Petra Hielscher

Joined April 2019Living in: Deutschland
  • Day32

    Nachlese

    November 17, 2019 in Germany ⋅ 🌙 0 °C

    Jetzt bin ich wieder eine Woche zu Hause und schwelge noch in den Erinnerungen an die Reise. Die ersten Tage wieder bei der Arbeit habe ich größtenteils damit verbracht, den Kollegen von meiner Reise zu erzählen. Viele waren wirklich sehr interessiert! Das Erzählen hat mir selbst erlaubt, die Reise nochmals nachzuerleben :)

    Im Nachhinein lese ich nochmal viel über die Inseln, den Bildband, aber auch die Internet-Berichte in der Presse. Dabei stoße ich wieder auf die Presseberichte aus 2004 mit den Prozessen zu Vergewaltigungen von Kindern auf der Insel. Nachdem ich auf Pitcairn war und die Menschen persönlich kennen gelernt habe, berühren mich diese Berichte deutlich mehr!

    Shawn Christian war damals einer der Verurteilten. Zu denken, dass Michele Shawn kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kennengelernt hat, wirft ein total neues Licht auf das Paar. Wie ist sie mit dieser „Vergangenheit“ umgegangen? Wie lebt Shawn heute mit seiner eigenen Geschichte? Ich selbst habe ihn wirklich als sehr hilfsbereiten und offenen Menschen kennengelernt, eigentlich als jemanden, von dem man denken könnte, er kann keiner Fliege etwas zuleide tun. Diese Widersprüche machen mich sehr nachdenklich. Dennis, der Postbeamte von Pitcairn, war damals der Einzige, der laut der Berichte echte Reue gezeigt hatte und daher nur milde beatraft wurde.

    Und dann ist da noch die Erzählung einer Fotografin, die vor einiger Zeit 3 Monate auf der Insel verbrachte. Im Gegensatz zu uns, die „hofiert“ wurden, hatte sie es schwer und kam sie sich ziemlich isoliert vor. Die Bevölkerung verhielt sich offenbar sehr abweisend ihr gegenüber. Und sie wurde von David sexuell bedrängt. David, der uns auf der Silver supporter nach Mangareva begleitet hatte. Auch hier wieder Ambivalenz!

    Ja, das Leben auf Pitcairn hat viele Facetten! Und einige sind auch dunkler. Für mich bestätigt sich, dass das Leben in einer so abgeschiedenen kleinen Gemeinschaft eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt, die von der Außenwelt nur schwer nach zu vollziehen sind. Nachdem ich auf der Insel war, kann ich irgendwie “verstehen“, dass dem puren Überleben in dieser Isolation alles andere untergeordnet wird. Letztlich müssen alle zusammen halten - gemeinsam überleben oder gemeinsam untergehen - so krass das auch klingt. Man kann sich als einzelner nur ganz schwer abgrenzen - oder eben auswandern. Wie würde ich mich in ähnlicher Lage verhalten?

    Da denke ich wieder an Hanna und ihre Familie. Bestimmt kennt sie ja auch die Gerichtsprozesse von 2004. Jetzt würde ich gern nochmal mit ihr darüber sprechen. Ja, dafür benötigt man einfach mehr Zeit!

    Das Lesen der Presseberichte schmälert zwar keinesfalls die Erlebnisse vor Ort. Es vervollständigt aber das Bild und nimmt etwas von der Verklärung weg, die Pitcairn durch die Hollywood Verfilmungen erhalten hat!
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  • Day24

    Eine außergewöhnliche Reise geht zu Ende

    November 9, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 3 °C

    Nach einem rund 1,5tägigen Flug um den halben Erdball bin ich wieder gut in Frankfurt gelandet. Ankunft bei 3 Grad! Ein echter Temperaturschock, nachdem ich am Donnerstag abend im Hotel noch das angenehme Wasser des Swimmingpools genossen hatte...

