. Der Zug schien uns schon zu erwarten, allerdings mussten wir feststellen, dass der gebuchte Wagen nicht existierte und die vorhandenen Wagen offenbar nach Zufallsprinzip nummeriert wurden. Wir überlegten kurz, ob man zu Wagen 7 gelangen könnte, indem man mit Anlauf in den nächsten Zugteil rannte, entschieden jedoch, dass das Risiko einer Gehirnerschütterung zu groß war. Schließlich brauchten wir die Köpfe ab morgen zum Italienischlernen.

    Wie Sie, werte Leserinnen und Leser, vielleicht festgestellt haben, hatten wir einen Zug gebucht, um auf eine Insel zu gelangen. Wir waren selbst gespannt, ob sich ein Portal am Ufer des Festlands öffnen würde, durch das wir das Wasser überqueren würden. Oder würden die Räder des Zuges gegen Kufen getauscht werden und wir hinter einem Boot hergezogen wie beim Wasserski? Eine Brücke? Oder ein Tunnel? Alles nein! ❌❌❌❌ Tatsächlich gibt es eine Art Matroschka-Konzept 🪆 und der Zug wurde geteilt und fuhr in den Bauch eines Schiffs. Eine aufwendige Prozedur angesichts der kurzen Überfahrt, aber effektiv.

    In Milazzo angekommen erwartete uns bereits Alberto, unser Gastgeber für die nächsten zwei Wochen. Er brachte uns in unser Appartement und stellte sicher, dass wir alles hatten, was wir brauchten, vor allem Kaffee. Ohne viel Zeit zu verlieren haben wir uns sofort auf Erkundungstour begeben und uns an der Promenade, dem Strand und im Ort umgesehen. Mit Cynar Spritz, Tomatensalat, Pasta und Gelato im Bauch sind wir schließlich erleichtert ins Bett gefallen, dass wir nicht noch mal in Neapel aufwachen.
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  • Salve!

    12 octobre, Italie ☁️ 24 °C

    Erster Schultag in Italien!
    Um Punkt neun Uhr ging es los. Klingt ersteinmal sehr Deutsch. Aber obwohl, sowohl in Ginas Fortgeschrittenkurs, als auch in Claudias Anfängerkurs, fast nur deutsche Bildungsurlauber*innen saßen, wurde dort ausschließlich Italienisch gesprochen.
    Claudia muss übrigens sechs Stunden am Tag die Schulbank drücken und Gina vier (da ihr Bildungsurlaubsbudget gerade ausgeschöpft ist, lernt sie hier privat).

    Wie vor ein paar Jährchen beim echten ersten Schultag, war zumindest Claudia sehr aufgeregt. Das verflog aber schnell. Sowohl Lehrende als auch Lernende waren super nett. Claudia ist mit ihrem Kurs zufrieden; Gina fragt sich, was wohl mit ihrem Einstufungstest passiert ist. Der wurde nämlich offensichtlich verschlampt. Denn ihr Kurs behandelt noch die gängigen Basisthemen auf Einsteigerniveau. Aber, wie Sie als Follower wissen, hat Gina sich das letzte Jahr richtig ins Zeug gelegt mit dem Lernen! Da geht noch mehr. Braucht es vielleicht einen Kurswechsel? Wir und Sie werden das Thema verfolgen.

    Claudia war jedenfalls nach dem ersten Tag besonders überschwänglich drauf und stürzte sich sofort ohne zu überlegen in ein Date mit einem Klassenkameraden. Furkan heißt der junge Mann, mit dem Claudia die Babykatzen besuchen wollte, die in der Nähe der Burg (hoffentlich noch) leben und bisher hier irgendwie unterschlagen wurden. Mit "jung" meinen wir übrigens, der Typ ist 30 und mit "Date" ist ein unverfängliches Treffen zum Babykatzen besuchen gemeint. Leider regnete es und Claudia hat den Aufenthaltsort der Kätzchen auch nicht wiedergefunden. Also wurde zu Hause Wein getrunken.
    Danach ging es noch mit einer großen Gruppe aus der Sprachschule Pizza essen, bis es Claudia zu viel wurde und Gina sie nach Hause begleitete. Leider verlief die Nacht, trotz des vernünftigen, frühen Schlussstrichs, nicht friedlich. Es gewitterte. Wem das den Schlaf raubte, lesen Sie morgen.

