Queen Elisabeth Nationalpark
August 6 in Uganda ⋅ ⛅ 30 °C
Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir zur Kyambura Gorge. Es scheint, als ob die Erdkruste aufgebrochen worden wäre und wir einen tiefen Anblick in ihr Inneres werfen dürfen. Was für ein grandioser Ort. Diesen Ort könnte ich mir als den Beginn jeglichen Lebens vorstellen. In kindlich vereinfachter Forme treten aus dieser Erdöffnung Tiere und Menschen heraus und bevölkern die Erde.
In der Schlucht leben Schimpansen, die wir aber heute leider nicht zu Gesicht bekommen. Wir schauen aber auch nur von oben. Nur eine kurze Fahrstrecke weiter blicken wir in den Great Rift Valley, den ostafrikanischen Grabenbruch. Was für ein Ausblick. Wir überblicken die gesamte Savanne. Das ganze Grasmeer, in dem sich die Akazien als dunkle Schatten abheben. Je weiter man Richtung Horizont blickt, desto mehr verschwimmen die Farben. Das helle Grün erscheint silbrig und verschmilzt mit dem Horizont. Die Tiere, egal ob grau, weiß oder braun sind nicht mehr auszumachen. Es erscheint als unendliches Farbenmeer, das zusammen mit dem Sonnenlicht vermischt wird. Noch ein Stück weiter die Berge hinauf erreichen wir die Twin Kraterseen. Noch ein Naturhighlight der Extraklasse. Die beiden Vulkane sind nach ihrer Eruption fast eins geworden. Fast. Den ein besonders massives Stück Kaldera ist stehengeblieben. Dieses trennt heute die beiden Seen, Lake Katinda und Lake Mirambi, die auf unterschiedlicher Höhe liegen. Ein wunderschöner Ort. Von hier oben, sieht man über den Grabenbruch bis hin zur Kyambura Gorge. In der Ferne schimmert Lake George.
Damit wir morgen zeitiger auf Safari gehen können, checken wir schon heute im Queen Elisabeth Nationalpark ein. Wie nett, dass wir sogar noch hineinfahren dürfen. Eigentlich bin ich auf der Suche nach Löwen.
Der Tag geht dem Ende zu, als wir tatsächlich noch einen Leopard in einer riesigen Euphorbie entdecken. Es ist schwer ihn zu beobachten. Immer wieder wechselt er den Platz und im Vergleich zu gestern, sind wir hier nicht allein. Jetzt wird mir richtig bewusst, wie absolut außergewöhnlich die gestrige Leopardenbegegnung war. Nur wir und er. Heute stehen hier viele weitere Autos und er will gesehen werden. Wir warten. Er wechselt den Ort und irgendwann kann ich ihn zwischen den Zweigen der Euphorbie beobachten. Er such sich eine bessere Position, dreht sich hin und her und schließlich blickt er in unsere Richtung. Unsere Geduld hat sich ausgezahlt, was soll ich sagen, innerhalb von zwei Tagen zwei Leoparden auf dem Baum.
In unserer Lodge erwartet uns dann auch noch eine Überraschung. Zunächst versperrt wieder ein Elefant die Zugangstraße. Es ist ein altes Männchen. Dann kreuzt ein Büffel unseren Weg und beim Abendessen, läuft ein Flusspferd hinter meinem Tisch entlang zu den Zelten der Lodge. Begleitet wird es sofort von einem Ranger, der im Zweifelsfall schießt (Warnschuss). Ein unglaublich beeindruckender Tag geht zu Ende. Nun stehe ich unter leuchtendem Sternenhimmel in meiner Außendusche und spüle den rotbraunen Safaristaub aus den Haaren.
Kurz darauf schlafe ich beim hellen Gesang der Grillen, begleitet vom tiefen Forschkonzert ein und werde ab und an vom Grunzen der Flusspferde aus dem Schlaf zurück in die nächtliche Tierwelt geholt. Im Verlauf der Nacht ändert sich das Konzert. Die Frösche sind schlafen gegangen.Read more

































TravelerWir hatten dort damals auch die Schimpansen nicht gesehen
TravelerAm Grabenbruch kann man die unglaublichen Kräfte der Plattentektonik zumindest ein wenig erahnen...
TravelerDas stimmt. Aber diese Schlucht liegt orthogonal innerhalb des Grabenbruchs. Wie ein Tor in die Unterwelt.