    Diese Reise war ganz besonders!! Ich war auf Inseln, die bislang nur sehr wenige Menschen besucht haben. Unser Fotograf Chris sagte mir, vor der Reise konnte er über die Google-Bildersuche überhaupt keine Fotos von Ducie Island finden. Auch für unsere Bootsmannschaft war dies Neuland und daher eine echte Herausforderung! Aufgrund der Wetterbedingungen mussten wir jeden Tag neu planen und sind letztlich mit der Silver Supporter Zick-Zack gefahren. Daher war es auch eine „Überraschungsreise” für mich. Häufig war am Vorabend noch nicht klar, wie der nächste Tag aussehen wird, ob wir landen können bzw. wann.

    Ganz großer Dank gilt daher dem Captain der Silver Supporter und seiner Crew sowie Darcy und Shawn, die uns mit dem kleinen Beiboot jeweils auf die Inseln gebracht haben. Auch sie kannten die Gewässer kaum bzw. gar nicht und mussten sich damit ad hoc vertraut machen. Teilweise war die Landung bzw. Rückkehr durch die Brandung oder das Korallenriff schwierig. Ich bin sehr dankbar, dass alles so geklappt hat und ich einige der weltweit entlegensten Inseln mit unberührter Natur, riesigen Vogelschwärmen und toller Unterwasserwelt inkl. großer Anzahl an Haien besuchen konnte.

    Ein großer Traum ging auch in Erfüllung, dass ich rund 230 Jahre nach Fletcher Christian und seinen Meuterern auf Pitcairn landen durfte. Die Insel ist landschaftlich trotz ihrer geringen Größe äußerst vielfältig. Einzigartig ist, dass sich die kleine Bevölkerung im Wesentlichen über ein singuläres historisches Ereignis definiert und die Geschichte der Bounty daher immer noch sehr präsent ist. Jeweils im Januar wird der Jahrestag der Verbrennung der Bounty wie eine Art Nationalfeiertag begangen. Ich habe die meisten Einwohner persönlich kennen gelernt.

    Nicht vergessen werde ich auch die Abende im whales tooth inn bei Pawl und Sue und die legendären Darts-Spiele. Das hat Riesen Spaß gemacht!

    Von Pitcairn habe ich mir einige Souvenirs mitgenommen. Eine Landkarte, Bildband, Postkarten und Briefmarken, T-Shirts, eine Kappe, Honigseife und verschiedene Handwerkskunst - darüber freue ich mich sehr!
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  • Day22

    Safari Tour ins Inselinnere

    November 7, 2019 in French Polynesia ⋅ 🌙 27 °C

    Mein letzter Tag in der Südsee! Da möchte ich gern noch was unternehmen. Ich spreche daher Poe an bzgl. einer Tour in die Berge. Spontan ist das erst mal gar nicht so einfach. Schließlich entscheide ich mich für eine private Tour mit einem Allradwagen.

    Meine Fahrerin ist Léonie. Sie hat seit einem halben Jahr ihr eigenes Business und freut sich sehr, dass sie einen Vertrag mit dem Manava Hotel bekommen hat. Léonie ist schon lange im Reisebusiness und ist schon erstaunlich viel gereist. Fast habe ich den Eindruck, dass sie schon in mehr Ländern als ich war. Eine sehr unabhängige Frau!

    Wir fahren erst mal durch Papeete auf die Nordseite von Tahiti. Dann geht’s in ein Tal, prompt wird die „Straße“ sehr viel schlechter - Schotterbelag mit riesigen Schlaglöchern. Daher also der Allradwagen ;) Der Wagen ähnelt einem Safarijeep mit zwei Sitzbänken und ist seitlich geöffnet (d.h. bei Regen könnte man Plastikvorhänge herunterlassen). Fotos während der Fahrt aufzunehmen ist nur schwer möglich, da es ziemlich schaukelt, haha.

    Wir fahren an einem halb ausgetrockneten Fluss entlang. Die Landschaft ist sehr grün, vereinzelt sind Wasserfälle zu sehen. Léonie erklärt mir, dass in der bald kommenden Regenzeit unendlich viele Wasserfälle entstehen werden. Je mehr wir ins Inselinnere vordringen, desto spektakulärer wird die Berglandschaft. Schroffe Berggipfel werden sichtbar, wir fahren in die Caldera. Der höchste Berg ist über 2.000 m hoch! Tahiti ist damit geologisch eine relativ junge Insel.