    In der Zwischenzeit können Sie unsere Lernfortschritten bei Duolingo verfolgen.
    #Gina4.0
    #Claudija26
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  • Ein neuer Alltag

    13 octobre, Italie ☀️ 22 °C

    Nach einer — dank erneuten Gewitters — schlaflosen Nacht konnte der Start in den Tag für Gina nicht mal mit Kaffee gerettet werden. Claudia schien noch Reserven zu haben und machte das Frühstück, während Gina unter der Dusche versuchte, ihren Geist zu beleben. 🫥🫩 Es half nichts. Mit Pausenbrot im Schulranzen machten wir uns auf den Weg in die Schule. Immerhin hatte Gina die Aussicht, dass der Unterricht sie in der aktuellen geistigen Lage nicht überfordern würde. So kam es auch. Also bat Gina darum, ab morgen in das nächste Level versetzt zu werden in der Hoffnung, die geistigen Kräfte wären bis dahin zurück.

    Am Nachmittag schien die Sonne und so beschlossen wir, ein wenig am Strand zu relaxen und die Schule Schule sein zu lassen. Vom Wind gut durchgelüftet und — auf Grund des starken Wellenganges — ohne auch nur den großen Zeh ins Wasser gehalten zu haben, gingen wir nach einer Stunde mit Sturmfrisuren wieder nach Hause. Claudia bekochte Gina mit der Pastaversion ihrer gestrigen Pizza, während jene ihr erstes Buch auslas.

    Nach der Aufregung des Vorabends und der insgesamt kurzen Nacht, wiederholte Claudia noch kurz das tagsüber Gelernte und dann ging es schnurstracks 🥱 … ab ins Bett. 💤💤
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  • LAGEBERICHT

    14 octobre, Italie ☀️ 22 °C

    Salve Capo,

    bitte um Entschuldigung, dass dieser Bericht Sie erst so spät erreicht.
    Mir sind die mir anvertrauten Aufgaben wichtig und ich bin mir bewusst, dass ich schnellstmöglich Bericht über meine Beobachtung der Zweibeiner abliefern muss. Dennoch muss ich an dieser Stelle auch auf Probleme und Gefahren hinweisen, was ich zum Ende hin tun werden.

    Die heutigen Zielobjekte waren - wie die letzten Tage auch - in der Sprachschule "Laboling". Person A, die Größere, scheint von ihrer neuen Gruppe gut aufgenommen worden zu sein.
    Mittags beteiligten sich beide Zielobjekte an einem Rundgang durch die historische Allstadt. Die italienische Leiterin ist nicht geheuer; sie wird von einer dieser schmutzigen Vierbeiner gesteuert.
    Sie führte die Gruppe durch die Via del Quartiere und die Salita S. Francesco und plappert und plapperte.
    Die Gruppe ging dann in die Santa Maria Maggiore, vermutlich um ihrem Gott zu huldigen. Dann liefen sie weiter zum Castello di Milazzo. Dort wurden viele Fotos gemacht. Wie abgesprochen, verhalte ich mich möglichst unauffällig auffällig und gucke nicht weg, wenn ich gesehen werde. Es gibt möglicherweise Bilder, auf denen ich zu sehen bin. (Das möchte ich hiermit nur transparent machen).
    Abends ging Person A zurück in ihr Nest und Person B stärkte sich mit der Gruppe bei einem vergorenen Saft.
    Dann holte Person B Person A ab und sie gingen in ein Restaurant. Dort gab es Dorade. Es sah vorzüglich aus.
    Ende des Berichts.

    Insgesamt teile ich die Einschätzung meines britischen Kollegen, Steven Seagull XVII., vom 8.7.2023, dass diese beiden Exemplare nicht sonderlich gefährlich sind und vorerst keine zwingende Notwendigkeit weiterer Dauerbeschattung besteht.

