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  • Day40

    Roadtrip II - Pichilemu, Santiago

    December 10, 2017 in Chile ⋅ ☁️ 20 °C

    Am Morgen erwachten wir erholt und machten uns nach einem leckeren, aber sehr süßen Frühstück wieder auf den Weg. Der Hotelbesitzer lüftete noch das Geheimnis, der vielen Menschen auf der Autobahn: gerade einmal 500 Meter von dem Hotel entfernt, stand eine Kirche in der Maria erschienen sei. Hier sollte an diesem Tag ein Fest zu ihren Ehren stattfinden und ca. 800 000 Chilenen aus der gesamten Umgebung pilgerten hierher, um daran teilhaben zu können. Ab dem Nachmittag sollte sogar die Autobahn gesperrt werden, damit die Menschen Platz hätten, ihre Zelte aufzustellen.
    Die Neugier zog uns zu der Kirche und wir waren beeindruckt von dem Spektakel, das sich uns bot. Menschenmassen gingen an uns vorbei, Zelte standen am Straßenrand und kilometerlang zogen sich die Verkaufsstände mit Essen und heiligen Reliquien aus Plastik.
    Wir fuhren jedoch der Empfehlung des Hotelbesitzers nach weiter die Küste hinunter in Richtung der Surferstadt Pichilemu. Auf halber Strecke machten wir Pause bei dem Ferienhaus Pablo Nerudas, dem chilenischen Dichter und Schriftsteller, das mittlerweile als Museum zu besichtigen ist.
    In Pichilemu angekommen, stellten wir unser Zelt auf einem Campingplatz, welcher aus recycelten Materialien erbaut worden ist, direkt am Strand auf. Es stellte sich heraus, dass wir für die Nacht die einzigen Gäste waren, dies sollte sich jedoch (leider!) am nächsten Tag ändern.
    Wir erkundeten den schwarzen Sandstrand und schauten auf die Weiten des Pazifiks hinaus. Ein Hungergefühl machte sich langsam breit und wir entschlossen uns, zur Feier des Tages einmal Essen zu gehen. Allerdings war es erst halb acht am Abend und die Küche in dem Fischrestaurant mit Blick auf den Ozean war noch nicht warm. So vertrödelten wir noch ein wenig die Zeit am Strand und der Promenade und kehrten gegen acht wieder zurück. Mittlerweile war die Hitze des Tages frösteligen Temperaturen gewichen, sodass wir uns einen Tisch in dem Restaurant suchten und uns wärmende Cocktails zu Gemüte führten. Nach einer unglaublichen Fischplatte und leckerem Schokoladenkuchen mit Eis liefen wir satt und ein wenig angeheitert zurück zum Zelt und genossen die Ruhe der Nacht.
    Am nächsten Tag aßen wir Empanadas und tranken frischen Saft, bevor wir mit dem Auto an den nächstgelegenen Strand fuhren. Dort verbrachten wir den Tag mit dem Beobachten und Bewundern von Surfern, die auf die perfekte Welle warteten. Wir beschlossen, sobald sich die Gelegenheit ergebe, auch einen Kurs zu besuchen. Allerdings, Jonathan zuliebe, erst in wärmeren Gefilden.
    Zurück am Campingplatz hatte sich dieser mit Zelten und Wohnwagen gefüllt und wir waren nicht länger die Einzigen. Viele Chilenen aus Santiago zog es wohl über das Wochenende nach Pichilemu.
    Die Nacht begann ruhig, jedoch stellte sich um zwei Uhr heraus, dass es sich um einen der berühmt-berüchtigten Party-Campingplätze handelte, von denen uns Mik bereits berichtet hatte. An Schlaf war nicht länger zu denken und so fuhren wir mit dem Auto näher zum Strand herunter. Hier verbrachten wir einen ungemütlichen, aber ruhigeren Rest der Nacht auf den Vordersitzen.
    Nun hieß jedoch langsam Abschied von unserem kleinen Auto zu nehmen, dass wir am nächsten Tag in Santiago wieder abgeben mussten. Wir suchten uns einen Campingplatz in einer Ortschaft bei Santiago aus, wo wir die letzte Nacht verbringen wollten und machten uns auf den Weg.
    Auf Landstraßen fuhren wir vorbei an fantastischen Gegenden: hindurch an Wäldern, karg bewachsenen Bergen und Seen bis hin zu dem „Ostgarten“ Chiles, wo Wein, Äpfel, Erdbeeren und vieles mehr angebaut werden. Hier stärkten wir uns mit einer Schale süßester Erdbeeren und fuhren den vermeintlich kurzen Rest der Strecke bis zu unserem Zielort.
    Dort angekommen, machten jedoch Plakate auf ein „Internationales Bierfest“ (ja, auf deutsch!) aufmerksam und ein langer Stau zog sich durch die Innenstadt. Nach unser letzten Nacht mit kaum Schlaf wollten wir nur eins: schnell wieder weg!
    Dank eines ungesicherten Internetzugangs eines Weingutes auf dem Weg konnten wir uns noch schnell ein Hostel in Santiago mit kostenlosen Parkplätzen buchen und so nahm unser Ausflug doch ein glückliches Ende.
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