Daugavpils im Dauerfeucht-Modus
June 5 in Latvia ⋅ ☁️ 22 °C
In Molėtai fanden wir gestern Abend einen wunderbar ruhigen Stellplatz direkt über dem See. Perfekt zum Runterkommen – einzig das Wasser kam diesmal von unten und oben gleichzeitig in Form von See und Himmel. Heute Morgen starteten wir deshalb etwas gemütlicher in den Tag.
In Smėlynė überquerten wir dann ganz unspektakulär die Grenze nach Lettland. Kein großes Tor, kein Fanfarenzug, kein Grenzbeamter mit feierlicher Ansprache – einfach ein Schild und weiter ging’s. Europa in seiner entspanntesten Form.
Unser erstes Ziel in Lettland war Daugavpils, wo wir uns die berühmte Ordensburg Dünaburg anschauen wollten. Die Festung wurde im 19. Jahrhundert unter russischer Herrschaft erbaut und zählt zu den größten erhaltenen Festungsanlagen im Baltikum. Mit ihren massiven Mauern, Bastionen und weitläufigen Innenhöfen wirkt sie fast wie eine eigene kleine Stadt. Ursprünglich sollte sie die westlichen Grenzen des Zarenreiches sichern – heute dient sie eher als beeindruckende Zeitmaschine in eine militärische Vergangenheit.
Kaum hatten wir die ersten Gebäude erkundet und begonnen, uns einen Überblick zu verschaffen, zeigte sich allerdings die lettische Wetterrealität von ihrer klassischen Seite: Regen. Und zwar nicht dieser freundliche Nieselregen, sondern eher die Variante „alles wird nass, egal wie schnell du bist“.
Also suchten wir zunächst Zuflucht im Café „Arsenāls“. Dort konnten wir wenigstens trocken sitzen und das Wetter draußen beobachten, das weiterhin konsequent seiner Aufgabe nachging.
Da der Regen keinerlei Anzeichen von Besserung zeigte, beschlossen wir pragmatisch umzudisponieren und noch schnell zum Einkaufen zu fahren. Ein klassischer Camping-Plan B: Wenn Sightseeing nicht geht, wird der Kühlschrank optimiert.
Nach dem Einkauf war das Wetter allerdings immer noch überzeugt, dass es heute der Hauptdarsteller ist. Also entschieden wir uns, den Nachmittag kulturell „indoor-tauglich“ zu gestalten und besuchten die orthodoxe Kathedrale der Heiligen Boris und Gleb.
Die Kathedrale gehört zu den markantesten Sakralbauten in Daugavpils. Mit ihren leuchtenden blau-goldenen Kuppeln im russisch-byzantinischen Stil hebt sie sich deutlich von der restlichen Stadtarchitektur ab. Die Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und diente lange Zeit als Garnisonskirche. Heute ist sie ein wichtiges Zentrum der orthodoxen Gemeinde.
Im Inneren erwartet einen eine klassisch orthodoxe Pracht: reich verzierte Ikonen, goldene Elemente und eine ruhige, fast meditative Atmosphäre, die im starken Kontrast zum trüben Wetter draußen steht. Während der Regen gegen die Kuppeln trommelte, wirkte das Innere fast wie ein schützender Gegenpol zur Außenwelt.
So verbrachten wir den Tag zwischen Festungsmauern, Regenwolken, Supermarktgängen und goldenen Kirchenkuppeln – ein typischer Reisetag eben, an dem der Plan ungefähr so stabil ist wie das Wetter.
Aber immerhin: Grisu ist trocken, der Kühlschrank gefüllt, und Lettland hat uns schon am ersten Tag gezeigt, dass es auch ohne Sonne beeindruckend sein kann.Read more
























TravelerIch hatte alle Mühe ihn davon abzuhalten, das Glockenseil zu ziehen. Der Turm ist von jedem ohne Aufsicht zu erklimmen. Aber wir wären die Leitern nicht schnell genug hinunter gekommen wenn er eingeläutet hätte.😂
TravelerDas dürfte auch nicht positiv für die eigene Hörfähigkeit sein 🙉
Traveler
Das sind ja sehr beeindruckende Fotos das schönste für mich war du bei der Glocke LG Mama