    Dann genieße ich ein Bad im Fluss. Die Temperatur ist total angenehm, erfrischend aber nicht zu kalt. Léonie hat Früchte vorbereitet - Bananen, Ananas und Wassermelone, lecker! Es geht denselben Weg wieder zurück. An einer Stelle fahren wir über eine super schmale Brücke - spannend!

    Léonie erzählt mir, dass früher mehrere Tausend Menschen im Tal gelebt haben. Mit den Überschwemmungen in der Regenzeit wurde es auf Dauer zu gefährlich - die Inselregierung hat die Menschen daher umgesiedelt.
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  • Day21

    Manava suites Resort

    November 6, 2019 in French Polynesia ⋅ ☀️ 28 °C

    Vor und nach der Pitcairn Explorer Tour habe ich ein paar Tage Aufenthalt auf Tahiti und übernachte im Manava Suites Resort. Die Lage ist schön, südlich vom Flughafen mit tollem Blick auf die Insel Moorea. Die Zimmer sind sehr großzügig. Zur Anlage gehören ein toller infinity pool, Liegestühle auf kleinen Motus und eine schöne Beach bar. Über das activity center habe ich viel gebucht - snorkeling tour, whale watching tour, jet ski, stand up paddle und eine 4*4 Safari tour ins Inselinnere. Das hat alles Spaß gemacht und war super organisiert!

    Dabei ist die Atmosphäre sehr familiär. Bereits nach kurzer Zeit wurde ich wiedererkannt und mit Vornamen angesprochen. Poe vom activity center hat mich nach 2 Wochen wiedererkannt und gefreut mich zu sehen. Ich mag sie auch sehr gerne - sehr freundlich, relaxt und mit einem Lächeln auf den Lippen - und immer besorgt, das Bestmögliche für die Kunden zu organisieren.
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  • Day20

    Zurück in der "Zivilisation"

    November 5, 2019 in French Polynesia ⋅ ⛅ 23 °C

    Bei ruhiger See und schönem Wetter sind wir nach Mangareva zurückgefahren mit der Silver Supporter. Da es auf dem Schiff kein “Unterhaltungsprogramm” gibt wie auf Kreuzfahrtschiffen, bleibt viel Zeit für Muße und Beschäftigung mit mir selbst. Das ist auch eine neue Erfahrung für mich! Ich merke, dass es mir gar nicht so leicht fällt und frage mich, wie es wohl wäre, mehrere Tage oder sogar Wochen auf solch einem Schiff zu verbringen ohne Land zu sehen.

    Wir haben auf Pitcairn David aufgenommen, der mit der Silver weiter nach Neuseeland fährt, um dort ein halbes Jahr zu arbeiten. Er wird ab Mangareva der einzige Passagier sein, die Fahrt nach Neuseeland dauert mindestens 10 Tage. Es gibt keinen Zwischenstopp. Wow! Wenn ich darüber nachdenke, würde mir das echt schwerfallen - kein Land, keine Abwechslung, kein “Auslauf”, nur Blauwasser um mich herum, keine Musik, keine Unterhaltung mit anderen Passagieren....

    Nach 1,5 Tagen kommen wir auf Mangareva an. Der Sonnenaufgang über der Lagune ist fantastisch! Wir sehen mehrere Inseln, wunderbares Licht - das muss ich tief inhalieren! Es sind ganz besondere Momente, mit der Natur verbunden!

    Wir werden mit einem kleinen Boot zum Hauptort gefahren. Der Flieger geht erst in mehreren Stunden. Wir haben also noch etwas Zeit, um die Insel zu erkunden. Die Radioleute von der Brave Heart sind auch schon da und werden denselben Flieger nehmen. Mit Chris marschiere ich auf die Anhöhe,wir genießen die Ausblicke. Auf dem Rückweg schenke ich mir selbst noch Armband und Ohrstecker mit schwarzen Perlen. Die sind in Mangareva deutlich günstiger als auf Tahiti!

