• Kigali - Rwandas Hauptstadt

    July 30 in Rwanda ⋅ ⛅ 27 °C

    Rwanda Hauptstadt ist die größte Stadt des Landes und wurde auf Hügeln, umgeben von Bergen, erbaut. Der höchste Berg ist der Mount Kigali mit 1850m. Kigali ist das finanzielle, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Hier befinden sich der internationale Flughafen und eine große Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten – inklusive dem Kigali Genozid Zentrum.

    Die Gedenkstätte Kigali erinnert an den Völkermord an den Tutsi in Rwanda 1994. Dort sind die sterblichen Überreste von über 250.000 Menschen beigesetzt. Das Zentrum ist eine dauerhafte Gedenkstätte für die Opfer des Völkermords und dient den Hinterbliebenen als Ort, an dem sie ihre Angehörigen und Freunde bestatten können.
    Im April 1994 drangen Berichte über systematische Massenmorde in Rwanda in die Welt hinaus. Vorausgegangen war der Absturz des Flugzeugs des damaligen Präsidenten Juvénal Habyarimana. Er kam ums Leben, als sein Flugzeug am 6. April 1994 abgeschossen wurde. Das Attentat war Auslöser für den Völkermord an den Tutsi, in dem innerhalb von drei Monaten zwischen 800.000 und einer Million Menschen getötet wurden. Es wurde kaum etwas unternommen, um den Völkermord zu stoppen. Außenstehende stellten ihn als ethnisch motivierte Gewalt zwischen Stämmen dar, wobei die Tutsi die Opfer und die Hutu die Täter waren. Die genaue Zahl der tatsächlich Ermordeten wird möglicherweise nie bekannt sein. Schätzungen liegen bei über einer Million. Menschliche Überreste wurden aus der ganzen Hauptstadt herbeigeschafft, nachdem sie auf der Straße gefunden oder in den Fluss geworfen worden waren. Sie werden in Gruppen von 100.000 zusammen bestattet. Im April 2004, zum zehnten Jahrestag des Völkermords, wurde die Gedenkstätte eingeweiht.
    Sie dokumentiert den Völkermord, beschreibt aber auch die Geschichte Rwandas, die diesem Ereignis vorausging. Es werden zudem Vergleiche mit ähnlichen Stätten in Deutschland, Japan und Kambodscha angestellt. Anders als in den ehemaligen Konzentrationslagern von Auschwitz-Birkenau befinden sich in der Gedenkstätte in Ruanda menschliche Überreste sowie die Werkzeuge und Waffen, die bei ihrer Vernichtung verwendet wurden.
    Die Texte bieten Hintergrundinformationen zur spaltenden Kolonialgeschichte Rwandas. Im Verlauf des Besuchs gewinnen die Ausstellungsstücke zunehmend an Eindringlichkeit, da die Besucher mit den hier begangenen Verbrechen und bewegenden Videozeugnissen von Überlebenden konfrontiert werden.
    Hier werden auch andere Orte auf unserer Welt angesprochen, in denen Völkermord begangen wurde. Sei es an den Herero oder während des 2. Weltkriegs, unter Pol Pott in Kambodscha oder im Kosovo. Ich kenne sowohl Auschwitz als auch S21 bzw. Toul Slang in Kambodscha. Beide Orte sind schlimme historische Orte, die schweigsam und sehr betroffen machen. Aber das Kigali Genozid Zentrum übertrifft alles, was ich bisher gesehen habe. Es macht sprachlos, erschüttert zutiefst, macht fassungslos. Ich war noch nie an solch einem grauenhaften, traurigen Ort. Es fehlen die Worte. Es wäre anmaßend, hiervon zu berichten zu versuchen. Die Überlebenden versuchen es und finden keine Worte. Zeitzeugen und Fotografien zeigen eine Grausamkeit und menschliche Kälte, für die es keine Worte gibt. Damit schweige ich nun.

    Heute sieht sich die Bevölkerung Rwandas als ein Volk. Es gibt keine ethnischen Unterscheidungen mehr. Dennoch wird die Erinnerung intensiv gelebt. Es ist ja leider auch noch nicht lange her. Erst in der dritten Generation wird das Trauma verschwinden. So zeigt sich Kigali auch von seiner lebensfrohen Seite. Eine extrem grüne Stadt zwischen und auf vielen Hügeln. Die Schweiz Rwandas präsentiert sich mit gepflegten Fußgängerzonen mit schönen Restaurants, Cafes und Geschäften. In den Straßen erleben wir quirligsten Markt. Bunt, laut - typisch afrikanisch. Dazwischen unzählige Motorradtaxis, die ihre Kundschaft schlängelnd zu ihrem Ziel befördern. Eine reiche, moderne Stadt, die von e-Autos, Motorrädern und Bussen dominiert wird. Es wird sehr auf Umwelt und Klima geachtet. Alles ist sauber und geordnet.
    Dann holt uns doch nochmals die Vergangenheit ein. Während des Genozids versuchen 10 belgische UN-Soldaten die Premierministerin zu beschützen. Alle sterben.
    Read more