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Marrakesch 2026

Für eine Woche tauschen wir Herbstgrau gegen warme Oktobersonne, orientalische Gassen und den Duft von Minztee. Von der Medina bis ins Atlasgebirge möchten wir Marrakesch in aller Ruhe entdecken. Read more
  • Trip start
    October 8, 2026

    Marrakesch – dem Herbst für eine Woche entfliehen

    Oct 8–15 in Germany ☁️ 13 °C

    Nach vielen Reisen mit dem bewährten Motto „wenn wir schon mal hier sind, können wir uns das auch noch anschauen“, folgt diesmal ein kleines Gegenexperiment.

    Für eine Woche wird Marrakesch unser einziger Standort. Keine Rundreise, keine ständig neu gepackten Koffer und keine täglichen Entscheidungen darüber, was man auf dem Weg noch schnell mitnehmen könnte.

    Natürlich haben wir einige Ausflüge geplant. Aber zum ersten Mal seit Langem fühlt sich unser Reiseplan angenehm unvollständig an. Und genau das war die Idee.

    Wir freuen uns auf die Medina, auf gutes Essen, auf Dachterrassen, Minztee und vermutlich auch auf den einen oder anderen Moment, in dem wir uns verlaufen. Wobei man in Marrakesch wahrscheinlich eher von Orientierungserweiterung sprechen würde.

    Was am Ende von dieser Woche hängen bleibt, wissen wir noch nicht. Erfahrungsgemäß sind es selten die Dinge, die vorher im Reiseführer markiert waren.
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  • Business Class – unverhofftes Upgrade

    October 8 in Germany ⛅ 12 °C

    Das Upgrade in die Business Class war eher als Versuch gedacht als mit echter Erfolgserwartung verbunden.

    Unser Gebot war nicht besonders hoch, der Status stand auf „schlecht“ und wir hatten das Thema gedanklich schon fast abgehakt.

    Umso überraschender war die Nachricht, dass es tatsächlich funktioniert hatte.

    Der Urlaub begann deshalb etwas komfortabler als geplant: mit einem ruhigen Morgen in der Lounge statt auf den Sitzen am Gate. Gegen diese Art von Überraschungen haben wir nichts einzuwenden.
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  • Ankommen in Marrakesch

    October 8 in Morocco ☀️ 23 °C

    Kaum gelandet, wurden wir bereits von unserem Fahrer erwartet und direkt vom Flughafen abgeholt.

    Während die ersten Palmen, Motorroller und ockerfarbenen Mauern vorbeizogen, wurde langsam klar: Wir waren angekommen.

    Bereits gegen 11 Uhr erreichten wir unser Riad mitten in der Medina. Von außen eher unscheinbar, verbarg sich dahinter eine überraschend ruhige Oase. Kaum hatten wir die Tür hinter uns geschlossen, war vom Trubel der Gassen fast nichts mehr zu hören.

    Besonders herzlich wurden wir vom Besitzer empfangen und zu unserer Überraschung auf Deutsch. Der Grund: Er hatte zwei Jahre in Heidelberg gelebt, um die Sprache zu lernen. Mit einem Gespräch über Heidelberg hatten wir bei unserer Ankunft in Marrakesch jedenfalls nicht gerechnet.

    Nach einer kurzen Verschnaufpause und den ersten Fotos unseres Zuhauses auf Zeit zog es uns aber schon wieder hinaus. Marrakesch wartete schließlich direkt vor der Tür.
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  • Erste Schritte durch die Medina

    October 8 in Morocco ☁️ 25 °C

    Nach den ersten Eindrücken unseres Riads holte uns Mohammed ab, der uns für die nächsten Stunden durch die Medina begleiten sollte.

    Schon nach wenigen Minuten hatten wir aufgehört zu versuchen, uns die Wege zu merken. Stattdessen ließen wir uns durch das Gewirr aus engen Gassen, kleinen Werkstätten und geschäftigen Souks treiben.

    Besonders spannend waren die Einblicke in den Alltag hinter den Verkaufsständen. Wir erfuhren, wo viele Handwerker ihr Mittagessen einnehmen, warum die traditionelle Tangia als typisches Männergericht gilt und konnten einem Schuhmacher dabei zusehen, wie Lederschuhe noch von Hand genäht werden.

