• Jens Rinnelt
  • Jens Rinnelt

Indien

Man sagt über Indien, es vereint die Gefühlswelt von Lieben und Verfluchen. Genau deshalb habe ich es lange vor mir her geschoben. Jetzt ist es Zeit sich selbst ein Bild zu machen. Denn der Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis. Read more
  • Trip start
    March 30, 2026

    Delhi

    March 31 in India ⋅ ☁️ 26 °C

    Es ist laut, sehr schmutzig und ja was den nun? Mein erster Eindruck ist überraschend anders. Geordnet, neugierig, bemüht sauber zu machen und wenig streunende Tiere. Als zum Abend ein Gewitterguss herunterkommt, verwandelt sich die Straßen in überflutete Wildwasserbahnen oder Müll-Inseln. Das Leben bleibt deswegen trotzdem nicht still. Und so weicht man im Dunkeln, nicht immer erfolgreich, Pfützen und Tuk Tuks aus. Von Chaos trotzdem keine Spur. Zur Freude der Inder wird die Hupe jetzt vielmehr zelebriert. So als wolle man Hallo sagen und sich gleichzeitig entschuldigen. Obwohl ich heute nur in meinem Viertel blieb und keine ausgedehnte Sightseeingtour machte, war dies ein spannender Tag im Kosmos Indien. Aber eins ist schon mal gewiss, meine Neugierde ist gestiegen.Read more

  • Sightseeing in Delhi

    April 1 in India ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute wurde es wild, bunt, magisch und zwar so lange bis die Füße nicht mehr konnten. Angefangen hat alles im Humayun-Mausoleum. Eines der bedeutendsten Bauwerke der Mogulepoche (um 1550), da erstmals persische und indische Baukunst verschmolz. Danach ging es zum Bangla Sahib, das größte Sigh-Heiligtum in Delhi. Anschließend zum Laxmi-Narayan-Tempel. Hier musste ich nebst den Schuhen auch mein Handy abgeben. Ungewöhnlich, aber was soll es. Nun wurde es magisch. Eingefleischte Beatles-Fans hätten jetzt Püppi in den Augen, den ich war das Sitar Geschäft, wie die Beatles 1966 besuchen. Die Pilzköpfe planten hier einen Entzug und entdeckten die Sitar. Zu hören unter anderem in "Her is the sun". Die war auch heute tatsächlich da, und die eindrucksvolle Magie aus dem Laden auch. Meine Reise durch die Stadt führte mich dann nach Old-Delhi zum Roten Fort. Eine riesige Festungsanlage von 1648. Der Abschluss erfolgte zur Freitagsmoschee. Eigentlich wenig spannend, dafür die enschließend Tuktuk Fahrt durch die engen Gasen von Old-Delhi umso mehr. Ich habe mehrfach gedacht, da passen wir niemals durch. Bin trotzdem heil im Hotel angekommen.Read more

  • Indien kooperiert mit der DB

    April 2 in India ⋅ ⛅ 25 °C

    "Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Bahn, wurde das Pünktlichlichkeitkonzept an Indien überreicht." So oder so ähnlich hätte die Schlagzeile für meine Zugfahrt lauten können. 2 Stunden länger durfte ich erst das treiben auf dem Old-Delhi Bahnhof ohne Information erleben. Anschließend ging es die 300km gemächlich in 7 Stunden nach Jaipur. Meine Wahl auf 2. Klasse mit AC war also genau richtig. Umso erholter bin ich angekommen und genieße von der riesigen Dachterrasse meiner Unterkunft das bunte Straßenleben inklusive Feuerwerk. Morgen stöbere ich dann durch die Pink-City.Read more

  • Pink City Jaipur

    April 3 in India ⋅ ☁️ 26 °C

    Aufgrund eines Besuchs des Prince of Wales, König Edward VII, im 19. Jahrhundert, wurde gesetzlich fixiert, dass die Häuser in Rosa zu streichen sind. Mein Tag startete, damit logisch, im Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert, wo noch heute der König von Rajasthan residiert. Weiter ging es zum Jal Mahal. Ein Wasserschloss der Königsfamilie. Der Clou, die ersten 4 Stockwerke liegen im Wasser und das 5 Stockwerk mit seiner Terrasse schaut raus. Abschluss bildete der Palast der Winde. Eigentlich ist der Hawa Mahal nur eine Fassade aus 953 Fenstern aus dem Jahr 1799. Es diente den Haremfrauen des Königs als stille Teilnahme und Beobachtungsposten am Straßenleben.Read more