    Anschließend sei mir noch gestattet zu erwähnen, dass die Kriminalitätsrate auf Sizilien extrem ansteigt. Die Verbrecherorganisation "Quattro zampe" hat überall auf den Straßen ihre schmutzigen Pfoten. Auch eines der beiden von mir beobachteten Objekte scheint diesen Rüpeln zu verfallen. Mit ihrem mietzenden Nachwuchs versuchen sie die Zweibeiner auf ihre Seite zu ziehen.
    Sie sind überall. Meiner Einschätzung nach, könnte ihr Netzwerk an Informationen noch größer sein, als das Unsere. Außerdem haben sie bereits extrem viel Macht über die Zweibeiner erworben. Meine Vermutung: Sie streben nach nicht weniger als der Weltherrschaft.

    Stefano Seagulle 18.
    Milazzo, 14.10.2026,
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  • „Ihr seid wie meine großen Schwestern“

    15 octobre, Italie 🌙 22 °C

    Da hier ständig ältere Damen aus unseren Kursen versuchen, uns in irgendwelche Aktivitäten reinzuquatschen, die sie gerne mit uns unternehmen wollen, haben wir das Zepter selbst in die Hand genommen und sind als ältere Damen mit zwei Anfang-20-Jährigen zum Capo di Milazzo gefahren.

    Unsere treuen Leser*innen wissen, dass wir seit unserem Rumänien-Urlaub letztes Jahr sehr gläubig sind und nun durch die ganze Welt pilgern, um dem Heiligen Antonius von Padua zu huldigen. Da wir scheinbar nicht die einzigen Fans sind, wurde ihm eine Kapelle mit spektakulärem Ausblick am Capo di Milazzo gewidmet. Hier haben wir uns also mal wieder bei unserem Schutzpatron erkenntlich gezeigt, dass Claudia noch immer im Besitz ihres alten ihr untreue Dienste leistenden Knochen ist.

    Nach der erfüllten Pflicht sind wir im Nationalpark am nördlichsten Punkt von Milazzo spazieren gewesen und einige von uns sind in den von Meerwasser gespeisten Natural Pool gesprungen und haben instagrammable Fotos gemacht. Auf etwa 20 war ein Millenial zu sehen, auf den anderen 382 ein GenZler aus jeder denkbaren Perspektive, Entfernung und Kameraeinstellung.

    Im Anschluss gab es noch Aperitivo für die Millenials und eine von ihnen wurde von der GenZ geclownt, weil sie ihren leuchtenden Drink 🍹 im Sonnenuntergang fotografiert hat!!! Aus Prinzip ist das das heutige Titelbild!

    Memo to us: nächstes Mal für besseres Gefühl mit alten Frauen losziehen und sie für Boomer-Fotos clownen!
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  • No Mettbrötchen zum Frühstück

    16 octobre, Italie 🌬 23 °C

    Auch auf Sizilien stellt sich die Arbeits- und Ausbildungswelt am Freitag auf das Wochenende ein. Ein bisschen ist schon die Luft raus und alle freuen sich auf die Freizeit. Es gab einige müde Gesichter in der Schule. Teils aufgrund intensiven Lernens und teils aufgrund von amüsanten abendlichen Aktivitäten. Bei uns wohl eine Mischung aus beidem.

    Unser Lehrer, Alessandro, war aber natürlich professionell und sympathisch wie immer. Es wurde über das Frühstück gesprochen, welches in Italien in aller Regel aus etwas Süßem und einem Kaffee besteht. Als aber dann Dettmar von Mettbrötchen anfing, beschloss der liebe Alessandro, Claudias Klasse fünf Minuten früher gehen zu lassen.
    Um 14.25 Uhr befand sich Gina schon wieder auf dem bezaubernden Capo di Milazzo. Zusammen mit Steffi, die sie mit dem Auto hochfahren konnte, genossen sie um ein weiteres mal die traumhafte Aussicht. Steffi war letztes Jahr in Ginas Klasse hier in Milazzo und hält sich gerade in Taormina auf. Da wurde gleich ein Wiedersehen verabredet. Später stieß dann auch Claudia zum frühen Abendessen dazu. Danach lud Gina noch zu einem köstlichem Eis von SIKE (Hotspot Eisdiele im Ort) ein.
    Danke und gute Nacht!

