Auf der Straße nach Armenien
October 6 in Georgia
⛅ 17 °C
Beim ersten Blick auf dem Fenster sehen wir nicht nur die Festung, sondern auch blauen Himmel, super! Gut ausgeschlafen sitzen wir um neun Uhr am Frühstückstisch des Hotels, eine gute Stunde später checken wir aus und machen die Räder startklar. Vor dem eigentlichen Etappenstart füllen wir noch unsere Vorräte an Wasser, Nahrungsmitteln und Bargeld auf, denn am Ende des heutigen Tages wollen wir endlich mal wieder in unserem Zelt übernachten. Die ersten Kilometer rollen wir dann auf der Hauptstraße aus der Stadt heraus und teilen uns die Straße noch mit ein paar LKW und den typischen georgischen Minibussen (Marschrutkas), doch je weiter wir uns von der Stadt entfernen, desto ruhiger wird es. Die Straße verläuft kurvig fast eben direkt am Ufer des Flusses. Herbstlich frisch ist es wieder, aber es ist trocken und der Himmel zeigt sich recht freundlich. Links und rechts erheben sich die kargen, aber faszinierenden Hänge des kleinen Kaukasus. Nach einer Weile verengt sich das Tal und die Landschaft wird wilder. Dunkle Felsmassive ragen steil über dem Flussbett auf. Als sich einige Kilometer weiter die Landschaft wieder etwas öffnet, setzt leichter Regen ein. Wir nutzen die Chance des überdachten Strohlagerplatzes am Straßenrand nahe des Dorfes Rustawi, um eine Pause einzulegen und trocken zu bleiben. Einige Schokoriegel und Heißgetränktassen später sieht das Wetter wieder etwas besser aus und es wird auch Zeit, sich warm zu strampeln. Die Straße führt nun tendenziell leicht bergauf und verlangt uns etwas mehr Kraft ab, bleibt aber durchgehend asphaltiert und jederzeit gut fahrbar. Es handelt bei der Straße, auf der wir unterwegs sind, um die E691 und es wird an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass sie geradewegs auf die armenische Grenze zusteuert. Parallel zur Straße verläuft durchgehend das hellblaue Band des Flusses Mtkvari (Kura), mal ganz ruhig und friedlich und dann wieder mit kräftiger Strömung um die felsigen Steine im Flussbett herumwirbelnd. Nachdem wir eine Weile bei Sonnenschein durch die nach wie vor herrliche, aber wiederum ganz andere Landschaft aus sanften, teilweise landwirtschaftlich genutzten Hügeln und Weinbergen geradelt sind, verdunkelt sich abermals der Himmel. Als die ersten Regentropfen fallen, suchen wir Schutz unter einer überdachten Sitzgelegenheit auf dem Gelände einer Kirche. Man muss sagen, dass wir diesbezüglich bislang viel Glück haben auf unserer Reise. Speziell in der letzten Woche ist soooo viel Regen gefallen und wir haben es irgendwie immer geschafft, selbst kaum bis gar nicht nass zu werden. Diese Serie reißt auch am heutigen Tag nicht ab. Wir sind nach der Regenzwangspause noch gar nicht lange wieder auf der Straße, als die Wolken erneut nichts Gutes erahnen lassen. Wir beschließen, die Etappe zeitnah, etwas früher als eigentlich geplant zu beenden, und den nächstbesten Platz anzusteuern, der sich für eine Zeltnacht eignet. Gerade als Heiko ein ebenes Stück Wiese etwas abseits der Straße entdeckt, ist das erste Donnergrollen zu hören. Zügig bauen wir das Zelt auf und just in dem Moment, als alles einschließlich uns trocken verstaut ist, fallen die ersten Regentropfen. Das soll uns nun aber nicht mehr stören, wir machen es uns in unserer kleinen, aber feinen Behausung gemütlich. Gekocht wird im Regen nicht, satt werden wir trotzdem dank Chips, Obst, Keksen, Schokoriegel. Bei der abendlichen Kniffelrunde darf ausnahmsweise mal Claudia gewinnen, danach gibt es noch eine trockene Gelegenheit zur Optimierung der Zeltabspannung. So können wir also entspannt die Nachtruhe antreten, das Rauchen des Flusses wird uns in den Schlaf begleiten.Read more






















