Mein Sabbatical

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Acht Monate Auszeit - Neues entdecken, Perspektivwechsel, intensive Erfahrungen machen, Abenteuer, inspirierende Erlebnisse und Begegnungen
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  • Oct25

    Kurztrip nach Hannover

    October 25 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C

    Ich habe mich für dieses Wochenende spontan bei Katja in Hannover angemeldet. Sie hat genauso spontan zugesagt :). Wir haben uns lange nicht gesehen und ich freue mich sehr darauf.

    Am frühen Samstag nachmittag “lande” ich mit dem Zug in Hannover. In Katjas hübscher und heller Stadtwohnung trinken wir erst mal Tee, dazu gibts leckere Tartelettes. An diesem recht sonnigen Oktober-Nachmittag lohnt es sich, noch mal vor die Tür zu gehen. Katja schlägt daher einen Spaziergang durch die Herrenhauser Gärten vor.

    Es handelt sich um eine Art kleines Versailles mit Barockgärten, langen Baumalleen und zahlreichen Wasserfontänen. Die Stimmung in der Spätnachmittagssonne ist wunderschön! Zahlreiche golden angemalte Statuen glänzen im Sonnenlicht, dazu herbstliches Laub an den Bäumen und das Glitzern des Wassers überall - einfach toll!

    Wir schauen uns dann noch die Grotte an, die die berühmte Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle mit ihren bunten Kunstwerken ausgeschmückt hat. Ich bin beeindruckt - das sieht wirklich fantastisch aus! Die Grotte ist mit bunten Glasmosaiksteinen komplett ausgekleidet, darauf sind ihre typischen üppigen bunten Frauenkörper sowie verschiedene Tiere und Fantasiefiguren angebracht. Am Abend genießen wir dann noch leckere griechische Küche bei ausführlichen Gesprächen ganz in der Nähe von Katjas Wohnung.

    Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischem von Hand gemahlenem Kaffee und Obstsalat brechen wir am Sonntagmorgen zu einer Wanderung auf. Mit der S-Bahn fahren wir Richtung Südwesten zum Höhenzug Deister. Der Herbstwald leuchtet in bunten Farben, die frische Luft tut sehr gut! Nach ca. 1,5 Stunden Fußmarsch immer leicht bergauf kommen wir gegen 15 Uhr beim Annaturm an. Hier gibt es eine urige Hütte, in der wir uns Kaiserschmarrn gönnen 😋.

    Wir erinnern uns gern zurück an die gemeinsame Zeit in Frankfurt und schöne Kurzurlaube auf Sylt, in Hamburg und im Harz mit Udo und den Freunden Brigitte, Morten und Yvonne. Dabei stellen wir fest, dass wir uns im Jahr 2000 kennengelernt haben, das sind jetzt 20 Jahre!

    Danach laufen wir Richtung Springe bergab. Inzwischen hat es sich eingeregnet, mit Regenjacken und Schirm sind wir jedoch gut gewappnet. Wir stellen überrascht fest, dass es ja jetzt nach der Zeitumstellung wieder früher dunkel wird, haha. Zum Glück verläuft der letzte Teil der Tour nicht mehr durch Wald, das wäre doch ein bisschen unheimlich geworden...

    Mit dem ICE geht’s am Abend zurück nach Frankfurt. Das war ein schöner Ausflug! Es hat gut getan, mit einer „alten“ Freundin intensive und entspannte Stunden zu verbringen und überwiegend draußen zu sein.
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  • Oct19

    Goldener Oktober oberhalb von Lorsbach

    October 19 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C

    Heute ist ein sonniger Oktobertag, den ich gerne draußen verbringen möchte. Ich blättere in meinem Rhein-Main-Reiseführer und stoße auf eine Wanderung rund um das Lorsbacher Tal mit schönen Aussichtspunkten. Also Rucksack gepackt und los geht’s!

    Vom Bahnhof Lorsbach wandere ich nach oben auf die Höhe zu Streuobstwiesen. Der Wald ist teilweise schon bunt gefärbt, dazwischen ist noch viel Grün zu sehen. Der Blick weitet sich auf die gegenüberliegende Talseite. Es ist sehr angenehm - klare frische Luft, nicht zu kalt, schöne Oktobersonne und eine abwechslungsreiche Waldlandschaft.