  • Hindu Fest in Jaipur

    April 3 in India ⋅ ☁️ 22 °C

    Am Abend findet aktuell eine Hinduistische Geburtsfeierlichkeit statt. Viele Bühnen wurden am Tag aufgebaut und nun zieht ein sehr großer Umzug durch die Stadt. Angeführt von einem geschmückten Elefanten und natürlich stets lauter Musik, folgen bunten Wagen und viele Lichter.Read more

  • Amber -Jaipur

    April 4 in India ⋅ ⛅ 29 °C

    Amber war bis zur Gründung von Jaipur die Hauptstadt Rajasthan. Auf einen Hügel thront das prunkvolle, aus Sandstein und Marmor gebaute, Amber Fort. Im Inneren wirkt es viel mehr wie ein Palast als ein Fort. Weiter oberhalb befindet sich der Stufenbrunnen Paana Meena ka Kund. Das Wasser unterhalb der symmetrischen Treppen leuchtet schillernd grün. Kaum vorstellbar wie die Frauen täglich das Wasser hinauf brachten. Unweit der riesigen Festungsmauer besuchte ich Gaitor Ki Chhatriyan. Eine Hinduistische Grabstätte von nationaler Bedeutung. Mitglieder der royalen Familie werden offen verbrannt, beerdigt und warten auf ihre Wiedergeburt.Read more

  • Taj Mahal

    April 5 in India ⋅ ⛅ 31 °C

    Roger Willemsen, einer meiner Lieblingsautoren, sagte einmal: "In den schmutzigsten Hinterhöfen dieser Welt, findet man die große Liebe". Die Hinterhöfe sind hier die dreckigen Straßen von Indien und der Taj Mahal als Wahrzeichen der Liebe.

    Heute früh, kurz nach 6 Uhr, betrat ich den hiesigen Torbogen und bestaunte den Taj Mahal inmitten schöner Gärten. Eine unglaubliche Aura umgibt dieses Mausoleum. Es ist eines der neuen Weltwunder und genauso bekannt wie der Eiffelturm, die Pyramiden von Gizeh oder die Mona Lisa. Die Hast die ich vorher zurücklegte, um zum Sonnenaufgang da zu sein, wich in Ruhe und Faszination. Jedes Mal, wenn man beim Inder sitzt, ist irgendwo ein Bild verewigt und bildet eine gewisse Anziehungskraft. Trotzdem stellte sich kein Déjà-vu-Erlebnis ein und ich blickte, gebannt und mit großen Augen zu diesem Marmorpalast. Danach war ich viel zu erschöpft um noch mehr zu besuchen und entspannte mich im schönen Innenhof meines Hotels. Morgen ist ja auch noch ein Tag.
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  • Agra

    April 6 in India ⋅ ⛅ 31 °C

    Agra hat natürlich mehr als das Taj Mahal als Sehenswürdigkeit zu bieten und so machte ich mich heute auf dem Weg diese zu entdecken. Um es aber vorweg zu nehmen, ich bin froh Agra anschließend zu verlassen. Die Stadt erstickt regelrecht im Müll und der Lärmpegel, durch die zu vielen Mopeds etc in den engen Gassen, einfach deutlich zu hoch. Ich war froh im Hotelgarten eine Ruheoase zu haben und würde das jeden auch so empfehlen.
    So war ich heute das Agra Fort besichtigen. Viele Restaurants tragen diesen Namen oder haben ein Wandbild dieser riesigen Festungsanlage. Diese Anlage von 1558 ist ganze 3km lang und liegt mit gutem Blick auf das Taj Mahal. Auch besuchte ich das Itimad-ud-Daula, welches gerne Baby Taj Mahal genannt wird. Ein Baby ist es wahrlich nicht, den es ist älter als das Taj Mahal und diente als Inspiration. Im Garten ergab sich noch sehr schöne Gespräche mit Annika aus der Schweiz und Nuk aus Nepal, welches ich gerne weitergeführt hätte. Aber das Reisen lebt ja von genau solchen zufälligen Begegnungen am Rande der Welt.
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  • Amritsar und das Heiligtum der Sikhs

    April 7 in India ⋅ 🌧 17 °C

    Mein Start in Amritsar begann mit viel Verzweiflung. Erst war mein Hotel trotz Einheimischer Unterstützung nicht zu finden. Dann bekam ich kein Internetempfang und von allen Seiten wurde ich immer nach "Tuk Tuk" mit wackelnden den Kopf gefragt. Es hat nur noch die Rose gefehlt. Also schnell ein neues Hotel gesucht, welches zufällig genau gegenüber vom Heiligtum der Sikhs liegt und den Regen getrotzt.