    Einer unserer Stopps führte uns in ein Kräuterhaus. Bereits beim Eintreten war klar, dass hier die Nase schneller arbeitet als die Kamera. Zwischen Gewürzen, Kräutern und Ölen erfuhren wir viel über traditionelle Anwendungen, Hausmittel und die Bedeutung der verschiedenen Pflanzen. Manche Düfte waren vertraut, andere völlig neu.
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  • Tangia – das Männergericht von Marrakesch

    October 8 in Morocco ☁️ 25 °C

    Während unserer Führung durch die Souks zeigte uns Mohammed die kleinen Gassen, in denen die Handwerker ihre Mittagspause verbringen. Dabei lernten wir ein ganz besonderes Gericht kennen: die Tangia.

    Anders als die bekannte Tajine wird sie traditionell nicht auf dem Herd, sondern direkt im Hammam gegart. Morgens bringt der Handwerker einen bauchigen Tontopf zum Metzger. Der füllt ihn mit Fleisch, Gewürzen, Knoblauch, Salzzitrone und reichlich Olivenöl. Gut verschlossen schmort der Topf anschließend stundenlang in der Asche und Glut des Hammam-Ofens – während sein Besitzer entspannt
    weiterarbeitet.

    Tradition oder clevere Ausrede?
    Mohammed hatte allerdings noch eine ganz andere Erklärung für die Entstehung dieses echten „Männergerichts“: Hat die Ehefrau mal keine Lust zu kochen, gibt der Mann morgens einfach seinen Tontopf ab und holt mittags das fertige Essen ab. Ob das gelebte Tradition oder eher eine charmante Legende ist, konnten wir zwar nicht nachprüfen – erzählt wird die Geschichte aber mit voller Überzeugung!

    Probiert haben wir die Tangia selbst noch nicht, aber sie steht auf unserer Liste mittlerweile ganz weit oben. Schließlich bekommt man nicht alle Tage ein Gericht serviert, das erst beim Metzger und danach zur Spa-Behandlung im Hammam war!
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  • Ben-Youssef-Madrassa

    October 8 in Morocco ☁️ 25 °C

    Der eindrucksvollste Stopp unseres ersten Nachmittags in Marrakesch war die Ben-Youssef-Madrasa.

    Gerade noch schoben wir uns durch das Stimmengewirr der Souks, wenige Minuten später standen wir an einem Ort, an dem selbst leises Sprechen fast schon zu laut wirkte.

    Je länger wir uns umsahen, desto mehr Details entdeckten wir: filigrane Holzschnitzereien, kunstvolle Mosaike und eine beeindruckende Symmetrie, die man auf den ersten Blick leicht übersieht. Vor allem aber war es die Atmosphäre, die diesen Ort so besonders machte.

    Als wir die Madrasa wieder verließen, empfing uns die Medina mit ihrer gewohnten Geräuschkulisse. Nach der Ruhe im Innenhof hatten wir kurz den Eindruck, als hätte jemand den Lautstärkeregler der Stadt deutlich nach rechts gedreht.

    Den Abend ließen wir anschließend im Riad bei einer Tajine und süßen Orangen mit Zimt ausklingen.
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  • Neustadt, Palmeraie und andere Welten

    October 9 in Morocco ☁️ 18 °C

    Heute Vormittag ließen wir uns ein wenig außerhalb der Medina herumfahren.

    Unser erster längerer Stopp führte uns in die Gegend rund um die Four Seasons Residences. Breite Straßen, gepflegte Anlagen und luxuriöse Wohnanlagen hatten mit dem Marrakesch unserer ersten Tage erstaunlich wenig gemeinsam.

    Anschließend ging es in die Palmeraie. Ehrlicherweise hatten wir uns darunter etwas anderes vorgestellt. Statt einer endlosen Palmenoase sahen wir vor allem Kamele, große Hotelanlagen und Resorts.

    Am spannendsten war am Ende vielleicht die Fahrt entlang der Stadtmauer der Medina. Dort zeigte sich Marrakesch deutlich weniger geschniegelt als auf vielen Postkarten: laut, chaotisch, stellenweise baufällig und mit überraschend viel Müll.