    Ich komme beim Turm am Ringwall an, von dem ich einen tollen Ausblick genieße ins Tal und die Hügel ringsrum. Hier gibts für mich auch Picknick. 😉😋

    Dann geht’s wieder abwärts ins Tal und auf der anderen Seite von Lorsbach nach oben. Der Pfad wird schmaler und steiler. Schließlich komme ich beim Walterstein an. Es handelt sich um große Felsen senkrecht über dem Abgrund - das Warnschild mit Absturzgefahr ist hier sehr verständlich! Der Sage nach soll sich ein Ritter hier einst aus Liebeskummer hinabgestürzt haben...

    Ich wandere weiter auf dem Schinderhannessteig. Nach einer Weile stelle ich fest, dass ich zu weit nach Nordwesten Richtung Eppstein laufe - ok, nochmal zurück. Einen Abzweig hatte ich übersehen.

    Nächstes Etappenziel ist der Waldgasthof Gundelhard oberhalb von Kelkheim. Ca. 1 km davor gibt es eine große Lichtung, von wo aus ich einen fantastischen Blick in die Rhein-Main-Ebene inklusive der Frankfurter Skyline genieße! Mit der Handykamera ist es allerdings schwierig, die Szenerie gut einzufangen. Jedenfalls war der Ausflug zu diesem Aussichtspunkt sehr lohnenswert!

    Über die Gundelhard - die heute leider geschlossen hat - wandere ich wieder zurück nach Lorsbach. Mit viel frischer Luft in den Lungen fahre ich zufrieden und gestärkt nach Hause. 😊
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  • Oct18

    Der Rheinsteig und Schloss Johannisberg

    October 18 in Germany ⋅ ☁️ 9 °C

    Bei ruhigem Herbstwetter unternehme ich mal wieder eine Wanderung mit Annette. Es geht ins Rheingau, Annette hat eine vielversprechende Tour oberhalb von Geisenheim Richtung Kloster Marienthal und Schloss Johannisberg entdeckt - knapp 18 km und 400 Höhenmeter.

    Wir fahren gemeinsam mit dem Auto nach Geisenheim. Hier gibt es den weithin sichtbaren und beeindruckenden “Rheingauer Dom” - eine große Kirche mit zwei markanten Türmen. Von hier aus starten wir auf dem Zubringerpfad Richtung Rheinsteig. Die erste Etappe führt oberhalb von Geisenheim durch Wiesen, Wald und Weinreben zum Kloster Marienthal.

    Kloster Marienthal entpuppt sich als schön gelegener Ort in einer Waldlichtung. Hier scheint es open air-Gottesdienste zu geben - viele Bänke sind aufgereiht, das ist schön gemacht. Der Ort lädt auch zu einem Picknick ein 😉.

    Im Anschluss führt uns der Rheinsteig recht steil nach oben. Beeindruckende knorrige Steineichen sind hier zu sehen. Wir landen schließlich auf einer Hochebene mit Blick auf den Donnersberg in der Pfalz. Das herbstliche Wetter erlaubt nur einen verschleierten Blick, es ist dennoch eine schöne Stimmung hier.

    Dann wandern wir durch die herbstlich gefärbten Weinreben nach unten. Grünes, gelbes und rotes Weinlaub wechselt sich ab. Es hängen noch Trauben an einigen Rebstöcken. Von Spaziergängern erfahren wir, dass es sich wohl um die Trauben für die berühmte Johannisberger Spätlese handelt. Die wunderschönen Farben des Weinlaubs faszinieren mich!

    Der Blick weitet sich - das Rheingau mit seinen Weinbergen und der Rhein breiten sich unter uns aus😊. An einer Stelle wurden die Weinstöcke abgesägt und wie zu einem großen Scheiterhaufen aufgeschichtet. Dann erreichen wir Schloß Johannisberg, von wo aus wir ebenfalls einen wunderbaren Ausblick genießen. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Geisenheim, wo wir noch im gemütlichen Café am Dom einkehren. Dort genießen wir frische Waffeln! 😋

    Das war eine schöne abwechslungsreiche Herbstwanderung bei ruhigem Wetter durch herrliche Weinberge und mit tollen Ausblicken!
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  • Oct16

    Die Kraniche ziehen gen Süden

    October 16 in Germany ⋅ ☁️ 10 °C

    Heute gibts einen kurzen Footprint. Kurz vor meinem Zahnarzttermin in Bad Soden heute mittag habe ich große Formationen von Kranichen am Himmel gesehen. Das war mal wieder total beeindruckend! Wie auf einer Perlenschnur kam eine Formation nach der anderen geflogen - direkt über mir!

