Tankdeckel-Odyssee
July 3 in Poland ⋅ ☀️ 16 °C
Heute Morgen verabschiedeten wir uns dann von der Kurischen Nehrung. Das Wetter hatte mal wieder beschlossen, seine Meinung zu ändern, und so machten wir uns auf den Weg Richtung Polen.
Der Plan war eigentlich ganz einfach: Entlang der russischen Grenze fahren und erst in Polen tanken. Schließlich ist der Diesel dort deutlich günstiger. Ein perfekter Plan... zumindest in der Theorie.
Kurz hinter der Grenze musste allerdings erst einmal der Reservekanister dran glauben. Kein Problem – schließlich war er genau für solche Momente dabei.
An der ersten Tankstelle in Polen begann dann allerdings unsere ganz persönliche Tankdeckel-Komödie.
Der Tankautomat funktionierte... also zumindest sah er so aus. Tatsächlich funktionierte aber gar nichts.
"Kein Problem", dachten wir. "Dann eben zur nächsten Tankstelle."
Gesagt, getan.
Dort angekommen wartete schon die nächste Überraschung: Diesmal funktionierte zwar die Zapfsäule – aber dafür ließ sich unser Tankschloss nicht mehr öffnen.
Eine halbe Stunde lang wurde gedreht, gezogen, gedrückt, geflucht und gut zugeredet. Der Tankdeckel zeigte sich davon völlig unbeeindruckt.
Also Plan B: Den Reservekanister wieder füllen und einen Schlüsseldienst suchen.
In Suwałki wurden wir tatsächlich fündig. Allerdings war der Chef erst ab 20 Uhr wieder da. Also suchten wir einen Parkplatz in der Nähe und warteten.
Während ich innerlich schon überlegte, wie kompliziert wohl ein neues Tankschloss einzubauen ist, ließ Andrea die Sache einfach nicht los.
Sie schnappte sich einen Schraubenzieher, klopfte dem Tankdeckel ein paar freundliche – na gut, eher bestimmte – Ermahnungen und versuchte es noch einmal.
Klick!
Das Tankschloss ging auf.
Offenbar hatten die Fahrt und Andreas sanfte Überzeugungsarbeit die verklemmten Stifte endlich zur Vernunft gebracht.
Ich glaube, der Schlüsseldienst war mindestens genauso überrascht wie wir, als wir Ihm per WhatsApp mitteilten das wir keine Hilfe mehr benötigen.
Nach so viel Aufregung hatten wir beide allerdings keine Lust mehr, auch noch den Kochlöffel zu schwingen.
Also ging es kurzerhand zum Kaufland. Im Chili Pizza warteten zwei herrlich duftende Pizzen auf uns – und nach diesem kleinen Abenteuer hatten wir sie uns definitiv verdient.
Satt, erleichtert und mit offenem Tankschloss fanden wir ganz in der Nähe noch einen wunderschönen Stellplatz direkt an einem See.
Manchmal sind es eben nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die einen Reisetag unvergesslich machen. Manchmal reicht dafür schon ein störrischer Tankdeckel... und eine Andrea mit Schraubenzieher.Read more













TravelerEine gefühlvolle weibliche Hand ist eben manchmal unersetzlich...