    Der Goldene Tempel von Amritsar ist wichtigstes Heiligtum der Sikhs. Diese Sikhs bestimmen hier auch das Stadtbild und stellen eine deutliche Veränderung zu den anderen Orten dar. Um den Tempel zu betreten, muss man die Schuhe ausziehen, Füße reinigen und den Kopf mit einem Tuch bedecken. 4 große Eingänge symbolisieren das alle Menschen, egal von wo sie kommen, willkommen sind. Über große Marmorstufen geht es hinab und man steht in einer gewaltigen Tempelanlage. Inmitten ist das heilige Wasser (Teich des Nektars der Unsterblichkeit) und scheinbar schwimmend der Goldene Tempel. Den ganzen Tag, von 4 bis 23 Uhr, werden die Glaubensschriften von Gurus in musikalischer Begleitung vorgelesen und erzeugen so eine angenehme Aura. Trotz Regen zelebrieren die Anhänger dabei in gelassener Ruhe ihre Rituale. Scheinbar stört hier sowieso niemand Regen. Ich bin fasziniert und besuche gleich mehrfach den Tempel. Zur Zugabe gab es am Abend ein Feuerwerk. Da ich ja nun direkt gegenüber mit freier Sicht schlafe, war der vorherige Ärger spätestens jetzt verflogen.
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  • Die skurrile Grenze zweier Erzfeinde

    April 8 in India ⋅ 🌙 17 °C

    Heute führte mich mein Weg zur wahrscheinlich skurrilsten und einzigen Grenze der Erzfeinde Indien und Pakistan. 1947 wurde Britisch Indien in Pakistan, Indien und Ost-Pakistan (Bangladesch) geteilt. Bis heute gibt es sehr große Konflikte um das Kaschmirgebiet. Zuletzt gab es 2025 Pakistanische Angriffe auf das indische Militär. Indien verachtet den muslimischen Stadt Pakistan zu tiefst, da es militante Gruppen (Taliban und BLS) unterstützen. Pakistan wirft wiederum Menschenrechtsverletzungen vor. An dieser Grenze findet nun sei 1959 eine pompöse Zeremonie und Machtdemonstration statt. Die Grenze ist zur Arena geworden und die Menschen werden animiert Stimmung für ihr Land und gegen den Erzfeind zu machen. Das Militär führt synchronisierte Bewegung und Provokation aus. Finaler Höhepunkt ist das identische einholen der Flaggen. Ich hatte das immense Glück als VIP eingeordnet zu werden und konnte das Spektakel in erster Reihe zur Grenze erleben. So etwas in der Art habe ich zumindest noch nie gesehen.Read more

  • Amritsar

    April 9 in India ⋅ 🌙 21 °C

    Amritsar wird auch als die Hauptstadt der Sikhs genannt. Obwohl sich in der Millionenstadt die Einwohner in gleich großen Teil aus Hindus und Sikhs aufteilt, ist vorallem in der Altstadt davon nichts zu sehen. Die Sikhs bestimmen das alltägliche Leben und haben mit dem Goldenen Tempel ein unübersehbaren Gebetsort. Selbst in der ganzen Altstadt werden die Gebete als Dauerschleife abgespielt. Was zum einen angenehm klingt ist auch ein Stück weit Gehirnwäsche. Allerdings setzen sich die Sikhs für die Gleichberechtigung und Abschaffung des Kastenssystems ein. Täglich essen ca 30000 Menschen aus aller Welt kostenfrei im Tempel oder der Flughafenbus wird kostenlos und ehrenamtlich gestellt. Wer das typische Bild der zahllosen Obdachlosen aus Indien gesehen hat, weiß wie wichtig das ist. Aber auch hier gibt es immer wieder Fundamentalisten. Schlussendlich kamen die Attentäter von Indira Gandhi auch aus ihren Reihen. Mein Streifzug ging heute also noch mal durch die Stadt.Read more

    Trip end
    April 10, 2026