    Wie ich am Abend von Hans lerne, ziehen die Kraniche aktuell nach Frankreich, zunächst zum Lac du Der. Es sind grade unwahrscheinlich viele Vögel unterwegs, relativ früh dieses Jahr aufgrund von Sturm auf der Ostsee. Über Bad Soden sind an einem Tag mehrere Hundert Kraniche hinweggeflogen.
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  • Oct10

    Herbstwanderung mit toller Fernsicht

    October 10 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C

    Angesichts des sonnigen Herbstwetters beschließe ich heute nachmittag ganz spontan, mal wieder auf den Altkönig zu wandern. Das sind von meiner Haustür rund 500 Höhenmeter. Über die Hohemark wandere ich stetig bergan und bin nach rund 1,5 Stunden oben. Zwischendurch gibts schon fantastische Fernsichten. Der Regen gestern hat die Luft gereinigt, so dass mir alle hessischen Mittelgebirge zu Füßen liegen - Taunus, Westerwald, Vogelsberg - ja, ich denke die Rhön ist auch zu sehen. Es ist gigantisch! Solch eine Fernsicht habe ich von hier oben noch selten erlebt, glaube ich.

    Es sind außer mir fast ausschließlich 20-30jährige unterwegs zu Fuß oder mit Mountainbike. Auf dem Altkönig herrscht entspannte Stimmung, ein paar Grüppchen und Paare sind da, als ich ankomme. Ich bleibe rund eine halbe Stunde, bevor ich mich wieder auf den Rückweg begebe.

    Bergab verliere ich zwischendurch das Wanderzeichen und laufe der Nase nach. Kein Problem - hier kann man sich nicht wirklich verlaufen.😉 Das erkläre ich auch einer jungen Wandergruppe, die sich auch unsicher ist. An einer Stelle genieße ich einen fantastischen Ausblick auf die Skyline von Frankfurt. Nach 4 Stunden hin und zurück bin ich wieder zu Hause - zufrieden über die sportliche Bewegung, angefüllt von frischer Luft und glücklich über die fantastischen Fernsichten bei sonnigem Herbstwetter!
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  • Oct7

    Riesenrad und Riesling in Eltville

    October 7 in Germany ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem ich nun seit ein paar Tagen wieder von meiner Camper-Reise zurück bin, hat mich der Herbst eingeholt. Heute ist das Wetter jedoch ganz mild und freundlich, so dass ich einen Ausflug unternehmen möchte.

    Nachdem ich nun kein Meer mehr in der Nähe habe und ich trotzdem gern ans Wasser möchte, nehme ich mir mal wieder das Rheingau vor. Mit Bus und Zug fahre ich also am späten Vormittag nach Eltville. Ich laufe runter zum Rhein - ach wie schön, mal wieder hier zu sein! Ich spaziere am Rhein entlang zur Eltviller Riviera und in die andere Richtung. Ich liebe es, den Schiffen zuzuschauen, vom Hotelschiff, kleinen Motorbooten bis zum langen Frachtschiff ist alles dabei. Mein Vesper gibts dann direkt am Wasser.

    Dann entdecke ich ein großes Riesenrad direkt am Rhein. Ich überlege nicht lange - da fahre ich mit! Nur wenige Gondeln sind besetzt und schon geht’s los :) Aus dieser Perspektive habe ich den Rhein noch nie gesehen, so nah und von so weit oben. Ich spüre schon ein leichtes Kribbeln, als ich so im Freien nach oben schaukele und schnell an Höhe gewinne. Das macht Spaß! Ich genieße die Aussicht auf den Fluss und die Landschaften im Rheingau und schieße einige Fotos.

    Im Anschluss trinke ich einen Schoppen Rheingauer Riesling im angrenzenden „Sommergarten“ (was angesichts der Sonnenstrahlen noch fast passt) und esse eine deftige Currywurst. Im Hintergrund dudelt Faschings-/Après-Ski-Musik, haha. Die hab ich lange nicht gehört und freu mich drüber!