    ...oder doch nicht?
    Claudia, die nach der Schule nach ihren Plänen für Wochenende gefragt wurde (und mit: "Ich brauche ein bisschen Me-time" geantwortet hatte), bekam noch eine Nachricht von Furkan, den der geneigte Lesende mit der Suche nach Katzenbabies in Verbindung bringen kann (der aber gerade auch seine Freundin und seinen Job verloren hat und einen Tag zuvor mit der coolen Rebecca ein Date hatte).

    "Wie läuft es mit der Me-time? Willst du mit mir an der Promenade Wein trinken?"

    Was hätten Sie getan?
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  • Il Capo 😾

    17 octobre, Italie ☁️ 22 °C

    Seit nunmehr einer Woche erstatten mir die Kollegen von Sizilien Bericht über diese zwei absonderlichen Wesen der Gattung „Mensch“, die zudem mehr oder weniger offensichtlich von einem unserer Erzfeinde, den Möwen, begleitet werden. Dieser plumpe Gehilfe — nach mehr sieht er nicht aus — scheint die beiden zu bewachen und Informationen an seine Organisation zu liefern. Das muss auf jeden Fall weiter observiert werden. Denn wenn sich dieser Abschaum der Lüfte mit diesen Menschen gegen uns verschwört, werden sie womöglich unseren Plan vereiteln, die Weltherrschaft an uns zu reißen und die sämtliche andere Arten zu versklaven.

    Bei einer der beiden machen wir schon sehr gute Fortschritte. Sie bleibt wirklich jedes Mal stehen, wenn sie einem von uns über den Weg läuft und will uns Futter bringen. Bisher hatte sie allerdings nie welches dabei. Auch das bleibt zu beobachten! Die andere scheint sehr widerborstig zu sein und lässt sich nicht mal von Katzenbabies beeindrucken. 😼 Aber heute ist sie ernsthaft bei so einem tölpelhaften Welpen, also einem HUND, stehengeblieben. Dazu war das noch so ein trotteliger Golden Retriever!! Abscheulich, wenn man bedenkt wie anmutig und hoch intelligent wir Katzen demgegenüber sind…

    Aber von vorne: heute machten sich diese Zweibeiner gemeinsam mit einer sehr jungen Ausgabe ihrer Art auf den Weg zu meinem Hauptquartier nach Lipari. Das ist eine der äolischen Inseln, was eine niedere Spezies wie Sie bestimmt nicht weiß! Sie stiegen von einem dieser Dinger, die sich blitzschnell über das Wasser bewegen, ohne dabei nass geworden zu sein. Eine Art von Technik, die wir beibehalten werden, wenn wir demnächst die Welt regieren.

    Sie wandelten orientierungslos über die Insel und schienen auf der Suche nach etwas Essbarem zu sein. Aber wieder dachten diese egoistischen Primitivlinge nur an sich und stopften diese köstlich aussehenden sizilianischen Spezialitäten in sich rein als gäbe es keine Morgen. Anschließend stampften sie — anders kann man diese Art der Fortbewegung nicht nennen — in Geschäfte und eines dieser Gebäude, wo sie einer höheren Art (wahrscheinlich uns) huldigen. Eine, die hartherzige, zündete eine Kerze an und sagte, das sei für alle Frauen. Was auch immer das bringen soll! Das Geld wär besser in Thunfisch investiert. In meinem Hauptquartier kamen sie auch vorbei und hielten mir eines dieser rechteckigen Dinger vors Gesicht, in das viele von ihren Artgenossen pausenlos starren.

    Nachdem sie mein Territorium ausreichend erkundet und bestaunt hatten, haben sie sich ernsthaft noch mal große Mengen an Futter gekauft und vertilgt, ohne uns auch nur einen Fetzen davon anzubieten.

    Nach dieser persönlichen Begegnung bin ich überzeugt, dass von dieser unterentwickelten Art keine Gefahr für unsere Pläne besteht.

