Istanbul Teil 1
May 9–12 in Turkey
☁️ 24 °C
Nach sechs Wochen der ständigen Bewegung steht das Fahrrad nun erst einmal still auf der Dachterrasse, während draußen die größte Stadt Europas pulsiert.
Ich habe eine kleine Wohnung im Viertel Bülbül gemietet, nur wenige Schritte vom Taksim-Platz entfernt und doch in einer völlig anderen Welt. Hier zeigt sich Istanbul von seiner rauen, ungeschminkten Seite. Die steilen Gassen sind eng bebaut, Wäscheleinen spannen sich von Fenster zu Fenster und das Leben spielt sich laut und ungefiltert auf dem Asphalt ab.
Von hier oben öffnet sich der Blick auf ein dichtes Labyrinth und es ist faszinierend zu sehen, wie sich Kinder, Autos und Händler durch die engen Räume drängen.
Die Stadt verlangt sofort meine volle Aufmerksamkeit, sie überfordert und fasziniert mich zugleich.
Diese Reizüberflutung findet am nächsten Morgen, auf dem sonntäglichen Tarlabaşı-Markt ihren Höhepunkt.
Ein riesiges Meer aus Farben, Rufen und Gerüchen zieht sich durch die Straßen unweit meiner Unterkunft. Das überbordende Angebot an frischem Fisch, reifem Gemüse und Käse zu unglaublich günstigen Preisen zieht mich sofort an. Mit vollen Taschen kehre ich in die Küche zurück, um mich selbst an der türkischen Küche zu versuchen. Das Kochen mit den lokalen Zutaten wird zu einem ganz eigenen Abenteuer.
Aber auch auf der Straße ist es spannend zu schmecken, wie sich vertraute Gerichte wie Döner hier in ihrer Heimat verändern und eine aromatische Tiefe entwickeln, die man aus Deutschland so nicht kennt.
Nur ein paar Straßen von meiner Bleibe entfernt liegt Cihangir. Es hat einen ganz anderen Charakter und ist ein offenes, weitläufiges Viertel mit einer fast europäischen Leichtigkeit, kleinen Cafés und einem weiten Blick auf den Bosporus.
Ähnlich entspannt ist es im weitläufigen Yıldız Park in Ortaköy und auch die nahegelegene Große Mecidiye Moschee direkt am Bosporus hat ein besonderes Flair.
Den emotionalsten Moment dieser Woche erlebe ich auf der Fähre nach Üsküdar. Denn die Überquerung des Bosporus ist für mich mehr als nur eine Bootsfahrt. Als ich auf der anderen Seite an Land gehe, betrete ich zum ersten Mal überhaupt asiatischen Boden. Und auch für die Reise an sich hat dieser Schritt ein gewisses Gewicht. Ein langes Kapitel in Europa geht hier zu Ende und eine neue, noch unbekannte Tür öffnet sich.
Die asiatische Seite empfängt mich mit einer wohltuenden Ruhe. In Vierteln wie Üsküdar oder dem entspannten Moda geht es geordneter und authentischer zu. Hier gibt es kaum touristische Inszenierungen, sondern echtes Stadtleben, das sich unaufgeregt am Ufer abspielt.Read more






























TravelerAaron, jetzt auf der asiatischen Seite des Globus angekommen. Weiterhin alles gute. 👋🏼🌅