    Kurz nach 18 Uhr fahre ich mit dem Zug zurück. Das war ein schöner entspannter, frühherbstlicher Ausflug!
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  • Oct2

    Meine Camper-Reise - Resümee

    October 2 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Nun bin ich wieder zurück von meiner dreiwöchigen Camper-Reise. Harry ist wieder bei seinem rechtmäßigen Besitzer Kai in Gießen. Ja, es war gestern abend ein merkwürdiges Gefühl, mein temporäres „Zuhause“ wieder vollständig ausgeräumt und geputzt zu übergeben. Wir hatten uns gut aneinander gewöhnt :). Gleichzeitig habe ich es auch genossen, mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen und ein komplettes Badezimmer für mich alleine zu haben 😉.

    Ich schwelge noch in den Erinnerungen an diese Reise mit so vielen unterschiedlichen und sehr bereichernden Erfahrungen und Erlebnissen. Es war die ganze Bandbreite der Erlebnis- und Gefühlswelt dabei. Physische und mentale Herausforderungen wie das Klettern an der Küste von Sirolo und die allerersten Tage, als viele Handgriffe noch neu waren, ich mich mit dem Wagen noch nicht gut auskannte und vor überfüllten Campingplätzen stand.

    Ich habe einsame Momente erlebt und gleichzeitig die wunderbare Erfahrung, Strände für mich fast alleine zu haben. Dann wieder Touristenströme in den Cinque Terre. Und die unzähligen Glücksmomente in der Natur und am Strand mit ruhiger Morgenstimmung, leckeres Essen und nette Begegnungen auf den Campingplätzen.

    Ich bin mehrere Tausend Kilometer allein über italienische, deutsche, österreichische und Schweizer Autobahnen und auch holprige Landstraßen gefahren. Manchmal gab es knifflige Situationen beim Rangieren auf engen Park- oder Campingplätzen und bei der Abwasserentleerung. Ich habe sie alle gemeistert💪. Und wenn ich alleine gar nicht mehr weiterkam, habe ich immer freundliche Hilfe irgendwoher bekommen!

    Die Autofahrten waren in gutem Gleichgewicht mit Strandtagen und Aktivsport wie Wandern und Radfahren. Kulturelle Sehenswürdigkeiten spielten nur eine kleine Nebenrolle - im Mittelpunkt stand das tiefe Erleben der Natur, des Meeres und der Strände und die Erfahrung des Lebens in einem Camper. Ich habe immer in mich reingespürt, was mir gut tut und dann jeweils ganz spontan meine Entscheidungen getroffen. Durch das Alleinsein habe ich viel nachgedacht und -gespürt, so war es auch eine Reise zu mir selbst...

    Das Schlafen im Dachzelt unter dem Sternenhimmel und mit den Geräuschen der Natur (und sogar der Züge) war ein großes Highlight! Außerdem der morgendliche Kaffee am Strand, am Meer oder mit toller Aussicht von oben. Die Unabhängigkeit und Spontanität, jeden Morgen neu zu entscheiden, was ich mache und wo ich die nächste Nacht verbringe, war ebenfalls eine wunderbare Erfahrung! Die Einfachheit des Lebens auf den Camping- und Parkplätzen ist schön. In manchen Situationen konnte ich mich dann über eine funktionierende Toilette freuen, als ob es der größte Luxus wäre!

    Nicht jede Erfahrung war “schön” im klassischen Sinn. Es gab natürlich unangenehme und schwierige Situationen, die sich nicht gut anfühlten, z.B. das Gewitter über mir, als ich im Campingbus festsaß und angesichts der Wetterprognosen nicht wusste, wo ich die nächste Nacht verbringen soll. Oder die Erfahrung von mehreren Tage ohne nennenswerte Kommunikation und Begegnung mit anderen Menschen, da die Campingplätze und Strände fast leer waren. Gleichzeitig hat dieses Alleinsein eine intensive Begegnung mit mir selbst ermöglicht.

