• Henningsvær

    12 de junio, Noruega ⋅ ☁️ 14 °C

    Am nächsten Morgen ist der Regen wie weggeblasen.
    Der Himmel strahlt erneut in einem tiefen, wolkenlosen Blau, und die Sonne bringt die Fjorde zum Glitzern. Schnell klettern die Temperaturen wieder nach oben – da sind nochmal die Sonnenbrillen gefragt!
    Unser Ziel für heute ist ein Ort, der auf absolut jedem Lofoten-Prospekt ganz oben steht: das legendäre Fischerdorf Henningsvær.
    Die Fahrt nach Süden wird bei diesem Wetter zu einem puren Genuss, denn die Europastraße 10 (E10) schlängelt sich direkt an der spektakulären Küste entlang.
    Nach einigen Kilometern biegen wir auf die 816 ab, die ebenfalls als absolutes fahrerisches Highlight gilt. Die Straße verbindet die vielen kleinen Inseln miteinander, auf denen Henningsvær thront.
    Nicht umsonst wird der berühmte Ort das „Venedig des Nordens“ genannt.
    Seinen Ursprung hatte Henningsvær als traditionelles Fischerdorf, und dieser Charakter ist trotz des zunehmenden Tourismus noch deutlich spürbar.
    Die typischen roten und ockerfarbenen Holzhäuser, die sich an die felsige Küste schmiegen, die Trockengestelle für Stockfisch und die Fischerboote im Hafen zeugen auch heute noch von der langen Tradition des Fischfangs.
    Inzwischen hat sich Henningsvær mehr zu einem Zentrum für Kunst, Handwerk und Gastronomie entwickelt. Entlang der Hauptstraße und in den kleinen Gassen finden sich zahlreiche Galerien, Kunsthandwerksläden, Cafés und Restaurants.
    Die Kombination aus traditioneller Fischereikultur, lebendiger Kunstszene, kulinarischen Angeboten und der spektakulären Lage macht das Dorf zu einem Ort, den man gesehen haben sollte.
    Wir schlendern bis ganz an das Ende des Dorfes, wo die Zivilisation langsam aufhört und der blanke Granit beginnt. Und da liegt es vor uns: das Henningsvær Idrettslag, das Henningsvær- Fusball - Stadion.
    Ein hypermoderner, sattgrüner Kunstrasenplatz, der mitten auf eine winzige, nackte Felsinsel gezimmert wurde.
    Statt dicker Betonmauern oder Fangzäunen ist die Spielfläche fast lückenlos von riesigen, hölzernen Stockfischgestellen umgeben. Im Frühjahr trocknen hier tonnenweise Kabeljau im arktischen Wind, während unten die lokalen Kicker den Ball jagen. Ein absolut einzigartiger Anblick und wahrscheinlich noch einzigartiger Geruch.
    Angeblich sollen
    jedes Jahr unzählige Fotografen aus aller Welt nach Henningsvær pilgern, um Selfies von sich und dem Stadion zu schießen.
    Selbst vom Boden aus verliert man sich schnell in dem fast schon kitschig schönen Panorama aus dem Grün des Sportplatzes, den majestätischen Bergen der Lofoten und dem offenem, tiefblauen Ozean.
    Vielleicht ist es nicht der spektakulärste Fußballplatz, aber auf jeden Fall einer der am schönsten gelegenen Fußballplätze der Welt.
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