    Dann geht’s mit dem Flughafenboot wieder über die Lagune zum Flugplatz auf dem Motu.Wir warten noch eine ganze Weile, dann geht’s non-stop 4 Stunden nach Papeete zurück. Es fühlt sich seltsam an - soviel Verkehr, Menschen und Infrastruktur. Wir waren zwei Wochen an sehr isolierten Plätzen und in unberührter Natur. Das ist jetzt ein echter “Zivilisationsschock”!

    Abends gehen Andy, Peter, Jim, Michele und ich zusammen was essen. Wir stoßen auf einen Essensstand in der Nähe des Hotels. Als ich wieder zurück bin, erhalte ich eine Nachricht von Charles. Er ist bei den 3 Brasseurs in Papeete. Kurzerhand fahre ich mit dem Taxi hin und verbringe mit Charles und Terry noch einen netten restlichen Abend.
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  • Day18

    Abschied von Pitcairn

    November 3, 2019, South Pacific Ocean ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute ist der Tag des Abschieds von den Pitcairn-Inseln. Das Wetter ist sommerlich und so beschließe ich, nochmals “down Isaac’s” zu besuchen. Mit der ruhigeren See sieht man die natürlichen Meeres-Pools deutlich besser. In den kleineren und größeren Becken tummeln sich viele kleine Fische. Ich klettere über die Felsbrocken soweit wie möglich nach vorne.

    Im Moment wird die Fracht auf die Silver Supporter verladen. Meralda hat mir erklärt, dass unter anderem mehr als 1.000 Honiggläser verschifft werden. Auch die Brave Heart wird beladen, ein kleineres Schiff, mit dem die Radio-Truppe vor zwei Wochen hier ankam. Auch sie legen heute ab mit Kurs auf Mangareva.

    Zuvor gibt es aber noch ein gemeinsames Abschiedsessen mit allen Pitcairn-Bewohnern auf dem Dorfplatz “The Square”. Meralda hat einen Ananas-Kuchen gebacken und frittiert Maniok-Streifen. Schmeckt lecker, ähnlich Pommes frites. 😋

    Um 13 Uhr beginnt das gemeinsame Mittagessen. Alle Dorf-Bewohner bringen etwas zum Essen mit. Es ist so viel, dass ich nicht schaffe, alles zu probieren! Im Anschluss gibts dann in der Public Hall noch eine Präsentation unserer Explorers Tour. Andy, Chris und Peter zeigen Fotos und berichten über unsere Erlebnisse und Erkenntnisse unserer Reise zu den unbewohnten Inseln. Danach gibt es noch ein paar persönliche Eindrücke von Jim, Charles und mir. Ich berichte, wie sehr mich diese unberührte Natur fasziniert hat und erzähle meine lustige Begegnung mit dem Hai.

    Um 16 Uhr treffen sich dann alle im “Hafen” an der Bounty Bay. Meralda, Mavis und ich fahren mit dem quad bike runter. Ich freue mich, dass Mavis auch mitkommen kann. Am Hafen herrscht buntes Treiben. Zuerst legen die Männer von der Brave Heart mit dem longboat ab. Ich organisiere ein Gruppenfoto mit den Mitgliedern der Explorers Tour. Heather vom Tourist Office fotografiert uns vor dem Pitcairn Island-Schild.