    😼🌍
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  • Fax2.0

    18 octobre, Italie ⛅ 24 °C

    Verehrter Johann Wolfgang,

    240 Jahre ist es her, dass Sie Ihre Italienische Reise angetreten haben.
    Gegenwärtig schreiben wir das Jahr 2026, den 18. Oktober, einen Tag zuvor haben wir das Versteck Ihres Briefes mit der Anleitung für die "Maschine zur Zustellung von Schriften durch die Zeit" gefunden. Wir nennen sie Fax2.0. Zu dem Versteck im Boden der Kirche San Bartolomeo auf Lipari, gratulieren wir.

    Ihrer Bitte folgend, schreiben wir Ihnen einige Auszüge und Eindrücke unserer Reise. (Es muss erwähnt werden, dass sich der Gebrauch einiger Wörter im Laufe der letzten Jahrhunderte leicht verändert hat. Zu Ihrem besseren Verständnis, bemühem wir uns hier Ihrem Sprachgebrauch treu zu bleiben).

    Heute ist der Tag des Herren und wir haben beschlossen diesen ehrenvoll zu begehen. Böse Zungen könnten sagen, wir haben dem Müßiggang gefröhnt. In Wirklichkeit benötigen wir diese Zeit der Ruhe, um uns auf unsere weiteren Studien vorzubereiten. Sie verstehen das selbstverständlich.
    So verbrachten wir den Tag am Meer liegend, mit verschiedenster Lektüre. Zur Stärkung nahmen wir ein gesundes Essen, bestehend aus Haferflocken und Kaki (kennen Sie diese orangefarbene Frucht schon?) zu uns.
    Des nachmittags gesellten sich zu unserer Überraschung weitere Bekannte zu uns. Wir schwammen im Meer und genossen die Sonne.
    Als der Tag sich dem Ende zuneigte, wanderten wir am Strand entlang und ließen uns schließlich in einer Taverne nieder, um ein kühles Getränk zu genießen.
    Bevor Sie es erwähnen: Nein, wir sind keine außerordentlichen Künstlerinnen. Die Bilder, die Sie bewundern, sind von einer Maschine, die so realistisch wie es eben nur geht, die Realität einfängt.
    Falls Sie Fragen haben oder ausführlicher über unsere Reise erfahren möchten, melden Sie sich gerne bei uns.
    Hochachtungsvoll,
    Claudia und Gina
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  • Getrennte Observation

    19 octobre, Italie ☀️ 25 °C

    Eigentlich starteten wir arglos in die Woche. Alles war wie immer: der Wecker klingelte um sieben und wir beobachteten bei unserem ersten Kaffee den Sonnenaufgang über dem Meer.

    Ausnahmsweise holten wir uns etwas beim Bäcker und frühstückten an der Promenade, während wir vorbeilaufende Leute beobachteten. Besonders ein Exemplar stach als außergewöhnlich deutsch aussehend hervor. Auch die Annahme, dass dieses Exemplar wahrscheinlich ebenfalls einen Sprachkurs macht, bestätigte sich umgehend, als sie in Ginas Kurs hereinspazierte und sich als Juli aus Schmargendorf (Berliner Stadtteil — für alle Banausen) vorstellte. Claudias Kurs hingegen hat sich seit letzter Woche stark dezimiert, was zu Claudias Freude die Aufmerksamkeit für die Einzelne erhöht.

    So arglos der Tag begann, so beunruhigend wurde die zweite Hälfte. Da uns für unsere Observation der Lobby-Szene langsam die Zeit davonläuft, beschlossen wir, uns heute aufzuteilen. Claudia wollte mit Unterstützung ihrer jungen Assistentin, Leticija, das Castello und Umgebung erkunden, Gina die Via Panoramica und die sich dort befindlichen verlassenen Hotels und Restaurants unter die Lupe nehmen.

    Folgende Erkenntnisse konnten bestätigt werden:

    1. Aussicht vom Castello: schön, Meinung über restliches kulturelles Angebot allerdings sehr ambivalent zwischen Anwesenden.

    2. Hohe Wahrscheinlichkeit, dass Lobby die größte Attraktion von Milazzo irgendwie nutzt. Auch wenn Claudia keine konkrete Spur gefunden hat, wurde sie sicherheitshalber in Arrest gebracht.

