• Nong Khiaw

    January 3 in Laos ⋅ ☀️ 23 °C

    Nachdem wir uns auf dem Wasserweg schon fast wie Matrosen fühlten, hiess es für uns Rückkehr auf vier Räder. 🚌
    Von Luang Prabang ging es Richtung Nong Khiaw, einem kleinen Dorf am Nam Ou River. 140 Kilometer klingen auf dem Papier nach einem entspannten Vormittag, doch auf laotischen Strassen bedeutet das eine Fahrt von gut vier Stunden.
    Wir haben Schlaglöcher in jeder erdenklichen Tiefe vermessen, mal auf Asphalt und mal auf loser Erde. So wurden wir im kleinen Bus ordentlich durchgeschüttelt. 🫨

    💡 Während der Fahrt haben wir ein bisschen zu Laos recherchiert. 🇱🇦
    Laos ist das einzige Binnenland in Südostasien und gar nicht mal so klein. In seine Fläche passt die Schweiz mehr als fünfeinhalb Mal hinein. Trotzdem hat Laos nur rund 7,7 Millionen Einwohner.
    Laos ist eine sozialistische Volksrepublik mit einer Einparteienregierung.
    Die wichtigsten Exportschlager sind Elektrizität (vor allem Wasserkraft), Bergbauprodukte sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kaffee und Holz. 🔌☕️🌳
    Die Sprache heisst Lao, die Währung laotische Kip.
    Der durchschnittliche Jahreslohn beträgt etwa 2000 CHF. Der Mindestlohn liegt bei 2,5 Millionen Kip, das sind knapp über 90 Franken pro Monat. 💡

    In Nong Khiaw angekommen, freuten wir uns auf unser gebuchtes Baumhaus.
    Der Preis war verdächtig niedrig und die Beschreibung eher schwammig, aber wir waren optimistisch. 😊
    Vor Ort wurde dann schnell klar, dass aus dem Baumhaus ein Zelt geworden war. ⛺️
    Der Manager meinte, dass im Internet die falschen Bilder seien, bekam ein Telefonat und musste dann plötzlich dringend weg, weil ein Freund mit einer Schnittwunde auf einem Berg Hilfe brauchte.
    Irgendwie kauften wir ihm das nicht ganz ab. Besonders amüsant war, dass er und sein Freund sich auf Englisch unterhielten. 🤔
    Ein Schelm, wer Böses denkt. 😉
    Wir hatten ja ohnehin schon ein bisschen damit gerechnet, dass das mit dem Baumhaus nichts wird.
    Unser Zelt stand immerhin ganz vorne am Fluss mit einer schönen Aussicht. ☀️
    Die Ausstattung war speziell, denn es gab eine Klimaanlage und als Gegenstück eine Heizdecke. Ob eine Klimaanlage im Zelt Sinn macht, kann jeder selbst entscheiden, aber wir haben die Decke lieben gelernt.
    Als es nachts nur noch 8 Grad anzeigte, war es richtig schön, den Grill im Bett zu aktivieren und ein bisschen näher zusammenzurücken. 🥶

    Am ersten Tag erkundeten wir das Dorf, tranken Smoothies und genossen das Essen.
    Nong Khiaw wirkt wie eine Kulisse aus einer Naturdoku. Das Dorf wird von gigantischen, steil aufragenden Karstfelsen regelrecht in die Zange genommen. ⛰️
    Diese Kalksteinformationen sind über Jahrmillionen durch Erosion entstanden und ragen heute wie schlafende grüne Riesen aus dem Dschungel empor. 🦖🦕
    Das Dorf teilt sich auf beide Seiten des Flusses auf, verbunden durch eine grosse Brücke, von der aus man einen fantastischen Blick auf die hölzernen Häuser hat, die sich eng an die massiven Felswände schmiegen.
    Das Dorf scheint im Aufschwung zu sein, überall wird fleissig gebaut. 🏠
    Zum Strassenbild gehören viele Strassenhunde und spielende Kinder, die “Sabaidee” rufen. 👋

    Der Nam Ou River ist hier der ruhige Bruder des Mekong. Statt lehmiger Brühe erwartet einen klares blau-grünes Wasser, das die ganze Landschaft richtig hübsch macht. 🥰

    Am zweiten Tag trafen wir wieder Michel, den wir schon von der Mekongfahrt kannten.
    Wir entschieden uns für eine inoffizielle Route zu einem Viewpoint. Dass Flipflops und Latschen für 300 steile Höhenmeter über schmale Holzpfade und gebastelte Treppen nicht die beste Wahl waren, merkten wir nach einer Stunde. 👡
    Wir unterbrachen die Expedition und gingen zusammen essen. 🍚
    Da bekamen wir jedoch etwas serviert, das uns die nächsten zwei bis drei Tage noch intensiv beschäftigen sollte. 🤢

    Am nächsten Morgen krampften wir uns buchstäblich zusammen, suchten uns eine Nudelsuppe für die Elektrolyte und machten uns auf zum Pha Deng Peak. ⛰
    Der Aufstieg war schweisstreibend, aber oben angekommen wurden wir für jede Anstrengung belohnt. Wir hatten ein 360-Grad-Panorama auf die grün bewachsenen Karstfelsen und das Dorf, das von hier oben ganz klein und sanft eingebettet wirkte.
    Den Abend verbrachten wir auf unserer Veranda unter einem sternenklaren Himmel und schauten dem Mond beim Aufgehen zu, bis uns die Kälte wieder unter die Heizdecke trieb. ⭐️🌛

    An unserem letzten Tag wanderten wir zum Pha Kao. Mit 800 Höhenmetern war der Weg länger als am Vortag, aber wir starteten früh genug, um den Aufstieg zu geniessen. Chantal war immer noch nicht fit und gab somit das Tempo vor. 😅
    Oben waren wir ganz alleine und erneut beeindruckt. Die Landschaft wirkte noch weiter und offener. Wir verbrachten fast zwei Stunden dort oben und genossen die Stille, bevor die Zeit uns davonlief und wir uns an den Abstieg machten. 👟
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