    Dann steigen auch wir ins longboat. Bei dieser ruhigen See ist das Ablegen deutlich weniger spektakulär;) Ein letztes Mal klettern wir die Strickleiter hoch. Das longboat dreht zum Abschied eine Ehrenrunde an der Silver Supporter entlang, bye bye 👋 Die nächsten 1,5 Tage werden wir wieder komplett auf See verbringen, bevor wir Mangareva erreichen.
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  • Day17

    Weitere Erkundung von Pitcairn Island

    November 2, 2019 on the Pitcairn Islands ⋅ ⛅ 20 °C

    Nachdem wir wieder von Christian‘s Cave zurück sind, geht’s mit dem quad bike weiter zur anderen Seite der Insel - Tedside. Unterwegs sehen wir wieder Miss T, die genüsslich die von Kevin mitgebrachte Papaya verspeist. Die - teilweise steile - Naturstrasse auf die andere Inselseite ist vom letzten Regen sehr zerfurcht, überall liegen kleinere und größere Steine, Kokosnüsse und Äste auf dem Boden.

    Unten angelangt, erwartet uns wieder Lavagestein, Blick auf tolle Meeresbrandung, Gischt, die über die Felsen sprüht, aber auch weißer Korallensand. Hier ist auch der zweite Landesteg, der allerdings nur sehr selten benutzt wird. Er wurde für Wetterlagen eingerichtet, bei denen man in der Bounty Bay nicht landen kann. Allerdings sind es dann auch dieselben Wetterlagen, bei denen die Zufahrtstrasse zum zweiten Landesteg kaum passierbar ist. Außerdem ist hier kein Bootshaus.

    Dann stellen das quad bike ab und gehen zu Fuß weiter. Ich bin ja schon gewohnt, dass Kevin die Wildheit mag „off the beaten track“. Das ist auch auf dieser Wanderung so. Mit seiner Machete hackt er uns den Weg nach oben frei, das ist mal wieder ein tolles Erlebnis! Wir genießen unterwegs schöne Aussichten. Ich bin sehr dankbar, dass er mir die Naturschönheiten der Insel so nahebringt!

    Danach fahren wir mit dem quad bike zum Highest Point. Bei strahlendem Sonnenschein ein schönes Fleckchen mit toller Aussicht :) Danach Fahrt zu St Paul‘s Pool. Zum Schwimmen ist die Brandung allerdings noch zu stark. Wir genießen daher einfach die gigantische Aussicht auf die natürlichen Meeresbecken.

    Nach einem leckeren Abendessen bei Meralda fährt sich mich zum whales tooth inn. Bruce ist da und Frances, später stoßen noch Andy, Jeroen, Peter, Charles und Terry dazu. Es wird wieder ein lustiger Abend. Wir spielen Darts. Nachdem meine Würfe häufig daneben gehen, lande ich zum Schluss den großen Coup. Unser Team (Andy, Charles und ich) gewinnt, wenn ich eine „double 2“ schaffe. Das ist nur ein winzig kleines Feld auf dem Dartboard, die Chancen dafür liegen gefühlt bei bestenfalls 1:1000. Tatsächlich gelingt mir das, ich habe mich mal wieder selbst überrascht - und die anderen auch! Nur Andy hat inzwischen verstanden, dass meine Performance stark schwankt und ich schon öfter ganz unerwartet entscheidende Punkte geholt habe 😉
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  • Day17

    Christian's Cave

    November 2, 2019 on the Pitcairn Islands ⋅ ⛅ 20 °C

    Ich möchte unbedingt noch Fletcher Christian’s Höhle sehen, von der aus er Ausschau gehalten hat. Sie ist hoch oben als Dreieck im Felsen zu sehen.

    Kevin bietet an, dass er mir die Höhle zeigt und mich auch noch zu anderen Plätzen der Insel führt.

    Wir stellen sein Quad bike unterhalb ab und wandern zunächst durch dichten Pflanzen- und Baumbewuchs. Das Grün begeistert mich immer wieder - hier wächst alles so gut und schnell! Kevin erklärt mir, dass viele Pflanzen eingeführt wurden, manches wird eher als Unkraut angesehen. Beispielsweise hat sich der sog. „Roseapple“ stark ausgebreitet. Für mich sieht es einfach nur nach wunderschöner Natur aus!

    Wir nähern uns den Felsen, das sieht beeindruckend aus, ab hier geht es steil nach oben auf Felsplatten und Grasbüscheln. Das Gleichgewicht sollte man hier keinesfalls verlieren, eine gewisse Schwindelfreiheit ist angesagt!