    3. Viele verdächtige Zusammenkünfte in verlassenen Einrichtungen an der Küstenstraße gesichtet. Meist junge Männer auf fahrbaren Untersätzen. Zur Warnung wurde Gina eine tote Ratte 🐀 auf den Weg drapiert. Ein eindeutiges Indiz…

    Wir konnten glücklicherweise einige Aufnahmen der observierten Lokalitäten sichern und werden an der Sache dranbleiben!
    Seien Sie gespannt, ob Gina diesen Urlaub und Blog alleine weiterführt oder ob Claudia aus ihrem Kerker befreit werden kann.
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  • Arancini siciliani al ragù

    20 octobre, Italie ☁️ 25 °C

    Zur Feier des Tages wurde heute ein Festmahl zubereitet!
    Wir und weitere Gäste waren bei einer italienischen Familie zu Hause und bekamen erklärt, wie man die traditionellen, sizilianischen Arancini (herzhafte frittierte Reisbällchen mit Fleischfüllung) zubereitet, um uns anschließend selber an der Zubereitung daran zu probieren. Zuvor wurden wir mit köstlichen selbstgemachten Antipasti und lokalem Wein versorgt.

    Damit Sie auch nichts verpassen, habe wir hier wie immer alles festgehalten.
    Natürlich muss man manche Dinge einfach selber probieren.
    Also hier das Rezept und unsere tutorials (Lernvideos)
    Viel Spaß beim Nachkochen!

    Arancini mit Ragu Füllung
    Für 4 Personen

    Zutaten:
    400 g Risotto Reis (Carnaroli oder Vialone)
    1 kleine Zwiebel
    50 g Butter
    2 Messerspitzen Safran
    125 ml trockener Weißwein
    2,5 l Hühnerbrühe
    75 g Butter
    100 g fein geriebenen Parmesan
    4-5 Esslöffel Ragu (ähnlich wir Bolognese nur nicht so flüssig) + 2-3 EL Erbsen
    Außerdem
    1 verquirltes Ei
    Mehl zum Panieren
    Semmelbrösel zum Panieren
    Salz & Pfeffer
    50 g Scamorza bzw. Caciocavallo in Stücken alternativ ein festerer Mozarella
    1-2 l Pflanzenöl zum Frittieren

    Anleitungen:
    1. Zwiebel fein würfeln und in 50 g Butter in einem ausreichend großen Topf anschwitzen. Reis zugeben und ebenfalls etwas anschwitzen. Mit dem Weißwein ablöschen und ca. 2-3 Minuten köcheln lassen, bis der Wein etwas verkocht ist. Hühnerbrühe mit dem Schöpflöffel schrittweise zugeben, bis der Reis knapp bedeckt ist. Immer wieder nachgießen und rühren.

    2. Der Reis sollte nie zu trocken werden. Sobald der Reis bissfest ist, den Safran unterrühren und die restliche Butter und den Parmesan unterrühren. Alles vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Am besten macht man das Risotto am Tag vorher bzw. nimmt die Reste vom Risotto Essen vom Vortag :-) Wie beim Ragu oder der Bolognese.

    3. Aus dem abgekühlten Risotto mit feuchten Händen kleine flache"Bälle bzw. Berge (Vulkane) formen. Dabei 2TL Ragu +ein Stück Scamorza in die Mitte geben und die Knödel gut verschliessen. Es sollte rundherum eine gleichmäßige Risottohülle sein.

    4. Die Arancini zuerst in Eigelb, dann in Mehl und danach nochmals in Eigelb wälzen und anschliessend in den Semmelbröseln panieren.
    Portionsweise in dem heißen Pflanzenöl (es ist heiß genug, wenn beim Hineinhalten des Holzstiels des Kochlöffels Bläschen hochsteigen). Herausnehmen und etwas auf Küchenpapier abtropfen lassen. Genießen!
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  • 🚨 Wo ist Claudia? 🚨

    21 octobre, Italie ☁️ 22 °C

    Die Ereignisse überschlagen sich. So schnell wie Claudia aus dem Arrest der Lobby freikam, so schnell verschwand sie auch wieder. Bisher gibt es keine gesicherten Informationen, wo sie sich befindet und mit wem.

    Ist sie übergelaufen? Und was hat sie mit der Leiche zu tun, die am Strand von Milazzo gefunden wurde?