    Solche Herausforderungen gehören immer zum Leben dazu. Meine Erfahrung und Erkenntnis ist: Ich bin keiner Situation ausgeliefert, denn es gibt immer mindestens eine Handlungsoption. Wenn wir uns allen Herausforderungen stellen und sie so gut wir können meistern und uns selbst in der Tiefe begegnen, stärkt dies das Selbstvertrauen. Und meine Erfahrung ist auch, dass sich das Gute immer wieder “automatisch” einstellt.

    Ich habe auch wieder mal festgestellt, dass ich zwar gut alleine sein kann und dies auch sehr schätze und brauche. Andererseits liebe ich den Austausch, die Begegnung, Lachen und Feiern mit anderen Menschen! Die richtige Balance ist für mich das A&O !😊

    Mit Blick auf all diese Erfahrungen fällt es mir sogar schwer, die geographischen “Highlights” dieser Reise zu nennen. Ich habe zu jedem einzelnen Standort mit seinen Besonderheiten eine intensive Beziehung:

    - Die erste Probenacht im Camper noch in Oberursel mit einem leckeren Abendessen bei Waldtraut
    - Eine Übernachtung beim Kloster Andechs mit überfüllten Campingplätzen und vielen hilfsbereiten Menschen
    - Der Millstätter See mit dem wunderschönen Campingplatz in Terrassenlage, Baden im See und der Begegnung mit Lisa und Reinhard
    - Der familiäre Villa al mare-Campingplatz mit der Entdeckung des morgendlichen Kaffees am Strand, dem Ausflug nach Venedig und einer schönen Radtour
    - Eine Nacht im Hinterland der Marken auf einem schönen ruhigen Stellplatz im Grünen
    - Sirolo mit der wunderschönen Kalksteinküste und dem Campingplatz in Terrassenlage und eigener Badebucht
    - Die Übernachtung auf einem Parkplatz in Montopoli alleine mit fantastischer Aussicht und eigenem “Balkon”
    - Der naturbelassene weitläufige Campingplatz bei Anzio mit wenigen Gästen und weiten fast menschenleeren Stränden und einem hervorragenden Fischlokal
    - Die Palmenriviera bei Grottamare mit gut ausgebauten Radwegen und einem Stellplatz mit Frühstück und Abendessen direkt am Strand
    - Tolle Wanderungen in den Cinque Terre und Wiedersehen der hübschen Dörfchen und mit einem familiären Campingplatz abseits vom Touristenrummel
    - Und schließlich die wunderschöne Morgenstimmung am Lago Maggiore

    Ich fühle mich sehr erfüllt von dieser Reise und bin sehr dankbar für alle Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen!
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  • Sep30

    Abschluss am Lago Maggiore

    September 30 in Switzerland ⋅ ☁️ 10 °C

    Bei herrlichem Sonnenschein verabschiede ich mich am Dienstag von Deiva Marina und der ligurischen Küste. Meine freundlichen Campingnachbarn aus Konstanz helfen mir noch, mein Fahrrad wieder auf den Träger zu hieven und beim Rausfahren von meinem Stellplatz in Terrassenlage. Einschlagen und steil rückwärts runter.

    Dann fahre ich auf die kurvige Autobahn durch die Hügel an der ligurischen Küste. Ich kann mich noch gut erinnern an 2001, als ich meinen Führerschein frisch hatte und diese Autobahn meine erste große Herausforderung war! 😉

    Später komme ich in die flache Po-Ebene, bevor sich dann auch schon immer stärker die Alpen abzeichnen. Das finde ich jedes Mal von Neuem faszinierend! Bei schönem Spätsommerwetter fahre ich am Luganer See vorbei Richtung Ascona am Lago Maggiore.

    In Ascona suche ich mir einen kostenlosen Parkplatz nahe des Sees beim Lido heraus. Hier stehen nur wenige andere Camper und Wohnmobile. Eine gepflegte Toilette gibt es auch, also alles vorhanden! Später werde ich noch feststellen, wie toll die Lage dieses Parkplatzes tatsächlich ist!

    Ich laufe sofort Richtung Seepromenade in Ascona, es sind nur rund 15 min. zu Fuß. Hier waren Udo und ich in den letzten Jahrzehnten häufig und haben immer im familiengeführten Hotel al porto nahe der Schiffsanlegestelle übernachtet. Aus dem al porto wurde in der Zwischenzeit ein “Seven Boutique Hotel”. Ich vermute, dass hier ein Investor eingestiegen ist.