    Innerhalb von zwei Stunden hatten wir ein Marrakesch gesehen, das vom Luxusviertel bis zur bröckelnden Stadtmauer so ziemlich alles zu bieten hatte. Und die Palmeraie? Die würden wir beim nächsten Mal vermutlich auslassen.
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  • Quer durch die Medina

    October 9 in Morocco ⛅ 24 °C

    Ein Nachmittag voller Kontraste quer durch die südliche Medina!

    Wir sind durch die Kasbah geschlendert, haben kurz bei den Saadier-Gräbern vorbeigeschaut, die Mellah durchquert und uns schließlich mitten ins Getümmel der Souks gestürzt.

    Die Kasbah hat uns dabei richtig gut gefallen – super entspannt und herrlich ruhig im Vergleich zum Rest. Bei den Saadier-Gräbern hatten wir dagegen etwas Pech, weil dort aktuell gebaut wird.

    Für die sympathisch-skurrilste Episode des Tages sorgte eine kleine Moschee: Ein junger Mann wollte uns echt freundlich hineinbitten – obwohl wir gar keine Muslime sind. Das wiederum passte einem älteren Herrn so überhaupt nicht. Binnen Sekunden standen wir mitten in einer leidenschaftlichen Debatte darüber, wer hier welche Regeln bestimmt. Bevor wir unglücklich zwischen die Fronten geraten, haben wir uns lieber ganz dezent zurückgezogen. 😅

    Zum Ausklang gab es noch ein schnelles Durchatmen im Le Jardin Secret. Hübsch angelegt und eine angenehme Oase im Trubel, aber für uns jetzt auch kein absolutes Highlight.

    Was bleibt? Weniger die klassischen Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem die Erkenntnis: In Marrakesch steht man manchmal einfach zur falschen Zeit am richtigen Ort! 🇲🇦✨
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  • Jardin Majorelle

    October 10 in Morocco ☀️ 17 °C

    Manche Sehenswürdigkeiten besucht man spontan. Für den Jardin Majorelle braucht es etwas mehr Planung. Da die Tickets oft schnell vergriffen sind, hatten wir unseren Zeitslot für 8:30 Uhr bereits einige Wochen im Voraus gebucht.

    Der Garten wurde in den 1920er-Jahren vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt und später von Yves Saint Laurent mit restauriert. Heute zählt er zu den bekanntesten Orten Marrakeschs.

    Schon nach den ersten Schritten wurde klar, warum. Alles wirkte eine Nummer größer als erwartet: Kakteen in XXL, meterhoher Bambus, üppige Palmen und dazwischen Bougainvillea in kräftigen Farben. Überall standen leuchtende Blumentöpfe, die zusammen mit dem berühmten Majorelle-Blau der Gebäude für starke Kontraste sorgten.

    Besonders gefallen hat uns, dass der Garten trotz seiner Popularität nicht wie eine klassische Sehenswürdigkeit wirkt. Hinter fast jeder Ecke gab es neue Perspektiven, Pflanzen oder Farbkombinationen zu entdecken.

    Ob sich der Besuch lohnt? Für uns auf jeden Fall. Selbst wer mit Gärten normalerweise wenig anfangen kann, dürfte hier zumindest die Kamera kaum in der Tasche lassen. 📷🌴
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  • Heute wurde geschnippelt

    October 10 in Morocco ☁️ 24 °C

    Nach dem Morgen im Jardin Majorelle und einigen Stunden in der Medina landeten wir am Abend nicht am Esstisch, sondern zuerst am Schneidebrett.

    In der kleinen Küche unseres Riads wurde geschnippelt, gewürzt und gerührt. Auf dem Menü standen Harira, zwei verschiedene Shakshuka-Varianten sowie eine Tajine mit Hähnchen, Salzzitronen und Oliven.

    Während wir Zwiebeln, Auberginen und Paprika verarbeiteten, erklärte uns Abdil, was wohin gehört. Spätestens beim dritten „davon noch etwas mehr“ wurde uns klar, dass marokkanische Rezepte deutlich weniger mit Waagen und deutlich mehr mit Erfahrung funktionieren.

