Samarqand
Jul 23–26 in Uzbekistan
☀️ 34 °C
Auch die Etappe von Buchara nach Samarkand verlege ich auf die Schiene. Nach den bisherigen Erfahrungen verläuft das gesamte Prozedere am Bahnhof inzwischen völlig routineiert und entspannt. Nach reichlich zwei Stunden Fahrt erreiche ich die legendäre Oasenstadt und beziehe eine großzügige Wohnung, die sich in bester Lage direkt am berühmten Registan-Platz befindet.
Samarkand setzt der usbekischen Baukunst im Grunde die Krone auf und präsentiert sich als der architektonisch opulenteste Ort des Landes. Die Intarsien und Fliesenarbeiten an den Fassaden erreichen hier ein Ausmaß an Detailreichtum und Schmuckfreude, das alles andere in den Schatten stellt. Wenn man die Innenräume betritt, raubt die schiere Masse an Blattgold und tiefblauen Verzierungen schlichtweg den Atem.
Im Zentrum steht das Registan-Ensemble mit seinen drei gigantischen Medresen, deren Bauten im 15. und 17. Jahrhundert entstanden und durch ihre gewaltigen Dimensionen eine unvergleichliche Strahlkraft ausüben.
Gleich um die Ecke erhebt sich die mächtige Bibi-Khanum-Moschee aus dem späten 14. Jahrhundert, die nach ihrer Fertigstellung einst zu den weltweit größten und prächtigsten Gotteshäusern der islamischen Welt gehörte.
Ein Stück weiter außerhalb, vorbei am bunten Treiben des zentralen Basars, erstreckt sich die beeindruckende Nekropole Schah-i Sinda. Dieses Ensemble aus Mausoleen entwickelte sich zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert und gilt mit seinen leuchtend blauen Kacheln als eines der kunstvollsten Grabdenkmäler Zentralasiens.
Gleichzeitig ist Samarkand eine moderne, weitläufige Großstadt. Der Kontrast zwischen den breiten Boulevards, der teils nüchternen sowjetischen Architektur und diesen prachtvollen historischen Oasen erzeugt eine ganz eigene Spannung im Stadtbild.
Inmitten dieses imposanten Rahmens genieße ich vor allem die alltäglichen Momente. Der Besuch des geschäftigen Basars wird schnell zu einem persönlichen Highlight. Es macht unheimlich viel Freude, durch die schattigen Hallen zu schlendern, die lebendige Atmosphäre aufzusaugen und frische lokale Lebensmittel einzukaufen, um in der eigenen Unterkunft selbst zu kochen und den Tag in aller Ruhe ausklingen zu lassen.
Mit dem Abschied von Samarkand richtet sich mein Blick auf das nächste große Kapitel der Reise, das eine ganz eigene Dynamik in mir auslöst. Die bevorstehende Einreise nach Tadschikistan bringt eine Mischung aus positiver Anspannung und tief empfundener Vorfreude mit sich. Das legendäre Pamir-Gebirge war über Monate hinweg ein fast surrealer, unendlich weit entfernter Punkt auf meiner Routenplanung. Dass dieser Schlüsselabschnitt der gesamten Reise nun greifbar nahe ist und ich in Kürze tatsächlich in diese gewaltige Bergwelt aufbrechen werde, bewegt mich innerlich sehr.Read more




