    Hinweise bitte an die örtliche Polizei oder in die Kommentare. 👇🏼

    Gina war gestern nach der Schule nur ein Eis essen. Also ist sie unschuldig! Aber wo war eigentlich dieser Furkan heute?

    Quellen: https://www.rainews.it/tgr/sicilia/articoli/202…
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  • Gesundmeldung

    22 octobre, Italie 🌬 23 °C

    Hiermit melde ich, Claudia E., mich als arbeitsfähig zurück. Den gestrigen Fehltag bitte ich zu entschuldigen. Ich war krank im Bett.

    Das ist die Wahrheit, und zwar die einzig Richtige.

    Es gibt allerdings alternative Fakten. (Beweise dazu angefügt)

    1. Ich bin nach Berlin geflogen und habe meiner guten Freundin Mone ein mysteriöses Päckchen mit einem grünen Pulver vor die Tür gelegt. Dann bin ich - ohne Hallo zu sagen - schnell wieder zurück geflogen.

    2. Ich habe geschlafwandelt und in der Nacht zum Donnerstag einen Mord am Strand von Milazzo beobachtet. Danach musste ich mich vor der Lobby versteckt halten.

    3. Ich hatte ein weiteres Date mit Furkan, das ich geheim halten wollte. Wir waren zusammen auf dem Markt hier am Strand (Beweisfoto 1 und 2) und ich habe mich vor Gina und deren Klasse versteckt.
    Gina machte sich nach der Schule sofort auf die Suche nach mir. Sie klapperte alle möglichen Verstecke in der Umgebung ab (Bewisfotos 3-6). Ohne Erfolg natürlich (ich war ja bei Furkan). Abends kehrte ich aber nach Hause zurück, als ich roch, dass Gina das Abendbrot (Pasta und Wein) auf den Tisch stellte.

    Mehrere Wahrheiten können nebeneinander existieren. In diesem oder einem Paralleluniversum.
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  • Heute war unser letzter Schultag. Aber irgendwie geht es jetzt nicht in die Ferien, sondern die Arbeit fängt wieder an?? Das fühlt sich ganz und gar falsch an!

    Nachdem wir vormittags ein letztes Mal unsere Köpfe zum Rauchen gebracht hatten, verabschiedeten wir uns nach Schulschluss von unseren Schulfreunden. Im Hopserlauf ging es mit den Zeugnissen im Rucksack nach Hause, bevor unser Vermieter, Alberto, uns mit unserer australischen Nachbarin und Mitschülerin, Jen, mit auf einen Ausflug nahm. Es sollte zum Käsekaufen nach Santa Lucia del Mela gehen. Leider war der Laden zu. Wie immer — noch Pause. Irgendwie beruhigend, dass auch Italiener manchmal überrascht vor verschlossenen Türen stehen.

    Wo wir dann schon da waren, sind wir auf den höchsten Punkt zu einer kleinen Kirche gefahren, von wo aus sich uns ein spektakulärer Blick auf die Halbinsel von Milazzo bot. Auf dem Rückweg konnten wir dann auch den Käse erwerben. Mit gefühlt 5 kg Käse im Auto ging es weiter in Richtung Milazzo. Auf dem Weg haben wir allerdings noch einen Abstecher in die Villa Bonaccorsi gemacht und einen Einblick in Albertos Familiengeschichte und das italienische Landleben bekommen.

    Zum Abschluss des Tages haben wir uns als ältere Damen noch mal mit Leticija auf eine Pizza getroffen und den Abend entspannt ausklingen lassen.
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  • Glücksfische