    Im Licht der untergehenden Sonne trinke ich einen Campari Spritz direkt am Seeufer. Es ist schön, mal wieder hier zu sein, bei herrlichem Wetter am See mit den Bergen drum herum!

    Dann habe ich Hunger. Da ich am letzten Abend keine Lust habe, auf dem Parkplatz zu kochen, suche ich nach einer Pizzeria. Als ich auf die Speisekarten der Restaurants schaue, bin ich über die Preise echt schockiert. Schon die Vorspeisen kosten häufig über 20 Franken!

    Ich finde eine nette Pizzeria im Altstadtkern. Mein Tisch ist direkt beim Pizzabäcker und seinem Holzofen. Mitten im Geschehen! Er ist total flink und völlig bei der Sache. Ich spüre, dass er diese Arbeit sehr gern macht und mit Leib und Seele Pizzabäcker ist. Genauso schmeckt die Pizza dann auch! Ich habe in meinem Leben selten so eine gute Pizza gegessen, weltklasse! Das sage ich ihm dann auch: “La pizza e fantastica”! In der Dunkelheit laufe ich zurück zu Harry.

    Am nächsten Morgen werde ich früh wach, kurz vor fünf. Gegen viertel vor sechs entschließe ich mich aufzustehen, um den Sonnenaufgang hier zu beobachten. Ich stelle fest, dass unmittelbar an den Parkplatz an der von Ascona abgewandten Seite Grünanlagen anschließen, die direkt an den See führen. Ich nehme mir einen Becher frischen Kaffees mit. Es ist noch halbdunkel, ich erkenne am anderen Ufer die noch nächtlich beleuchteten Dörfer. Erstes zartes Licht ist am Himmel zu sehen. Eine fantastische ruhige Frühmorgenstimmung!

    Nach und nach sind vereinzelte Spaziergänger mit ihren Hunden zu sehen und Jogger. Weiter vorne beim Segelboothafen entdecke ich einen Vater mit seinen zwei Söhnen beim Angeln. Langsam färben sich die Bergspitzen und die leichten Wölkchen am Himmel rötlich im Licht der aufgehenden Sonne - fantastisch! Ich verbringe anderthalb Stunden in dieser herrlichen Morgenstimmung. Auf dem Weg zurück Richtung Parkplatz begegnet mir ein Jogger, der mich mit « Carpe diem » anspricht. Wir unterhalten uns sehr nett ein paar Minuten. Er ist Deutscher, lebt jedoch hier. Er erklärt, dass ungewöhnlich viele Touristen aktuell hier seien, was wohl mit der Corona-Situation zu tun hat. Jetzt habe ich Frühstücksappetit und hole mir bei einem sehr guten Bäcker leckeres Croissant und einen Mini-Panettone.

    Jetzt ist Zeit Abschied zu nehmen. In Locarno entleere ich noch meinen Abwassertank, bevor es auf die Autobahn Richtung San Gottardo geht. Meine App leitet mich um den Stau vor dem Tunnel herum bei Airolo wieder auf die Autobahn. Super! Da habe ich mir einige Zeit gespart. Dieser Trick funktioniert nach meiner Erfahrung allerdings nicht immer, manchmal sperren sie die Auffahrt in Airolo auch. Heute habe ich jedoch Glück. Ich habe nochmals Glück, als ich später im Radio höre, dass der Tunnel 10 min. nach meiner Ausfahrt gesperrt wurde wegen eines Pannenfahrzeugs.

    Die weitere Fahrt durch die Schweiz und wieder in Deutschland verläuft sehr entspannt. Ich freue mich, dass mich das Wetter freundlich mit angenehmen Temperaturen begrüßt! Meine letzte Zwischenstation auf dem Weg nach Hause ist bei meiner Freundin Yvonne in Baden-Baden. Ich freue mich sehr darüber! Wir verbringen einen schönen Abend und Morgen zusammen.
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  • Sep28

    Zwischen Vernazza und Monterosso

    September 28 in Italy ⋅ ⛅ 13 °C

    Heute möchte ich die beiden Cinque Terre-Dörfer Vernazza und Monterosso erkunden und wieder eine Wanderung machen. In meinem Wanderführer wird eine Tour vorgeschlagen mit 550 Höhenmetern über zwei bedeutende Pilgerstätten in der Gegend. Das hört sich gut an!