    Der große Vorteil eines Kochkurses: Am Ende gibt es keine Prüfung. Man isst einfach auf, was man gekocht hat.
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  • Ourika-Tal – Wasserfälle und Berberdorf

    October 11 in Morocco ☀️ 15 °C

    Kaum lässt man Marrakesch hinter sich, zeigt sich der Hohe Atlas im Ourika-Tal von seiner schönsten Seite: steile Felswände, sattgrüne Täler und ursprüngliche Berberdörfer.

    Erster Stopp: Anima Garten - üppiges Grün, schräge Skulpturen und herrlich wenig los. Ein wunderbar ruhiger Auftakt vor dem restlichen Tag!

    Danach ging es zu den Wasserfällen – und direkt mit Guide. Erst dachten wir noch: „Braucht man das wirklich?“ Nach gefühlten zwei Minuten war klar: Und wie!

    Der Pfad war steil, felsig und richtig rutschig. Während wir noch nach festem Halt suchten, navigierte uns unser Guide mit absoluter Leichtigkeit über die Felsen. Unsere Wanderschuhe waren Gold wert – vor allem mit Blick auf all die Leute, die sich in Flip-Flops für das eine Instagram-Foto bis zum ersten Wasserfall gequält haben… 🙈

    Zum Abendessen ging es abseits der Wege in ein kleines Berberdorf. Der Regen am Abend vorher hatte die Piste komplett aufgeweicht – ohne Allrad wären wir schlicht steckengeblieben!

    Das Essen war fantastisch und der Einblick in das Leben der Familie absolut prägend: Esel und Kuh im Hof, ein traditioneller Backofen und ein Mini-Hammam für genau eine Person. Einfach, echt und durch und durch authentisch.
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  • Chaos im Palast, Erholung im Riad

    October 12 in Morocco ☀️ 21 °C

    Gegen den Rat eines Einheimischen ging es heute Morgen zum Bahia-Palast... und was soll ich sagen? Er hatte sowas von recht! 🙈

    Unmengen von Menschen, geschuppst, gedrängelt und durch die aktuellen Erdbeben-Baustellen staut sich alles so stark, dass zeitweise nicht mal mehr ein Weg zum Ausgang zu sehen war. Also nichts wie raus da!

    Die Rettung: Ein schneller, drosselnder Minztee in den Souks zum Runterkommen.

    Den Nachmittag haben wir dann komplett im Riad verkrümelt – mit Hammam und Massage. Tut gerade zwar echt weh (angeblich gehört das so?! 😂), aber Entspannung muss schließlich erarbeitet werden!

    Jetzt lassen wir den Tag entspannt bei einem leckeren Abendessen auf dem Rooftop über den Dächern ausklingen.
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  • Imlil & das Berberleben im High Atlas 🏔️

    October 13 in Morocco ☀️ 15 °C

    Früh raus aus der Stadt und ab nach Imlil!

    Mit unserem einheimischen Guide ging es rund 2 Stunden durch eines der Berberdörfer rund um Imlil. Landschaftlich echt traumhaft: vorbei an riesigen Walnussbäumen, entlang kleiner Bewässerungsgräben und rauf zum Wasserfall Cascades d’Imlil.

    Mittendrin: Apfelernte-Hochsaison! Überall beladene Esel und Maultiere auf den engen Pfaden, teilweise sogar von Kindern geritten – beeindruckend, wie trittsicher die Tiere hier sind.

    Unser Guide hat uns aber auch viel vom harten Alltag hier erzählt. Besonders im Winter wird es eisig kalt in den Bergen – unvorstellbar, wenn man bei der Ernte in der Sonne steht.

    Zum Abschluss gab es noch ein fantastisches Mittagessen in der Kasbah Tamadot mit gigantischer Aussicht. Ein Perfekter Tag.
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  • Lunch in der Kasbah Tamadot

    October 13 in Morocco ☀️ 22 °C

    Die vielen Wanderfotos haben den letzten Post gesprengt, also bekommt die Kasbah einen eigenen!

    In unseren verschwitzten Klamotten passten wir zwar nicht ganz ins feine Ambiente – gestört hat es uns aber kein bisschen. 😉

    Leckeres Essen, tolle Kulisse! Günstig ist es hier absolut nicht, aber die Top-Lage zahlt man eben mit. Nach der Tour im Staub eine herrliche Pause! 🍻
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    Trip end
    October 15, 2026