    24 octobre, Italie ☁️ 23 °C

    Liebe Leserschaft,

    hoffentlich dachtet ihr nicht, mit unserem letzten Schultag sei auch unsere Reise zu Ende. Noch ist es nicht so weit!
    Heute jedenfalls kommt erst einmal noch ein Tag in der wirklich wunderschönen sizilianischen Stadt Catania. Wem der Name bekannt vorkommt: Hier befindet sich einer der aktivsten Vulkane Europas, der Ätna.
    Damit wir an unserem Abflugtag nicht auch noch in Stress geraten, hatte Gina schon im Frühjahr vorgeschlagen für die letzte Nacht ein Hotel in Catania (also Nähe des Flughafens) zu buchen. Weise Entscheidung.
    Nach der, doch etwas schwerfallenden, Verabschiedung von Milazzo, lief mit dem Bus alles gut und wir hatten den Nachmittag, um in Catania einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Nein, nicht Essen! Shoppen. (Bitte seht zu eurem eigenen Schutz davon ab, zu fragen, wie wir uns das leisten können)! Die Wahrheit ist: Wir sind clever ;-)
    Es gab in Catania beispielweise einen Kreativmarkt mit selbstgemachten schönen Dingen. Dort haben wir uns (unter anderem) gegenseitig ein Überraschungsgeschenk gekauft. Ausgeschildert war ein Glücksfisch ("pesca fortunata"). Claudia erwartete eine positive Botschaft auf einem Papier in Fischform; bekommen haben wir Ohrringe! Die Übersetzung bedeutet wohl doch eher "Glücksangeln“ :-)
    Aber: 1 € pro Tüte! Schnäppchen.
    Fazit: Es muss wohl weiter italienisch gelernt werden!
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  • Zurück in sicheren Gefilden. Oder doch nicht?

    25 octobre, Allemagne ☀️ 13 °C

    Pünktlich und ohne größere Zwischenfälle sind wir wieder zu Hause gelandet. Die Lobby war schon auf Claudias Rückkehr vorbereitet, hat sich aber im Datum geirrt und daher umsonst Schüsse in ihrer Nachbarschaft im beschaulichen Wilmersdorf abgefeuert.

    Gina hatte hingegen ein Schreiben im Briefkasten, in dem sie von der Berliner Vermieterlobby um 50 Euro mehr Schutzgeld pro Monat gebeten wurde.

    Da wir — wie Sie wissen — hier nicht offen sprechen können, finden Sie sämtliche Hinweise und Informationen, die wir zur Lobby finden konnten, versteckt in unserem transkribierten Abschlussgespräch und angehängtem Bildmaterial.

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    G: Claudia, was hat dir in diesem Urlaub am besten gefallen?
    C: Am besten gefallen hat es mir in Milazzo, konkret in der Gegend unter dem Castello. Meine liebste Situation war, als wir die vier Katzenbabies gefunden haben und sie hinter uns hergelaufen sind (übrigens natürlich auch unter dem Castello). Da ging mein Herz auf. So süß!!! Und dir?
    G: Ich fand, der schönste Moment war, als wir in Neapel in den Zug gestiegen sind und die Türen sich geschlossen haben! Mein liebster Mensch war, neben dir, Alessandro. Bei dem könnten sich einige Lehrer*innen was abgucken!
    C: Ja! Der war einfach so nett, cool, wohlwollend und professionell!

    C: Wo haben wir am besten gegessen?
    G: Wir haben fast immer lecker gegessen… Ich mochte die Pizza am ersten Abend in Neapel, aber auch das Fischgericht in Milazzo war echt eine Offenbarung! Oder die Snacks auf Lipari. Am teuersten und immerhin auch lecker haben wir wohl in Sorrent gegessen. 🤨
    C: Immerhin haben wir noch alle Finger! Am besten geschmeckt hat es mir mit Abstand im "Adagio, adagio" (natürlich in der Gegend unter dem Castello), die Dorade mit dieser Kruste... einfach vorzüglichst!
    G: Ja, und dieses Gemüse mit dem Knoblauch dazu!!

    G: Hast du sonst noch Erkenntnisse gewonnen in diesem Urlaub?
    C: Meine Erkenntnis: Ich trinke zu viel Wein! Leider ernst gemeint. Ich muss auf mich aufpassen und eine Pause machen.
    G: Ab 2. November! 🤝
    C: Hattest du auch eine Erkenntnis?
    G: Ja! Großen Bogen um Restaurants machen, die Leute dafür beschäftigen, Touristen reinzulocken! War definitiv Karma, dass der Typ die ganze Zeit mit offenem Hosenschlitz rumgerannt ist. 😌

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    Ende der Botschaft.
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    Fin du voyage
    25 octobre 2026