    Zunächst kaufe ich in Deiva Marina noch Cinque Terre-Wein und laufe zum Strand. Da sehe ich über dem Meer Regenwolken ankommen. Das sieht beeindruckend aus! Ok, laut Wetterapp handelt es sich nur um ein relativ schmales Regenband. Am Nachmittag sollte es wieder sonnig werden. Ich lasse mich also von meinem Wanderplan nicht abhalten!

    Bei der Ankunft in Vernazza regnet es leicht. Da bietet sich Souvenir-Shopping an! Ich entdecke einen Laden mit schöner Handwerkskunst. Dann marschiere ich noch zum Doria-Turm hoch. Von hier gibt es auch ohne Sonnenschein eine schöne Aussicht. Der Regen hört bald auf, so dass ich meine Wanderung starten kann.

    Erstes Ziel auf 330 m Höhe ist die Pilgerstätte Santuario di Reggio. Direkt an der Kirche steht eine alte Zeder. Es soll der älteste Baum Liguriens sein. Das wird mir auch bestätigt von einer Wanderführerin, die kurz danach mit ihrer Gruppe hier ankommt. Von hier hat man einen tollen Blick aufs Meer. Das bietet sich an für ein Picknick! Ich finde eine Bank unter einer riesigen Eiche mit direktem Blick aufs Meer.

    Als ich aufs Meer schaue, fällt mir am Horizont eine Insel auf. Kann das schon die Nordspitze von Korsika sein? Kurz drauf kommen ein paar junge Italiener vorbei. Gemeinsam finden wir heraus, dass es sich um eine kleinere italienische Insel handelt. Sie heißt Gorgona und ist laut Wikipedia eine Gefängnisinsel.

    Kurze Zeit später treffe ich die Italiener wieder auf dem Wanderweg. Sie sind ratlos, wie der Weg weitergeht. Mir geht es ebenso, als ich die verwirrenden Schilder lese. Keine der Angaben passt zu unserem Ziel! Bislang war der Weg extrem gut beschildert, das scheint jetzt aufzuhören. Wir trennen uns - ich gehe einen kleinen Wanderpfad steil nach oben, sie laufen an der Straße entlang.

    Mein Pfad endet irgendwann ebenfalls unvermittelt an der Straße. Ich klettere über die Leitplanke und laufe entlang der Straße. Sie ist kaum befahren, daher unproblematisch. Dann komme ich bei einem Café/Bar vorbei, hochgelegenen mit fantastischem Ausblick von der Terrasse. Ich esse gerade mein Eis am Stil, da taucht die italienische Gruppe wieder auf, haha. Sie fragen erneut nach dem Weg, da höre ich natürlich zu (auch wenn ich nicht alles verstehe, haha). Ich bekomme zumindest die Info, wie es weitergeht, sehr gut! 👌

    Der Wanderweg verläuft ab hier durch den lichten Wald, hinter dem Monte St. Croce vorbei. Dabei habe ich die Gelegenheit, das von der Küste abgewandte hügelige Hinterland der Cinque Terre zu sehen. An den Berghängen entdecke ich einzelne Häuser und kleine Dörfchen. Der höchste Punkt der Wanderung ist bald erreicht auf rund 530 Meter.💪 Dann komme ich bei der Wallfahrtskirche Signora di Saviore an. Von hier gibt es einen fantastischen Blick auf die Küste! Die in der Kirche beheimatete Madonna wird in einer feierlichen Prozession alle 25 Jahre ins Tal getragen, das nächste Mal 2025. Und wieder treffe ich hier die italienische Wandergruppe...

    Ab hier geht’s mäßig steil bergab, am Kreuzweg entlang, teilweise auf Pflaster, teilweise über leichtes Geröll. Ich komme schnell voran und erreiche bald Monterosso. Da der Ort durch einen Tunnel in zwei Hälften geteilt ist, ist der Weg zum Bahnhof recht weit. Ja, jedes Cinque Terre-Dorf ist anders!

    Ich fahre mit dem nächsten Zug zurück nach Vernazza zum sundowner. Die Abendsonne ist herrlich, kein Vergleich zu heute mittag! Direkt am Wasser gibt es ein nettes Terrassenlokal mit Blick in den Sonnenuntergang. Heute gibts Campari Spritz😃🍹. Nachdem die Sonne untergegangen ist, fahre ich mit dem Zug zurück nach Deiva Marina, wo ich mir noch eine Insalata Caprese zubereite.