    Kevin geht voraus, hier gibt es keinen erkennbaren Weg mehr. Jetzt verstehe ich auch gut, dass man nur bei trockenem Untergrund hier hoch gehen sollte. Wir gelangen schließlich zum sog. „Tunnel“, einem Felsdurchbruch. Wir klettern noch ein wenig weiter, bis wir zu Christian‘s Cave gelangen. Es ist eine hohe, jedoch nicht sehr tiefe Höhle, die wie ein Dreieck geformt ist. Von hier aus hat man einen weiten Blick übers Meer.

    Fletcher Christian verbrachte hier viel Zeit, um Ausschau nach Schiffen zu halten. Schließlich schwang in den ersten Jahren der Ankunft auf Pitcairn immer die Angst mit, von den Briten gefunden zu werden. Die Höhle eignete sich auch gut als Verteidigungsstützpunkt.

    Auf dem Rückweg von der Höhle stoßen wir auf Peter, der auch nach oben will. Kevin bietet an, ihm den Weg zu zeigen, das trifft sich gut! Ich warte, bis die beiden wieder zurück sind, dann geht’s auf demselben steilen Weg wieder nach unten.
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  • Day17

    Zweite Landung auf Pitcairn

    November 2, 2019, South Pacific Ocean ⋅ ⛅ 20 °C

    Nachdem wir alle drei unbewohnten Inseln der Pitcairn-Gruppe besucht haben, ging es wieder zurück auf die Hauptinsel. Ducie ist von Pitcairn ungefähr so weit entfernt wie Mangareva. Ich hätte nicht gedacht, dass die Entfernung innerhalb der Inselgruppe so groß ist! Daher hatten wir gestern einen kompletten Tag auf See. Das Wetter war sonnig, so dass ich die meiste Zeit des Tages auf dem Oberdeck verbrachte.

    Heute morgen wachte ich zum zweiten Mal vor Pitcairn auf - diesmal im Sonnenschein und mit niedrigen Wellen. Wir warten auf das longboat. Da gestern der Großvater von Darcy und Mavis’ Bruder verstarb, gibt es heute eine Beerdigung auf der Insel, diese warten wir noch ab. Im Wasser neben unserem Boot zeigt sich ein “giant petrel”, das ist sehr ungewöhnlich laut der Vogelexperten. Wir füttern ihn mit Räucherlachs und Brot, er genießt es sichtlich.

    Dann zeigt sich auch noch ein Wal, der immer wieder aus dem Wasser springt. Das ist immer wieder ein beeindruckendes Naturschauspiel!!

    Von der Ferne erinnert mich Pitcairn an ein Krokodil. Dann werden wir abgeholt. Die Fahrt mit dem longboat und Landung auf Pitcairn ist diesmal sehr ruhig - kein Vergleich zum ersten Mal! An Land warten schon viele Einwohner. Kevin ist im Auftrag von Meralda hier, mich abzuholen.
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  • Day15

    Unberührte Natur auf Ducie Island

    October 31, 2019, South Pacific Ocean ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute morgen wachen wir vor Ducie Island auf - es regnet! Ich gebe zu, ich bin etwas frustriert bei dem Gedanken, einen Regentag auf dem Atoll zu verbringen. Aber die Alternative, auf dem Schiff zu bleiben, sagt mir noch viel weniger zu. Also raus aufs Beiboot! Ich bin trotz des Wetters sehr neugierig, in die Lagune zu fahren!

    Ich packe meine Schnorchelausrüstung ein und ein paar trockene Klamotten. Und dann geht’s los! Der Weg vom Schiff durch die Riffpassage ist weit und... wir haben Niedrigwasser. Die Korallenbänke sind teilweise nur wenig unterhalb der Wasseroberfläche, hier heißt es sehr geschickt zu manövrieren. Darcy und Shawn geben ihr Bestes, aber es ist einfach unmöglich, mit dem Boot hier durch zu kommen. Leider rammen wir ab und zu die Korallen, was mir sehr sehr leid tut!

