• Vikinger Museum und schöne Strände

    13 Juni, Norway ⋅ ☁️ 12 °C

    Nach einer ziemlich windigen Nacht auf unserem Stellplatz bei Henningsvær starten wir bei absolutem Kaiserwetter in den nächsten Tag. Eines unserer heutigen Ziele ist das weltberühmte Lofotr Viking Museum in Borg auf der Insel Vestvågøya.
    Schon auf den ersten Kilometern zieht uns wieder der Ausblick aus dem Fenster komplett in seinen Bann.
    Der Atlantik ist spiegelglatt, und überall liegen kleine, felsige Inseln im Wasser. Der Anblick ist fast unwirklich schön und lässt Bilder vor unserem geistigen Auge entstehen. Vielleicht haben Riesen die Felsen vor Urzeiten dorthin geworfen – womöglich sind es ihre Murmeln gewesen, die nach einem gigantischen Spiel im Meer liegen geblieben sind. Wer weiß?
    Die Straße führt uns weiter, vorbei an wunderschönen Sandstränden und schroffen Granitwänden, bis sich die Landschaft plötzlich öffnet. Wir erreichen die grüne Hochebene von Vestvågøya, das historische Herzland der Lofoten-Wikinger.
    Schon von Weitem sehen wir das Ziel auf einem Hügel thronen: Das Lofotr Viking Museum empfängt uns im strahlenden Sonnenschein.
    Seine Existenz verdankt der Ort einem puren Zufall.
    Im Jahr 1981 pflügte der norwegische Bauer Fritz Utne seinen Acker - wie schon viele Jahre zuvor. Plötzlich stieß er auf merkwürdige Scherben aus seltsamem, buntem Glas und edler Keramik. Die Archäologen, die daraufhin anrückten, trauten ihren Augen kaum: Stück für Stück gruben sie das größte Wikinger-Gebäude aus der Erde, das jemals in ganz Skandinavien entdeckt wurde.
    Es stellte sich heraus, dass dieser 83 Meter lange Bau vor über 1.000 Jahren die absolute Machtzentrale der Region gewesen sein muss. Unter einem einzigen Dach lebte damals der mächtige Wikingerhäuptling zusammen mit seiner Familie, seinen Bediensteten und im nördlichen Teil sogar mit dem kostbaren Vieh.
    Die Ausgrabungen bewiesen, dass dieser Häuptling unfassbar reich gewesen sein muss. Man fand vergoldeten Schmuck, französische Gläser und edle Weinkrüge aus dem Rheinland, was bewies, dass schon die Wikinger von den Lofoten aus Handelsbeziehungen bis tief nach Europa gepflegt hatten.
    Ein schöner Naturpfad führt uns abschließend über das riesige Außengelände des Museums. Danach geht's weiter für uns.

    Die E10 ist die Lebensader der Lofoten. Sie verbindet die Hauptinseln mit Hilfe von spektakulären Brücken und Tunneln.
    Sie ist komplett asphaltiert, aber oft schmal und kurvig.
    Regelmäßig gibt es Ausweichstellen und Haltebuchten für den Gegenverkehr.
    Auch Brücken sind mitunter einspurig, der Verkehr wird durch Ampeln geregelt.
    Tunnel, die streckenweise sogar unter dem Meer herführen, sind nicht modern verkleidet, sondern zeigen lediglich den nackten, dunklen Fels.
    Oft ist die Beleuchtung ist so spärlich, dass die Durchfahrt eine fast mystische, höhlenartige Atmosphäre erhält.
    Das absolute Highlight ist jedes Mal das Verlassen des Tunnels. Nach der Dunkelheit schießt uns das arktische Licht entgegen, und das nächste gigantische Postkartenmotiv – ein Fjord oder das tiefblaue Meer – explodiert förmlich vor unseren Augen. Dieses ständige Wechselspiel aus engen, dunklen Felsröhren und dem schwebenden Gefühl auf den windumtosten Brücken macht die Fahrt auf den Lofoten zu einem unvergesslichen Erlebnis.
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