    Ich bin glücklich, dass ich nun alle 5 Dörfer wiedergesehen habe! Der Favorit bleibt für mich Manarola, gefolgt von Vernazza 😊.
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  • Sep27

    Höhenwanderweg nach Corniglia

    September 27 in Italy ⋅ ☁️ 15 °C

    Ich habe keine feste Planung für die Cinque Terre. Beim Frühstück überlege ich mir, wie ich den Tag heute gestalten möchte. Sehr gern möchte ich nochmal Manarola sehen und auch wandern. Nachdem hier ja recht viele Touristen unterwegs sind, möchte ich den relativ einfachen Hauptwanderweg durch de Cinque Terre lieber vermeiden. Also entscheide ich mich für den Höhenwanderweg über Volastra ins nächste Cinque Terre-Dorf Corniglia.

    Nach einem sehr gemütlichen Morgen fahre ich mit dem Zug nach Riomaggiore, das letzte Dorf der Cinque Terre. Ich stelle allerdings fest, dass der Wanderpfad zwischen Riomaggiore und Manarola gesperrt ist. Also Planänderung! Da es zwischen den beiden Dörfern keine echte Alternative gibt, bleibt nur der Zug. Daher fahre ich eine Station zurück nach Manarola, das geht ja hier alles einfach!

    Ich laufe durch das Dorf nach oben vorbei an dem netten Hotel, in dem Udo und ich zweimal übernachtet haben. Der schöne Garten mit den Zitronenbäumchen ist auch noch da. Die Sonne scheint, es ist warm, wenngleich nicht mehr hochsommerlich. Da es inzwischen schon früher Nachmittag ist, habe ich auch schon wieder Hunger. Mein Vesper esse ich dann noch in den Höhenlagen von Manarola an einem schönen Aussichtspunkt an der Kirche 😉😋.

    Eine ältere Dame, der ich begegne, ist sehr verärgert, dass ich keine Maske trage. Ich bin verdutzt, ich bin doch draußen? Dann frage ich bei einem Restaurant nach. Tatsächlich gilt hier Maskenpflicht auch draußen. Ok, ich kann es auch gut verstehen. Hier sind auf relativ engem Raum viele Menschen unterwegs. Das leuchtet mir ein.

    Dann wandere ich recht steil durch die Weinberge bergauf. Ein paar Wanderer sind unterwegs, es ist jedoch nicht sehr voll. Immer wieder gibt es wunderbare Ausblicke auf die Küste! An ein paar wenigen Stellen ist der Weg etwas ausgesetzt und führt über felsigen Untergrund schmal am Hang entlang.

    Es macht wieder mal großen Spaß, durch diese tolle Landschaft oberhalb der mit Weinreben bewachsenen Hänge zu wandern! Dann kommt Corniglia in Sicht, dass sich auf einem Felssporn oberhalb des Meeres drängt. Der Ort selbst ist nicht so attraktiv wie Manarola oder Vernazza, finde ich. Das liegt auch daran, dass er sich nicht zwischen den Rebhängen Richtung Meer öffnet.

    Was toll ist, ist jedoch die Aussicht von der sundowner Bar! 😎🍹 Ich ergattere ein heißbegehrtes Tischchen, hihi, Glück gehabt! ;) In dieser location trinke ich den obligatorischen Aperol Spritz. Nebenan sitzen zwei Frauen aus Süddeutschland. Wir kommen ins Gespräch, das ist sehr nett. Eine der beiden ist auch schon häufig alleine mit dem Camper unterwegs gewesen. Ich selbst habe auf meiner Reise keine andere alleinreisende Frau auf den Campingplätzen gesehen.

    Ich genieße den wunderschönen Sonnenuntergang in dieser herrlichen Lage! Und beschließe, in Corniglia noch etwas zu essen. Es gibt Miesmuscheln, sehr lecker! 😋

    Mit dem Zug fahre ich wieder zurück nach Deiva Marina - das war ein richtig schöner Tag mit vielen wunderbaren Eindrücken und sportlicher Herausforderung! 💪🏃‍♀️☀️
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