• Die Vesterålen

    June 6 in Norway ⋅ ☀️ 13 °C

    Am Morgen rumpeln wir über die Rampe auf das Deck der Fähre. Schon ein paar Minuten später vibrieren die Planken unter uns, die Leinen sind gelöst, und Gryllefjord wird im Rückspiegel langsam kleiner.
    Die rund 1 Stunde und 40 Minuten lange Überfahrt über das offene Polarmeer nach Andenes fühlt sich an wie eine Mini-Kreuzfahrt:
    Wir stehen mit dicken Jacken und der Sonnenbrille im Gesicht an Deck. Andenes ist Norwegens Wal-Hauptstadt – deshalb scannen unsere Blicke ununterbrochen den Horizont nach der typischen Fontäne eines Pottwals ab.
    Tatsächlich sehen wir ein paar kleine, lustig im Wasser springende Delphine, die uns ein Stück des Weges begleiten.
    Im Hafen von Andenes angekommen senkt sich mit einem dumpfen Metallklatschen die Bugklappe.
    Die Reifen rollen auf den Asphalt der Vesterålen, und wieder öffnet sich vor uns eine völlig neue Welt.
    Die Landschaft hier oben stellt einen absoluten Kontrast dar zu allem, was wir bisher gesehen haben. Sie ist wild und weit, stellenweise wirklich spektakulär: Eine Verschmelzung aus einsamen, weißen Sandstränden, karibisch anmutendem Wasser und schroffen Bergketten.
    An manchen Stellen treffen die dunklen Felsen direkt auf den feinen, puderweißen Sand.
    Das Wasser in den flachen Buchten leuchtet beim Sonnenschein in einem so unglaublichen Türkis, dass man für einen kurzen Moment vergisst, sich weit nördlich des Polarkreises zu befinden.
    Jede Kurve enthüllt ein neues Panorama, das man fotografieren möchte.

    Im nahe gelegenen kleinen Fischerdorf Bleik finden wir unseren nächsten Platz für die Nacht.
    Auch heute gibt es hier oben wieder kein Ende des Tages. Die Mitternachtssonne sinkt nur scheinbar dem Horizont entgegen, taucht den weißen Strand, das türkisfarbene Wasser und unsere Camper in ein warmes, fast surreales goldenes Licht. Wir holen die Campingstühle heraus, machen es uns gemütlich und lauschen einfach nur dem gleichmäßigen Rauschen des Ozeans.
    Wir alle empfinden es gleichermaßen: Die Vesterålen haben uns ab der ersten Sekunde verzaubert.
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