Thakhek-Loop Teil 2
January 26 in Laos ⋅ ⛅ 28 °C
Auf ein Neues schwangen wir uns auf den Roller und düsten über sandige Strassen. Düsen ist vielleicht der falsche Begriff. Wegen all der Schlaglöcher lagen oft nur 30 km/h drin. 🐌
Weit war unsere Fahrt jedoch nicht, wir verbrachten zwei Nächte im kleinen Dorf Ban Gnang.
Wir wohnten in einem sehr süssen, spartanisch eingerichtetem Bungalow. Das Bett eine Wolke, die Aussicht auf die Tabakfelder und Berge wunderschön. 😍
Während wir in der Hängematte baumelten, uns die Tabakpflanzen ansahen und ein kühles Beerlao tranken, lernten wir so einiges über Tabak und Laos. 🌱
Unter unserem Bungalow schlabberten derweil laut und vergnügt ein paar Enten im Wasser herum und suchten nach Fressbarem. Die ländliche Idylle bekam allerdings einen kleinen Knacks, als wir mit Bestürzung bemerkten, dass sie ihr "Futter" direkt in unserem Abwasser aus dem Badezimmer suchten. 🦆🙉
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Hier eine kurze Exkursion über Tabak in Laos für Interessierte und alle anderen. 😉
Wieso wird hier Tabak angebaut und nicht einfach Reis oder sonst was zum Essen? 🤔 Tatsächlich nutzen die Bauern den Tabak als strategische Ergänzung, da er in der Trockenzeit angepflanzt wird, wenn die Felder für den klassischen Reis zu trocken sind. Zudem tut der Wechsel den Feldern gut, da der Boden so nicht einseitig ausgelaugt wird. 🌾
Für die Familien vor Ort ist der Tabak vor allem ein wichtiges Geschäft, um an Bargeld zu kommen, während der Reis eher für den Eigenbedarf gedacht ist. 🍚
Dabei spielen grosse Tabakfirmen eine zentrale Rolle: Sie schliessen Verträge mit den Bauern ab, liefern das Saatgut sowie Dünger und garantieren am Ende die Abnahme der gesamten Ernte. 🚬
Das gibt den Menschen eine finanzielle Sicherheit, die für Fixkosten wie Schulgebühren oder Medikamente dringend benötigt wird. 👩🎓👨⚕️
Besonders auffällig sind die hohen, schmalen Häuschen, die neben den Feldern stehen.
Auf den ersten Blick wirken diese Konstruktionen aus massivem Mauerwerk, geflochtenem Bambus und geflickten Wellblechdächern für uns eher wie ein provisorisches Gebastel. 😬
Doch wie wir bald erfahren macht dieser Mix aus Materialien Sinn: Die gemauerten Teile speichern die Wärme, während Wände aus Bambusgeflecht eine natürliche Belüftung ermöglichen, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.
Es handelt sich um spezialisierte Trockenscheunen, in denen die frisch geernteten Blätter an langen Bambusstangen aufgehängt werden. Im Inneren wird mit kleinen Holzöfen eingeheizt, damit die Blätter kontrolliert trocknen und sich langsam von saftigem Grün in das typische Goldbraun verfärben. 🚬
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Der Grund unseres Besuchs waren natürlich nicht die Tabakfelder, sondern die Kong Lor Höhle.
Diese besuchten wir am folgenden Tag. Gemeinsam mit einer Französin wurden wir von unserem Kapitän mit Schwimmwesten und Stirnlampen ausgerüstet. Bevor wir loslegten, erfuhren wir noch eine kuriose Geschichte: Früher waren die Menschen skeptisch, ob der Fluss tatsächlich komplett durch den Berg führt. Um das zu testen, liessen sie markierte Enten am Eingang frei. Erst als diese Stunden später auf der anderen Seite des Berges wieder auftauchten, wusste man sicher, dass der Weg frei ist. 🦆
Nach einem kleinen Fussmarsch betraten wir den unscheinbaren Höhleneingang und setzten uns in ein kleines schmales Holzboot. 🛶
Die Fahrt in die Dunkelheit ging los und während der ersten zehn Minuten waren unsere Stirnlampen die einzige Lichtquelle.
Wir stoppten an einer grossen Treppe, der Kapitän sagte "five minutes yes" und wir liefen munter in die Dunkelheit. Der Weg war offensichtlich mit Lichtbewegungsmeldern ausgestattet und während wir gingen, wurden immer weitere Teile der Höhle erhellt. Und die war der absolute Wahnsinn!
Sagenhafte 100 Meter hoch und wir fühlten uns wie in einer gigantischen Kathedrale. Es war ohne Übertreibung eine der schönsten Höhlen, die wir jemals gesehen haben!
Die Fotos können leider nicht wiedergeben, wie wunderschön und riesig es dort war.
Wir haben definitiv länger als die vorgegebenen five minutes gestaunt, aber es ging schliesslich noch weiter.
Auf dem Boot folgten wir weiter dem unterirdischen Fluss und bestaunten die Felsformationen. Es folgte noch ein weiterer Stop, bei dem wir zu Fuss die Höhlen erkunden konnten. Wir waren richtig verzaubert.
Nach insgesamt fast 8 Kilometern trieb uns der Fluss auf der anderen Bergseite zu einem kleinen Dorf, wo wir eine kurze Pause einlegten.
Nachdem wir uns an der Sonne aufgewärmt hatten, stiegen wir zurück ins Boot und fuhren im gigantischen Tunnel zurück. Ganz euphorisch gingen wir Mittagessen und sahen uns das kleine Dorf an.
Während uns die Erwachsenen eher als zurückhaltend erscheinen, geben die Kinder hier richtig Gas, winken wie verrückt oder geben High-Fives. 👋🤚
Im Dorf wurde gerade alles für eine grosse Party aufgebaut, unter anderem eine riesige Musikanlage. Dort haben die Kinder die Köpfe an die Boxen gehalten, während unsere Herzen gefühlt schon zum Takt des Basses geschlagen haben. 🫨
Der erwähnte Bass wummerte auch noch bis zwei Uhr morgens, wo wir in unserer Wolke dankbar über unsere Kopfhörer waren. 😅Read more
















TravelerEine wunderschöne und verzaubernde Reise durch diese unglaubliche Höhle. Wie immer sehr spannend und interessant geschrieben euere Erlebnisse ❣️
TravelerDanke ❤️😘
Traveler
😃 um das zu sehen geht auch ohne Taucherausrüstung 🤿😉
Traveler😂 ja zum Glück! 💪
TravelerHihii einigen gefällt es mit und den anderen ohne Tauchausrüstung besser 🤷♀️🤭🤭😉