    Schließlich steigen wir 4 Passagiere aus dem Boot und waten die restlichen Meter bis zum nächst gelegenen Zipfel der “Insel”. Wir finden wahnsinnig viele Stacheln von Seeigeln. Andy erklärt mir, dass seine Kinder damit früher gern gespielt haben. Wenn sie getrocknet sind, kann man damit wunderbar Musik machen, indem man sie aneinander schlägt. Ich sammle sehr viele ein!

    Ducie Island wird nur sehr selten von Menschen besucht, dieses Jahr war noch niemand vor uns hier. Hier gibt es tatsächlich noch total unberührte Natur! Auf der Insel brüten unwahrscheinlich viele Seevögel. Andy erklärt uns, dass 95% der weltweiten Population der Murphy Petrels hier brüten. Die Vögel sitzen überall im Schatten des Buschwerks auf dem Boden. Wenn man von der Lagunenseite auf die Seite zum offenen Meer hin läuft, durchquert man zwangsläufig diese Brutzone. Dann muss man sehr genau aufpassen, wohin man tritt, um nicht eines dieser Küken zu erwischen. Gefühlt kommen auf einen qm 1-2 Küken. Entsprechend viele Seevögel sind auch in der Luft - ein tolles Naturschauspiel! Manchmal sieht man auch Eier auf Astgabeln oder auf dem Boden liegen. Besonders schön sind natürlich die weißen Fairy Terns.

    Dass auch die Unterwasserwelt hier sehr intakt ist, erkennt man an der großen Zahl an Haien, die hier unterwegs sind. Wir laufen am Strand entlang und sehen öfter ganze Schulen von Haien mit 6-8 Tieren hintereinander. So was habe ich noch nie gesehen! An einer Stelle halten wir und Shawn schaut mit seiner Brille unter Wasser. Die anderen sagen, ich könnte es ja auch probieren. Also nichts wie Taucherbrille und Schnorchel auf! Ich kann den Hai unter Wasser gut sehen. Als ich wieder auftauche, bemerke ich erst, dass ich noch Regenjacke und Schwimmweste anhabe, haha!! Das hatte ich total vergessen in der Aufregung! Ich muss über mich selbst lachen. Diese Story geht in die Annalen dieser Reise ein und spricht sich in Windeseile in unserer Reisegruppe rum.

    Die Lagune ist voll von lebenden Korallen, einfach wunderschön! Ich gehe mit Jeroen vom Strand weg schnorcheln. Ich muss zugeben, ganz alleine habe ich mich angesichts der großen Anzahl an Haien nicht getraut. Auch wenn ich weiß, dass es mir im Ernstfall auch nicht weiterhelfen würde, wenn jemand dabei ist, das ist halt eine reine Kopfgeschichte🤷‍♀️ Es gibt zwischen den Korallenbänken immer wieder große Höhlen und Löcher, in denen sich viele Fische aufhalten. Toll!

    Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich gebessert und wir bekommen auch Sonne ab. Ich genieße es, die Vögel zu beobachten und am dem Meer zugewandten Strand entlang zu laufen.

    Wir sammeln wieder jede Menge Plastik ein, da hat Peter wieder was zu tun! Hier gibt es besonders viele Behältnisse aus Hartplastik, die von Haien angebissen wurden. Ich präge auf dieser Reise den Begriff „shark art“;);)

    Die lange Bootsfahrt zurück aufs Schiff ist wieder herausfordernd, dazu kommen wir wieder in den Regen. Großes Dankeschön an Shawn und Darcy, die uns hier trotz aller Hindernisse so sicher hin und her bringen. Die Aussicht, von einer unbewohnten Insel nicht mehr wegzukommen, fühlt sich sehr ungemütlich an.

    An diesem Abend gibt es für Jeroen, Charles und Terry etwas zu feiern! Sie können wieder einen Haken setzen auf ihrer Liste der bereisten Regionen / Inseln. Da wird sogar eine Flasche Wodka geöffnet;)
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