Riga – Tag 1: Markthallen, Menschenmassen
June 26 in Latvia ⋅ ⛅ 20 °C
und ein taktischer Rückzug
Heute Morgen war erst einmal Ausschlafen, gemütlich frühstücken und den herrlichen Stellplatz direkt an der Düna genießen angesagt. Man muss ja schließlich gut gestärkt in eine Hauptstadt starten.
Unsere erste Erkundungstour führte uns zur Lettischen Akademie der Wissenschaften. Das imposante Gebäude ist schon von Weitem nicht zu übersehen. Mit seinem markanten, stalinistischen Baustil erinnert es ein wenig an die berühmten "Sieben Schwestern" in Moskau. Erbaut wurde es in den 1950er-Jahren und trägt bis heute den Spitznamen „Stalins Geburtstagstorte“. Im 17. Stock befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man einen fantastischen Blick über Riga haben soll. Heute haben wir uns allerdings mit dem Anblick von unten begnügt – schließlich wollten wir uns für später noch etwas aufheben.
Von dort führte uns der Zufall direkt zum Zentralmarkt von Riga. Oder besser gesagt: Andrea hat ihn gefunden... und damit war der weitere Tagesablauf eigentlich besiegelt.
Der Rigaer Zentralmarkt gehört zu den größten und bekanntesten Märkten Europas. Die fünf riesigen Markthallen wurden in den 1920er-Jahren aus ehemaligen Zeppelin-Hangars umgebaut. Heute gibt es dort nahezu alles: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse, Gewürze, Süßigkeiten und unzählige regionale Spezialitäten. Dazu kommt noch ein riesiger Außenmarkt.
Und wer Andrea kennt, weiß genau, was das bedeutet: Jeder einzelne Gang musste selbstverständlich gründlich inspiziert werden. Man könnte ja irgendwo zwischen Gurken, Käse und geräuchertem Fisch noch etwas entdecken, das man unbedingt braucht. Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass Andrea auch ohne Stadtplan jederzeit den Ausgang jeder Markthalle finden würde.
Nach einer gefühlten Ewigkeit schafften wir es schließlich doch noch, unsere Fahrräder wieder in Richtung Altstadt zu lenken.
Und was soll man sagen? Riga ist wirklich wunderschön. Prächtige Bürgerhäuser, liebevoll restaurierte Fassaden, enge Gassen und der historische Rathausplatz verleihen der Stadt einen ganz besonderen Charme.
Man könnte stundenlang durch die Straßen schlendern...
...wenn da nicht gefühlt sämtliche Kreuzfahrtschiffe der Ostsee gleichzeitig ihre Passagiere freigelassen hätten.
Ich glaube, es lagen drei Schiffe im Hafen. Zumindest fühlte es sich so an, als hätten sich alle Gäste gleichzeitig vorgenommen, genau dieselbe Straße zu besuchen wie wir.
Den absoluten Höhepunkt lieferte dann ein Fahrradrudel der Mein Schiff. Rund 50 Leihräder rauschten geschlossen durch die Altstadt, als würde heute die letzte Etappe der Tour de France in Riga stattfinden. Wer nicht schnell genug zur Seite sprang, lief Gefahr, als Verkehrsinsel zu enden.
Wir schauten nur kurz hinterher und waren uns beide sofort einig: Heute nicht.
Also traten wir den geordneten Rückzug an. Auf dem Rückweg machten wir natürlich – völlig überraschend – noch einmal Halt auf dem Zentralmarkt, um frisches Fleisch für den Grill einzukaufen.
Zurück am Stellplatz genossen wir die herrliche Ruhe an der Düna. Manchmal ist ein gemütlicher Grillabend mit Blick aufs Wasser einfach deutlich entspannter als ein Slalomlauf zwischen mehreren tausend Kreuzfahrttouristen.
Mal sehen, was Riga morgen für uns bereithält. Vielleicht haben die Kreuzfahrtschiffe ja dann Ausgangssperre.Read more



























TravelerNe, da liegen dann bestimmt 3 neue 🤪
Womo TravelerDanke fürs Mutmachen😅
Stefan und Birgit on tourRiga ist eine tolle Stadt.